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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2017

Wo sind Bethan und Katie?

DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest
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Die Lehrerin Margot Lewis arbeitet nebenher noch als Kummerkastentante für eine Zeitung. Kurz nachdem die 16jährige Katie verschwunden ist, erhält sie in der Redaktion Briefe von Bethan Avery, die vor ...

Die Lehrerin Margot Lewis arbeitet nebenher noch als Kummerkastentante für eine Zeitung. Kurz nachdem die 16jährige Katie verschwunden ist, erhält sie in der Redaktion Briefe von Bethan Avery, die vor ungefähr 20 Jahren verschwunden ist und von der man außer einem blutigen Nachthemd keine Spur mehr gefunden hat. Lebt Bethan noch? Und wird Katie dort gefangen gehalten, wo auch Bethan ist oder war? Die Polizei schenkt den Briefen zu wenig Beachtung, aber dann schaltet sich ein übergeordnetes Gremium aus Psychologen, Polizei und weiteren Spezialisten ein.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Margot Lewis geschrieben, die unter ihrer bevorstehenden Scheidung leidet und auch sonst so einige Probleme in ihrem Leben hat, die sich dem Leser erst nach und nach offenbaren.
Unterbrochen werden diese Schilderungen mit solchen aus der Sicht von Katie, so dass der Leser weiß, was mit Katie passiert.
Es geht hier viel um Psychologie und um das Leben von Margot sowie um ein gewisses Gesellschaftsporträt.
Nicht schlecht gemacht, aber ich hatte schon recht bald eine Ahnung, was dahinter steckt, die sich dann auch bewahrheitet hat. Für den versierten Thriller-Leser also nicht so eine große Überraschung. Aufgrund des flüssigen Schreibstil jedoch gut lesbar.

Veröffentlicht am 23.01.2017

Leider nicht so spannend

Stiefkind
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Rachel, aufgewachsen in Sozialwohnungen, hat es geschafft, sich ein Fotografiestudium zu finanzieren, doch niemand stellt mehr Fotografen ein und mit ihrer Arbeit konnte sie sich nur eine sehr kleine Wohnung ...

Rachel, aufgewachsen in Sozialwohnungen, hat es geschafft, sich ein Fotografiestudium zu finanzieren, doch niemand stellt mehr Fotografen ein und mit ihrer Arbeit konnte sie sich nur eine sehr kleine Wohnung leisten. Doch das ist jetzt alles Vergangenheit, denn sie ist nun mit David verheiratet, dem ein großes Herrenhaus in Cornwall gehört; er entstammt einer alten Bergwerkbesitzerfamilie. Um die Instandhaltung des Hauses zu finanzieren, arbeitet David in der Woche als Anwalt in London. Dann ist Rachel mit ihrem Stiefsohn David alleine. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Seine Mutter ist vor knapp zwei Jahren an Weihnachten umgekommen und Jamie prophezeit, dass auch Rachel zu Weihnachten sterben wird. Außerdem erscheint ihm immer wieder seine Mutter und auch Rachel meint, verrückt zu werden, da sie Nina immer wieder zu sehen meint.

Ein Psychothriller mit einem überraschenden Ende. Man fragt sich lange, ob Übersinnliches eine Rolle spielt oder nicht, wer nun die Wahrheit spricht und wie die Vergangenheit aussah. Die meisten Kapitel sind auch Sicht von Rachel geschrieben, einige jedoch aus der Davids und so bekommt man ganz andere Eindrücke. Die Natur und die Geschichte der Bergarbeiter spielen auch immer wieder eine Rolle und der Leser erfährt interessante Aspekte.
Allerdings ging es mir für einen Psychothriller die meiste Zeit über zu ruhig zu und es passierte zu wenig. Ich habe immer gedacht, jetzt passiert was - und musste viel zu lange warten. Schade.

Veröffentlicht am 23.01.2017

Fabian Risk ermittelt wieder

Minus 18 Grad
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Die Chefin von Fabian Risk verfolgt einen Autofahrer, der am Ende der Jagd mit dem Auto ins Hafenbecken rast und nur noch tot geborgen werden kann. Doch bei der Obduktion fällt dem bis dahin total gelangweilten ...

Die Chefin von Fabian Risk verfolgt einen Autofahrer, der am Ende der Jagd mit dem Auto ins Hafenbecken rast und nur noch tot geborgen werden kann. Doch bei der Obduktion fällt dem bis dahin total gelangweilten Flätan etwas auf: der Mann war schon länger tot, so an die zwei Monate und wurde danach tief gefroren. Doch das kann nicht sein, denn er wurde wenige Tage zuvor noch gesehen. Es tauchen immer mehr Fragen auf, je weiter die Ermittlungen gehen.
Auch Dunja, die dänische Polizistin, die Fabian in "Und morgen du" unterstützt hat, spielt wieder eine Rolle. Sie beschäftigt sich mit schweren Körperverletzungen.

Ich habe aus der Reihe schon "Und morgen du" als Hörbuch gehört und fand es spannend, aber dieses Buch toppt es auf jeden Fall. Nervenkitzel, immer wieder neue Aspekte und wenn man denkt, jetzt hat man alles durchschaut, gibt es wieder eine Wendung. Sicherlich denkt man sich einige Details, aber das Gesamtwerk durchschaut man nicht so bald. Ich habe gelesen und die Welt um mich herum vergessen.
Fesselnder Schreibstil, tolle Geschichte, interessante Protagonisten - meiner Meinung nach passt hier einfach alles.

Veröffentlicht am 23.01.2017

Ganz tolles Buch

Ab morgen wird alles anders
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Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch ...

Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch die Geschichten, die hier erzählt werden, machen Mut für einen Neuanfang und lassen einen das eigene Leben überdenken. Es geht hier um verpasste Chancen, um Innehalten, um zu reflektieren, um andere Menschen, die einem einen ganz anderen Blick auf sich selbst gewähren.
Die Erzählungen sind alle in der Ich-Perspektive geschrieben, die Protagonisten jedoch sehr unterschiedlich. Junge und Ältere, Männer und Frauen.
Ob es jetzt Mathilde ist, die ihre Handtasche in einem Café liegenlässt und auf einen ehrlichen Finder trifft, der sie zum Nachdenken anregt, oder aber Lulu, die in der Vorstadt von Paris lebt und einen ganz anderen Sprachstil und Erwartungen ans Leben hat als der Vater von Valentin.
Dieses Buch hat mir schöne Lesestunden beschert und wirkt noch nach.

Veröffentlicht am 19.01.2017

Grandios

Die rote Löwin
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Die Geschichte spielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Seeburg wird nach einem Verrat angegriffen und dabei stirbt neben Unger von Seeburg, dem Hofmarschall des Grafen von Schwerin, auch seine Frau ...

Die Geschichte spielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Seeburg wird nach einem Verrat angegriffen und dabei stirbt neben Unger von Seeburg, dem Hofmarschall des Grafen von Schwerin, auch seine Frau und fast die komplette Familie. Allein seiner Tochter Runa und ihrem jüngeren Bruder Waldemar gelingt die Flucht nach Magdeburg, nach dem Überfall durch die Wenden. Laurenz, der Domdekan von Magdeburg, spekuliert auf den Bischofssitz von Havelberg, da der amtierende Bischof kränklich ist. Er ist sich für keine Intrige zu schade und nur auf seinen Vorteil aus. Darunter wird auch der neue Domscholar Pirmin von Paris leiden. Laurenz sichert sich die Unterstützung eines geheimnisvollen Ordens, mit dem auch Runa bald Bekanntschaft machen wird. Eine gute historische Einbindung in die Zeit des frühen 13. Jahrhunderts in Magdeburg, das auch die Reichsgeschichte und den Einfluss des Papstes beinhaltet. Am Anfang des Buches gibt es eine Liste der wichtigsten Personen und eine Zeittafel für den besseren Überblick. Im Anhang erläutert der Autor noch gut, wo und weshalb er sich erzählerische Freiheiten rausgenommen hat. So etwas bedeutet mir persönlich immer sehr viel. Ein packender Schreibstil und eine fesselnde Geschichte, in der viel passiert. Ein Manko, das man nicht dem Autor zuschreiben kann: der Klappentext verrät viel zu viel. Bis es zu der genannten Entscheidung kommt, hat man schon Zweidrittel des Buches gelesen. Aber dennoch verrät der Klappentext zum Glück nicht alles, denn am Ende kommt noch richtig Fahrt auf und es gibt - wenn das Buch ein Film wäre würde man es wohl so nennen - einen Showdown kurz vor dem Ende. Interessante Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten runden das Ganze ab. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und das Buch war leider viel zu schnell zu Ende.