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Veröffentlicht am 18.01.2019

Liebe, Tod und Tofu

Liebe, Tod und Tofu
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Liebe, Tod und Tofu, von Margot Jung

Cover:
Gefällt mir, erinnert mich ein bisschen an Comic.

Inhalt:
Fernsehköchin Francesca sitzt in einem Berghotel fest, das durch einen Murenabgang von der Außenwelt ...

Liebe, Tod und Tofu, von Margot Jung

Cover:
Gefällt mir, erinnert mich ein bisschen an Comic.

Inhalt:
Fernsehköchin Francesca sitzt in einem Berghotel fest, das durch einen Murenabgang von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Zu ihrer Überraschung sind noch ihr italienischer Noch-Ehemann, Gianluca mit seiner veganen Freundin Jacqueline und die ehemaligen Fußballerkollegen, die dort einen Geburtstag feiern wollen, mit eingeschlossen.
Als dann der erste Mord geschieht, kippt die Stimmung.
Es kommen viele Rivalitäten ans Licht und die alternden EX-Fußballer sticheln und zicken, wie ein giftiger Hühnerhaufen. Es wird manipuliert, gelogen und denunziert, was das Zeug hält.
Dazu passt die vegane Jacqueline, wie die Faust aufs Auge.

Meine Meinung:
Ein toller Schreibstil mit klasse Humor und viel Wortwitz.
Die Charaktere sind individuell und ich finde sehr realistisch.
Francesca ist sehr taff und mir echt sympathisch.

Der Dorf-Polizist Adam, ist dann die „Lachnummer“. Aber auf eine so tolle Art, dass er einfach dort mitten in den aufgeschreckten Haufen gehört.

Es gibt im Krimi zwar drei Tote aber diese Verbrechen werden nicht als blutrünstige Gräueltaten dargestellt.
Die Handlung ist durchdacht und plausibel, das Ende passend und stimmig.

Im Anhang gibt es noch leckere Rezepte von Francesca.

Autorin:
Margot Jung, geboren 1977, lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern zwischen den bayerischen Metropolen München und Augsburg. Bereits mit 15 schrieb sie an ihrem ersten Roman. Doch leider endeten die Sommerferien vor Fertigstellung.

Mein Fazit:
Ich wurde von dieser spannenden Mischung aus Krimi und Humor hervorragend unterhalten.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.01.2019

Wir träumten vom Fliegen

Wir träumten vom Fliegen
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Wir träumten vom Fliegen, von Leah Maschek,

Cover:
Das Cover zeigt eine Flugmaschine von den Anfängen der Fliegerei, ja waren schon Pioniere.

Meine Meinung:
Leider bin ich etwas enttäuscht vom Inhalt.
Ich ...

Wir träumten vom Fliegen, von Leah Maschek,

Cover:
Das Cover zeigt eine Flugmaschine von den Anfängen der Fliegerei, ja waren schon Pioniere.

Meine Meinung:
Leider bin ich etwas enttäuscht vom Inhalt.
Ich hatte mich so auf die vielen Gedanken und Anfänge dieser Pioniere gefreut. Denn heute noch steige ich voller Ehrfurcht in ein Flugzeug und wundere mich darüber dass diese Kolosse fliegen.

Aber wie waren die Anfänge, vor allem emotional?
Welche Träume, welcher Antrieb steckte dahinter?
Wie die ersten Schritte?
Welche Widerstände und welchen Hohn mussten die Pioniere, allen voran die Lilienthals einstecken?

Doch in der Geschichte wird mir zu viel „fabuliert“ es ist zu viel Fiktion (das geht mir dann schon in den Fantasy Bereich), und der Rest der Geschichte dreht sich immer wieder nur im Kreis und ist Wiederholung.

Es gibt ein paar schöne Illustrationen im Buch.

Ich denke, die Autorin wollte was neues wagen/schreiben, und es wird bestimmt Leser geben denen das Buch gefällt.

Autorin:
Leah Maschek ist Autorin und kommt aus Bayern. In ihrer Freizeit spielt sie Klavier und Gitarre, komponiert Lieder und malt Bilder. Bücher zu schreiben ist dabei nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Leidenschaft.

Mein Fazit:
Für mich nur eine winzige Sequenz in der tollen Geschichte der Pionierzeit des Fliegens.
Der Rest ist mir zu verwirrend und zu „fantastisch“ im Sinne von Fantasy.
Das Buch, mit seinen 88 Seiten, konnte mich leider nicht überzeugen, bin damit nicht warm geworden.

Veröffentlicht am 16.01.2019

Unglückskeks

Unglückskeks
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Unglückskeks, von Ella Danz

Cover:
Ich hätte in der Buchhandlung nicht unbedingt nach dem Buch gegriffen.
Ein Teil der Handlung hat zwar etwas mit dem chinesischen zu tun, aber das wäre mir nicht so wichtig ...

Unglückskeks, von Ella Danz

Cover:
Ich hätte in der Buchhandlung nicht unbedingt nach dem Buch gegriffen.
Ein Teil der Handlung hat zwar etwas mit dem chinesischen zu tun, aber das wäre mir nicht so wichtig um auf das Cover zu kommen.

Meine Meinung:
Der Einstig ist gut gemacht.
Es gibt zwei Handlungen, die sich dann relativ schnell überschneiden, bei denen die Beteiligten aber nicht ahnen, dass sie zu dem selben Fall gehören.

Erstens ist da Marlene und Sophie, die sich in dem Häuschen ihrer Tante erholen.
Sophie kann sich nach einer schweren Kopfverletzung nur schwer mitteilen, doch vor irgendetwas hat sie Angst. Es gibt auch immer mehr beängstigende Zwischenfälle, so dass Marlene sogar zur Polizei geht, diese aber keinen Handlungsbedarf sieht.

Zweitens hat Kommissar Georg Angermüller ein Rätsel um einen toten Chinesen zu lösen, der auf die Schienen gelegt wurde, bei dem es sich aber eindeutig um Mord handelt.
Privat sehr in Anspruch genommen, kommt kaum Bewegung in den Fall.

Der Mittelteil ist etwas zäh und wir als Leser ahnen wohl bald in welcher Richtung die Täter zu suchen sind.

Das Ende bringt dann noch eine kleine Überraschung (für mich jedenfalls).

Gute Küchen und Kochen in Krimis wird ja immer beliebter, hier ist es mir aber eindeutig zu viel.

Autorin:
Ella Danz, gebürtige Oberfränkin, lebt seit ihrem Publizistikstudium in Berlin. Außerdem wird in ihren Büchern stets ausgiebig gekocht und gegessen sowie das Zusammenleben ihrer Protagonisten mit Genuss und Ironie durchleuchtet. Ella Danz ist aktiv bei Slow Food und sie hat Kommissar Georg Angermüller erfunden, einen sympathischen Oberfranken im Lübecker Exil, der nicht nur gegen das Verbrechen, sondern auch gegen schlechtes Essen kämpft

Mein Fazit.
Ein solider Krimi der, der zwar im Mittelteil etwas langatmig wird, der mich aber soweit gut unterhalten hat.
Von mir 3,5 Sterne (die ich mathematisch auf 4 erhöhe).

Veröffentlicht am 14.01.2019

Fünf Tage im Mai

Fünf Tage im Mai
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Fünf Tage im Mai, von Elisabeth R. Hager

Schutzumschlag, Buchdeckel:
Der Schutzumschlag ist mir viel zu unauffällig, auch irgendwie altbacken.
Der Buchdeckel gefällt mir von seiner Haptik her sehr gut ...

Fünf Tage im Mai, von Elisabeth R. Hager

Schutzumschlag, Buchdeckel:
Der Schutzumschlag ist mir viel zu unauffällig, auch irgendwie altbacken.
Der Buchdeckel gefällt mir von seiner Haptik her sehr gut und hat mich beim auspacken an Holz erinnert. Nun nachdem ich das Buch gelesen habe wird mir erst bewusst wie hervorragend dies gewählt wurde.

Meine Meinung:

Ein unglaubliches Buch!

8.Mai 1986, 16. Mai 1996, 30. Mai 1998, 15. Mai 2004,18. Mai 2004.
Das sind die Eckdaten, anhand von denen diese Geschichte erzählt wird.
Es beginnt mit der 7jährigen Illy und dem 82jährigen Urgroßvater Tat`ka (Väterchen). Es ist der Tag der „Ersten Hl. Kommunion“ für Illy. Und schon hier wird deutlich welch unsichtbares und von tiefer Liebe geprägte Band zwischen Illy und ihrem Uropa besteht.
Beim zweiten Datum war ich kurz enttäuscht und dachte, das wird nun eine Aneinanderreihung von kleinen Lebensabschnitten.
Doch schon das dritte Datum brachte dann die totale Wende und das Buch hatte mich total gefangen.
Ein furchtbares Erwachen nachdem die rosarote Brille der ersten Verliebtheit sich klärt und das „andersartige und exotische“ als das hässliche und traurige zeigt, das es wirklich ist.
Illy findet keinen Halt mehr im Leben, aber Tat´ka, ein Mann der sich nicht verbiegen lässt ist mit seiner überfließenden Liebe im richtigen Moment immer für sie da.

Ich kann nur sagen ich bin hin und weg.
Da wurden nur 5 Tage beschrieben und ich wurde emotional total überwältigt.

Der Schreibstil ändert sich im Laufe des Buches.
Als Illy noch ein Kind ist, ist er voller Humor und Lachen, dann voller Liebe, gegen Ende ist bohrender Schmerz. Doch die Wärme und die tiefen Gefühle sind immer zu spüren.

Hier noch zwei Textstellen um die Brillanz des Schreibstils zu zeigen.

-Unsere Laute waren Putzlappen, mit denen wir vergeblich versuchten, unseren Schmerz aufzuwischen.

-Andere Gesichter hatten mehr Mühe mit dem Schmerz, etwa das von Tat´kas Freund Ernstl, der sichtlich getroffen in seinem Rollstuhl saß und trotzdem gequält lachte. Die Trauer strich über die Falten, die der Schmerz vorgestanzt hatte. Viele der Jungen, Behüteten, Gesunden hatten noch keinen Ausdruck dafür. Unsicher ruckelten ihre Gesichtszüge hierhin und dorthin auf der Suche nach einer Position.

Ja, ich hätte gerne mehr gelesen.

Autorin:
Elisabeth R. Hager, geb. 1981, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter zwischen Neuseeland, Berlin und Tirol.

Mein Fazit:
Ein Buch das mich total überrascht und überzeugt hat.
Am Ende hatte ich einen dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen, war aber seltsamerweise glücklich und erleichtert.
Es wurden nur 5 Tage beschreiben: und ich war emotional total angefüllt und hatte das Gefühl einen unglaublich fantastischen Menschen kennengelernt zu haben.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 Sterne

Veröffentlicht am 13.01.2019

Die uns lieben

Die uns lieben
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Die uns lieben, von Jenna Blum

Cover:
In dem Kind ist eine tiefe Unsicherheit zu spüren.

Inhalt:
Trudy ist Geschichtsprofessorin in Amerika mit deutschen Wurzeln.
Ihre Mutter Anna, verheiratet mit Jack, ...

Die uns lieben, von Jenna Blum

Cover:
In dem Kind ist eine tiefe Unsicherheit zu spüren.

Inhalt:
Trudy ist Geschichtsprofessorin in Amerika mit deutschen Wurzeln.
Ihre Mutter Anna, verheiratet mit Jack, verliert kein Wort über die Vergangenheit im Nazi-Deutschland.
Doch es gibt ein verstörendes, geheimes Souvenir: ein Familienporträt, auf dem Anna und ihre kleine Tochter gemeinsam mit einem Nazi-Offizier zu sehen sind.

Meine Meinung:
Ein tief ergreifender Roman, in dem u.a. die Situation im Krieg aus der Sicht einer jungen Frau, die sich alleine um ihr Kind sorgen muss erzählt wird.
Der ganze Irrsinn dieses Krieges, das ganze Leid, egal auf welcher Seite, egal wer Opfer oder Täter ist, kommt zum Vorschein.
Auch warum mancher Menschen weggeschaut haben, oder wer wann und warum zum Täter wurde.
Auch die unterschiedlichen Arten wie mit der Schuld umgegangen wurde, wird beschrieben.
Ich habe mich mehr als einmal gefragt, wie hätte ich mich verhalten, wie viel hätte ich ertragen?

Nicht so gut klar gekommen bin ich mit dem Schreibstil und teilweise der Wortwahl. Ich empfand es als holprig, etwas altbacken und zu gewollt, oft zu pathetisch, was ich dann völlig fehl am Platz fand.
Es wurde viel in der 3. Person erzählt: hat gesagt, ist gegangen, das brachte mir zu viel Distanz und Kälte in die Geschichte. (Vielleicht war das ja auch gezielt so gewollt.)
Es gibt auch einige Situationen die irgendwie einfach nicht erklärt werden und plötzlich ist eben etwas so.

Auf jedenfall eine etwas andere Sicht auf diese Zeit.

Autorin:
Jenna Blum, geboren 1970, unterrichtet kreatives Schreiben und ist Mitarbeiterin verschiedener Zeitschriften. Ihre deutschen und jüdischen Wurzeln brachten sie auf die Frage, wie sie selbst sich zu Zeiten des Nazi-Regimes verhalten hätte. So entstand ihr beeindruckendes Debüt „Die uns lieben“.

Mein Fazit:
Eine interessante Geschichte, die bestimmt teilweise so gewesen sein könnte. Der Schreibstil hat mir allerdings das Lesevergnügen etwas genommen.
Deshalb gute 3 Sterne.