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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2021

Mut oder Wagemut

Sturm in die Freiheit
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Hatte eventuell der englische Geheimdienst auch ein Attentat auf Hitler geplant und hierzu Leute nach Polen entsandt? Hier setzt die Geschichte ein.

Der gefangene U Boot Kommandant Wolf lässt sich auf ...

Hatte eventuell der englische Geheimdienst auch ein Attentat auf Hitler geplant und hierzu Leute nach Polen entsandt? Hier setzt die Geschichte ein.

Der gefangene U Boot Kommandant Wolf lässt sich auf diese Mission ein und startet mit einem bunten Mix aus Mitstreitern nach Ostpreußen, um eine Gelegenheit zu suchen, Hitler in der Wolfsschanze zu töten.

Mein Fazit:

Ich denke, es ist schwierig unter dem Gesichtspunkt der bestehenden Geschichte, solche Fiktion in einer Geschichte darzustellen und dies ist dem Autor aus meiner Sicht nur bedingt gelungen. Vor der Vielzahl der vom Autor recherchierten historischen Ereignisse bleiben die Figuren in ihrem Denken und Handeln flach (manchmal sogar sehr voraussehbar) und auch die Handlung ist für mich nicht immer stimmig. Ich denke etwas weniger an historischen Schauplätzen und Handlungen, die die Hauptperson Wolf erlebt, und diese dann tiefgründiger aufgebaut, hätten dem Roman gut getan. Der Schreibstil ist sehr knapp gehalten. Das hat ein übriges getan, dass ich keine Verbindung zu irgendeiner Person aufbauen konnte. Somit kann ich dieses Buch nur bedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Abgründe

In die Fluten der Dunkelheit
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Martin Michaud hat hier zu einem brandaktuellen Thema einen spannenden Thriller geschrieben. Ein Investigativjournalist wird erschossen und die Täter waren keine Amateure. Victor Lessard, der eigentlich ...

Martin Michaud hat hier zu einem brandaktuellen Thema einen spannenden Thriller geschrieben. Ein Investigativjournalist wird erschossen und die Täter waren keine Amateure. Victor Lessard, der eigentlich nicht mehr im Polizeidienst tätig sein wollte, steckt nach einem Anruf von seiner ehemaligen Partnerin steckt er schon bald mitten in der Ermittlungen und muss sich dazu auch noch mit einem dunklen Trauma aus seiner Vergangenheit herumschlagen. Die Geschichte ist spannend geschrieben und auch ohne Vorkenntnisse vorangegangen Bände kann man der Story gut folgen. Einziger Abzug, ist der manchmal sehr ausuferndenErzählstil, der Geschichte manchmal etwas in die Länge zieht. Aber das Buch ist durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Und manchmal findet das Unheimliche Dich…

The Stranger Times
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Eine Zeitung, die von ihren Lesern die „Bekloppten Zeitung“ genannt wird und gleichzeitig einen „Irren Anschluss“ als Lesertelefon geschaltet hat, weil zu 99% nur Gestörte diesen benutzen, klingt nicht ...

Eine Zeitung, die von ihren Lesern die „Bekloppten Zeitung“ genannt wird und gleichzeitig einen „Irren Anschluss“ als Lesertelefon geschaltet hat, weil zu 99% nur Gestörte diesen benutzen, klingt nicht als der Traumarbeitgeber. Aber Hannah kann nicht wählerisch sein, nachdem sie versehentlich ihr Haus abgebrannt hat, in Scheidung lebt und bei ihrem früheren Dienstmädchen im Gästezimmer schläft. So gesehen passt sie zum Rest des schrägen Teams der Stranger Times. Und anstatt über dunkle und gruselige Dinge zu recherchieren und zu schreiben, stehen die auf einmal in der Redaktion und sind alles andere als nett.
Caimh McDonnell hat einen unglaublichen Mix aus schrägen englischem Humor und Thriller erschaffen. Irrsinnig, geniale Gestalten bevölkern die Geschichte und entführen den Leser nach Manchester - bekannt für seinen Regen und nun ja Monster. Aber diese Wesen lassen einen nicht mehr los. Das Buch ist witzig, spannend und liest sich quasi von selbst. Und vielleicht sind unsere Legenden ja auch keine Märchen. Wer weiß…
Abschließend muss ich noch sagen, dass das Buch auch optisch ein Hingucker ist mit dem schwarzen Buchschnitt und der leicht plastischen Oberfläche. Magisch.

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Veröffentlicht am 15.09.2021

Gesellschaftskritik oder Gefängnis light

DAFUQ
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In diesem Buch verarbeitet Kira Jarmysch ihre Erfahrungen mit der russischen Justiz und Exekutive. Als Pressesprecherin von Alexej Nawalny durfte sie deren Bekanntschaft schon mehrfach machen. Hier ist ...

In diesem Buch verarbeitet Kira Jarmysch ihre Erfahrungen mit der russischen Justiz und Exekutive. Als Pressesprecherin von Alexej Nawalny durfte sie deren Bekanntschaft schon mehrfach machen. Hier ist es stellvertretend die 28 jährige Protagonistin Anja, welche nach der Teilnahme an einer ungenehmigten Demonstration 10 Tage in Arrest muss. In der Zelle trifft sie einen Querschnitt der russischen Gesellschaft, wie die Alkoholikerin Irka, welche keinen Unterhalt für ihre Tochter gezahlt hat und die schöne Maja, die ohne gültigen Führerschein gefahren ist. Beide verdienen sich ihren Lebensunterhalt, in dem sie sich an Männer verkaufen. Die eine für eine Flasche Schnaps und die andere für ein Luxusleben.
Besonders interessant fand ich die Beschreibung des Alltags im Arrest. Die Langeweile, welche mit dem nervtötenden Radio, dass zusätzlich an den Nerven der Gefangenen zerrt, Anja langsam in den Wahnsinn treibt. Fixpunkte werden die Essensausgaben, wobei das Essen besser ist, als ich immer gedacht habe. Ansonsten ist Anja mit ihren Gedanken und Erinnerungen allein.
Die Gespräche mit den Insassen, aber auch den Polizisten, die einen guten Schnitt der Sorgen, Sehnsüchte und des Denkens abbilden, fand ich unglaublich interessant. Und ganz besonders schön für mein Empfinden war, dass das Buch nicht wertet. Die Missstände werden aufgezeigt, aber jeder kann sich sein eigenes Bild machen und wird nicht gedanklich in eine bestimmte Richtung gedrängt. Oh ja und der Titel passt. What the fuck - wie schnell und unverhofft, kann man in Russland in so eine Situation geraten, egal ob arm oder reich, jung oder alt. Ich finde dieses Buch absolut gelungen, habe aber gleichzeitig die Befürchtung, dass es in Russland auf den Index stehen wird.

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Veröffentlicht am 08.09.2021

Kindheit zwischen Neuzeit und Aberglauben

Mai bedeutet Wasser
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Ein Buch, wie die afrikanischen Sonne. Eine Sonne, die so hell und gleißend ist, dass man die Augen zusammenkneifen muss damit es nicht zu sehr schmerzt, wenn man Adi und ihrer Schwester Mai beim Spielen ...

Ein Buch, wie die afrikanischen Sonne. Eine Sonne, die so hell und gleißend ist, dass man die Augen zusammenkneifen muss damit es nicht zu sehr schmerzt, wenn man Adi und ihrer Schwester Mai beim Spielen auf der Dachterasse zusieht. Ein Sonnenlicht, welches gnadenlos alles zeigt, was sonst verborgen bleibt. Aber das Sonnenlicht zieht auch dunkle und tiefe Schatten an, die Adi in ihren Bann ziehen. Und ihr Geheimnis ist duster. Leider bekommt sie keine Hilfe, da sie keine Worte dafür hat. Die Krankheit ihrer kleinen Schwester überschattet das gesamte Familienleben.

Ein sehr faszinierend geschriebenes Buch über ein Mädchen, welches langsam erwachsen wird, und sich sicher ist, dass Gott alles sieht und auch die Geisterwelt immer da ist. Sie ist kein einfaches Kind, eifersüchtig und manchmal gemein zu ihren Schwestern. Aber die Erziehung des Vaters und die Lehrer in der Schule sind sehr streng, Schläge an der Tagesordnung.

Wer Adis Leben folgen will, keine Angst vor Geistern hat und gern den Geschichten Afrikas lauscht, die seit Generationen existieren, der wird begeistert sein, aber die Tränen werden auch fließen.

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