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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2025

Historischer Roman mit Spannung

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Dies ist ein fesselnder historischer Roman, der Leserinnen und Leser direkt in die belebte Kurstadt Meran des Jahres 1872 entführt. Angela Marina Reinhardt gelingt es, ein farbenprächtiges und vielschichtiges ...

Dies ist ein fesselnder historischer Roman, der Leserinnen und Leser direkt in die belebte Kurstadt Meran des Jahres 1872 entführt. Angela Marina Reinhardt gelingt es, ein farbenprächtiges und vielschichtiges Panorama der Donaumonarchie im ausgehenden 19. Jahrhundert zu entwerfen.

Das Buch besticht durch eine beeindruckende Bandbreite an Protagonisten. Von der jungen Engländerin Helen, die auf den Maskenbällen eine "gute Partie" sucht, über den geheimnisvollen Korsen Benedetti bis hin zur fleißigen Waisen Rosa Martini, die in der Spinnerei schuftet: Die Schicksalswege kreuzen sich auf spannende Weise. Man schließt die Figuren schnell ins Herz und fiebert mit ihren teils herausfordernden Lebensentwürfen mit. Auch erweckt die Autorin das historische Meran zum Leben. Man spürt förmlich die Atmosphäre zwischen mondänem Kurbetrieb der Oberschicht und dem harten Alltag der arbeitenden Bevölkerung. Die detaillierte Beschreibung der Stadt und ihrer Umgebung ist so plastisch, dass man meint, selbst an den Promenaden spazieren zu gehen oder die Kutschen vorbeifahren zu sehen.

Reinhardt verwebt geschickt große Themen wie Standesunterschiede, Frauenrollen in der Gesellschaft, Medizingeschichte (mit dem Fokus auf die aufkommende Seelenheilkunde) und die politische Lage in ihre Erzählung. Der Roman ist mehr als nur eine Liebesgeschichte; er ist ein klug recherchiertes Gesellschaftsporträt seiner Zeit. Er bietet eine perfekte Mischung aus Romantik, Spannung und sorgfältig recherchierter Historie. Wer opulente Sagas vor historischer Kulisse liebt und eine besondere Faszination für die Region Südtirol hegt, wird hier einen wahren Lesegenuss finden.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Die Südtirolfrage

Töchter der verlorenen Heimat
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Ich muss ja gestehen, obwohl ich schon ein paar Mal Urlaub in Südtirol gemacht habe, kenne ich mich mit deren Geschichte überhaupt nicht aus. Dieses Buch hat mich nun nicht nur geschichtlich weitergebracht. ...

Ich muss ja gestehen, obwohl ich schon ein paar Mal Urlaub in Südtirol gemacht habe, kenne ich mich mit deren Geschichte überhaupt nicht aus. Dieses Buch hat mich nun nicht nur geschichtlich weitergebracht. Es ist so wunderbar geschrieben, das ich komplett darin eintauchen konnte.

Erzählt wird abwechselnd aus den Jahren 1961 und 1927, so dass man so nach und nach in die Familiengeschichte eintauchen kann. Die ärmlichen Verhältnisse von damals werden genauso anschaulich geschildert wie die Gegebenheiten von 1961, als es in Italien kaum Autobahnen gab, was mich beim Lesen sehr verwundert hat. Aber ich konnte mich gut in Paula hineinversetzten, als sie mit ihrem Käfer ganz in den Süden Italiens gefahren ist und das eine oder andere Abenteuer erlebt hat.

Dies ist das erste Buch von Eva Grübl-Widmann für mich, aber bestimmt nicht das letzte. Sie versteht es meisterhaft, eine flüssige Erzählung zu schreiben und Charaktere und Umgebung so ausführlich zu schildern, als säße man daneben. Seien es die alten südtiroler Männer in ihrem grenzenlosen Hass oder die mit der Zeit verbittert gewordene Johanna. Aber auch Paula hat als Ärztin in einer männerdominierten Welt ihr Päckchen zu tragen. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und ich kann es nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Eine tolle und emotionale Geschichte auf zwei Zeitebenen

Das Polarlichtcafé
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Christine Kabus hat mit "Polarlichtcafé" erneut bewiesen, dass sie es meisterhaft versteht, fesselnde Familiengeschichten vor einer atemberaubenden Kulisse zu erzählen. Dieser Roman ist weit mehr als nur ...

Christine Kabus hat mit "Polarlichtcafé" erneut bewiesen, dass sie es meisterhaft versteht, fesselnde Familiengeschichten vor einer atemberaubenden Kulisse zu erzählen. Dieser Roman ist weit mehr als nur eine Urlaubslektüre – er ist eine tief emotionale und zugleich spannende Spurensuche, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht.

Die Geschichte, die auf zwei Zeitebenen – in der Gegenwart (2024) und im Jahr 1961 – spielt, ist genial verwoben. Die junge Jule aus Erfurt entdeckt im Nachlass ihres Großvaters Dokumente, die auf eine geheimnisvolle Reise nach Norwegen hindeuten, von der niemand in der Familie wusste. Ihre eigene Reise auf der legendären Hurtigruten entlang der norwegischen Küste, auf den Spuren des Großvaters, ist bildgewaltig beschrieben. Man fühlt sich, als stünde man selbst an Deck, riecht die salzige Luft und sieht die Fjorde und Polarlichter.

Besonders hervorzuheben ist die Atmosphäre. Kabus gelingt es mühelos, das raue, aber faszinierende Leben im hohen Norden Norwegens lebendig werden zu lassen – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Der Roman verbindet die persönliche Suche Jules nach der Wahrheit mit einem berührenden historischen Hintergrund, der auch Einblicke in die Zeit der DDR und Norwegens Geschichte bietet, ohne dabei belehrend zu wirken.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Sowohl Jule in ihrer Entschlossenheit als auch die Charaktere des zweiten Erzählstrangs, Janne und Rainer, wirken authentisch und wachsen einem schnell ans Herz. Die Autorin erzählt ohne überflüssiges "Gesäusel", dafür mit emotionalem Tiefgang, was die Geschichte um Liebe, Geheimnisse und die Suche nach den eigenen Wurzeln so mitreißend macht.

Von mir gibt es also eine absolute Leseempfehlung! Warm einpacken, gemütlich machen und sich von Christine Kabus in die Magie des Polarkreises entführen lassen.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Ein Meisterwerk der Spannung und Emotion

Gejagt durch Brandenburg
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Dies ist wirklich ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte! Der vierte Band um Kriminalhauptkommissarin Carla Stach ist nicht nur ein wendungsreicher und psychologisch tiefgründiger Kriminalroman, ...

Dies ist wirklich ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte! Der vierte Band um Kriminalhauptkommissarin Carla Stach ist nicht nur ein wendungsreicher und psychologisch tiefgründiger Kriminalroman, sondern auch ein packendes Familiendrama, das unter die Haut geht. Selbst wenn man so wie ich die Vorgängerbände leider noch nicht gelesen hat.

Die Prämisse ist genial und zerreißt einem das Herz: Kriminalhauptkommissarin Carla Stach wird zu einem Tatort gerufen – ein junges Mädchen wurde erdrosselt. Die Spuren führen schnell zu einem Verdächtigen, der vom Tatort geflohen ist. Doch für Carla bricht eine Welt zusammen, als sie erkennen muss, wer der Gesuchte ist: Ihr eigener Sohn Toni.

Mit großem Einfühlungsvermögen beleuchtet Richard Brandes hier die zentrale Frage: Wie gut kennen wir die Menschen, die wir lieben, wirklich? Carlas Kampf als Kommissarin, die der Wahrheit verpflichtet ist, und als Mutter, die um ihr Kind ringt, ist zutiefst emotional und unglaublich glaubwürdig geschildert. Man spürt ihre Verzweiflung, ihre Zweifel und ihre innere Zerrissenheit auf jeder Seite.

Die Charaktere sind komplex, authentisch und ihre Handlungen jederzeit nachvollziehbar. Der Autor brilliert mit einem modernen, flüssigen Schreibstil und baut eine atemlose Spannung auf, die bis zur letzten Seite anhält. Es ist kein einfacher Regionalkrimi, sondern ein Thriller, der durch seine psychologische Kompetenz und die meisterhafte Umsetzung des Motivs fesselt. Ein echtes Highlight für alle, die psychologisch fundierte Romane lieben, die tief in die menschliche Seele blicken. Die Geschichte ist mega-spannend, super-flüssig geschrieben und emotional aufwühlend. Eine unbedingte Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Ein mörderisch guter Urlaubskrimi

Salute - Das letzte Gebet
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Was diesen dritten Band der Serie sofort wieder auszeichnet, ist die schöne Atmosphäre. Kalpenstein entführt uns erneut ins malerische Bardolino am Gardasee. Man riecht förmlich den Duft von Espresso, ...

Was diesen dritten Band der Serie sofort wieder auszeichnet, ist die schöne Atmosphäre. Kalpenstein entführt uns erneut ins malerische Bardolino am Gardasee. Man riecht förmlich den Duft von Espresso, hört das sanfte Plätschern des Sees und fühlt das italienische "Dolce Vita". Selbst der Tatort in der Kirche von Bardolino wirkt nicht nur schaurig, sondern ist meisterhaft in das lebendige Lokalkolorit eingebettet. Fans der Reihe werden sich sofort wieder heimisch fühlen.

Der Mord an einem jungen Mann, der ausgerechnet mit dem Kopf im Weihwasserbecken gefunden wird, stellt Lanza und Zeitler vor ein komplexes Rätsel. Die Kombination aus vermeintlich religiösem Zeichen (ein Stück Gesangbuch im Mund des Opfers) und einem hochaktuellen Thema (die Innovation des Toten, die den See retten könnte) ist clever gewählt und sorgt für eine vielschichtige Story.

Die Ermittlungen sind spannend und gespickt mit unerwarteten Wendungen, die das Tempo hochhalten. Besonders hervorzuheben ist das sympathische Ermittlerduo: Commissario Lanza besticht durch seine akribische Polizeiarbeit, während Paul Zeitler, der Aussteiger mit seinem Café "MONACO", immer wieder zufällig auf entscheidende Hinweise stößt. Ihre Interaktion, gespickt mit Charme und leichtem Humor, ist das Herzstück des Buches. Auch die Nebenfiguren, wie Zeitlers neue, quirlige Aushilfe, sind authentisch und tragen zur liebenswerten Gesamtstimmung bei.

Friedrich Kalpenstein hat hier einen kurzweiligen, spannenden und atmosphärischen Regionalkrimi geschrieben, der Mord und Urlaubsfeeling auf perfekte Weise vereint. Es gelingt ihm, die Spannung bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten, während man das Gefühl hat, selbst bei einem Aperitivo am Ufer des Gardasees zu sitzen. Ein Muss für alle Krimi-Liebhaber, die italienisches Flair und gut konstruierte Fälle schätzen.

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