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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2020

Es wird brenzlig....

Abgefackelt
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Nach den Geschehnissen in "Abgeschlagen" wird es für Paul Herzfeld Zeit für etwas Ruhe, findet sein Chef und schickt ihn nach Itzehoe. Dort soll der Rechtsmediziner eine Weile als Pathologe in einem Klinikum ...

Nach den Geschehnissen in "Abgeschlagen" wird es für Paul Herzfeld Zeit für etwas Ruhe, findet sein Chef und schickt ihn nach Itzehoe. Dort soll der Rechtsmediziner eine Weile als Pathologe in einem Klinikum vertretungsweise arbeiten. Herzfeld nimmt das Angebot an und erfährt erst vor Ort was mit seinem Vorgänger geschehen ist. Der angebliche Suizid erscheint in einem völlig anderen Licht als Herzfeld mehr über die Geschehnisse erfahren möchte - irgendwann wird es auch für Herzfeld richtig brenzlig.

Schon der Einstieg ist extrem vielversprechend- temporeich und brutal. Ein Mann wird -passend zum Titel- regelrecht "abgefackelt". Wer er ist, was er dort wollte und warum er sterben musste, bleibt im Dunklen. Doch er ist nicht der Einzige, der ins Visier eines kaltblütigen Täters geraten ist. Die Tathintergründe bleiben lange unklar und trotzdem ist das Buch durchweg spannend. Selbst (scheinbare und tatsächliche) Nebensächlichkeiten sind gekonnt eingebettet und unterhaltsam - zumindest für True-crime Fans. So erfährt man, aus meiner Sicht sehr authentisch geschildert, einiges direkt vom Sektionstisch. Manches mag nicht für schwache Nerven sein, aber dann sollte man vielleicht prinzipiell andere Bücher lesen...

Wie Herzfeld "ermittelt" und welche Hintergründe für alles ursächlich sind, ist beeindruckend und auch etwas beklemmend. Ins Detail werde ich aus guten Gründen nicht gehen - ihr müsst schon selbst lesen. Die kurzen Kapitel sorgen für ein rasches Vorankommen. Der flotte und prägnante Schreibstil sowie die fesselnde Geschichte tun ihr Übriges. Entsprechend konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen und habe es binnen eines Tages gelesen.
Wie Tsokos reale Fakten und auch Autobiografisches in das fiktive Geschehen einbindet ist einfach genial. Hier ist selbst das Lesen des Nachwortes noch interessant und aufschlussreich.

Ich hatte tatsächlich den Vorgängerband bisher nicht gelesen, es schadete dem Leseverständnis nicht, nun brauche ich ihn auch nicht mehr zu lesen, da man bereits auf den ersten Seiten gespoilert wird.
Nun habe ich schon richtig Lust auf den nächsten Teil. Es verspricht erneut brenzlig zu werden, denn ein Herzfeld kommt eben nicht zur Ruhe....

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2020

Mittelmässiger "Thriller"

Neuschnee
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Neun alte Freunde wollen ihr alljährliches Silvestertreffen feiern. Dazu haben sie sich in den schottischen Highlands einen abgelegenen Ort ausgesucht an dem die wilde Sause steigen soll. Ein Schneesturm ...

Neun alte Freunde wollen ihr alljährliches Silvestertreffen feiern. Dazu haben sie sich in den schottischen Highlands einen abgelegenen Ort ausgesucht an dem die wilde Sause steigen soll. Ein Schneesturm sorgt dafür, dass die Freunde festsitzen. Ein Problem, aber tatsächlich haben alle noch größere, persönliche Probleme, teils miteinander, teils mit ihren Partnern und die Stimmung ist von Beginn an alles andere als gut und ausgelassen. Alkohol, Tabletten und ein gewisser Konkurrenzkampf untereinander dominiert unter den Freunden. Plötzlich wird eine Leiche gefunden. Wer ist Täter, wer Opfer? Warum musste eine Person sterben?

Ich kam zunächst nicht gut in die Geschichte rein, die ständig in den Zeiten springt und aus den verschiedensten Perspektiven das Geschehen erzählt. Irgendwie fehlte mir auch zu Beginn das Interesse an dem Thriller. Bei einem zweiten Anlauf lief es etwas besser, jedoch konnte mich auch da das Buch nicht komplett überzeugen. Zum einen ist es aus meiner Sicht kein richtiger Thriller, mich hat das Geschehen nicht wirklich gefesselt und die Protagonisten und deren Befindlichkeiten haben mich einfach nicht begeistert. Es kam mir so vieles so belanglos vor und die Charaktere sind in großen Teilen einfach nur unsympathisch und noch viel schlimmer, klischeehaft gezeichnet. Ihre Intrigen und Spielchen haben mich genervt und ihre "Party" naja - ich würde das alles eher als Strafe denn als Trip mit Freunden bezeichnen.
Interessant war, dass man ewig nicht mal weiß wer das Opfer ist (wenn ich auch direkt eine Ahnung hatte, die sich auch als zutreffend herausstellte), scheibchenweise mehr erfährt und die Auflösung ist auch stimmig - wenn auch nicht komplett überraschend, wobei ich mit einem Detail so gar nicht gerechnet hatte (aus Spoilergründen halte ich mich an der Stelle bedeckt).

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr hat sie mich aber doch überzeugt, wenn auch nicht restlos. Insgesamt war es eher ein mittelmäßiges Buch mit schwachem Start und recht gelungenem Ende - drei Sterne für eine Geschichte, die man so ähnlich schon zig-mal gelesen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2020

Solider Krimi

Wer Wind sät
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Ein Nachtwächter wird tot in einer Firma aufgefunden und auf dem Tisch des Chefs liegt ein verwesender Hamster. Was ist geschehen? Hat es vielleicht etwas mit einem geplanten Windpark zu tun gegen den ...

Ein Nachtwächter wird tot in einer Firma aufgefunden und auf dem Tisch des Chefs liegt ein verwesender Hamster. Was ist geschehen? Hat es vielleicht etwas mit einem geplanten Windpark zu tun gegen den sich eine Initiative gegründet hat, die die Firma massiv unter Druck zu setzen versucht? Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein nehmen die schwierigen Ermittlungen mit einer Vielzahl potentieller Verdächtiger auf.

Von Beginn an wird die Geschichte aus vielen Blickwinkeln geschildert. Da ist der wütenden Teenager, ein nicht minder wütender und schießwütiger Jäger, Geschwister, welche dringend an Geld kommen wollen oder eine Dreier-WG, die nicht ganz das zu sein scheint, was sie auf den ersten Blick vorgibt. Dies ermöglicht aus diversen Perspektiven die Geschichte zu betrachten, sodass eine recht komplexe, aber nie unverständliche Geschichte gewebt wird, die es in sich hat und je weiter sie voranschreitet, immer mehr überrascht. Mitten in diesem Chaos aus Umweltschutz- und Windenergie- gegnern wie befürwortern suchen Pia und etwas weniger auch Oliver nach dem Täter. Rund um den Windpark und das Klima allgemein gibt es eine Menge Informationen, die zum Erscheinungszeitpunkt 2011 vielleicht noch in Teilen neu gewesen wären, mir mittlerweile aber alle so schon mal untergekommen sind (kreide ich der Autorin nicht an, ich hätte das Buch ja schon vor Jahren gelesen haben können).

Es macht immer wieder Freude dem eingespielten und sympathischen Team und ihren Kollegen über die Schulter zu schauen und auch einen Blick in deren Privatleben zu bekommen, der jedoch nie zu ausufernd ist. Der Krimi schließt hier direkt an den Vorgänger an und zeigt den netten Chef von einer Seite, die man so eigentlich nicht von ihm erwartet hat, aber unter den Umständen irgendwie doch nachvollziehbar ist.

Der Schreibstil ist gewohnt ansprechend, leicht zu lesen und meist fesselnd. Die Charaktere werden so ausgiebig geschildert, dass ein Einsteigen in die Reihe mit dem Band leicht fällt.Daraus ergibt sich aber auch ein kleines Problem: Zwischendurch hatte das Buch manche Länge, die aber in Summe nicht zu stark ins Gewicht fallen.

Ein solider Krimi mit einer großen Portion Lokalkolorit und ich freue mich jetzt schon auf die noch bevorstehenden Teile der Reihe - derweil empfehle ich euch das Buch gerne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2020

Herrlich amüsant

Achtsam morden
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Ich war sehr skeptisch, ob der Mischung von Achtsamkeit und Mord/Tod. Wie soll das zusammenpassen? Wird es eine humorige Geschichte oder was? Ich hatte keine richtigen Vorstellungen und habe mich dann ...

Ich war sehr skeptisch, ob der Mischung von Achtsamkeit und Mord/Tod. Wie soll das zusammenpassen? Wird es eine humorige Geschichte oder was? Ich hatte keine richtigen Vorstellungen und habe mich dann überraschen lassen. Zum Glück muss ich sagen, denn das Buch hat mich tatsächlich überzeugt. Einerseits mit seinem teils sehr bösen, tiefschwarzen Humor, andererseits mit der Geschichte als solcher. Achtsam morden ist dabei sehr wörtlich zu nehmen, wenn das Ergebnis auch am Ende einfach nur der Tod ist (wobei, so ganz stimmt das nicht, denn zumindest einmal ist es doch ganz speziell...). Der Herr Rechtsanwalt und achtsamer Mörder ist in eine Geschichte verstrickt, die ganz schön brenzlig für ihn werden könnte. Da schadet die neue Achtsamkeit nicht.

Es beginnt recht gewöhnlich. Ein gestresster Mann wird von seiner Frau aufgefordert endlich was an seinem Verhalten zu ändern, da sie sonst mit ihrer Tochter wegziehen wird.
Vieles ist sehr klischeehaft, aber extrem lustig und einfach unterhaltsam. Schon beim Achtsamkeitsseminar habe ich manches mal schmunzeln müssen, aber richtige Lacher kamen erst ein wenig später - bei Situationen, die eigentlich alles andere als lustig waren. Die Geschichte scheitet immer schneller weiter voran, man befürchtet, dass Björn seinen Kopf nicht mehr aus der Schlinge bekommt, aber es kommt immer wieder irgendwas Neues....Es gibt spannende Momente, die unterbrochen werden von Klischees, wie der hypersozialen Ader eines Kindergartens oder speziellen Mafiamethoden, die ebenfalls - wie ich hoffe - überspitzt dargestellt sind.
Die Auflösung war gelungen, eine runde Sache. Zwischenzeitlich hatte ich leise Befürchtungen, dass das nicht mehr "authentisch" zu einem logischen Ende gebracht werden könnte - doch genau das ist dem Autor gelungen. Insgesamt ein Buch, welches mal ganz anders war und dessen Einordnung in ein Genre gar nicht so leicht fällt.
Der Schreibstil ist sehr rund, die kurzen Kapitel lassen dem Leser kaum Luft zum Atmen.

Für Leser, die Ironie schätzen, ist das humorvolle Buch wirklich nur zu empfehlen. Zartbesaitete werden die eine oder andere Stelle besser nur querlesen, aber sonst kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2020

Brot backen leicht gemacht

Brot backen
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Brot backen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen an gemütlichen Wochenenden, wenn es keinen Termin und keinen Druck gibt. Dabei versuche ich auch immer wieder gerne neue Rezepte und Ideen. Hier werden ...

Brot backen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen an gemütlichen Wochenenden, wenn es keinen Termin und keinen Druck gibt. Dabei versuche ich auch immer wieder gerne neue Rezepte und Ideen. Hier werden zahlreiche Brotvarianten präsentiert. Ob süß, nussig oder klassisch - alle getesteten Rezepte funktionierten und schmeckten uns sehr gut.

Unterteilt in Brote mit Hefe, Sauerteig sowie Brötchen und süße Brote findet man eine breite Palette an Möglichkeiten. Es gibt sowohl Basics, als auch außergewöhnliche Rezepte. Manches scheint zunächst mal vielleicht für Anfänger nicht so leicht zu backen, doch GU hat schon in den Klappen hilfreiche Tipps und Tricks zu Mehlsorten oder auch Arbeitsutensilien parat, die das Backen deutlich erleichtern. Vor allem hat mich die kurze Einführung zum Sauerteig überzeugt. Früher hielt ich das mal für schwierig...heute frage ich mich wieso.

Die typische GU-Aufmachung mit überschaubarer Zutatenliste, verständlichen Erklärungen und ansprechenden Bildern ist sowohl für Laien, als auch erfahrene Brotbäcker zu empfehlen. Zu jedem Rezept sind die Ruhe- und Backzeiten übersichtlich dargestellt.

Ein Buch, welches das Brotbacken für Jedermann zu einer leichten Aufgabe und duftenden Genuss macht.