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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2019

Geht auch Erwachsenen zu Herzen

Umarmst du mich mal?
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Das kennen wohl Kinder wie Erwachsene gleichermaßen: Man müsste dringend mal geknuddelt werden, aber es hat einfach niemand dafür Zeit. So ergeht es in dem Bilderbuch sowohl dem kleinen Igel ...

Das kennen wohl Kinder wie Erwachsene gleichermaßen: Man müsste dringend mal geknuddelt werden, aber es hat einfach niemand dafür Zeit. So ergeht es in dem Bilderbuch sowohl dem kleinen Igel als auch der kleinen Schildkröte, die ja auch beide nicht gerade zu den kuschligsten Tierarten gehören! Sie versuchen es bei einigen anderen Tieren, aber einfach alle sind gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt.

Das ist so putzig beschrieben und gezeichnet, dass man gar nicht anders kann, als die beiden Trostbedürftigen am liebsten selbst in den Arm nehmen zu wollen.

Absolut begeistert hat mich die besondere Gestaltungsidee: Man kann entweder beginnen zu lesen, wie sich der kleine Igel aufmacht, Trost zu suchen oder das Buch umdrehen und mit der kleinen Schildkröte anfangen. Natürlich treffen sich die beiden dann in der Mitte. Das ist mir so noch nie begegnet.

Veröffentlicht am 17.11.2019

Schmetterlingswunder

Wie kleine Tiere groß werden: Die kleine Raupe
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Ich habe das Buch für meinen zweijährigen Neffen gekauft, er fällt also genau in die Mindestaltersgruppe.
Das Buch erinnert mich natürlich sehr stark an "Die Raupe Nimmersatt" aus meiner eigenen Kindheit.
Im ...

Ich habe das Buch für meinen zweijährigen Neffen gekauft, er fällt also genau in die Mindestaltersgruppe.
Das Buch erinnert mich natürlich sehr stark an "Die Raupe Nimmersatt" aus meiner eigenen Kindheit.
Im Vordergrund stehen hier nicht der knappe Text, sondern die Bilder. Von Beginn an wird ein kleines Naturwunder dargestellt: der Weg von der Raupe zum Schmetterling. Besonders finde ich an dem Buch die raffinierte Gestaltung. Es lädt zum Befühlen geradezu ein, denn es hat Aussparungen und Gucklöcher, in denen Kinder Entdeckungen machen können.

Liebe zur Natur kann man meiner Meinung nach gar nicht früh genug wecken. Das Buch ist Teil der Reihe "Wie kleine Tiere groß werden", deren Idee mir sehr gut gefällt.

Als Pappbilderbuch mit abgerundeten Ecken eignet es sich sehr gut für die Kleinsten. Ich selbst hätte gern noch ein bisschen mehr zum Vorlesen gehabt.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Geister der Vergangenheit

Das Geheimnis von Shadowbrook
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Schon die Schönheit des Buchumschlags hat mich ungemein für den Roman eingenommen. Auch was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, hat mich beeindruckt.

Die junge Clara Waterfield lebt mit Mutter und ...

Schon die Schönheit des Buchumschlags hat mich ungemein für den Roman eingenommen. Auch was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, hat mich beeindruckt.

Die junge Clara Waterfield lebt mit Mutter und Stiefvater in London. Doch es ist kein gewöhnliches Leben, den sie leidet an der Glasknochenkrankheit und darf das Haus lange Jahre nicht verlassen. Als ihre Mutter verstirbt, sucht sie allerdings Trost in den Kew Gardens und eignet sich zur Ablenkung vielfältiges botanisches Wissen an. Dennoch überrascht es, dass ausgerechnet sie ausgesucht wird, auf einem ländlichen Herrenhaus namens Shadowbrook ein Glashaus mit Pflanzen der Kew Gardens zu bestücken. Doch Clara nimmt an, denn das konventionelle Leben einer Frau Anfang des 20. Jahrhunderts kommt für sie nicht in Frage. Und so flieht sie vor ihrer Behinderung und ihrem Verlust nach Shadowbrook.

Susan Fletcher schafft eine detaillreiche, unheimliche Atmosphäre. Clara sieht sich mit einem häufig abwesenden, geheimnisvollen Hausherren, einer schwer einzuschätzenden Haushälterinnen, Geheimnissen der Vergangenheit und Spukerscheinenungen konfrontiert. Während die sonst so rationale Clara immer mehr zweifelt, ob der Tod tatsächlich das absolute Ende darstellt, kommt sie auch erstmals näher mit der Männerwelt in Kontakt und muss sich gänzlich neuen Empfindungen stellen. Wem sie dabei trauen kann, ist wirklich schwer zu durchschauen, was sehr zur Spannung der Geschichte beiträgt. Auf die Lösung aller Rätsel wäre ich nicht gekommen. Auch das hat mir sehr gefallen.

Susan Flechtchers metaphernreicher Stil hat mich so fasziniert, dass ich sicher weitere Romane von ihr lesen werde. Ich hoffe, sie erschafft noch mehr ungewöhnliche, überzeugende Protagonistinnen wie Clara.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Zurück auf Eldenau

Die Pferde von Eldenau - Donnernde Hufe - Band 3
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Ich freue mich immer sehr, wenn ein weiterer Band dieser Pferdeserie erscheint. Dies ist nun der dritte Teil. Wenn es nach mir geht, kann die Serie noch lange weiter gehen. Ich folge den Abenteuern von ...

Ich freue mich immer sehr, wenn ein weiterer Band dieser Pferdeserie erscheint. Dies ist nun der dritte Teil. Wenn es nach mir geht, kann die Serie noch lange weiter gehen. Ich folge den Abenteuern von Frida und Jannis sowie ihren Pferden wirklich gern.

Frida und Jannis sind nun schon eine Zeitlang ein Paar. Glücklicherweise wird man hier nicht ewig künstlich auf die Folter gespannt, bis die Protagonisten zusammen finden. Aber natürlich ist trotzdem nicht alles eitel Sonnenschein. Jannis muss weiter mit Dari trainieren, um seinen Vater davon abzuhalten, die Stute zu verkaufen. Ausgerechnet die souveräne Frida erleidet unverschulde einen Unfall mit den Ponys, der bei ihr Spurenhinterlässt. Zur Ablenkung zieht sie sich ins Wildpferdreservat zurück und muss feststellen, dass dort einiges Im Argen liegt. Auch Max und Linh kommen in der Geschichte nicht zu kurz. Max lernt reiten und muss fürchten, mit seiner Mutter nach Shanghai zu ziehen.

Man merkt es schon, die Geschichte ist wunderbar komplex und alles andere als eindimensional runtererzählt. Frida erweist sich erneut als absolut patentes Pferdemädel, auch wenn sie mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Wie gewohnt erzählen Jannis und Frida abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Die Story erhält unter anderem wieder Spannung aus dem Gegensatz zwischen Freizeitreiten und Sportreiterei und greift weitere aktuelle Themen der Pferdeszene auf.

Auch wenn das Buch meinem Eindruck nach schon umfangreicher ist als andere Pferde-Jugendbücher, hätte es für mich noch ewig weitergehen können. Bleibt also nur, auf den vierten Band zu hoffen!

Ein wahres Schmuckstück hat der Magellan Verlag wieder mit dem Cover kreiert. Jeder Band ist einzigartig schön, und trotzdem erkennt man an Gemeinsamkeiten, dass er Teil einer Serie ist.

Ich bin altersmäßig schon lange nicht mehr Teil der Zielgruppe. Die Serie ist also auch für ältere Reiterinnen, die Jugenbücher mögen, unbedingt empfehlenswert.









Veröffentlicht am 05.11.2019

Farbenpracht

Frida Kahlo und die Farben des Lebens
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Frida Kahlo war mir bisher durch ihre Gemälde ein Begriff, aber nicht als Frau. In diesem Roman wird sie nun farbenprächtig zum Leben erweckt. 1925 in Mexiko geboren, wird ihr Plan, Ärztin zu werden, je ...

Frida Kahlo war mir bisher durch ihre Gemälde ein Begriff, aber nicht als Frau. In diesem Roman wird sie nun farbenprächtig zum Leben erweckt. 1925 in Mexiko geboren, wird ihr Plan, Ärztin zu werden, je durch einen Unfall zunichte gemacht. Monatelang muss sie im Bett liegen, ihr Leben lang wird sie Schmerzen zurückbehalten. Doch schon auf dem Krankenlager beginnt sie intensiv zu malen und wird sich immer wieder über Leid und Schmerzen erheben, sich frei malen.

Jung heiratet sie den als Malergenie geltenden Diego Rivera. Ich musste schmunzeln, denn von Frida Kahlo hatte ich ja bereits einiges gesehen. Rivera war mir gar kein Begriff. Dass Diego auch ihr nicht treu sein wird, wird Frida schnell kar. Dennoch bleibt er durch alle Höhen und Tiefen, der Mann ihres Lebens. Die Autorin folgt den beiden hindurch und weiß zu fesseln. Auch die Inspirationen zu Fridas berühmten Gemälden werden packend geschildert.

Schade fand ich nur, dass die Erzählung zum Ende hin zunehmend episodenhafter wird und einen großen Zeitsprung macht, so als wäre nur Fridas Leben mit Diego erzählenswert. Und das ist gewiss nicht der Fall.