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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat nicht meinen Geschmack getroffen

Blood on Snow. Das Versteck
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Der Protagonist, Dealer Jon, hat sich mit den falschen Leuten angelegt und ist nun auf der Flucht. Es hat ihn in den nördlichen Teil Norwegens verschlagen. Dort taucht in dem kleinen Ort Kasund, in mitten ...

Der Protagonist, Dealer Jon, hat sich mit den falschen Leuten angelegt und ist nun auf der Flucht. Es hat ihn in den nördlichen Teil Norwegens verschlagen. Dort taucht in dem kleinen Ort Kasund, in mitten einer sektenartigen Verbindung, auf und muss ständig auf der Hut sein, denn der Fisherman will Rache und hat die besten Leute engagiert um Jon zu finden…doch auch vor Ort sind nicht alle mit dem Erscheinen des Fremden einverstanden. Wird er weiterziehen, doch noch ermordet oder findet er noch einen Ausweg?

„Nesbo ist soooooo toll, den musst du unbedingt lesen“ und ähnliche Äußerungen habe ich nicht selten gehört und nun bekam ich tatsächlich einen geschenkt. Leider konnte das dünne Buch mich nicht wirklich überzeugen. Weder gefielen mir die Figuren, noch die Geschichte als solche besonders gut. Der ganze religiöse Hintergrund war mir zu viel des Guten, während Spannung kaum aufkam. Manche Szene war echt nichts für schwache Nerven, aber nicht aufgrund der ach so spannenden Geschichte, sondern aufgrund einer ekelhaften Idee, von der ich nicht überzeugt bin, dass es überhaupt klappen könnte. Besonders wenig gelungen fand ich jedoch das Ende. Auf mich wirkte es unglaubwürdig, einfach zu schön, um wahr zu sein…Der Schreibstil an sich war nicht schlecht, sondern gut und flüssig, sofern ich mich aufraffen konnte ein paar Seiten zu lesen.

So schnell werde ich wohl nichts mehr von ihm lesen und dieses Buch auch nicht wirklich empfehlen, obwohl es sicher viele Anhänger finden wird…

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderschönes, aber auch sehr trauriges Kinderbuch, dass zum Nachdenken anregt

So riecht Glück
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Der Familienhund Locke hatte ein schönes Leben, spielte mit den Kindern und wurde gut versorgt, bis zu dem Tag, an dem alles zerstört wurde. Ein Bombe zerstört sein schönes Leben. Die Familie ist weg, ...

Der Familienhund Locke hatte ein schönes Leben, spielte mit den Kindern und wurde gut versorgt, bis zu dem Tag, an dem alles zerstört wurde. Ein Bombe zerstört sein schönes Leben. Die Familie ist weg, das Haus zerstört, niemand kümmert sich um den Hund, der nun auf sich gestellt ist. Er schließt sich einem Rudel anderer Hunde an, versucht das Beste aus seiner Situation zu machen, sucht weiterhin seine Kinder...wird er sie finden, kann er das Kriegsgeschehen überstehen, den Hunger und all das Leid?

Erzählt wird die Geschichte aus Lockes Perspektive. Der Hund beschreibt die Welt, wie sie vor und während des Krieges ist, wie er seine Familie vermisst und den einen oder anderen Verlust erlebt. Man erlebt mit ihm die Angst, Unsicherheit und Verzweiflung die zu Kriegszeiten herrschen muss, doch der Hund gibt niemals auf. Egal wie groß der Rückschlag ist, der hofft darauf seine Familie wieder zu finden, besonders das Mädchen Janinka und den kleinen Mirek.

Es ist eine meist sehr traurige Geschichte, die durch die Hundeaugen jedoch für junge Leser leichter zu verarbeiten sein dürfte. Die kurzen Kapitel sind gut verständlich geschrieben und lassen sich daher leicht lesen.

Meinem 10-jährigen Sohn hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es sehr traurig war und nachdenklich machte. Das Buch sollte kein jüngeres Kind allein lesen, zumindest sollte eine Bezugsperson in der Nähe sein, um Fragen zu beantworten und notfalls auch mal zu trösten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Beeindruckend konstruierter Roman, der menschliche Abgründe perfekt zum Vorschein bringt

Boy in the Park – Wem kannst du trauen?
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Dylan beobachtet während seiner Mittagspause immer wieder einen Jungen im Park. Eines Tages ist der Junge verletzt und scheint verschleppt zu werden. Er taucht nicht mehr zur gewöhnlichen Zeit auf, was ...

Dylan beobachtet während seiner Mittagspause immer wieder einen Jungen im Park. Eines Tages ist der Junge verletzt und scheint verschleppt zu werden. Er taucht nicht mehr zur gewöhnlichen Zeit auf, was Dylan stark beunruhigt, während sich die Polizei nicht um das vermeintliche Verschwinden des Kindes kümmert. Einzig eine Quittung, die von jedem stammen könnte, findet Dylan. Dieser Spur folgt er und verstrickt sich immer tiefer in die Geschichte. Was wird hier gespielt? Warum all das?

Der Beginn des Buches ist ruhig, mit einem Dichter, der seine Mittagspause immer im botanischen Garten an einer bestimmten Stelle verbringt. Doch schon bald ist von der friedlichen Welt nichts mehr übrig. Mehr kann man hier und darf man hier dem potentiellen Leser nicht verraten, denn dieses Buch sollte man am besten ohne größere Vorkenntnisse lesen, um Spannungsmomente zu erhalten.

Die kurzen Kapitel haben mir besonders gut gefallen, denn sie laden dazu ein, immer noch schnell ein weiteres Kapitel anzuhängen. Der Schreibstil war sehr flüssig und allgemein sehr gut, zumal die überwiegend genutzte Ich-Perspektive dem Buch eine besondere Tiefe verleiht und Einblicke in die Gedankenwelt des Protagonisten zulässt. Es war zwar nicht immer alles nachvollziehbar, was Dylan tat, aber aus seiner Sicht, mit seinen Erklärungen durchaus plausibel. Das Ende kam in etwa wie ich es schon recht früh erwartet hatte, allerdings hat das dem Geschehen keinen Abbruch getan und es hätte ja doch auch etwas anderes hinter all dem stecken können, denn es ist ein Verwirrspiel, dass seinesgleichen sucht. Es war mir kaum möglich den beeindruckend gut konstruierten Roman, mit all seinen menschlichen Abgründen, aus den Händen zu legen. Die Charaktere sind allgemein sehr gut dargestellt, aber auch die Emotionen kommen deutlich beim Leser an (vor allem als häusliche Gewalt in all ihrer Brutalität geschildert wird – ich wurde echt beim Lesen wütend auf den Aggressor!) und Landschaftsbeschreibungen sind wunderbar gelungen.

Das Buch ist speziell und es wird vielleicht polarisieren, zumal es ein ungewöhnliches Thema, bzw. einen etwas anderen Blickwinkel einnimmt und erst am Ende klar wird, was hinter all dem steckt, aber ich fand es einfach nur fesselnd und genial!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Auf das Wesentliche reduzierter Rachethriller

Totenfrau
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Die Protagonistin Blum wurde von ihren Adoptiveltern ohne Liebe aufgezogen. Ihren Alltag bestimmte die Arbeit im Bestattungsinstitut. Schon als kleines Kind wurde sie streng bestraft, wenn sie die Arbeiten ...

Die Protagonistin Blum wurde von ihren Adoptiveltern ohne Liebe aufgezogen. Ihren Alltag bestimmte die Arbeit im Bestattungsinstitut. Schon als kleines Kind wurde sie streng bestraft, wenn sie die Arbeiten nicht zufriedenstellend oder gar nicht übernehmen wollte. Mit 24 dreht sie das Steuer rum und lässt ihre Eltern ertrinken. Nach diesem Mord trifft sie auf den Polizisten Mark, der nicht nur ihr Ehemann, sondern auch der Vater ihrer beiden Kinder wird. Sie sind eine glückliche Familie, bis Mark beim einem Verkehrsunfall mit Fahrerfluch stirbt. In Blum zerbricht etwas. Während sie sich noch in einem tiefen Loch befindet, findet Blum Aufnahmen ihres Mannes mit einer Frau. Dunja erzählt die fast unglaubliche Geschichte ihrer Verschleppung und Vergewaltigung über fünf Jahre. Blum macht sich auf die Suche nach Dunja, findet sie und in ihr wird wieder die Psychopathin geweckt. Sie will Rache für Dunja und die beiden anderen Verschleppten!

Der Autor beschränkt sich auf die Schilderung des Geschehens und verzichtet auf Beschreibung von Örtlichkeiten oder Personen vollständig. Ausschmückungen sucht man vergeblich. Der Schreibstil ist sicher nicht jedermanns Sache, da er sich auch dort nur auf das Nötigste konzentriert. Dies verleiht der Geschichte etwas Gehetztes, was jedoch meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte passt. Es entsteht das Gefühl vollkommen in den Gedanken der Protagonistin zu versinken. Kann man etwas wie Mitgefühl für die Rache und Hilflosigkeit der Hauptperson aufbringen verschlingt man das Buch nahezu, auch wenn man von Selbstjustiz nichts hält und die Person als solche auch nicht sympathisch findet.

Abzug gibt es von mir dafür, dass die Geschichte endet, bevor gegen Blum ermittelt wird, aber vielleicht soll es einen zweiten Teil geben?

Potentiellen Lesern würde ich empfehlen eine Leseprobe zu lesen, um zu sehen, ob der Schreibstil passt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Titel führt in die Irre

Der Fünf-Minuten-Killer
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Kelly wurde von ihrem Nachbarn brutal vergewaltigt und gefoltert. Er wurde gefasst, aber bereits nach elf Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Direkt nach seiner Entlassung will er sein damaliges Vorhaben ...

Kelly wurde von ihrem Nachbarn brutal vergewaltigt und gefoltert. Er wurde gefasst, aber bereits nach elf Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Direkt nach seiner Entlassung will er sein damaliges Vorhaben vollenden, aber es kommt ganz anders, denn er wird tot aufgefunden. Schon direkt nach dem Auffinden haben die Ermittler Zweifel, ob es sich tatsächlich um einen Selbstmord handelte, oder ob da jemand die Finger im Spiel hatte. Als weitere ehemalige Straftäter tot aufgefunden werden, ist klar, dass ein Serientäter in der Stadt unterwegs ist.

Das Buch beginnt recht spannend und vielversprechend, aber dann wird quasi direkt zu Beginn der Mörder verraten und das gefiel mir hier überhaupt nicht. Ein Großteil der Spannung verpuffte direkt, und das Buch wird weitgehend vorhersehbar und recht lahm. Die Vorkommnisse und Ermittlungen an sich waren nicht völlig uninteressant, aber man führte sich die ganze Zeit „gespoilert“. Die Personen und ihre Koma-Anfälligkeit fand ich fragwürdig…

Am besten war noch die angestoßene Auseinandersetzung mit dem Thema „Selbstjustiz“. Sollte man den Opfern oder ihren Hinterbliebenen die vielfach gewünschten fünf Minuten mit dem Täter geben? Wolle man selbst diese fünf Minuten im Fall des Falles? Diese Fragen beschäftigten mich noch recht lange nach dem Beenden des Buches.

Positiv erwähnen möchte ich noch den leichten, lockeren Schreibstil. Dadurch habe ich es überhaupt erst geschafft das Buch zu beenden. Die Personen fand ich jedoch etwas zu fad. Toll war die

Es handelt sich um ein Buch mitten aus einer Reihe, die man wohl besser der Reihe nach lesen sollte. Außerdem sollte man bedenken, dass der Titel den Leser etwas in die Irre führen kann…