Ein tödlicher Wettkampf hinter violetten Augen
Magic Drowned in Blood„Ich sehe nicht, was am anderen Ende auf uns wartet. Ich sehr gar nichts, außer eine viel zu schöne untote Frau, der mein ewiger Hass gehört.“ (Seite 14)
Die Gestaltung der BLOOD AND MAGIC-Reihe ist ein ...
„Ich sehe nicht, was am anderen Ende auf uns wartet. Ich sehr gar nichts, außer eine viel zu schöne untote Frau, der mein ewiger Hass gehört.“ (Seite 14)
Die Gestaltung der BLOOD AND MAGIC-Reihe ist ein absoluter Hingucker (sowohl innen als auch außen) und verspricht genau die düstere Romantasy-Atmosphäre, die ich im Moment so gerne mag. Doch hält der Inhalt, was das schöne Aussehen verspricht?
Wir begleiten Lark, eine Halbvampirin mit Restmagie, die am Nightcastle College eigentlich nur eines will: unsichtbar bleiben. Doch dann wird ihr Name bei der Auswahlzeremonie zur Schattengeliebten für einen der beiden Prinzen Loras und Tarabas gezogen. Die tödlichen Prüfungen beginnen.
Doch wer hat ihren Namen ins Losverfahren gebracht?
Warum ist sie so anders als die anderen?
Diese Mischung aus Vampirismus und Magie fand ich extrem spannend und mal was anderes. Lark ist als Protagonistin angenehm tough, nicht auf den Mund gefallen und hat genau die richtige Portion Biss, um sich in dieser feindseligen Welt zu behaupten.
Es gab auch so ein paar Punkte die mich gestört haben. Muss das Mobbing an solchen Elite-Colleges eigentlich immer so unfassbar kindisch sein? Manchmal fühlte sich das Gehabe der Mitschüler eher nach Sandkasten als nach blutrünstigem Vampir-Adel an. Ich weiß man erwartet so ein Drama an solchen Colleges. Aber in dem Buch ist ja eigentlich davon die Rede, dass jedes Alter an dieses College geht, sobald man zum Vampir wird, meiner Meinung nach war es dadurch zu viel Drama und Body-Shaming. Diese Diskrepanz zwischen der düsteren Welt und dem teils albernen Verhalten hat für mich leider etwas an der Glaubwürdigkeit gekratzt. Manchmal hat mir bisschen was gefehlt. Es gab zudem viele gute Ideen die aber nur oberflächlich blieben.
Drei Männer und ein Schicksal… Was mir richtig gut gefallen hat, sind die verschiedenen Perspektiven. Es bleibt nicht nur bei Lark, sondern wir dürfen auch in die Köpfe der zwei Prinzen: Loras und Tarabas schauen. Und dann ist da noch Payne, ein weiterer Charakter, der das Gefüge noch mal interessanter macht. Diese unterschiedlichen Sichtweisen machen die Handlung deutlich vielschichtiger und man fragt sich ständig: Wer spielt hier eigentlich welches Spiel und wem kann man trauen? Die Dynamik zwischen den Brüdern Loras und Tarabas ist dabei besonders reizvoll, da sie zwei völlig unterschiedliche Pole verkörpern.
Man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Schreibstil von Christina Rain ist locker, leicht und hat eine enorme Sogwirkung. Man merkt gar nicht, wie die Kapitel verstreichen ich würde es als ein klassisches „Nur-noch-ein-Kapitel“-Buch beschreiben. Auch bekommen wir Leser sehr viel spice. Er ist wirklich gutgeschrieben, ansprechend dosiert und fügt sich stimmig in die Geschichte ein, ohne die eigentliche Handlung komplett zu überlagern. Es knistert an den richtigen Stellen und die Spannung zwischen Lark und ihren "Gegenspielern" ist greifbar.
Fazit: Ein fesselnder Auftakt, der vor allem durch das rasante Tempo und die interessante Magie-Vampir-Mischung punktet. Wer über das teils kindische Verhalten am College hinwegsehen kann und Lust auf eine ordentliche Portion Vampire, gut geschriebenen Spice und royale Machtspiele hat, wird hier gut unterhalten. Ein solider Reihenstart, der neugierig auf die weitere Entwicklung von Lark macht. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen.
3,5 ⭐️