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Veröffentlicht am 02.12.2019

Schutzpatrone - Brillant

Schutzpatrone
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Schutzpatrone, von Rudolf Trink

Cover:
Klasse gemacht und passt sehr gut zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Regio-Krimi, in und um Wien.

Der pensionierte Wiener Kriminalist Rumpler, Katzenfreund und ambitionierter ...

Schutzpatrone, von Rudolf Trink

Cover:
Klasse gemacht und passt sehr gut zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Regio-Krimi, in und um Wien.

Der pensionierte Wiener Kriminalist Rumpler, Katzenfreund und ambitionierter Hobbykoch, wird von seinem ehemaligen Kollegen um Unterstützung gebeten.
Bei einer Serie von Morden an Obdachlosen treten diese auf der Stelle. Es gibt keine Zeugen, und wenn dann reden sie nicht.
Rumpler hatte zu seinen Dienstzeiten immer einen guten Draht zu dieser Szene und so hoffen sie, dass er mehr in Erfahrung bringen kann.
Rumplers Recherchen führen ihn ins Waldviertel, und plötzlich ist er selber in Lebensgefahr.

Meine Meinung:
Ein toller Krimi, ich bin restlos begeistert.

Der Einstig gelingt hier mühelos. Durch die tolle Schreibweise, bin ich sofort mitten im Geschehen. Der Autor versteht es mich zu packen, indem er die Szene der Mordopfer gut einfängt und beschreibt.
Die einzelnen Protagonisten haben alle so ihre Ecken und Kanten.
Der Handlung konnte ich sehr gut folgen und habe gedanklich mit ermittelt und mit gerätselt.
Der Spannungsbogen wird mit jeder neuen Erkenntnis von Rumpler weiter ausgebaut und bis zum Schluss hoch gehalten, alles erscheint logisch und passt wie ein Puzzle zusammen.

Ganz besonders klasse sind die vielen kleinen Anekdoten und Detail über Wien (und das gute bodenständige Essen), die super eingestreut sind, ohne die Handlung zu überfrachten oder zu stören. Auch der Dialekt isst prima eingebaut und macht das ganze rund und authentisch.
Rumpler ist ein absolut liebenswerter Charakter, der das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Am Schluss wird es dann auch noch so richtig emotional und ich hatte einen richtig dicken Kloß der Rührung im Hals.

Autor:
Rudolf Trink 1954 in Wien geboren, pensionierter leitender Angestellter im Finanzbereich, hat nach dem 2018 erschienenen Kriminalroman Kugelwechsel mit Schutzpatrone seinen zweiten Kriminalroman herausgebracht.

Mein Fazit:
Ein super spannender Krimi. Brillant aufgebaut und erzählt.
Ein absolutes High Light und von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.11.2019

Die Schuld jenes Sommers

Die Schuld jenes Sommers
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Die Schuld jenes Sommers, von Katherine Webb

Cover:
Sehr schön und passend, genau hier kann ich mir die Protagonisten vorstellen.

Inhalt:
Zwei Zeitebenen: einmal 1942, dann 1918.
Handlungsart: Bath in ...

Die Schuld jenes Sommers, von Katherine Webb

Cover:
Sehr schön und passend, genau hier kann ich mir die Protagonisten vorstellen.

Inhalt:
Zwei Zeitebenen: einmal 1942, dann 1918.
Handlungsart: Bath in England.

Nach einem Bombenangriff 1942 in Bath, wird das Skelett eines Kindes zu tage gefördert das vor 24 Jahren spurlos verschwunden ist.
Es war Frances beste Freundin Wyn.
Frances ist fassungslos. Denn ausgerechnet bei diesem Bombenangriff, verschwindet der kleine Davy, auf den Frances aufpassen sollte.
Von diesen beiden Ereignissen zerrissen, und einem eigenen unergründlichen Schuldgefühl bis ins tiefste erschüttert, versucht Frances den Jungen zu finden und herauszufinden was damals wirklich passiert ist.

Meine Meinung:
Bei dieser Geschichte ist eine traurige und beängstigende Atmosphäre während des ganzen Buches zu spüren.
Es entwickelt sich relativ ruhig und unaufgeregt, ohne große Höhen und Tiefen, das ganze Drama und die unglaubliche Tragik habe ich erst am Ende überblicken können.
Am Anfang und in der Mitte, dreht sich vieles im Kreis und es gibt ausschweifende Beschreibungen und sehr viel Details, die mit oft zu viel waren und es mir stellenweise (beim Lesen) zäh und langatmig vorkommen ließen.
Doch je weiter man liest desto spannender entwickelt sich die Geschichte, es wird zum Krimi.

Die Suche nach der Wahrheit, nach der eigenen, verdrängten Schuld (?), steht im Mittelpunkt, und hier wird es dann geheimnisvoll und spannend.

Wie bei einem Puzzle findet Frances Teil für Teil heraus, findet schmerzhaft Erinnerungen und Beweise.

Autorin:
Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im ländlichen Hampshire auf und studierte Geschichte an der Durham University. Heute lebt sie in der Nähe von Bath, England

Mein Fazit:
Ein Roman der eher ruhig beginnt, dessen unglaubliche Tragik (von mir) erst am Ende ganz zu fassen und zu verstehen war.
4 Sterne.




Veröffentlicht am 29.11.2019

Agnes und der Engel

Agnes und der Engel
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Agnes und der Engel, von Anne Lay

Cover:
Ein Foto einer realen Statue, die seit über 100 Jahren in Schöppingen (Handlungsort) steht.

Inhalt:
Zeit: 1649.
Während eines heftigen Unwetters ist ein schweigsamer ...

Agnes und der Engel, von Anne Lay

Cover:
Ein Foto einer realen Statue, die seit über 100 Jahren in Schöppingen (Handlungsort) steht.

Inhalt:
Zeit: 1649.
Während eines heftigen Unwetters ist ein schweigsamer Fremder gezwungen in einem Gasthaus in Schöppingen, Quartier zu nehmen.
Er will nicht erkannt werden! Warum?
Und welche Rolle spielt hier die stumme Magd Agnes?

Meine Meinung:
Eine wunderbare historische Kurzgeschichte (auf knapp 30 Seiten).

Es gibt einen historischen Ausgangspunkt (eine wahre Begebenheit im 30jährigen Krieg) von dem aus die Autorin, ganz geschickt diese fiktive Geschichte entwickelt.
Mit wenigen einfühlsamen Worten schafft, sie es mich zu berühren und in die Geschichte zu ziehen.

Dank der schönen Schreibweise kann ich gut mit Agnes fühlen und mich in das Ganze hineinversetzen.

Ich finde die Story hätte das Potential für einen längeren Roman gehabt, den ich gerne gelesen hätte.

Autorin:
Anne Lay ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Sie arbeitet als Lehrerin im Bergischen Land (NRW).
Die Begeisterung für Geschichten begleitete Anne Lay schon früh durchs Leben. Mit der historischen Kurzgeschichte „Agnes und der Engel“ gelang ihr eine erste Veröffentlichung in der Wettbewerbsanthologie „Engel, Hexen, Wiedertäufer - Historische Geschichten aus dem Münsterland“.

Mein Fazit:
Eine klasse historische Kurzgeschichte, bei der das Wort „kurz“ leider stimmt. Ich hätte gerne mehr von der Geschichte und den Charakteren gelesen.
Abgesehen davon, dass es mir zu kurz war, vergebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.11.2019

Ira- Zorn des Taaffeits

Ira
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Ira
Zorn des Taaffeits, von Alexandra Schmidt

Cover:
Schön, aber austauschbar und für mich kein Bezug zum Inhalt des Buches.

Inhalt:
Der 36 jährige Tewes wird entführt.
Sein Vater weiß einiges über die ...

Ira
Zorn des Taaffeits, von Alexandra Schmidt

Cover:
Schön, aber austauschbar und für mich kein Bezug zum Inhalt des Buches.

Inhalt:
Der 36 jährige Tewes wird entführt.
Sein Vater weiß einiges über die Entführer, hüllt sich aber in Schweigen.
Edda die Cousine, eilt sofort herbei, wurde sie doch als Kind in die Familie aufgenommen da ihre Eltern beide kurz nacheinander starben.
Auch der älteste Sohn Gunnar ist sofort zur Stelle und gemeinsam mit Edda ermitteln sie auf eigene Faust.
Dabei werden viele Erinnerungen an ihre Kindheit wach und die Entführung hat mehr mit Edda zu tun als diese weiß.

Meine Meinung:
Ein mysteriöser Entführungsfall, der weit in die Vergangenheit zurückreicht und irgendwie eine Aufarbeitung von „Familienproblemen“ mit einbaut.
Soweit ganz interessant.

Aber mir ist die Art wie das Ganze von statten geht viel zu konstruiert und unglaubwürdig. Der Schreibstil ist relativ einfach.
Die ganzen Handlungen und Reaktionen, sowohl von „Täter“ als auch von „Opfer“ sind mir zu unwirklich. Deshalb kam bei mir auch kaum Spannung auf und die Charaktere wirkten auf mich nicht authentisch. Ich konnte mit keinem irgendwie „warm“ werden.

Insgesamt blieben mir am Schluss auch zu viele Fragen offen und es gab etliche Ungereimten.

Autorin:
Alexandra Schmidt wurde 1990 geboren und studierte Geisteswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie lebt mit ihrem Partner im Sauerland, doch sobald das Heimweh zu stark wird, kehrt sie sin ihre Heimat Ostfriesland zurück, wo sie sich den kulinarischen Spezialitäten widmet.

Alexandra schreibt bevorzugt Geschichten über die Tücken des Schicksals, affektive Grausamkeit in Alltagssituationen und stellt dabei die dünnen Grenzen zwischen "Gut" und "Böse" dar.

Mein Fazit:
Eine interessante Story, aber in der Umsetzung fehlt mir Spannung und das Ganze ist mir zu konstruiert und unwirklich aufgebaut.
Von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 25.11.2019

Herz im Schneegestöber

Herz im Schneegestöber
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Herz im Schneegestöber, von Anna Fischer

Cover:
Auf so einem Schlitten sitzen die zwei Hauptprotagonisten zwar nie, aber das romantische Cover passt trotzdem.

Inhalt:
Die Umweltaktivistin Josie ist auf ...

Herz im Schneegestöber, von Anna Fischer

Cover:
Auf so einem Schlitten sitzen die zwei Hauptprotagonisten zwar nie, aber das romantische Cover passt trotzdem.

Inhalt:
Die Umweltaktivistin Josie ist auf dem Weg zu ihrer Familie um Weihnachten mit ihnen zu verbringen.
Der Reichen-Finanzmanager Adam ist auf dem Weg zu einem ultra wichtigen Geschäftstermin.
Als beide aufeinander treffen kollidieren hier Weltanschauungen!

Da legt ein Jahrhundert-Schneesturm den gesamten Flugverkehr lahm.
Um schnellstmöglich an ihr Ziel zu kommen schließen die Zwei einen Waffenstillstand und ein Roadmovie, vom Schneesturm gelenkt, beginnt.

Meine Meinung:
Eine wunderbare Liebesgeschichte, die zwar zum Schluss mal kurz fast zu dick aufträgt, aber so voller Spontanität, unglaublicher Zufälle, schicksalhafter Unwägbarkeiten und Missgeschicke gefüllt ist, dass ich immer denke, jetzt kann es ja wohl nicht mehr schlimmer kommen…. Und dann gibt es doch wieder eine Schippe drauf.
Das Schicksal scheint sich wirklich gegen die Zwei (Josie und Adam) verschworen zu haben.
Dieses Roadmovie, vom Schneesturm gelenkt, ist so unglaublich klasse, voller Emotionen, Wärme, Humor und Abenteuer (bis hin zur Lebensgefahr), dass ich beim Lesen einfach überwältigt wurde.

Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte – aber nicht nur zur Weihnachtszeit klasse zu lesen.

Autorin:
Der Name »Anna Fischer« ist eine Liebeserklärung an ihre verstorbene Mutter und steht für Liebesromane mit Seele, Herz und einer ordentlichen Portion Humor.
Anna Fischer möchte Geschichten erzählen, um die Welt vielleicht ein kleines bisschen zum Positiven zu verändern. Sie sollen ihre Leser zum Lachen, Weinen und Träumen bringen, sie motivieren, ihre Wünsche anzugehen und Vertrauen in sich selbst zu fassen. Oder auch nur helfen, die Alltagssorgen für ein paar Stunden zu vergessen.


Mein Fazit:
Eine herrliche Liebesgeschichte, als Roadmovie verpackt, mit ganz viel Ausstrahlung. Voller Emotionen, Wärme, Humor und Spannung.
Ich wurde aufs Beste unterhalten.
Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.