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Veröffentlicht am 02.02.2026

Ein tödlicher Wettkampf hinter violetten Augen

Magic Drowned in Blood
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„Ich sehe nicht, was am anderen Ende auf uns wartet. Ich sehr gar nichts, außer eine viel zu schöne untote Frau, der mein ewiger Hass gehört.“ (Seite 14)

Die Gestaltung der BLOOD AND MAGIC-Reihe ist ein ...

„Ich sehe nicht, was am anderen Ende auf uns wartet. Ich sehr gar nichts, außer eine viel zu schöne untote Frau, der mein ewiger Hass gehört.“ (Seite 14)

Die Gestaltung der BLOOD AND MAGIC-Reihe ist ein absoluter Hingucker (sowohl innen als auch außen) und verspricht genau die düstere Romantasy-Atmosphäre, die ich im Moment so gerne mag. Doch hält der Inhalt, was das schöne Aussehen verspricht?
Wir begleiten Lark, eine Halbvampirin mit Restmagie, die am Nightcastle College eigentlich nur eines will: unsichtbar bleiben. Doch dann wird ihr Name bei der Auswahlzeremonie zur Schattengeliebten für einen der beiden Prinzen Loras und Tarabas gezogen. Die tödlichen Prüfungen beginnen.
Doch wer hat ihren Namen ins Losverfahren gebracht?
Warum ist sie so anders als die anderen?
Diese Mischung aus Vampirismus und Magie fand ich extrem spannend und mal was anderes. Lark ist als Protagonistin angenehm tough, nicht auf den Mund gefallen und hat genau die richtige Portion Biss, um sich in dieser feindseligen Welt zu behaupten.
Es gab auch so ein paar Punkte die mich gestört haben. Muss das Mobbing an solchen Elite-Colleges eigentlich immer so unfassbar kindisch sein? Manchmal fühlte sich das Gehabe der Mitschüler eher nach Sandkasten als nach blutrünstigem Vampir-Adel an. Ich weiß man erwartet so ein Drama an solchen Colleges. Aber in dem Buch ist ja eigentlich davon die Rede, dass jedes Alter an dieses College geht, sobald man zum Vampir wird, meiner Meinung nach war es dadurch zu viel Drama und Body-Shaming. Diese Diskrepanz zwischen der düsteren Welt und dem teils albernen Verhalten hat für mich leider etwas an der Glaubwürdigkeit gekratzt. Manchmal hat mir bisschen was gefehlt. Es gab zudem viele gute Ideen die aber nur oberflächlich blieben.
Drei Männer und ein Schicksal… Was mir richtig gut gefallen hat, sind die verschiedenen Perspektiven. Es bleibt nicht nur bei Lark, sondern wir dürfen auch in die Köpfe der zwei Prinzen: Loras und Tarabas schauen. Und dann ist da noch Payne, ein weiterer Charakter, der das Gefüge noch mal interessanter macht. Diese unterschiedlichen Sichtweisen machen die Handlung deutlich vielschichtiger und man fragt sich ständig: Wer spielt hier eigentlich welches Spiel und wem kann man trauen? Die Dynamik zwischen den Brüdern Loras und Tarabas ist dabei besonders reizvoll, da sie zwei völlig unterschiedliche Pole verkörpern.
Man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Schreibstil von Christina Rain ist locker, leicht und hat eine enorme Sogwirkung. Man merkt gar nicht, wie die Kapitel verstreichen ich würde es als ein klassisches „Nur-noch-ein-Kapitel“-Buch beschreiben. Auch bekommen wir Leser sehr viel spice. Er ist wirklich gutgeschrieben, ansprechend dosiert und fügt sich stimmig in die Geschichte ein, ohne die eigentliche Handlung komplett zu überlagern. Es knistert an den richtigen Stellen und die Spannung zwischen Lark und ihren "Gegenspielern" ist greifbar.
Fazit: Ein fesselnder Auftakt, der vor allem durch das rasante Tempo und die interessante Magie-Vampir-Mischung punktet. Wer über das teils kindische Verhalten am College hinwegsehen kann und Lust auf eine ordentliche Portion Vampire, gut geschriebenen Spice und royale Machtspiele hat, wird hier gut unterhalten. Ein solider Reihenstart, der neugierig auf die weitere Entwicklung von Lark macht. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen.

3,5 ⭐️

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2026

Wen die Blutmotte ruft

Blackspell
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Ein atmosphärischer Dark-Academy-Auftakt, der mich trotz schöner Welt nicht ganz überraschen konnte.
Düstere Vibes & Optik-Liebe man muss es einfach sagen: Das Buch ist ein echtes Schmuckstück. Die Blutmotten ...

Ein atmosphärischer Dark-Academy-Auftakt, der mich trotz schöner Welt nicht ganz überraschen konnte.
Düstere Vibes & Optik-Liebe man muss es einfach sagen: Das Buch ist ein echtes Schmuckstück. Die Blutmotten auf dem Farbschnitt und das Ranken-Design sind wunderschön und fangen die düstere Stimmung perfekt ein. Auch die Grundidee mit dem Hollows Lake und der Wyndhouse Academy hat mich sofort neugierig gemacht. Wer liebt es nicht, wenn hinter alten Mauern dunkle Geheimnisse lauern? Und jaaaa Academy Setting lieben wir.
Die Atmosphäre rund um den Hollows Lake ist herrlich düster und das Magiesystem angenehm unkompliziert. Aber und hier kommen wir zu meinen Kritikpunkten ich empfand manche Verhaltensweisen einfach zu kindisch. Wir reden hier von 18-jährigen Protagonisten. Ich habe dieses Partyspiel gar nicht gefühlt. Das wirkte so gestelzt und deplatziert. Außerdem war Eden teilweise extrem naiv und anstrengend… nun ja. Es passt natürlich in so ein Setting. Aber es hat sich nicht ganz rund angefühlt und sehr erzwungen.
Viele loben das Ende, aber für mich kam der große Twist leider alles andere als überraschend. Es war vieles zu offensichtlich und hat sich schon hunderte Seiten vorher angekündigt. Dadurch wirkte das Finale auf mich sehr konstruiert, als hätte man die Handlung mit Gewalt auf dieses eine Ziel zugesteuert, ohne dass es sich organisch entwickelt hat. Auch das Knistern zwischen Eden und Wolf blieb für mich eher eine Behauptung als ein echtes Gefühl. Da war leider nichts, was mich emotional wirklich abgeholt hat. Bei mir ist der obligatorische Funke nicht ganz übergesprungen. Das Buch hatte seinen Reiz und es hat mich auch unterhalten können, aber leider nicht komplett abgeholt. Es gab die kleinen vormals genannten Dinge die mich am Ende dann doch mehr gestört haben, als überzeugt.
Fazit: Ein recht schöner Roman für zwischendurch der vor allem mit einer düsteren Atmosphäre glänzt, aber leider auch vielen Schwächen in der Charaktertiefe und Logik aufweist. Wer es gerne düster mag und kein Problem mit einer eher vorhersehbaren Handlung hat, wird hier gut unterhalten. Für mich war es okay, aber eben nicht „magisch“.

3,5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Sitzt der Lippenstift noch oder war ein Zombie am Werk?

The Blackgate Invitation
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„Als wir sämtliche Wälzer auf dem Tisch durchgeblättert haben, schweigt Wren eine ganze Weile lang; dabei beißt einer ihrer leuchtend weißen Schneidezähne in die verblassten Reste ihres vormals vollkommenen ...

„Als wir sämtliche Wälzer auf dem Tisch durchgeblättert haben, schweigt Wren eine ganze Weile lang; dabei beißt einer ihrer leuchtend weißen Schneidezähne in die verblassten Reste ihres vormals vollkommenen Lippenstifts.“ (Seite 170)

Optisch ist das Buch ein echter Hingucker, doch inhaltlich ist es eine zähe und teilweise wirre Angelegenheit. Hier spürt man magische Ansätze, welche leider auf der Stelle treten, gepaart mit einem erzwungenen Schreibstil der viel Können zeigen möchte.

Der Job klang eigentlich leicht: Die Schwestern Ruby und Wren sollten für einen Abend die Enkeltöchter der exzentrischen Mrs. Blackgate spielen, ein harmloses Schauspiel während eines Dinners im legendären Hegemony Manor. Doch aus dem prunkvollen Abend wird schnell ein Albtraum. Die Schwestern finden sich in einer klassischen Locked-Room-Situation wieder. Das Herrenhaus ist verschlossen, ein Geist hat einen tödlichen Wettkampf ausgerufen und alle anderen Gäste sind dazu noch mächtige Hexen. Mittendrin Ruby, die versuchen muss, die Rätsel zu lösen, während sie dem undurchsichtigen Elementarmagier Auden besser nicht trauen sollte.
Wie würde man sich als einziger Nichtmagier unter einem Haufen Magier fühlen?
Was wenn man dann noch sein Herz an einen von ihnen verliert?

Zunächst möchte ich die Optik loben. Das Cover und der Farbschnitt sind ein absoluter Hingucker und passen hervorragend zur magischen Thematik. Den Schreibstil empfand ich als anstrengend und aufgesetzt. Es sind schöne Sätze keine Frage, viele Verschachtelungen und Beschreibungen. Die Autorin verliert sich teilweise dabei in unwichtigen Details. Meiner Meinung nach liegt dabei auch oft dabei der Fokus darauf wie perfekt oder nicht mehr perfekt der Lippenstift sitzt. Außerdem wurde unglaublich viel über Magie gesprochen, aber gefühlt kaum echte Magie gewirkt, es war mehr ein „Erzählen“ als ein wirkliches „Erleben“.
Die Charaktere hatten zwar Potenzial, blieben für mich aber wenig greifbar. Besonders die Liebesgeschichte wirkte auf mich nicht authentisch, das nötige Knistern wollte einfach nicht überspringen. Zudem machte es die hohe Anzahl an Figuren und Namen schwer, den Überblick zu behalten, wer zu welcher magischen Linie gehört. Mir ist keiner nennenswert in Erinnerung geblieben, ihre Motive waren nicht immer klar und es wirkte nicht ganz rund dadurch.

Weshalb nur 2,5 Sterne?
Obwohl das Setting eines uralten Herrenhauses perfekt für eine spannende Familiensaga oder einen Krimi wäre, fühlte sich hier alles sehr eingeengt an. Die Handlung trat streckenweise auf der Stelle und verlor sich in ellenlangen Dialogen. Ein absoluter Stilbruch und wild waren für mich die Zombies, die plötzlich auftauchten. Sie passten für mich einfach nicht ins restliche Worldbuilding und wirkten deplatziert. Man kann zwar eigene Theorien entwickeln, doch die Geschichte liefert oft zu wenig Klarheit, was das Miträtseln eher frustrierend macht. Ich hatte ehrlichweise auch gar keine Lust mit zu rätseln, weil alles so in die Länge gezogen wurde. Jedes Gespräch wurde nahezu zelebriert und verlor sich in Belanglosigkeiten. Dadurch verging mir schnell die Lust an der Geschichte und ihrer Auflösung.

Fazit: Ein interessanter Mix aus Magie und Rätseln mit einem unerwarteten Twist am Ende, der leider durch eine zähe Erzählweise und eine unübersichtliche Handlung ausgebremst wird. Wer eine dichte Atmosphäre und greifbare Magie sucht, wird hier leider enttäuscht. Ich möchte das Buch an dieser Stelle nicht weiterempfehlen, aber wer mag, liest auf eigene Gefahr selbst…

2,5⭐️

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Wo die Stille Tiefe hat: Eine Begegnung mit den „Biomen der Meere“

Biome der Meere
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Biome der Meere ist ein Sachbuch, das man nicht einfach liest, man betritt es und lässt sich in eine noch sehr unerforschte Welt entführen. Es spricht zuerst die Augen an, verführt über das Visuelle und ...

Biome der Meere ist ein Sachbuch, das man nicht einfach liest, man betritt es und lässt sich in eine noch sehr unerforschte Welt entführen. Es spricht zuerst die Augen an, verführt über das Visuelle und erreicht dann leise den Verstand. Die Illustrationen sind das Herz dieses Buches, machen es ganz klar aus: farbgewaltig, träumerisch und wunderschön. Sie tragen eine spürbare künstlerische Freiheit in sich und verzichten bewusst auf strenge naturgetreue Abbildung. Dadurch geht zwar ein Teil der zoologischen Exaktheit verloren, doch es entsteht etwas anderes, eine eigene, bildmächtige Sicht auf die Welt der Meere.
Diese Bilder laden zum Träumen ein. Sie öffnen Türen zu einer Welt, die vielen verborgen bleibt und entfalten eine gewisse Neugierde und Entdeckerlust. Man blättert, man verweilt, man liest nicht hastig, sondern konsumiert die kleinen Häppchen Fakten, die sich zwischen Farben und Formen entfalten.
Ein Kritikpunkt habe ich jedoch, weshalb ich nur auf 4 Sterne komme. Die Schrift ist stellenweise auf sehr hellem Hintergrund gesetzt und dadurch schlecht lesbar. Sie verblasst fast in der Farbenpracht der Seiten und geht verloren, wo sie eigentlich tragen sollte. Ein Sachbuch darf schön sein, aber es muss auch lesbar bleiben. Ich verstehe den gestalterischen Wunsch, keine harten Kästen oder dominanten Schriften einzusetzen. Dennoch darf Ästhetik nicht auf Kosten der Zugänglichkeit erzwungen werden.
Inhaltlich trifft das Buch genau in mein Biologinnen-Herz. Es sind die ökologischen Zusammenhänge, die feinen Anpassungen der Meeresbewohner an Druck, Dunkelheit und Strömung, die hier fast zärtlich seziert werden. Biome der Meere richtet sich zwar an junge Leser, bleibt aber auch für Erwachsene spannend. Es ist kein trockenes Rezipieren von Fakten, sondern ein ruhiges, neugieriges Entdecken (pädagogisch wertvoll würde wohl so mancher Lehrer flüstern).
Man liest dieses Buch nicht, um Wissen zu besitzen, sondern um die Mechanik des Lebens unter dem Wellenschlag zu bewundern. Die ökologischen Zusammenhänge werden nicht einfach aufgelistet, sondern in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit spürbar gemacht. Hier werden die extremen Nischen sichtbar, die das Leben erzwingt, wie Strömungen Schicksale bestimmen und wie fragil die Architektur der Unterwasserwelt eigentlich ist.
Das Glossar erachte ich als besonders wertvoll, viele biologische Fachbegriffe werden hier kurz und klar erklärt. Letztendlich ist es eine überzeugende Auswahl von Fakten, die klug gesetzt wurden. Auch Kenner können hier noch Momente zum Staunen entdecken.
Biome der Meere ist ein Sachbuch, das Wissen vermittelt, ohne es aufzuzwingen, eher leise, ästhetisch und nachhaltig. Ein Buch, zu dem man gern immer wieder zurückkehrt.


⭐️⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Fiebertraum

Regents
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Ich weiß nicht was das war?
Das Buch hat sich wie ein Fiebertraum gelesen.
Die Regents konnte ich null auseinanderhalten und es war kein Plot vorhanden.
Alles war so verworren, seltsam und völlig unstrukturiert.
Was ...

Ich weiß nicht was das war?
Das Buch hat sich wie ein Fiebertraum gelesen.
Die Regents konnte ich null auseinanderhalten und es war kein Plot vorhanden.
Alles war so verworren, seltsam und völlig unstrukturiert.
Was habe ich da bitte gelesen????

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