Manchmal etwas zu seicht
Fischkopp-VendettaMit Fischkopp-Vendetta präsentiert Patricia Brandt einen soliden Ostsee-Krimi, der vor allem durch sein norddeutsches Flair und sympathische Figuren punktet. Der Roman bietet eine interessante Ausgangslage ...
Mit Fischkopp-Vendetta präsentiert Patricia Brandt einen soliden Ostsee-Krimi, der vor allem durch sein norddeutsches Flair und sympathische Figuren punktet. Der Roman bietet eine interessante Ausgangslage mit geheimnisvollen Waffenfunden, einer Leiche am Leuchtturm und dunklen Geheimnissen in einem kleinen Küstenort. Die Atmosphäre an der Ostsee ist dabei sehr gelungen eingefangen und sorgt schnell für echtes Küstenkrimi-Feeling.
Besonders positiv fällt der lockere Schreibstil auf. Das Buch liest sich angenehm flüssig und kombiniert Spannung mit einer guten Portion Humor. Vor allem die Dialoge und die Eigenheiten der Figuren verleihen der Geschichte Charme. Kommissar Oke Oltmanns wirkt bodenständig und menschlich, was ihn zu einem sympathischen Ermittler macht.
Allerdings zeigt der Roman auch einige Schwächen. Die Handlung entwickelt sich stellenweise etwas vorhersehbar, und manche Wendungen wirken weniger überraschend, als sie vermutlich gedacht waren. Gerade erfahrene Krimileser dürften relativ früh ahnen, in welche Richtung sich der Fall entwickelt. Auch die Ermittlungen verlaufen zeitweise eher gemütlich, wodurch die Spannung zwischendurch etwas abfällt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einige Nebenfiguren recht stereotyp bleiben und nicht besonders viel Tiefe erhalten. Manche Konflikte werden eher oberflächlich behandelt, obwohl sie Potenzial für mehr emotionale Intensität gehabt hätten.
Dennoch gelingt es Patricia Brandt, eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen, die vor allem durch ihre Atmosphäre und das Lokalkolorit lebt. Wer harte Thriller oder hochkomplexe Ermittlungen erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Fans von eher ruhigen Regionalkrimis mit norddeutschem Humor und sympathischen Charakteren werden dagegen gut unterhalten.