Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2018

Sanft und anders

Sanft und anders
0

Sanft und anders, von Margarete van Marvik


Cover:
Sehr passend, sanft und melancholisch: denn bei genauerem betrachten erkennt man, hier wurde jemand tief verletzte.

Inhalt:
Gedichte, Gedanken, Geschichten, ...

Sanft und anders, von Margarete van Marvik


Cover:
Sehr passend, sanft und melancholisch: denn bei genauerem betrachten erkennt man, hier wurde jemand tief verletzte.

Inhalt:
Gedichte, Gedanken, Geschichten, wirklich ganz anders.

Meine Meinung:
Dieses kleine Büchlein, mit seinen gerade mal 50 Seiten, hat es in sich.
Die Gedichte sind sehr unterschiedlich, manche wunderschöne und fließend, andere wieder stockend und holprig. Teilweise habe ich sie mir laut vorgesagt.
Dann kommen wieder welche die sind so voller Wut, ja sogar Hass, dass ich beim Lesen direkt eine Gänsehaut bekomme und ab und zu steckt mir ein Klos im Hals.
Ich denke mir, was hat ein Mensch erlebt, damit er so etwas schreibt?
So viel Trauer, so viel Schmerz!

Die beiden Geschichten sind faszinierend regen zum nachdenken an.
Was ist da passiert?
Was sollen wir zwischen den Zeilen lesen?
Aber trotz allem positivem das ich den Geschichten abringen kann, ist es mir zu „bruchstückhaft“. Es kommt mir vor wie ein Gerüst oder eine Inhaltsangabe die noch ausgearbeitet werden muss.
Die Geschichte mit dem Fischer z.B. ist zwar magisch, aber ich weiß nicht was ich daraus ziehen soll.

Mein Fazit:
Ich denke hier wird das Fenster zu einer persönlichen Hölle einen klitzekleinen Spalt geöffnet um uns einen Blick darauf werfen zu lassen.
Wie soll ich das jetzt mit Sternen bewerten?
Es macht mich traurig (möchte ich nicht jeden Tag lesen), und den Geschichten fehlt etwas (meiner Meinung nach), deshalb gebe ich gute 3 Sterne.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Jahre aus Seide

Jahre aus Seide
0

Jahre aus Seide, von Ulrike Renk

Cover:
Wunderschön nostalgisch und bei den Farben herrlich abgestimmt.

Inhalt:
Krefeld 1926 bis 1938.
Ruth hat eine unbeschwerte und wohl behütete Kindheit und Jugend. ...

Jahre aus Seide, von Ulrike Renk

Cover:
Wunderschön nostalgisch und bei den Farben herrlich abgestimmt.

Inhalt:
Krefeld 1926 bis 1938.
Ruth hat eine unbeschwerte und wohl behütete Kindheit und Jugend. Viel Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer und entdeckt hier ihre Liebe zu Stoffen und zum Nähen.
Doch dann verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Eine ungreifbare Bedrohung schwebt über dem Land.
Als dann die Nazis an die Macht kommen, scheint es für die Juden keine Zukunft mehr zu geben. Der Gedanke ans Auswandern beherrscht alles.
Doch wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wohin sollen sie sich wenden?
Wer nimmt sie auf?

Meine Meinung:
Der Einstig ist mir sehr einfach und schnell gelungen, war sofort mitten drin in der Familie Meyer. Ruths Familie gefällt mir, schnell sind meine Sympathien vergeben.
Ruths Familie ist sehr in Deutschland verwurzelt, sie „leben“ ihren jüdischen Glauben nicht groß aus und sind offen für alles. Karl hilft sogar einem offensichtlichen Nazi aus einer finanziellen Notlage.

Dieses Buch ist der 1. Teil einer Trilogie, und wir werden hier sehr detailliert in das Leben dieser Zeit eingeführt. Wir bekommen hautnah mit wie sich die „Braune“ Gefahr langsam aufbaut, wie die Zweifel und Ängste der jüdischen Bevölkerung immer mehr wachsen, wie sie versuchen am „Normalen“ festzuhalten und die Hoffnung auf bessere Zeiten sie zögern lässt einen endgültigen Schritt zu tun.

Immer wieder bekomme ich Gänsehaut, wenn ich denke was die Menschen erdulden müssen.
Ich als Leser weiß ja was kommt und wie es sich entwickelt, dieses Wissen hatten die Menschen der damaligen Zeit ja nicht. Und ich habe mir so oft beim Lesen gedacht: was würde ich jetzt machen? Nur mit einem Bauchgefühl, einer Ahnung und dem was „geredet“ wird?

Aus der damaligen Sicht war ja die Hoffnung, dass es wieder besser wird viel größer. Und einfach alles aufgeben ist ja auch nicht so einfach.
Und dann kam der Zeitpunkt wo es nicht mehr ging.
Schlimm, wenn man sich sagen muss : ZU SPÄT!

Der letzte Leseabschnitt bringt dann das ganze Leid, die ganze Tragödie dieser Zeit ans Licht.

PS: Das Schriftbild ist angenehm groß, das ist super für mich.

Und das Nachwort rundet das ganze besonders ab und hat (wie eigentlich immer bei der Autorin) ein besonderes Lob verdient.

Autorin:
Ulrike Renk, geb. 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie (und ihren Hunden) in Krefeld.

Mein Fazit:
Ein ganz besonders gelungener Auftakt zur Trilogie einer Familiengeschichte die auf wahren Begebenheiten beruht.
Der ruhige Beginn und die schöne Erzählweise machen die Geschichte um Ruth so authentisch und emotional.
Von mir 5 Sterne.


Veröffentlicht am 28.12.2018

Das Fest der kleinen Wunder

Das Fest der kleinen Wunder
0

Das Fest der kleinen Wunder, von Ulrike Renk

Cover:
Wunderbar passend, die junge Dame mit dem Blick ins ungewisse Ferne.

Inhalt:
Ostpreßen, Winter 1925.
Das Leben auf einem großen Gut in der Provinz, ...

Das Fest der kleinen Wunder, von Ulrike Renk

Cover:
Wunderbar passend, die junge Dame mit dem Blick ins ungewisse Ferne.

Inhalt:
Ostpreßen, Winter 1925.
Das Leben auf einem großen Gut in der Provinz, aus der Sicht der 16jährigen Frederike. Es ist geprägt von den Jahreszeiten und der Natur.
Irgendwie ist alles im Gleichgewicht, die Felder sind abgeerntet und die große Jagd steht an.
Nur Caramell, ihr Lieblingspferd, macht ihr Sorgen!
Frederike hofft so sehr auf ein kleines Weihnachtswunder.

Meine Meinung:
Eine zauberhafte Geschichte um die Familie von Frederike auf Gut Fennusen. Für alle Liebhaber der Ostpreußensage ein Kleinod das wie ein leckeres Sahnebonbon auf der Zunge zergeht.
Aber auch ohne Kenntnisse dieser Saga, ist dies ein wunderbares Buch das ich jedem empfehlen kann.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und mit der wunderbaren Einarbeitung vom Dialekt und lokalen Wörtern und Aussprüchen, ist das ganze so realistisch und authentisch, dass ich mich einfach mit am Tisch in Fennhusen fühle.

Die Geschichte ist besinnlich und regt zum nachdenken an.
Sie zeigt uns einiges über die Zeit von damals.
Aber sie bietet auch einiges zu schmunzeln und lachen.

Autorin:
Ulrike Renk, geb. 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie (und ihren Hunden) in Krefeld.

Mein Fazit:
Für alle Liebhaber der Ostpreußensaga ein Must Have, und für alle anderen eine schöne Zeit zum abtauchen in das Jahr 1925, fernab der Hektik in einem großen Gut in Ostpreußen.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.12.2018

Familie Bollermann feiert Weihnachten

Familie Bollermann feiert Weihnachten
0

Familie Bollermann feiert Weihnachten, von Lena Marta Wandzioch

Cover:
Sehr schön, wie alle Illustrationen im Buch, und von der Autorin selber.

Inhalt
Fünf Geschichten: Vom Advent bis zur Silvesterparty.
Über, ...

Familie Bollermann feiert Weihnachten, von Lena Marta Wandzioch

Cover:
Sehr schön, wie alle Illustrationen im Buch, und von der Autorin selber.

Inhalt
Fünf Geschichten: Vom Advent bis zur Silvesterparty.
Über, bzw. mit den 5 Kindern der Familie.
Besinnlich, lustig und auf jedenfall außergewöhnlich.

Meine Meinung:
Schon auf der ersten Seite habe ich mich in das Buch verliebt!

Die Beschreibung der Familie, mit Illustrationen und kurzen Wesensmerkmalen ist einfach himmlisch.

Dann werden fünf Geschichten erzählt die im Advent mit basteln und Plätzchen backen beginnen. So süß und richtig heimelig.

Ich habe mich viel und gerne an die Zeit erinnert als meine eigenen Kinder klein waren und es bei uns ähnlich ablief.
Man merkt den Geschichten genau an, dass sie einen wahren Kern haben, so realistisch sind sie geschildert (das erfahren wir auch im Nachwort).
Doch genau an dieser Realität habe ich dann manchmal etwas zu „kauen“ gehabt, denn irgendwie, ich kann es schlecht erklären, passt es dann doch nicht immer so ganz(Mark und Pfennig) oder ist mir zu übertrieben (die vier Geschwister nehmen das Baby mit 6 Monaten so einfach mit auf den Weihnachtsmarkt und machen Musik?

Aber ich denke Kinder, die sich darüber keine Gedanken machen, werden die Geschichten und vor allem die Bilder dazu lieben.

Autorin:
Sie wurde 1985 in Münster (Westf.) geboren und wuchs mit vier Geschwistern in einem nahe gelegenen Dorf auf. Schon als Kind lebte sie in einer kleinen Traumwelt und zeichnete und schrieb Geschichten.

Mein Fazit:
Ein schönes Weihnachtsbuch zum Vorlesen und ersten selber lesen.
Die Illustrationen bekommen haushohe 5 Sterne die Geschichten 4 Sterne, ergibt also knappe 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Nr. 13

Nr. 13
0

Nr. 13, von Laura Wulff

Cover + Titel:
Düster, passend für einen Krimi. Und wenn man genau hinsieht erkennt man das alte Gemäuer und die Efeuranken von denen öfters die Rede ist, im Haus Nr. 13.

Inhalt:
Kriminalkommissar ...

Nr. 13, von Laura Wulff

Cover + Titel:
Düster, passend für einen Krimi. Und wenn man genau hinsieht erkennt man das alte Gemäuer und die Efeuranken von denen öfters die Rede ist, im Haus Nr. 13.

Inhalt:
Kriminalkommissar Daniel Zucker – nach einem Freizeitunfall, der ihn an den Rollstuhl fesselt, wieder frisch im Dienst, kämpft darum als vollwertiger Arbeitskollege angesehen zu werden.
Sein Arbeitseifer, mehr aber noch seine Intuition und sein Bauchgefühl bringen ihn immer mehr in den Fokus eines Falls, bei dem, alle Spuren zu dem Haus mit der Nr. 13 führen, in dem Pädophile Straftäter, die ihre Strafe abgesessen haben, wohnen.

Meine Meinung:
Ein unglaublicher Thriller der mit dem Prolog sofort zur Sache kommt.
Keine leichte Kost.
Der Fall nimmt rasant an Fahrt auf und die Spannung steigt ins unermessliche, so dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Wirklich eine tolle Story, alles sehr heikel und ineinander verworren, aber nie so dass man ratlos wäre und den Faden verliert.
Nur am Ende gab es für mich einen Logikfehler und hier war Kommissar Zucker auch ein bisschen schwer von Begriff.

Sehr gut hat es mir hier auch gefallen wir das Privatleben der Protagonisten allen voran das Ehepaar Zucker mit ihren Problemen in die Handlung eingeflochten wurde. Nichts was die Krimihandlung überdeckt oder gestört hätte.

Der Schreibstil war flüssig, rasant und äußerst spannend und hatte genau die richtige Balance zwischen Krimifall und Privatleben.

Nur eins hat mich noch etwas geströmt. Dies ist ja der zweite Band um Kommissar Zucker, und immer wieder wurde Bezug genommen auf den vorherigen Fall und etwas das dort passiert ist, ohne es aber zu erklären.

Mein Fazit:
Nervenkitzel und Hochspannung, sowie Gänsehaut sind hier garantiert. Für die erwähnten Abstriche ziehe ich einen Stern ab, aber es werden immer noch hoch verdiente 4 Sterne.