Die Liebe
Goethe in KarlsbadDa reist Goethe für ein paar Tage Erholung und Milderung von Alterszipperchen nach Karlsbad und bei einem kräftigenden Spaziergang trifft er auf ein junges Paar, welches gerade gemeinschaftlich Suizid ...
Da reist Goethe für ein paar Tage Erholung und Milderung von Alterszipperchen nach Karlsbad und bei einem kräftigenden Spaziergang trifft er auf ein junges Paar, welches gerade gemeinschaftlich Suizid begehen will. Der Grund ist, dass ihre Liebe keinen Bestand haben kann, da die Eltern schonendere Partner für die Kinder gewählt haben. Und gewissermaßen ist Goethe jetzt in der Verantwortung, denn die Beiden haben sich seinen Werther zum Vorbild genommen.
Ein sehr lesenswertes Buch - gewissermaßen eine Homage an die Liebe. Und die ist nicht immer simpel.
Die Sprache und die Formulierungen lassen den Leser schnell ins Jahr 1816 abtauchen. Sie lesen sich gut und sind vielleicht zum Teil ungewöhnlich, stören aber den Erzählfluss nicht im geringsten - ganz im Gegenteil.
Auch die Stadt Karlsbad wird sehr liebevoll und anschaulich beschrieben. Goethe ist zum einen ein netter und mitfühlender Mensch, aber dann auch wieder egoistisch, egozentrisch und wenig emphatisch. Und das macht ihn als Menschen wiederum authentisch. Wer gern über die Liebe liest, aber keinen kitschigen Liebesroman sucht, wird dieses Buch lieben.