Georgia Dubois kriegt niemand klein
Chasing Hearts“Pole Position, Baby!” (Erster Satz)
Das Buch war dafür, dass ich nicht sonderlich hohe Erwartungen hatte, recht gut gelungen. Ich wollte eine einfache Geschichte, die mich unterhält und ich war neugierig ...
“Pole Position, Baby!” (Erster Satz)
Das Buch war dafür, dass ich nicht sonderlich hohe Erwartungen hatte, recht gut gelungen. Ich wollte eine einfache Geschichte, die mich unterhält und ich war neugierig auf diese Art von Sportsromance. Ich habe inzwischen schon sehr viel zu Eishockey gelesen/gehört und fand es schön mal eine anders Sportsetting zu bekommen. Das Buch birgt interessante Ansätze. Die Sportelemente empfand ich manchmal als sehr übertrieben. Der Schreibstil ist recht modern und gespickt mit vielen Formel 1 spezifischen Begriffen.
Die Rennszenen sind kurz, prägnant und voller Fachwörter (Pole Position, Saftey Car). Bereits zu Beginn sind wir Adrenalin geladen, da wir direkt in eine Rennszene geworfen werden. Georgia fährt das Rennen unteranderem gegen ihren Bruder Henri.
Was mitunter anstrengend und verwirrend ist, sind die abrupten Szenenwechsel. Wir geraten übermäßig häufig, unvermittelt in neuen Situationen/ Ländern, dass fühlt sich nicht organisch an. Hier hätte ein Navi der Erzählstruktur gutgetan.
Die „Fake Dating“-Prämisse ala PR-Masche hatte ich so jetzt schon ein paar Mal und war dadurch nicht wirklich überraschend, dennoch haben mich die Figuren emotional abgeholt. Georgia Dubois ist eine faszinierende Prota, die sich in einer Männerdomäne behaupten muss. Besonders stark fand ich den Kontrast zwischen ihrem eisernen Willen auf der Strecke („Georgia Dubois kriegte niemand klein“) und ihrer tiefen Verletzlichkeit bei den Pressekonferenzen. Ihre Angstzustände und das Imposter-Syndrom machten sie für mich greifbar und nahbar. Luca Rossi ist der klassische, arrogante Playboy, dessen Ruf durch Yacht-Skandale ruiniert ist. Doch unter der Oberfläche brodelt der enorme Druck seines Vaters, eines dreifachen Weltmeisters. Sein Frust über die Rolle als ewige „Nummer zwei“ hinter Henri gibt seinem Charakter eine Bitterkeit, die ihn weit interessanter macht als einen bloßen Love Interest.
Absoluter hook die „Rivals-to-Lovers“-Dynamik. Schon beim ersten Aufeinandertreffen auf der Strecke spürt man die gegenseitige Abneigung und den harten Konkurrenzkampf. Auch wenn die Lovestory vorhersehbar ist, hat sie viele echte emotionale Momente.
Fazit: Das Formel-1-Setting ist präsent und leidenschaftlich umgesetzt. Wer über die holprigen Übergänge hinwegsehen kann, bekommt eine unterhaltsame Romance mit zwei Protas, die mehr Tiefgang haben, als der Klappentext vermuten lässt. Ein solides Buch für zwischendurch.
3,5 ⭐