Cover-Bild Liebten wir

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 560
  • Ersterscheinung: 26.06.2015
  • ISBN: 9783548285771
Nina Blazon

Liebten wir

»Fotos verraten alles. Sie zeigen das, was gezeigt werden soll – aber darüber hinaus zeigen sie die Lücken in den Familien, die schadhaften Stellen am Haus.«

Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der Welt ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Mit ihrer Schwester hat sie sich zerstritten, von ihrem Vater entfremdet. Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch das endet in einer Katastrophe. Mo reicht es. Gemeinsam mit Aino, Leons eigensinniger Großmutter, flieht sie nach Finnland. Eine Reise mit vielen Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen. Als Mo in Helsinki Ainos geheime Lebensgeschichte entdeckt, ist sie selbst ein anderer Mensch.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2020

Die Suche nach der Vergangenheit durch Helsinki

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Moiras Leben ist nicht ganz einfach und nachdem das erste Treffen mit der Familie ihres Partners erfolgreich scheitert, findet sie sich plötzlich mit der Oma ihres Freundes auf der Flucht wieder. Als sie ...

Moiras Leben ist nicht ganz einfach und nachdem das erste Treffen mit der Familie ihres Partners erfolgreich scheitert, findet sie sich plötzlich mit der Oma ihres Freundes auf der Flucht wieder. Als sie dann erfährt, dass die Oma Aino ursprünglich aus Finnland kommt und dort herausfinden will was damals mit ihrer großen Liebe passiert ist, beschließt Moira sie zu begleiten.

Das Buch konnte mich von der ersten Seite schon begeistern und hat mich dann nicht mehr losgelassen. Man erfährt ziemlich viel über das Land Finnland und dessen Kultur. Dabei waren die Infos, eingebetten in die Geschichte, genauso witzig wie spannend und ich habe dadurch jetzt große Lust selbst einmal nach Helsinki zu fahren. Außerdem erfährt man auch von der Zeit des zweiten Welrkrieges und damit etwas von Finnlands Vergangenheit und das ohne das es trocken odee langweilig wird.
Aber auch die Geschichte an sich ist sehr spannend. Zwar nicht immer ganz realistisch und manchmal auch etwas schräg, aber es kommt sehr viel Spannung auf, fast wie in einem Krimi und durch die vielen Famuliengeheimnisse konnte ich das Buch kaum weglegen.
Genauso interessant sind die Personen. Alle sind der individuell und haben ihren ganz eigenen Dämonen, gegen die sie kämpfen und zusammen als Team entsteht einfach eine tolle Gruppendynamik, sodass man jeden einfach total gern haben muss. Ich konnte auch sehr gut mit ihnen mitfühlen und ihre langsame Entwicklung und entstehende Freundschaft hat mich ebenfalls berührt.

Letztendlich ist es ein Buch ganz nach meinem Geschmack: ein bisschen Romantik, ein bisschen Action und Spannung und nebenbei lernt man ein neues Land kennen. Also nicht nur etwas für Finnlandfans, sondern auch für alle, die ein gutes und unterhaltsames Buch suchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2020

NinaBlazon kann einfach alles

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Fünf Sterne vergebe ich am liebsten. Dennoch tue ich es hier wohl auch wirklich selten. Im Falle dieses Romans tue ich es nun aus vollem Herzen. Frau Blazon ist mir als großem Fantasyfan schon durch ihre ...

Fünf Sterne vergebe ich am liebsten. Dennoch tue ich es hier wohl auch wirklich selten. Im Falle dieses Romans tue ich es nun aus vollem Herzen. Frau Blazon ist mir als großem Fantasyfan schon durch ihre Romane aus dieser Kategorie ein Begriff. Dieser Roman hat nun mit Fantasy überhaupt nichts zu tun und entzieht sich gekonnt einer genaueren Genreklassifikation. Beziehungs-/Familien-/Zeitgeschichte-/Finnland-Roman, Krimi, Roadmovie? All das und noch viel mehr. Und vor allem eins war mir ein Hochgenuss: Die Figuren dieses Romans scheinen zu atmen und zu bluten, so lebensnah, so unverwechselbar sind sie. So oft klappe ich ein Buch am Ende zu und denke, naja, ganz nett, aber das waren ja bloße Abziehbilder, vollkommen austauschbar. Mit dieser hervorragenden Autorin droht das dem Leser nicht. Hinzu kommt die atmosphärisch dichte Erzählweise und eine wunderbar bildhafte Sprache, die Menschen und Situationen aufs Genaueste quasi zu sezieren vermag. Hier meine drei Lieblingsstellen zur Einstimmung, die mich, auch aus persönlicher Betroffenheit, sehr beeindruckt haben: "Das ist nämlich mein Geheimnis: Meine Mutter ist nicht tot. Auch in den Märchen sterben Mütter niemals ganz, sie raunen in Bäumen, schicken Botschaften, überbracht von verzauberten Tieren, oder sie kommen nachts zu ihren Kindern zurück, um sie in die Arme zu nehmen und zu wiegen."..."Weißt du, es gibt Momente im Leben, die wie ein Fallbeil sind. Sie trennen das Vorher vom Nachher."...."Er ist immer auf dem Sprung; sein Zuhause ist das Dazwischen - Türschwellen und Grauzonen ohne Verbindlichkeiten."
Um so vieles geht es hier: Familien und ihre Geheimnisse, Finnland, Fotografie, Kriegsgeschehnisse vor langer Zeit... Vor allem ist es die Geschichte von Moira, deren Kindheit alles andere als normal war. Erst allmählich begreift der Leser, was es mit Moira auf sich hat, warum sie, die autodidaktische Berufsfotografin, ihre Kamera fast wie eine Spannerin benutzt. Sie entreißt den Menschen ihre Geheimnisse und hält gleichzeitig die Welt auf Abstand. Sie selbst bezeichnet sich als Kuckucks-Seele, immer auf der Suche nach einem warmen Nest. Selbst ihren jeweiligen Freund sucht sie wegen seiner harmonisch wirkenden Familie aus, so auch Leonid mit russischen und finnischen Wurzeln. Ruft sie ihre eigene Schwester an, nimmt diese jedoch automatisch an, sie müsse lebensbedrohlich erkrankt sein. Wie ein Kaleidoskop, aus vielen Andeutungen und Begebenheiten, erschließt sich im Laufe des Buches die Vergangenheit von Moira und ihrer Schwester Danae, gipfelt schließlich sogar in der Aufklärung eines Mordfalls.
Da das erste tatsächliche Treffen mit Leonids Famile auf unerwartete Weise eskaliert, findet sich Moira auf einmal auf der Flucht mit der Großmutter ihres Freundes, Ainu, in deren Heimat Finnland wieder. Auch das eine originelle Idee. Der Hauptteil des Buches spielt denn auch dort und hat in mir großes Interesse an diesem Land geweckt. Auch Ainus Vergangenheit und deren Geheimnisse entfalten sich nach und nach, und führen letztendlich dazu, dass Moira nach dem Scheitern ihrer Beziehung zu Leonid eine neue Liebe findet und ihre eigene traumatische Vergangenheit ein Stück weit loslassen kann.
Harmlos-verspielt kommt das Cover des Buches daher, mit rosa Wolken und Schlieren, wie sie die Flugszeuge im Sommerhimmel hinterlassen. Obwohl sonst kein rosa-Fan, hat mir die grau/neonrosa-Kombination ausnehmend gut gefallen. Ich wünschte nur, der Roman wäre als gebundenes Buch erschienen, denn er hat das Zeug zum Lieblingsbuch, so wie auch Nina Blazon nun endgültig zu meinen Lieblingsautoren gehört. Es ist definitiv eine Geschichte zum Wiederlesen. Ich fühle mich jetzt seltsam ambivalent: Selten war ich so dankbar für den Gewinn eines Buches. Wunderbar, dass ich es schon vor dem Erscheinen lesen durfte. Die Banderole des Verlages "Ein besonderes Buch für Sie" lasse ich dran, weil das Buch wirklich besonders ist. Gleichzeitig beneide ich alle, die den Lesegenuss noch vor sich haben. Wie gut, dass ich von der Autorin noch "Ascheherz" auf meinem Stapel ungelesener Bücher habe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2020

Gut

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Ich liebe Nina Blazons Schreibstil! Sie kann beides - einfühlsam sein aber auch die ohne großartige Umschreibung die Wharheit nennen.
Genauso war es in diesem Buch. Es war das erste Buch ohne Fantasyelement ...

Ich liebe Nina Blazons Schreibstil! Sie kann beides - einfühlsam sein aber auch die ohne großartige Umschreibung die Wharheit nennen.
Genauso war es in diesem Buch. Es war das erste Buch ohne Fantasyelement das ich von ihr gelesen habe. Und auch wenn ich es am Anfang nicht ganz leicht fand hineinzukommen hat mich Mos Geschichte irgendwann gefangen genommen.
Besonders die Flashbacks fand ich gut gelungen. Sie haben nicht sehr viel preisgegeben, sondern bestanden eher aus Eindrücken und Gefühlen, aber genau das fand ich gut! Die Puzzleteile haben sich erst in Mos Gegenwart zusammengefunden.
Das Duo aus Mo und Aino bestehend war ebenfalls gut gelungen. Die Gegensätze und Reibereien der beiden hatten einfach Charakter und waren unglaublich liebenswürdig dargestellt. Das Wachstum und die Veränderung der beiden Hauptcharaktere, aber ebenso der Nebencharaktere (hauptsächlich Danae) war deutlich spürbar und ich finde, dass dies genau das ist worauf es in einem Buch ankommt!

Alles in allem ein solider Roman mit Tiefe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2018

Hat mich nicht genug überzeugen können

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Nina Blazon war für mich eine neue Autorin. Ich kannte sie bisher nur vom sehen her, ihrer Fantasy Bücher.
Auf "Liebten wir" war ich daher ziemlich gespannt. Die Story an sich hat mir gefallen, auch der ...

Nina Blazon war für mich eine neue Autorin. Ich kannte sie bisher nur vom sehen her, ihrer Fantasy Bücher.
Auf "Liebten wir" war ich daher ziemlich gespannt. Die Story an sich hat mir gefallen, auch der Schreibstil kam mir flüssig vor. Leider habe ich es bei um 350 Seiten aufgegeben, da ich das Gefühl hatte, dass sich die Handlungen einfach in die Länge ziehen. Und auch verliere ich bei sowas leider schnell die Lust eine Story weiter zu verfolgen.
Die Charaktere waren mir recht sympathisch, auch wenn es viel Gezicke gab, dass aber eher zum Schmunzeln beigetragen hat. Gerne würde ich auch wissen wollen, wie es aus geht, aber das durch Quälen hätte mir einfach nichts gebracht.

Veröffentlicht am 09.02.2018

Mitgerissen von einer einzigen Figur entdeckt der Leser das schöne Helsinki

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Klappentext
„Manchmal muss man auf eine Reise gehen, um anzukommen

Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der ...

Klappentext
„Manchmal muss man auf eine Reise gehen, um anzukommen

Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der Welt ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Mit ihrer Schwester hat sie sich zerstritten, von ihrem Vater entfremdet. Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch das endet in einer Katastrophe. Mo reicht es. Gemeinsam mit Aino, Leons eigensinniger Großmutter, flieht sie nach Finnland. Eine Reise mit vielen Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen. Als Mo in Helsinki Ainos geheime Lebensgeschichte entdeckt, ist sie selbst ein anderer Mensch.“

Gestaltung
Das Cover hat etwas Spezielles und Besonderes an sich. Der schlammfarbene Hintergrund lässt die pinken Schnörkel und Wolken noch viel knalliger wirken. Auch die Schwalben finde ich sehr gut positioniert. Einerseits ist das Cover schlicht und andererseits durch diese Schlichtheit sehr auffällig. Die Hintergrundfarbe ist zwar nicht unbedingt mein Lieblingsfarbton und ich hätte mir einen schöneren vorstellen können, aber dennoch ergibt sich ein schönes Gesamtwerk, das stimmig ist.

Meine Meinung
Als großer Nina Blazon Fan steht für mich außer Frage, dass ich jedes ihrer Werke lese. Normalerweise bin ich eher im Kinder- und Jugendbuchgenre unterwegs, aber für eine meiner absoluten Lieblingsautoren mache ich selbstverständlich auch gerne eine Ausnahme. Immerhin kann ich mir bei ihr sicher sein, dass mir ihre Romane gefallen.

Und so war es auch wieder mit „Liebten wir“! Nina Blazons erster Roman für erwachsene Leser, welcher gleichzeitig auch mein erster Roman in diesem Bereich seit langem ist, hat mir sehr gut gefallen. Wie ich es nicht anders erwartet habe, bin ich auch dieses Mal wieder nahezu in dem wundervollen Schreibstil der Autorin versunken. Ein Nina Blazon Buch zu lesen ist für mich jedes Mal wie nach Hause zu kommen: ich brauche nur die ersten Sätze ihrer Geschichten zu lesen und fühle mich sofort pudelwohl.

Der Anfang von „Liebten wir“ hat mir sofort den Atem genommen, da gerade die ersten Seiten wirklich überaus spannend eine Todesszene schildern, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Mit solch einem Beginn habe ich nach dem Titel und Cover eigentlich nicht gerechnet und somit war meine Aufmerksamkeit sofort voll und ganz bei der Geschichte.

Die Protagonistin Mo sieht das Leben öfter durch die Linse ihrer Kamera an sich vorbeiziehen als durch ihre eigenen Augen. Sie hat eine ziemlich schlimme Vergangenheit hinter sich, meist nicht sehr viel Glück mit Männern und auch Familien steht sie eher kritisch gegenüber. Als Mo auf die alte Aino trifft und mit ihr nach Helsinki aufbricht, beginnt ein sehr einfühlsamer, interessanter Roadtrip, der Mos Sichtweisen langsam bröckeln lässt.

Mein Highlight in „Liebten wir“ war definitiv die alte Dame Aino. Absolut cool, frech und mit allen Wassern gewaschen kommt sie daher. Ihre Familie hat sie für unmündig erklärt, doch Aino ist alles andere als das. Sie ist gerissen und weiß sich selber gut zu helfen (und zur Not kann man sonst ja auch einfach jemanden mit allen erdenklichen Mitteln dazu bringen, das zu tun, was man möchte). In meiner Begeisterung und Verehrung für sie, habe ich Mo manchmal etwas aus den Augen verloren. Doch auch sie ist eine sehr vielschichtige Figur, der viele schwere Bürden auferlegt sind und die mit großem Ballast aus der Vergangenheit zu kämpfen hat.

Ich habe mich durch den Trip der beiden Frauen nach Helsinki sehr gut unterhalten gefühlt. Als Leser lernt man gemeinsam mit Mo die finnische Stadt Helsinki kennen. Besuche im Kunstmuseum, in Tanzlokalen, Fahrten mit der U-Bahn. All dies trägt dazu bei die finnische Kultur ein wenig näher kennen zu lernen.

Schon von Beginn an habe ich eine sehr sichere Vermutung darüber gehabt, wie es mit Aino enden wird. Und obwohl ich am Ende wirklich sehr traurig darüber war, habe ich dennoch auch positive Aspekte entdecken können. Das Ende hat noch einmal einen richtig schönen Dahinschmelzfaktor für das Herz bereit gehalten. Es ist nicht einfach nur ein Ende, sondern ein Neuanfang voller Möglichkeiten. Für Mo endet es recht offen, sodass ich mir selber noch Gedanken machen kann und ihre Geschichte für mich selber zufriedenstellend weiterspinnen kann.

Fazit
Mit „Liebten wir“ hat Nina Blazon es wieder geschafft, einen wundervollen Roman zu schreiben und in einem für sie neuen Genre weitere Facetten ihres Schreibtalentes zu präsentieren. Ihr grandioser Umgang mit Sprache sorgt jedes Mal wieder dafür, dass ich mich in ihren Romanen verlieren kann. Mit Aino hat sie hier zudem eine wundervolle, taffe Figur geschaffen, die mein Herz im Sturm erobert hat. Neben Aino habe ich leider den Draht zu Protagonistin Mo etwas verloren. Das Ende gefiel mir auch sehr gut, da es alle Fragen beantwortet und dennoch Raum für eigene Ideen lässt.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband