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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2021

Ein bewegtes Jahrzehnt

Liebe in Zeiten des Hasses
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Florian Illies ist ein begnadeter Erzähler und ein großer Kenner. Ich habe schon einige seiner Bücher gelesen und dieses hier nun gehört und mein Kopf ist noch ganz voll von den neuen Informationen über ...

Florian Illies ist ein begnadeter Erzähler und ein großer Kenner. Ich habe schon einige seiner Bücher gelesen und dieses hier nun gehört und mein Kopf ist noch ganz voll von den neuen Informationen über dieses so ereignisreiche Jahrzehnt. Es beginnt im Jahr 1929 noch ganz begeistert. Bis der Schwarze Freitag kommt. Aber auch da sind die Nationsozialisten und das Dritte Reich und seine Bedrohungen für Künstler noch in weiter Ferne. Es ist hilfreich, wenn man schon - zumindest ein wenig - Vorkenntnisse hat über die Künstler dieser Zeit, über Berlin, New York, Paris und Südfrankreich, wo sie sich immer wieder treffen. Wir lernen hier so viele Menschen kennen und treten ein in ihr Privates, in ihre - zum Teil wechselnden - Beziehungen. Begleiten Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir bei ihrem ersten Treffen und die folgenden Jahre, immer wieder auch die Mitglieder der Familie Mann, aber auch Zelda und Scott Fitzgerald, Gottfried Benn, Erich Maria Remarque, Otto Dix, Marlene Dietrich und so viele mehr. Ein Buch, das neugierig macht auf diese schillernden, illustren, deprimierten, lebensfrohen, ängstlichen,... Künstlerinnen und Künstler. Denn hier ist es wie ein Kaleidoskop und sie schwirren immer wieder vorbei. Stephan Schad trägt das Hörbuch wunderbar vor und ich habe ihm sehr gerne zugehört.

Veröffentlicht am 29.10.2021

Einblicke in ein unbekanntes Land

Die Wiederentdeckung des Glücks
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Terje kehrt dreimal zurück nach Madagaskar, das erste Mal ist er 25 Jahre alt und hat auf seinem grünen Fahrrad mit der roten Klingel und der blauen Werkzeugtasche schon eine Weltreise hinter sich. Bei ...

Terje kehrt dreimal zurück nach Madagaskar, das erste Mal ist er 25 Jahre alt und hat auf seinem grünen Fahrrad mit der roten Klingel und der blauen Werkzeugtasche schon eine Weltreise hinter sich. Bei einem Gespräch mit einer Frau, die sagt, dass ihr noch ungeborenes Kind auf jeden Fall von dem kleinen Jungen in den Seifenkisten geschoben werden soll, da er der Schnellste ist, entscheidet er sich, dem Jungen die Fahrradklingel zu schenken. Und auch das Fahrrad lässt er in Madagaskar, doch das braucht Jahre, bis es seinen Weg zu Biscuit findet, der eigentlich anders heißt, aber der Name ist viel zu lang und kompliziert. Und dieser Name ist eine Verkürzung von "bicyclette", Fahrrad, und hat nichts mit Keksen zu tun. In den folgenden Jahren begleiten wir Biscuit auf dem Weg zu seinem Traum, manchmal sind wir schon in der Gegenwart, in der er ein berühmter cyclo pousse Fahrer ist, der Schnellste überhaupt. Maribelle, die Tochter der Frau auf der Bank, ist seine Angebetete. Kurz vor seinem 70. Geburtstag kehrt Terje zum dritten Mal zurück. Dieses Mal mit seiner Tochter Nora, die 25 Jahre alt ist und in einer Welt der teuren Düfte lebt, umgeben von Sauberkeit und Sterilität. Doch auch mit Nora macht Madagaskar etwas, ganz langsam, aber es passiert. Ein wunderbares Buch über ein so verkanntes Land, das uns die Autorin hier näher bringt. Und natürlich gibt es auch ein paar Stellen, an denen die Realität verwischt. Dennoch ist dieser Roman nicht so märchenhaft, dafür ernster.

Veröffentlicht am 20.10.2021

Eine Geschichte voller Düfte

Das Haus der Düfte
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Anouk und ihre Mutter gelangen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Paris, wo die Mutter eine Apotheke übernehmen wieder. Auf dem Bahnhof erschnuppert Anouk einen unwiderstehlichen Duft, den sie ...

Anouk und ihre Mutter gelangen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Paris, wo die Mutter eine Apotheke übernehmen wieder. Auf dem Bahnhof erschnuppert Anouk einen unwiderstehlichen Duft, den sie "Bienvenue" nennt und hinter dessen Geheimnis bzw. seine Komposition sie immer wieder kommen möchte. Anouk ist das Leben in der Apotheke zu eng; die Mutter ist sehr besitzergreifend, traut sich kaum, das Haus und die Apotheke zu verlassen. Doch Anouks Träume liegen woanders: sie möchte Parfümeurin werden. Und nach all den Absagen in Paris erhält sie überraschend ein Angebot in die Duftstadt Grasse zu reisen und dort für die Familie Girard zu arbeiten, eine der großen Parfümeur-Familien der Stadt. Bevor wir die Ankunft von Anouk in Grasse erleben, gibt es einen Zeitsprung und wir lernen die Geschichte von Florence kennen, die den Gerbersohn Horace heiratet und mit ihm gemeinsam das Geschäft der Girards aufbaut. Mit weiteren Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Vergangenheit der Familie Girard und ihrem erbitterten Streit mit einer anderen Familie, worauf ich hier allerdings nicht eingehen möchte, um nicht zu spoilern. Manchmal ein wenig vorhersehbar, aber insgesamt eine Reise voller Düfte und Sehnsucht nach Lavendel, Rosen und Co. Dagmar Bittner ist eine versierte Sprecherin mit einer angenehmen Stimme und hat Anouks Geschichte gut versprachlicht.

Veröffentlicht am 19.10.2021

Toller Abschluss

Ministry of Souls – Die Schattenarmee
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Dieser zweite Band führt direkt dort weiter, wo wir die Geschichte am Ende des ersten Bandes hinter uns gelassen haben. Und sofort war ich wieder gefangen von der tollen Geschichte und dem wunderbaren ...

Dieser zweite Band führt direkt dort weiter, wo wir die Geschichte am Ende des ersten Bandes hinter uns gelassen haben. Und sofort war ich wieder gefangen von der tollen Geschichte und dem wunderbaren Setting. Mit Prinzessin Naima wird hier der Bogen zu einem orientalischen Hauch geschlagen. Soulman Jack gefiel mir auch hier wieder richtig gut. Ein Buch wie ein Märchen, in dem das Gute über das Böse siegt, ein Buch voller Magie und Phantasie, ein Hauch viktorianisches London gepaart mit dem orientalischen Flair. Ein begnadeter Erzähler, der uns hier mitnimmt auf eine Reise, die leider viel zu schnell beendet war und mich leider wieder zu rasch in die Realität zurück gebracht hat.

Veröffentlicht am 19.10.2021

Ein Schatz

Von ganzem Herzen ...
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Dieses Buch ist ein Schatz für alle Jane-Austen-Liebhaber. Äußerst liebevoll gestaltet und eine wunderbare Auswahl an Briefen von und an Jane Austen bzw. nach ihrem Tod auch noch zum Beispiel von ihrer ...

Dieses Buch ist ein Schatz für alle Jane-Austen-Liebhaber. Äußerst liebevoll gestaltet und eine wunderbare Auswahl an Briefen von und an Jane Austen bzw. nach ihrem Tod auch noch zum Beispiel von ihrer geliebten Schwester Casssandra. Chronologisch unterteilt wird das Buch nach einer kurzen Einleitung in folgende Phasen: Steventon 1796 - 1801 Frühe schöpferische Jahre, Bath 1801 - 1805 Abschiede und Ungewissheiten, Southampton 1807 - 1809 Neue Perspektiven, Chawton 1809 - 1813 Ein neues und geordnetes Zuhause, Chawton 1813 - 1816 sowie Chawton und Winchester 1816 - 1817 Letzte Tage. Gut gefallen haben mir auch das ausführliche Register und die tollen Bilder, seien es nun Landschaften oder aber auch Silhouetten, Faksimile von Briefen etc. Den Briefen wird meist eine kurze erklärende Einleitung vorangestellt und es gibt viele Erklärungen, so wie zum Beispiel zu einem Phaeton oder zu Harfenistinnen. Eine absolute wunderbare Gesamtkomposition. Sowohl für neue LiebhaberInnen als auch für langjährige Fans gibt es hier etwas zu entdecken. Ein Buch, das man sowohl von vorne bis hinten lesen kann als auch es blätternd entdecken und immer mal wieder innehalten. Ein Buch, das Lust auf den xten reread von Pride and Prejudice macht oder die Neuentdeckung der Bücher von Jane Austen oder auf eine Reise zu den Schauplätzen.