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Veröffentlicht am 23.06.2026

Zeit aus den Fugen

Die Mitternachtsreise
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"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt ...

"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt der Miiterachtsreise kehrt Matt Haig zu seinen Refelektionen über Leben und Tod und Lebensentscheidungen zurück, mit einer neuen Geschichte und neuen Protagonisten. Als Wilbur am Ende eines langen Leben stirbt, holt ihn der Mitternachtszug ab und nimmt ihn mit auf eine Reise durch die wichtigsten Stationen seines Lebens. Und das sind durchaus nicht immer die, denen Wilbur die meiste Bedeutung beigemessen hätte. Glück und Tragik entfalten sich an den Wendepunkten. Wird Wilbur noch einmal eine Chance bekommen, alles ganz anders zu machen?

Matt Haig schafft das Kunststück, die Mitternachtsreise ebenso tiefgründig wie kurzweilig zu gestalten. Die Story fesselt und regt noch lange zum Nachdenken an. Wo die Mitternachtsbibliothek Bücher für die Reise zwischen Leben und Tod nutzte, dient hier der Mitternachtszug als Vehikel für die Fahrt in das Leben nach dem Tod. Für mich hat die Mitternachtsbibliothek sogar noch mehr Charme und Originalität entfaltet. Aber natürlich war auch der Mitternachtszug auf jeder Seite die Reise wert.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Eutingen Woods

Anathema
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Wie schön, dass es solche Bücher immer noch gibt, auch wenn man sie lange suchen muss. Ein echter Erzählfluss, überzeugende Protagonisten, ein komplexes Worldbuilding und eine wunderbar düstere, tabulose ...

Wie schön, dass es solche Bücher immer noch gibt, auch wenn man sie lange suchen muss. Ein echter Erzählfluss, überzeugende Protagonisten, ein komplexes Worldbuilding und eine wunderbar düstere, tabulose Handlung.

Maevyth ist ein Findelkind, das in der Nähe der Eating Woods aufwächst. Es ist eine Welt, in der Frauen wenig Rechte haben, und schon bald geraten Maevyth und ihre Adoptivschwester in so große Gefahr, dass nur die Flucht in die Eating Woods bleibt. Dort begegnet sie Zevander, dem "Skorpion". Der Assassine des König mit dunkler Vergangangenheit leidet unter einem verzehrenden Fluch. Ein Fluch, für den Maewyth das einzige Heilmittel sein könnte...

Gothic Dark Fantasy ist ein Genre, das ich vor kurzem noch gar nicht kannte, von dem ich aber nun nicht genug bekommen kann. All die überraschenden Wendungen und die originelle Erzählweise lassen mich gespannt auf den nächsten Teil warten.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Die Liebe ist eine Rolltreppe

Kein Sommer ohne August
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Charlie Henderson hat von ihrer Mutter das Versprechen abgenommen bekommen, sich niemals zu verlieben, da die Liebe wie eine Rolltreppe sei - einmal betreten, gibt es kein Zurück mehr.

Charlotte, genannt ...

Charlie Henderson hat von ihrer Mutter das Versprechen abgenommen bekommen, sich niemals zu verlieben, da die Liebe wie eine Rolltreppe sei - einmal betreten, gibt es kein Zurück mehr.

Charlotte, genannt Charlie, erlebt eine schwierige Kindheit in Liberty Beach. Absolutes Highlight sind aber Molly und ihre Buchhandlung One Last Chapter. Und Mollys Enkel August, der jeden Sommer zu Besuch kommt. So erlebt Charlie gemeinsam mit August zwölf innige Sommer. Doch irgend etwas ist geschehen, dass zum Kontaktabbruch und Charlies Umzug nach London geführt hat. Doch dann kommt Post aus Liberty Beach umd plötzlich kehrt alles, was vergangen schien, zurück...

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was hier wirklich gut funktioniert, zumal es sich ja um die gleichen Protagonisten handelt und nicht wie in anderen Büchern um zwei verschiedene Geschichten in einem Buch. Die Kombination aus Liebesgeschichte und Bücherliebe hat mir gut gefallen. Was zum ursprünglichen Zerwürfnis geführt hat, habe ich lange nicht ahnen können. Charlie und August gehen zu Herzen. Allerdings ist August in seiner unwandelbaren Disney-Liebe zu Charlie tatsächlich eher ein Märchenprinz als eine realistische Figur und der Auslöser für Charlies Sinneswandel konnte mich nicht vollends überzeugen. Alles in allem ein überzeugender Sommerroman.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Was Erlenkönig mir leise verspricht

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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"Das Nachtreich war so alt wie die Menschheit, geschaffen aus den Albträumen der Menschen, und der Erlkönig war der Herrscher über all die Wesen, die es hier gab."

Schülerin im Abschlussjahr ...

"Das Nachtreich war so alt wie die Menschheit, geschaffen aus den Albträumen der Menschen, und der Erlkönig war der Herrscher über all die Wesen, die es hier gab."

Schülerin im Abschlussjahr in Nottingham am Tag, Freundin des Kronprinzen von Annwn in der Nacht - niemand in der Menschenwelt ahnt etwas von Lettys Doppelleben. Seit sie als Kind dem Nachtmahr Will begegnet ist, sind die beiden enge Freunde und Letty arbeitet sogar als Spionin für den Erlkönig, Wills Vater. Aber wer spioniert, stößt irgendwann auf Geheimnisse, und dieses hat es wirklich in sich. Und zu allem Überfluss darf Letty sich keinesfalls in Will verlieben, oder der Weg ins Nachtreich ist ihr für immer verschlossen...

Insbesondere das Nachtreich mit seinen Bewohnern aus Wiedergängern, Werwölfen und anderen düsteren Kreaturen hatte es mir angetan. Hier hätte man für meinen Geschmack noch einiges mehr herausholen können. Vor allem die Figur des Erlkönigs hat wirklich gewaltiges Potenzial.

Will und Letty sind sympathische Figuren, die, ganz dem Slow Burn Trope entsprechend, eine lange Anlaufzeit miteinander haben. Ich bin daher froh, dass es sich um eine Dilogie handelt, um sie noch besser kennenlernen zu können.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Erkenne die Zeichen

Ein guter Blick fürs Böse
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"Frauen hatten einfach dafür zu sorgen, dass man sie nicht umbrachte, das alles gehörte zum Leben als Frau dazu: die permanenten Risikoabschätzungen, das ständige Abwägen der Möglichkeiten und der Gefahr."

Beverley, ...

"Frauen hatten einfach dafür zu sorgen, dass man sie nicht umbrachte, das alles gehörte zum Leben als Frau dazu: die permanenten Risikoabschätzungen, das ständige Abwägen der Möglichkeiten und der Gefahr."

Beverley, Margot und Elsie vereint in Kalifornien in den Sechziger Jahren dasselbe Schicksal: ihre Ehemänner haben sich als Serienkiller entpuppt. Die Öffentlichkeit wirft den Frauen vor, das Unheil nicht rechtzeitig bemerkt zu haben.

Dann werden erneut Frauen ermordet und in den Freundinnen erwacht nicht nur der Jagdinstnkt, sondern auch das tiefe Bedürfnis, ihrem eigenen Urteil wieder trauen und die Zeichen diesmal erkennen zu können.

Fast ist es eine Reise in eine fremde, seltsame Welt, in der Frauen noch "Tippsen" waren und Mrs. in Kombination mit Vor- und Nachnamen ihres Mannes angesprochen wurden. Das ist manches Mal schwer auszuhalten.

Vielleicht lag es daran, dass die drei Frauen mir nicht völlig nahe kamen und es lange dauerte, bis ich ihre Persönlichkeiten und Schicksale gänzlich zuordnen konnte. Trotzdem hat mich die Kriminalgeschichte gefesselt und zum Ende kam richtig Soannung auf. Die Auflösung habe ich zwar irgendwie intuitiv erahnt, aber trotzdem konnte sie mich überraschen.

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