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Veröffentlicht am 02.09.2025

Wirklich so grummelig, Grizzly?

GRRRIZZLY
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Eines Morgens kommt der Waschbär zum Grizzly und er hat jede Menge Ideen im Gepäck, was sie an diesem schönen Tag machen könnten. Doch egal ob Baden, Laufen oder Beeren futtern, der Grizzly hat scheinbar ...

Eines Morgens kommt der Waschbär zum Grizzly und er hat jede Menge Ideen im Gepäck, was sie an diesem schönen Tag machen könnten. Doch egal ob Baden, Laufen oder Beeren futtern, der Grizzly hat scheinbar zu gar nichts Lust. Doch wirklich zu gar nichts? Oder ist einfach nur Zeit mit seinem Freund zu verbringen vielleicht schon das Größte auf der Welt für ihn?

"Grrrizzly" erzählt mit wenigen Worten und dennoch ganz viel Liebe von der Freundschaft zwischen zwei Tieren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und sie zeigt den Kindern, dass in einer harten Schale auch ein weicher Kern stecken kann.

Die große Stärke des Bilderbuchs sind für mich ganz klar die Illustrationen. Sie präsentieren unberührte Natur in satten und kräftigen Farbtönen und üben dabei eine regelrechte Magie auf mich aus, die eventuell aber nur bei uns Erwachsenen ankommt. Für mich ist jede Illustration fast schon ein kleines Kunstwerk. Wenn ich meinen Sohn frage, wie er die Bilder findet, fasst er das einfach zusammen: „schön“.

Besonders erwähnenswert ist, dass das Buch mit wenig Text auskommt und zugleich eine Geschichte über tiefe Freundschaft vermittelt. Die Illustrationen erzählen weiter, was der geschriebene Text nicht sagt. Das ist für die kleinen Zuhörer noch nicht so leicht zu verstehen; hier sind wir Erwachsenen gefragt, den Subtext der Illustrationen zu vermitteln.

Die kurzgehaltenen Texte unterstreichen den Kunstwerk-Charakter dieses Bilderbuches, die Erzählung selbst bleibt folglich aber etwas dünn. Nichtsdestotrotz gibt es auch für die Kleinen genug zum Schmunzeln, wenn der grummelige Grizzly beim Baden dann doch zufrieden lächelt, sich am Ende sogar sanftmütig zeigt und zugibt, dass er eigentlich unbegründet viel nörgelt.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Der Bauernhof in Zahlen

Play+ Mein Spiel mit-Magnetbuch Komm, wir lernen Zählen - ab 18 Monate
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Wie auch andere Titel aus der Spiel-mit-Magnetbuchreihe unterstützt das Buch „Komm, wir lernen Zählen“ beim Lernen. Auf jeder Seite gibt es Bauernhoftiere zu zählen und entsprechend ihrer Anzahl gilt es, ...

Wie auch andere Titel aus der Spiel-mit-Magnetbuchreihe unterstützt das Buch „Komm, wir lernen Zählen“ beim Lernen. Auf jeder Seite gibt es Bauernhoftiere zu zählen und entsprechend ihrer Anzahl gilt es, den passenden Magneten für die Geschichte auszuwählen.
Was vom Konzept her gut erdacht ist, hat für mich jedoch eine kleine Schwäche. Die Kinder müssten nicht unbedingt zählen, um den richtigen Magneten auszuwählen. Denn wenn es darum geht, den vier Lämmchen vier Milchfläschchen zu bringen, dann passt natürlich nur der Junge, der als einziger Milchfläschchen trägt. Ob es drei oder vier sind, könnte für die Kinder schnell nebensächlich werden. Hier gilt es als Vorlesende aktiv zu sein und die Kinder immer wieder zum Nachzählen zu animieren: „Passt der Magnet wirklich? Wie viele Fläschchen bringt denn der Junge?“
Ansonsten punktet das Buch mit seiner Bauernhof-Thematik, die Freude am Zählen bereitet. Das Buch lädt des Weiteren mit seinen sechs Magneten zum freien Spiel ein.
Ein lehrreicher Bauernhof-Spaß und trotz kleinem Manko mein persönlicher Favorit unter den Magnetbüchern!

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Hier bei uns im Kartoffelland

People Pleaser
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Seitdem Nina ihre beste Freundin Teo kennt, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sich um sie zu kümmern. Und als Teo sich Hals über Kopf in Aleks, den Badboy der Schule verliebt, nimmt Nina sich vor, seine ...

Seitdem Nina ihre beste Freundin Teo kennt, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sich um sie zu kümmern. Und als Teo sich Hals über Kopf in Aleks, den Badboy der Schule verliebt, nimmt Nina sich vor, seine Probleme zu lösen, damit er für Teo so perfekt wie möglich wird. Womit Nina jedoch nicht rechnet, sind ihre eigenen Probleme, die dabei ans Licht kommen.

Nina ist ein People Pleaser. Oder anders gesagt: Sie hat das Helfersyndrom. Was das genau bedeutet, wurde mir erst im Laufe des Romans bewusst. Denn was zunächst wie eine liebenswerte Eigenschaft klingt, offenbart bei näherem Hinschauen Ninas eigentliche Schwächen: Selbstwertzweifel, der Wunsch nach Bestätigung und der innere Zwang, von außen kommenden Erwartungen gerecht zu werden. Bis Nina selbst zu dieser Erkenntnis kommt, ist es jedoch ein weiter Weg, der uns offenbart, dass auch ihre Freunde mit ihren eigenen Konflikten zu kämpfen haben. Hier kommen unter anderem die Themen psychische Gesundheit, toxische Männlichkeit und Leistungsdruck aus dem familiären Umfeld zum Tragen.
So unterschiedlich die Themen, so unterschiedlich auch die Figuren in diesem Roman. Nina kann als Hauptprotagonistin identifiziert werden. Daneben gibt es jedoch auch wenige Kapitel aus den Perspektiven von Aleks und Finn. Obwohl wir somit drei verschiedene Ich-Erzähler haben, wirken alle Perspektiven authentisch und differenziert. Irgendwo findet wahrscheinlich jeder auch ein Stück von sich selbst in den Figuren wieder.
Gemeinsam mit Teo wirken die Protagonisten wie ein Querschnitt der Generation Z, mitsamt all ihrer Sorgen, Bedürfnisse und der teils klischeehaften Erwartungen an sie.

Und obwohl der Roman so viele wichtige Botschaften in puncto Selbstliebe und Freundschaft transportiert, ist er voller Humor und Sarkasmus und konnte mich mit seiner guten Story wirklich gut unterhalten, zeitgleich aber auch immer zum Nachdenken anregen.
Auch das Erzähltempo ist absolut stimmig und sorgt sogar für eine
People Pleaser ist ein Roman, der mich emotional abgeholt hat. Und obwohl es ein Coming-of-Age-Roman mit Jugendslang ist, fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt zu alt dafür. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Lernen, Spielen, Lesen und Motorik schulen

Play+ Mein Spiel mit-Magnetbuch Komm, wir lernen die Farben - ab 18 Monate
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Die Spiel-mit-Magnetbuchreihe vereint Lernen, Spielen, Lesen und Motorik schulen in einem. Und das ist schon eine ganz schöne Leistung.
Die Kleinen helfen in diesem Buch mit, die Kinder entsprechend der ...

Die Spiel-mit-Magnetbuchreihe vereint Lernen, Spielen, Lesen und Motorik schulen in einem. Und das ist schon eine ganz schöne Leistung.
Die Kleinen helfen in diesem Buch mit, die Kinder entsprechend der Jahreszeiten und des Wetters anzuziehen. Dabei lernen sie auf spielerische Weise die Farben, denn sie müssen ein Kleidungsstück immer in der passenden Farbe zuordnen. Anschließend können sie auf jeder Seite weitere Gegenstände in der gesuchten Farbe entdecken. Und daneben lernen sie auch noch, welche Jahreszeiten es gibt, was diese ausmacht und welche Kleidung zu welcher Jahreszeit passt. So braucht man im Winter zum Beispiel oft einen Schneeanzug.
Die sechs verschiedenen Magneten können natürlich auch nach Lust und Laune im Buch verteilt und die Kinder frei nach Fantasie angezogen werden. Da das Buch für Kleinkinder ab 18 Monaten geeignet ist, kann es zusätzlich die Motorik schulen, wenn Kleidungsstücke bzw. Magnete passend angelegt werden müssen.
Zusammengefasst: Dieses Buch ist ein richtiger Allrounder im Kinderbücherregal.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Es wird spannend und emotional …

Not Quite Dead Yet
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In der Halloween-Nacht wird Jet zu Hause von jemandem überwältigt, der ihr wortwörtlich den Kopf einschlägt. Das Ziel: Mord. Doch Jet überlebt. Jedoch ist ihre Lebenszeit begrenzt, denn ein Knochensplitter, ...

In der Halloween-Nacht wird Jet zu Hause von jemandem überwältigt, der ihr wortwörtlich den Kopf einschlägt. Das Ziel: Mord. Doch Jet überlebt. Jedoch ist ihre Lebenszeit begrenzt, denn ein Knochensplitter, der sich bei den Schlägen auf den Kopf gelöst hat, löst in ihrem Kopf ein Aneurysma aus, das zu platzen droht. Jet bleiben vielleicht noch sieben Tage - und die will sie nutzen, um ihren Mörder zu finden.

Was dann beginnt, ist eine wirkliche wilde und actionreiche Suche nach Beweisen, Motiven und Tatverdächtigen. Holly Jackson hat das unnachahmliche Talent, die Tätersuche dermaßen spannend und nahbar zu gestalten, dass man sich fühlt als spiele man gerade Cluedo und ist selbst auf Mördersuche.
Jet bekommt bei ihrer Suche Unterstützung von Billy, ein ehemaliger Freund aus Kindheitstagen. In der Geschichte bekommt ihre einst freundschaftliche Beziehung eine neue Dynamik und entwickelt sich in eine Richtung, die mir gut gefällt.

Holly Jacksons erster Erwachsenenthriller unterscheidet sich dabei jedoch nur geringfügig von einem Jugendthriller. Die Protagonistin ist zwar älter (27), verhält sich aber eher wie eine sehr junge Erwachsene. Mich hat das nicht gestört, die Erwartungen an einen Erwachsenenthriller könnten jedoch davon abweichen. Das letzte Buchdrittel macht dafür dann ziemlich deutlich, dass wir hier keinen Jugendthriller lesen.

Der personale Erzählstil war für mich hervorstechend. Holly Jackson erzählt in dritter Person und lässt uns dennoch tief in Jets Inneres blicken. Sie flucht in inneren Monologen, die sich immer wieder unter das Erzählte mischen, als wären wir trotz dritter Person in Jets Kopf. Dabei begleiten wir stets Jet; Einblicke in die Gedanken anderer Figuren bekommen wir nicht.

Kritikpunkte habe ich nur wenige. Zum Einen braucht man lange, um mit Jet warm zu werden. Sie ist ein sehr ich-bezogener Charakter und eher blind für ihre Mitmenschen und dafür, wie sie mit ihnen umgeht. Zum Anderen werden Jets sieben verbleibende Tage wie ein fixer Termin behandelt, was fernab der Realität ist, genauso wie ihr fitter Zustand nach dem Überfall. Darüber konnte ich zugunsten der dynamischen Story aber hinwegsehen.

Ich mochte diesen Thriller von den ersten Seiten an, vor allem wegen seiner Dynamik, dem Zwischenmenschlichen zwischen Jet und Billy und dem ständigen Rätselraten, dass mich unweigerlich gepackt hat.

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