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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2016

Deutlich besser als der erste Teil

Ich bin die Angst
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Der „Anarchist“ geht in Chicago um und verbreitet seinen Schrecken. Er trinkt das Blut seiner Opfer und verbrennt sie. Marcus und sein Team wollen den Mörder finden und der Serie ein Ende setzen, jedoch ...

Der „Anarchist“ geht in Chicago um und verbreitet seinen Schrecken. Er trinkt das Blut seiner Opfer und verbrennt sie. Marcus und sein Team wollen den Mörder finden und der Serie ein Ende setzen, jedoch ist der Anarchist extrem gut organisiert und hat immer einen Plan B parat. Marcus droht nicht voranzukommen, aber da hilft ihm der Serienmörder Francis Ackerman weiter.

Der Schreibstil ist extrem flüssig und durch die kurzen Kapitel ist mir ein Weglegen des Buches nach einer gewissen Zeit kaum mehr möglich gewesen. Nur am Anfang hatte ich meine Probleme mit dem Buch, denn ich hatte zu sehr die etwas zähe und recht unglaubwürdige Geschichte aus dem ersten Teil im Kopf. Hier hingegen reihte sich nicht einfach ein Mord an den anderen Mord, sondern es steckt wirklich eine Geschichte dahinter, die ich gut durchdacht fand. Die Spannung ist meist recht hoch, die Actionszenen waren unterhaltsam. Die Geschichte spielt gleich auf drei Ebenen, auf der von Ackerman, Marcus und dem aktuellen Killer. Ackermann der Killer konnten mich „überzeugen“, aber mit dem Ermittlungsgenie Marcus und seinen „Dämonen“ hatte ich so meine Probleme. Bin gespannt jedoch gespannt wie er sich weiterentwickeln wird, vor allem vor dem Hintergrund seiner neuen Informationen…Erschreckend ist jedoch, dass ich für den Serienmörder Ackerman tatsächlich irgendwie Sympathie entwickelt habe.

Während mich der erste Teil „Ich bin die Nacht“ schlicht enttäuscht hatte, konnte mich dieser zweite Teil richtig überzeugen und ich bin froh, Marcus, Ackerman und der Shepard Organisation noch eine Chance gegeben zu haben. Teil drei „Ich bin der Schmerz“ musste ich nach der Lektüre unbedingt haben. Ich würde dringend empfehlen die Teile der Reihe nach zu lesen und sich über den Folgeband nicht umfassend zu informieren, da man sonst Gefahr läuft gespoilert zu werden.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Noch besser als der erste Teil!

Das Meer löscht alle Spuren
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Die dänische Auslandskorrespondentin Nora Sand ist nicht gerade die Fachfrau in Sachen Kultur und Literatur, allerdings wurde sie von einem iranischen Dichter und Nobelpreisträger für ein Exklusivinterview ...

Die dänische Auslandskorrespondentin Nora Sand ist nicht gerade die Fachfrau in Sachen Kultur und Literatur, allerdings wurde sie von einem iranischen Dichter und Nobelpreisträger für ein Exklusivinterview angefragt. Schnell wird auch deutlich, warum er speziell und ausschließlich Nora angefragt hat. Bei der Flucht auch dem Iran ist er von seiner Frau Amina getrennt worden. Nora soll sie nun in London aufspüren. Damit beginnt ein turbulenter Fall, der nachdenklich stimmt…
Was ist ein Menschenleben wert? Diese Frage stellte sich beim Lesen immer wieder auf Neue. Während Noras Versuchen Amina zu finden, deckt sie schier unglaubliche Vorgänge auf, gerät in einen bedenklichen Strudel und scheint der Gesuchten trotz journalistischem Spürsinn kaum näher zu kommen…
Der Schreibstil ist sehr flüssig, immer interessant und spannend. Die Thematik ist nicht nur brandaktuell, spannend und unterhaltsam, die Winkelzüge der Autorin sind überzeugend. Ich war und bin sehr begeistert und empfehle entsprechend auch das Buch. Das Privatleben Noras sorgt für das Salz in der Suppe (gewöhnlich nervt mich sowas eher) und ist nur soweit Thema, wie es nötig und sinnvoll ist. Auch die anderen Charaktere sind stimmig und gut ausgebaut. Extrem überzeugend und authentisch fand ich das Ende, aber lest selbst!
Mir hatte schon der erste Teil gefallen, aber dieser hier war noch ein Tick besser und daher kann ich den dritten Teil kaum erwarten. Man kann diesen Teil auch unabhängig vom Vorgänger lesen, denn einzig im Privatleben der besonderen „Ermittlerin“ wird man vielleicht ab und an mal kurz stutzig, aber es klärt sich noch. Einziger Kritikpunkt: Der Titel macht überhaupt keinen Sinn.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Roman mit enttäuschendem Ende

Im Dunkel deiner Seele
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Philosophieprofessor Evan Birch ist ein liebevoller Vater und guter Ehemann mit einem völlig normalen Leben, bis er plötzlich festgenommen wird. Er steht unter Verdacht eine 16-Jährige entführt zu haben. ...

Philosophieprofessor Evan Birch ist ein liebevoller Vater und guter Ehemann mit einem völlig normalen Leben, bis er plötzlich festgenommen wird. Er steht unter Verdacht eine 16-Jährige entführt zu haben. Evan ist sich keiner Schuld bewusst, aber es gibt Aspekte die für seine Verwicklung in den Fall sprechen, dazu verstrickt er sich selbst noch in seinen Aussagen in Widersprüche. Der Zweifel ist gesät und wächst und gedeiht…

Vorweg: Ein Thriller ist es für meine Begriffe definitiv nicht! Aber der Reihe nach. Zunächst lernt man den etwas schrulligen Philosophieprofessor kennen. Er ist ein interessanter Mensch, wenn man sich auf seine zahlreichen philosophischen Gedanken einlassen kann und will. Vorkenntnisse sind für das Lesen des Buches nicht notwendig, denn die Gedankengänge sind nachvollziehbar, jedoch muss ein gewisses Interesse vorliegen (zumal sich diese Gedanken durch das ganze Buch hinweg durchziehen). Auch die Familie mit den unterhaltsamen Zwillingen und seine Frau Ellen, lernt man kennen, bevor sich die Geschichte langsam (und damit meine ich wirklich langsam!) entwickelt. Die Spannung war nicht mit Händen zu greifen, sondern äußerst subtil, was mich jedoch über weite Strecken sehr überzeugte. Man sieht, wie der Zweifel sich in der Familie langsam aber sicher auswirkt und zahllose unerklärliche Vorgänge, sowie Geschehnisse aus der Vergangenheit, ließen das Flämmchen der Spannung immer wieder aufflammen.

Der Schreibstil war flüssig und gut lesbar, der eingestreute Humor genau mein Ding. Man erfährt alles aus Evans Sicht, sodass er selbst irgendwie immer weniger greifbar wurde bzw. man immer mehr geneigt ist, ihm auch wirklich zuzutrauen, dass er etwas mit Verschwinden des Mädchens zu tun haben könnte, zumal er immer mehr (scheibchenweise) Erinnerungen hat und sich selbst in den Fokus der Ermittlungen bringt. Die Saat des Zweifels ging immer mehr auf… Zum Ermittler möchte ich gar nicht viel sagen – der hat mich von Beginn an nicht wirklich überzeugt.

Über lange Zeit war für mich die subtile Spannung groß, ich rätselte mit, was nun wirklich geschehen ist. Hat Evan was mit der Sache zu tun oder wird ihm was in die Schuhe geschoben? Wenn ja, von wem und warum? Leider war das Ende sehr unbefriedigend und hat mich wirklich nachhaltig enttäuscht, sodass ich das Buch nur Leuten empfehle, die subtile, ruhige Bücher ohne blutiges Geschehen, dafür mit vielen philosophischen Aspekten, mögen. Es blieben einfach zu viele Fragen offen und das beschriebene Szenario war viel zu platt beendet. Das Ende wirkt einfach einmal so runtergeschrieben, damit es „endlich“ fertig ist. Mich hat das Ende des Buches einfach enttäuscht, ratlos zurückgelassen und ein wenig verärgert.

Veröffentlicht am 18.12.2017

Beeindruckendes, spannendes Debüt

Die perfekte Gefährtin
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Die erfolgreiche Anwältin Elaine Buxton wurde entführt und kurze Zeit später wird eine verkohlte Leiche gefunden. Allem Anschein nach handelt es sich um Elaine, doch tatsächlich muss sie noch im Haus des ...

Die erfolgreiche Anwältin Elaine Buxton wurde entführt und kurze Zeit später wird eine verkohlte Leiche gefunden. Allem Anschein nach handelt es sich um Elaine, doch tatsächlich muss sie noch im Haus des Täters ein trauriges Dasein führen. Dass er auf eine falsche Fährte gelockt wird, kann der Ermittler, der frisch in Schottland eingetroffene, frühere Interpol-Agent Luc Callanach, nicht erahnen. Wird er noch früh genug das perfide Spiel des Täters durchschauen? Werden weitere Frauen leiden müssen? Derweil ermittelt die neue Kollegin Ava in einem Fall ausgesetzter Säuglinge und scheint im Fokus eines Stalkers zu stehen…

Mich hat das Buch von der ersten Seite an schlichtweg begeistert und sowas hat schon einen gewissen Seltenheitswert, da ich gewöhnlich schon ein wenig Zeit benötige mich in ein Buch einzufinden. Dazu mag ich es gewöhnlich nicht so sehr, wenn ich als Leser so viel mehr weiß als die Figuren, aber die Autorin hat trotz allem Spannung entfachen können und das nicht nur aufgrund überraschender Wendungen, sondern auch aufgrund eines weiteren Falls, der nicht minder schlimm ist. Dass es sich hierbei um ein Debüt handelt, ist kaum zu glauben. Die Protagonisten sind besonders ansprechend ausgearbeitet, wenn auch nicht immer sympathisch. Gerade die Hintergründe zum Ermittler Luc fand ich sehr spannend und ich möchte seinen Lebensweg gerne weiterverfolgen.

Besonders gelungen empfand ich die zahlreichen Perspektivwechseln, sodass man sowohl aus Ermittlersicht, aber auch mit Augen des Täters und der Opfer das Geschehen verfolgt. Gerade die Opfersicht lässt beim Lesen nicht kalt…Die Motive des intelligenten, pedantisch planenden Täters sind schaurig und stimmig dargestellt. Wie seine kranke Psyche in Kombination mit hoher Intelligenz wirkt, ist beeindruckend und beängstigend gleichermaßen. Die recht kurzen Kapitel und die packende Story, mit zahlreichen interessanten Nebenschauplätzen, lassen dem Leser kaum eine andere Wahl als weiterzulesen.

Ich kann es kaum erwarten die Reihe fortzusetzen, denn sowohl der Schreibstil, als auch die Protagonisten haben mich auf ganzer Linie überzeugt, sodass ich einfach mehr über sie erfahren muss. Ich fand es beeindruckend, wie spannend die Geschichte war, obwohl der Täter und sein Vorgehen von Beginn an bekannt waren und der Leser deutlich mehr wusste, als jeder Protagonist. Folgerichtig empfehle ich dieses spannende Buch mit seinem intelligenten Verwirrspiel sehr gerne weiter und wünsche dem Buch und der Autorin sehr viele Leser!!

Veröffentlicht am 14.09.2017

Spannender Pageturner

Tausend kleine Lügen
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Jemand stirbt bei einem Schulfest. War es ein Mord oder schlicht ein Unfall? Wer ist gestorben, warum und wer ist eventuell verantwortlich? Alles Fragen die sich schon auf den ersten Seiten stellen. Es ...

Jemand stirbt bei einem Schulfest. War es ein Mord oder schlicht ein Unfall? Wer ist gestorben, warum und wer ist eventuell verantwortlich? Alles Fragen die sich schon auf den ersten Seiten stellen. Es folgt ein radikaler Zeitsprung. Jane zieht mit ihrem unehelichen Sohn Ziggy in einen kleinen australischen Ort, der traumhaft erscheint. Der Junge wird eingeschult und das Chaos nimmt seinen Lauf. Bereits am ersten Tag soll Ziggy eine Mitschülerin misshandelt haben. Ist da was dran? Um alle Fragen zu beantworten, lernt der Leser die Geschichte von Beginn an, aus der Perspektive dreier Mütter, deren Kinder die gleiche Vorschule besuchen, kennen. Die Frauen könnten fast nicht unterschiedlicher sein und alle haben sie ihre Geheimnisse…

Zunächst einmal: Das ist mal wirklich ein Pageturner, der den Namen auch verdient. Es macht dabei auf den ersten Seiten nicht mal so sehr den Eindruck, als würde dieses Buch sich so gut entwickeln. Es beginnt zwar dramatisch, doch dann setzen die Ereignisse ein halbes Jahr früher ein. Vieles wirkt wie ein relativ „normales“ Alltagsgeschehen von Müttern, doch schnell spitzen sich die Ereignisse zu. Der Schreibstil ist flüssig und die Cliffhanger machen es fast unmöglich das Buch zur Seite zu legen. Die Autorin bedient sich zweier Zeitebenen, die das Weiterlesen fast unausweichlich machen, doch auch die interessanten Protagonistinnen möchte man auf ihrem Weg begleiten. Man hofft und bangt mit ihnen, denn sie haben nicht nur mit alltäglichen Schulproblemen, wie vergessenen Projektarbeiten zu kämpfen, sondern auch mit haarsträubenden Vorwürfen oder psychischen Problemen. Es gibt einiges zum Lachen und Schmunzeln, aber mindestens genauso viele Stellen, die einen entsetzt den Kopf schütteln lassen. Im Verlauf der Geschichte wird es auch immer interessanter zu rätseln, wer aus welchen Gründen am Ende stirbt.

Es wird eine Bandbreite an Geheimnissen und daraus resultierenden Lügen angesprochen, wie häusliche Gewalt und Betrug, aber auch Mobbing, sexuellen Eskapaden, etc. Was ich hier kurz anreiße mag so erscheinen, als habe die Autorin vielleicht zu viele Baustellen aufgerissen, um sie in einem einzigen Buch richtig aufzuarbeiten, doch das ist glücklicherweise nicht der Fall. Das Ende ist überraschend, teils schockierend, aber absolut stimmig, denn alle scheinbar losen Fäden haben sich genial verbunden. Es war für mich das erste Buch dieser Autorin, aber dem müssen einfach weitere folgen.

Dieses Buch ist mit seinen verschiedenen Perspektiven raffiniert, durch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit spannend und dank tollem Plot und interessanter Charaktere gleichermaßen unterhaltsam wie fesselnd – kurz: ein Jahreshighlight, welches ich nur empfehlen kann!