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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2020

Sky

Verloren sind wir nur allein
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Vor circa zwei Jahren ist Skys Vater gestorben und sie trauert immer noch sehr um ihn und zeigt das auch mit ihrer schwarzen Kleidung ganz offen. Da konnte ich sehr gut mit ihr fühlen. Doch ihre Mutter ...

Vor circa zwei Jahren ist Skys Vater gestorben und sie trauert immer noch sehr um ihn und zeigt das auch mit ihrer schwarzen Kleidung ganz offen. Da konnte ich sehr gut mit ihr fühlen. Doch ihre Mutter hat einen neuen Freund und möchte einen Neuanfang in Texas wagen. Dort lernt Sky dann Jeff kennen - oberflächlich gesehen ist er der nette Sportlertyp - doch auch er hat einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften. Jeff schafft es nach und nach, sie aus ihrem Schneckenhaus hervor zu locken. Eine Geschichte, die Mut macht und Hoffnung schenkt - aber manchmal etwas zu "zuckersüß" war.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Solidarität

Das Haus der Frauen
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Die erfolgreiche Anwältin Solène erleidet einen Zusammenbruch und auf Empfehlung ihres Psychotherapeutin geht sie bald regelmäßig zum "Haus der Frauen", um dort ehrenamtlich zu arbeiten und dabei jede ...

Die erfolgreiche Anwältin Solène erleidet einen Zusammenbruch und auf Empfehlung ihres Psychotherapeutin geht sie bald regelmäßig zum "Haus der Frauen", um dort ehrenamtlich zu arbeiten und dabei jede Menge Briefe zu schreiben, die ganz unterschiedlich sind, sowohl hinsichtlich des Inhalts als auch der Adressaten und Absenderinnen. Denn dieses Haus ist ein Zufluchtsort und Solène erhält hier durch ihre Hilfe so viel zurück. Gegründet wurde das Haus von Blanche Peyron und es existiert nun seit um die hundert Jahre. Solène recherchiert und so liest der Leser/die Leserin neben der Geschichte in der Gegenwart auch die von Blanche Peyron in der Vergangenheit. Ein sehr schöner Schreibstil, der Freude beim Lesen empfinden lässt, eine Geschichte, die viel Solidarität und Akzeptanz beinhaltet, aber auch ganz unterschiedliche Frauen und ihre Geschichte vorstellt. Voller Hoffnung, aber auch Traurigkeit.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Eindringlich

Milchmann
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Dieses Buch gehört sicherlich zu den Romanen an den sich "die Geister scheiden", wenn man sieht, wie viele unterschiedliche Einschätzungen und Rezensionen es hierzu gibt. Für mich war das Buch sehr eindringlich, ...

Dieses Buch gehört sicherlich zu den Romanen an den sich "die Geister scheiden", wenn man sieht, wie viele unterschiedliche Einschätzungen und Rezensionen es hierzu gibt. Für mich war das Buch sehr eindringlich, es erzählt die Geschichte einer Frau, die eigentlich nie im Mittelpunkt stehen wollte, aber es nun nicht mehr verhindern kann - wegen des Interesses des Milchmanns. Dieser ist älter als sie und im Untergrund tätig, der Name sein Deckname. Er stalkt sie schon bald und alle sagen ihr eine Affäre nach. Das Besondere an diesem Buch: hier hat keiner einen Namen, was der Geschichte beim Lesen mehr Aufmerksamkeit abfordert. Manchmal passiert seitenweise gar nicht viel, aber dennoch sind diese Stellen wichtig. Der Schreibstil ist ganz eigen, die Geschichte spielt vermutlich in Belfast während des Nordirlandkonflikts, jedoch werden auch keine Orte genannt. Die Geschichte rüttelt auf, wir nehmen teil an den Gedankengängen der Protagonistin, die immer wieder abschweifen.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Iris, Albie und Silas

The Doll Factory
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London in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Weltausstellung steht bevor, es ist eine Zeit des Umbruchs. Iris und ihre Zwillingsschwester Rose schuften in der Puppenmanufaktur, doch Iris hat genug davon, ...

London in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Weltausstellung steht bevor, es ist eine Zeit des Umbruchs. Iris und ihre Zwillingsschwester Rose schuften in der Puppenmanufaktur, doch Iris hat genug davon, immer nur Puppenköpfe zu bemalen und mit ihrer Schwester zu erraten, ob die Puppe für ein lebendes Mädchen oder eine Totenbeigabe sein soll. Die Puppenkleidchen werden von Albie geliefert, einem pfiffigen Jungen, der nur noch einen Zahn besitzt und dessen größter Traum ein neues Gebiss ist. Ein Junge, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und er war mein Liebling in diesem Buch. Für Iris ergibt sich die Möglichkeit eines neuen Lebens, als der Maler Louis Frost sie als Modell haben möchte und im Gegenzug wird er sie unterrichten - aber will sie das wirklich? Denn dann ist ihr Ruf dahin. Und dann ist da noch der unheimliche Silas, der Tiere präpariert und diese an Louis und seine Freunde verkauft, die sie für ihre Malerei benötigen. Albie ist Silas' bester Lieferant. Es geht hier nicht vorrangig um die Puppenmanufaktur, jedoch ist der Titel gut gewählt, wie sich am Ende erweist. Durchaus anschaulich wird das Leben mit seinen Höhen und Tiefen beschrieben, wir erhalten Einblicke in unterschiedliche Schichten. Interessant fand ich zum Beispiel, dass Iris und ihre Schwester aus der Sicht von Albie durchaus wohlhabend erscheinen, Iris jedoch beeindruckt ist von dem Luxus bei Louis und seinen Freunden. Eine Geschichte, die ein gutes Sittengemälde abgibt und durchaus mehr spannende Elemente enthält, als man vermutet. Mir gefiel die Art des letzten Kapitels ausnehmend gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 27.03.2020

Köstlich

Der Meisterkoch
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Dieses Buch ist ein Buch für die Sinne. Die Handlung spielt in Istanbul um 1600, und zwar im Palast. Dort überlebt der junge Pascha nur mit der Hilfe des Palastkochs, er kann fliehen und kehrt Jahre später ...

Dieses Buch ist ein Buch für die Sinne. Die Handlung spielt in Istanbul um 1600, und zwar im Palast. Dort überlebt der junge Pascha nur mit der Hilfe des Palastkochs, er kann fliehen und kehrt Jahre später als Meisterkoch zurück an den Hof, um sich zu rächen. Wir begleiten ihn sowohl während seiner Lehrjahre als auch bei seiner Rückkehr in den Palast. Dort stehen wir mit ihm in der Palastküche und Vorsicht! bei der Lektüre stellt sich unweigerlich Hunger ein. Und dahinter steckt die Liebe zu der Tänzerin Kamer, die unerreichbar im Harem lebt. Dieses Buch kann man nicht einer einzigen Gattung zuordnen, denn es ist ein orientalisches Märchen, hat aber auch Elemente eines historischen Romans und verfügt dabei über Anspruch. Ein Buch zum Eintauchen und Abtauchen.