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Veröffentlicht am 03.05.2026

Erkenne die Zeichen

Ein guter Blick fürs Böse
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"Frauen hatten einfach dafür zu sorgen, dass man sie nicht umbrachte, das alles gehörte zum Leben als Frau dazu: die permanenten Risikoabschätzungen, das ständige Abwägen der Möglichkeiten und der Gefahr."

Beverley, ...

"Frauen hatten einfach dafür zu sorgen, dass man sie nicht umbrachte, das alles gehörte zum Leben als Frau dazu: die permanenten Risikoabschätzungen, das ständige Abwägen der Möglichkeiten und der Gefahr."

Beverley, Margot und Elsie vereint in Kalifornien in den Sechziger Jahren dasselbe Schicksal: ihre Ehemänner haben sich als Serienkiller entpuppt. Die Öffentlichkeit wirft den Frauen vor, das Unheil nicht rechtzeitig bemerkt zu haben.

Dann werden erneut Frauen ermordet und in den Freundinnen erwacht nicht nur der Jagdinstnkt, sondern auch das tiefe Bedürfnis, ihrem eigenen Urteil wieder trauen und die Zeichen diesmal erkennen zu können.

Fast ist es eine Reise in eine fremde, seltsame Welt, in der Frauen noch "Tippsen" waren und Mrs. in Kombination mit Vor- und Nachnamen ihres Mannes angesprochen wurden. Das ist manches Mal schwer auszuhalten.

Vielleicht lag es daran, dass die drei Frauen mir nicht völlig nahe kamen und es lange dauerte, bis ich ihre Persönlichkeiten und Schicksale gänzlich zuordnen konnte. Trotzdem hat mich die Kriminalgeschichte gefesselt und zum Ende kam richtig Soannung auf. Die Auflösung habe ich zwar irgendwie intuitiv erahnt, aber trotzdem konnte sie mich überraschen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Intermezzo

Träume aus Salz
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"Wie sehr mich diese Weltlichkeit manchmal anödet. Ich will nicht, dass der Tag beginnt, kein Bedarf für Realität. Das Intermezzo gefällt mir viel besser; für immer zu Hause sein zwischen den Welten."

Flo ...

"Wie sehr mich diese Weltlichkeit manchmal anödet. Ich will nicht, dass der Tag beginnt, kein Bedarf für Realität. Das Intermezzo gefällt mir viel besser; für immer zu Hause sein zwischen den Welten."

Flo und ihr Freund Matty verbringen einen heißen Sommerurlaub auf einer griechischen Insel. Die beiden sind eigentlich schwer verliebt. Dann begegnet Flo der griechischen Hellseherin Sofia und alle wird.. kompliziert.

Der Prolog beginnt dramatisch und dann folgt ein Spannungsaufbau, als sich die Geschichte im Rückblick entfaltet Wie kam es zu der dramatischen Situation und welches Geheimnis verbirgt Flo vor Matty?

Die Protagonisten mäandern umeinander, es gibt immer wieder Satzperlen, die ich sofort unterschreiben wollte. Matty ist unglaublich sympathisch und bleibt doch nur eine Randfigur, Sofia mysteriös und Flo seltsam unnahbar.

Gelungen sind das sommerliche Inselfeeling und die Atmosphäre, die zwischen Tiefgründigkeit und zeitgemäßer Orientierungslosigkeit schwankt. Leider war die Enthüllung des Geheimnisses für mich wie eine Verpuffung und nicht genug, um die Geschichte angemessen zu tragen. Wie Salz, das sich allzu schnell auflöst.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

But I'm sorry, I don't pray that way

Tainted Love
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"Er dachte, dass jedes Leben eine Aneinanderreihung von Trepppen war, auf denen es mal nach oben und dann wieder nach unten ging. Jeder Mensch war zwischen seiner Geburt und dem Tag seines Todes auf so ...

"Er dachte, dass jedes Leben eine Aneinanderreihung von Trepppen war, auf denen es mal nach oben und dann wieder nach unten ging. Jeder Mensch war zwischen seiner Geburt und dem Tag seines Todes auf so einer Treppenstrecke unterwegs, doch bei seiner fehlte das Geländer."

Ein heißer Sommer, 1986 in Nordhessen, nahe der Grenze zur DDR. Martin Ritter und Christine Lehmann haben sich kennengelernt, als ein kleines Mädchen verschwand. Da Christine Journalistin ist, kommen sie erneut mit einem Geheimnis in Berührung, als in einem See ein Luxuswagen auftaucht. Die Frage, was einst mit dem Fahrer geschah, beschäftigt auch Martin, der sonst als Bibliothekar eher geruhsam lebt.

Die Verortung in den Achtzigern bringt für alle Zeitzeugen durch die zahlreichen Songtexte sofort den Vibe zurück, auch wenn man viele 80er-Jahre-Sprüche zu Recht erfolgreich verdrängt hatte. Auch die flirrende Sommerhitze hat mir gefallen. Leider haben weder der Kriminalfall noch das Privatleben von Martin und Christine auf gut 220 hastig runtererzählten Seiten Zeit, sich zu entwickeln. Vieles wird angerissen und manches Mal habe ich mich gefragt warum eigentlich. Die Auflösung wirkte dann arg konstruiert und dramatisiert und das Ende nur noch wie eine bloße Zusammenfassung. Vielleicht sollten mit dem Buch lediglich Martin und Christine eingeführt werden für die Reihe, zu der Tainted Love den Auftakt bildet. Beide haben für mich aber nicht genug Strahlkraft, um weiterzulesen zu wollen. Oder wie Soft Cell singen würde: But I'm sorry, I don't pray that way.



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Veröffentlicht am 05.04.2026

Schattenbrüder

Spiel des Lügners
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"Sie lassen alle an Ihren Zauberfäden tanzen wie Puppen, aber sie sind nicht auf unsere Geheimnisse, unsere Lügen oder unsere Wahrheiten aus. Sie wollen nur unseren Schmerz."

Lola St. James hat eine komplizierte ...

"Sie lassen alle an Ihren Zauberfäden tanzen wie Puppen, aber sie sind nicht auf unsere Geheimnisse, unsere Lügen oder unsere Wahrheiten aus. Sie wollen nur unseren Schmerz."

Lola St. James hat eine komplizierte Vergangenheit. Als Tochter eines Gansterbosses wurde sie einst entführt. Seitdem teilt sie mit dem Meisterdieb Enzo ein Herz. Denn auf Enzo liegt ein Fluch. Nur durch das geteilte Herz ist er noch real und kann fühlen. Um ihn von dem Fluch zu befreien, gilt es ein magisches Artefakt zu stehlen. Und zwar ausgerechnet aus dem Casino von Enzos Bruder, der stets nur der Lügner genannt wird. Unter einer falschen Identität gerät Lola in eine Welt, in der Lüge und Wahrheit ständig verschwimmen und sie in einem übernatürlichen Turnier bestehen muss. Doch welchem der Brüder kann Lola überhaupt trauen?

Die fantasievolle Grschichte hat mich immer wieder verzaubert. Die träumerisch-unwirkliche Atmosphäre des Casinos verleiht der Geschichte ein besonderes Flair, ebenso wie die schönes Optik des Covers und des Farbschnitts. Wie Lola schwankt man immer wieder, wem man trauen kann, was das Buch wunderbar unvorhersehbar macht. Das Magiesystem ist originell, hätte aber für meinen Grschmack noch viel detaillierter ausgearbeitet werden können. Die Story enthält noch manche lose Fäden, wodurch ich am Ende dieses ersten Teils teilweise etwas in der Luft hing. Ich bin gespannt, wie sich das im nächsten Band der Dilogie auflösen wird.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die andere Prinzessin

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Thea Hong ist hier ein Kunststück gelungen. War Jia im ersten Band fast noch so etwas wie eine Antagonistin, wird sie hier zur Hauptperson, die die Geschichte trägt.

Zwar habe ich Ran und Sora, das Paar ...

Thea Hong ist hier ein Kunststück gelungen. War Jia im ersten Band fast noch so etwas wie eine Antagonistin, wird sie hier zur Hauptperson, die die Geschichte trägt.

Zwar habe ich Ran und Sora, das Paar aus dem ersten Teil der Dilogie, die hier nur Nebenfiguren sind, sehr vermisst, aber auch Jia und Sin tragen die Geschichte.

Korea wird nach Soras Ende von monströsen Kreaturen verfolgt. Diese scheinen ihren Ursprung in Gemälden aus dem 18. Jahrhundert zu haben. Jia muss zurück in die Vergangenheit und den Maler der Monster aufhalten. Und kann sie sogar Sora zurückholen?

Natürlich kämpft auch dieser Roman mit den bekannten Zeitreise-Problemen, aber alles ist so fantasievoll und mitreißend erzählt, dass das gänzlich in den Hintergrund tritt. Ich liebe diese Verbindung aus Fantasy und dem alten und neuen Korea. Am besten gefällt mir, dass Thea Hong die üblichen Romantasy Klischees vollkommen vermeidet. Ihre männlichen Protagonisten sind glücklicherweise meilenweit entfernt von den knurrendem love interests, die in anderen Romantasy-Romanen die passiven Protagonistinnen durch die Gegend schleppen.

Daa Ende konnte mich überraschen und überzeugen. Schade nur, dass die Geschichte mit diesem Band endet.

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