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Veröffentlicht am 27.04.2021

Eine Märchenadaption der etwas anderen Art

Winters zerbrechlicher Fluch
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"Sammelband: "Winters zerbrechlicher Fluch" von Julia Adrian

Die Verträge zwischen den Königreichen Athos und Maywater sind unterschrieben und Prinzessin Mary freut sich, dass die Verlobung mit dem ihr ...

"Sammelband: "Winters zerbrechlicher Fluch" von Julia Adrian

Die Verträge zwischen den Königreichen Athos und Maywater sind unterschrieben und Prinzessin Mary freut sich, dass die Verlobung mit dem ihr versprochenen Kronprinzen Duncan auf dem Ball gefeiert werden soll.
Doch dann muss sie mit ansehen, wie Cinderella ihr ihren zukünftigen Mann ausspannt. Für Mary bricht eine Welt zusammen, denn auf diese Schmach war sie nicht vorbereitet. Sie hat alles verloren. Es gibt keine Hochzeit und sie wird nie Königin von Maywater werden, sondern steht alleine am Rand der Tanzfläche.
Es ist Tarek, der zweitgeborene Sohn des Königs von Westham, der sie aus der misslichen Situation rettet, obwohl sie ihm vor drei Jahren einen Korb gegeben hat.
Doch Mary will die Demütigung die Duncan ihr angetan hat, nicht einfach so hinnehmen und stiehlt den Glasschuh, den Cinderella um Mitternacht verloren hat. Nichtsahnend, was dieser Diebstahl für ein Nachspiel hat und was sie damit auslöst.

In diesem Sammelband sind die drei Teile "Winters zerbrechlicher Fluch", "Frühlings Tod" und "Herbst im Blut", vereint.
Das Cover ist, wie alle Cover des Drachenmondverlags, einfach bezaubernd und traumhaft schön. Auch das Innenleben hat mich sofort begeistert.
Das Buch mit seinen 700 Seiten kann man nicht so nebenbei lesen. Also nehmt euch auf jeden Fall die nötige Zeit und Ruhe, um sich auf die Geschichte einzulassen.
Es hat etwas gedauert, bis ich mich mit dem Schreibstil der Autorin angefreundet habe. Ihre Ausdrucksweise ist bildgewaltig, ausschweifend und wortreich, aber auch sehr außergewöhnlich. Das Worldbilding mit sechs, sehr unterschiedlichen Königreichen und dem Blutwald ist imposant und beeindruckend.
Es handelt sich einerseits um eine Märchenadaption, aber andererseits irgendwie auch wieder nicht. Es sind sehr viele unterschiedliche Märchen in die Geschichte eingewebt worden. Das birgt natürlich Gefahren und ist nicht ohne Risiko. Es war mir dann teilweise auch etwas zu viel des Guten und ich habe irgendwann den Überblick verloren. Aber das ist eine persönliche Geschmackssache und ich bewundere die Autorin dafür, dass sie diesen Spagat so gut hinbekommen hat.

Julia Adrian lässt ihre Leser in eine märchenhafte und mystische, aber auch brutale und blutige Welt eintauchen.
Sie erzählt die Geschichte der Hauptprotagonistin Mary in sehr vielen unterschiedlichen Handlungssträngen. Dabei sind nur die Kapitel, die aus dem Blickwinkel von Mary sind, in der Ich-Perspektive. Es wechseln jedoch nicht nur die Sichtweisen, sondern sie zwitscht auch ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und verknüpft alles miteinander. Es ist nicht einfach, der Geschichte zu folgen und ich musste schon sehr konzentriert Lesen, um den Überblick nicht zu verlieren.
Teilweise fand ich es ein wenig zu verwirrend, die Handlung zu verschachtelt und mir fehlte etwas der rote Faden.
Nach und nach habe ich dann jedoch immer mehr über die Hintergründe, sowie die unterschiedlichen Königreiche erfahren, sie besser kennengelernt und langsam die Zusammenhänge verstanden. Dabei bleiben die Königreiche Seval, Morrigan und Kor-Tand jedoch ziemlich im Hintergrund und sind nicht so relevant für die Geschichte.
Mary ist, als Hauptprotagonistin, zu Beginn eine wohlerzogene Tochter, die sich den Anordnungen ihres Vaters fügt. Doch im Laufe der Handlung entwickelt sie sich zu einer autonomen, selbstbestimmten jungen Frau.
Die zahlreichen Charaktere sind alle sehr facettenreich und detailliert beschrieben, doch fast jede Figur birgt ein Geheimnis. Wer ist Winter? Wem gehört die mysteriöse Stimme? Erst nach und nach kommt alles ans Tageslicht.
Unerwartete Wendungen sorgten für die nötige Spannung und für so manchen Schockmoment.

Die Geschichte ist nichts für Leser mit schwachen Nerven. Ich habe nicht erwartet, dass einige Szenen so brutal und blutig beschrieben sind. Deshalb ist es auch nicht für Kinder geeignet und selbst bei Jugendlichen bin ich mir nicht sicher, ab welchem Alter ich eine Empfehlung aussprechen würde.
Fazit
Julia Adrian hat mich mit ihrem epischen, umfangreichen und sehr durchdachten Werk beeindruckt. Es ist ein modernes Märchen für Erwachsene, dass eine sehr komplexen Handlung hat, voller düster Magie, blutig und teilweise sehr brutal ist.
Von mir gibt es 4 Sterne ⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung für Erwachsene.


Ich bedanke mich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar.
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WinterszerbrechlicherFluch

juliaadrian #sammelband

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Veröffentlicht am 23.04.2021

Eine wunderschöne magische Geschichte die mich zum Lachen und Weinen brachte!

Behind the salt line
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Stell dir vor, du findet die wahre Liebe.
Doch es gibt eine Schwierigkeit. Er ist bereits tot.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr verfügt Hope über eine besondere Gabe. Sie kann Geister sehen und mit ihnen ...

Stell dir vor, du findet die wahre Liebe.
Doch es gibt eine Schwierigkeit. Er ist bereits tot.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr verfügt Hope über eine besondere Gabe. Sie kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. Einige wollen ihren Angehörigen unbedingt noch etwas sagen, andere wissen nicht, wohin sie gehen müssen. Hope hilft ihren und führt die verwirrten Seelen ins Licht.
Nachdem vor fünf Jahren ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verunglückt sind, lebt Hope nun bei ihren Großeltern und unterstützt sie in ihrem Bestattungsinstitut. Durch ihre magische Fähigkeit wird sie von vielen als Freak angesehen. Deshalb ist Hope mit der Zeit zu einer Einzelgängerin geworden, die sich von allen Freunden und Bekannten zurückgezogen und isoliert hat.
Doch dann trifft sie auf den Geist Liam, der sich nach seinem Selbstmord, einen Spaß daraus macht, Mädchen zu beobachten und sich so sein Geisterleben versüsst. Liam ist sehr von sich eingenommen und ziemlich überheblich. Er versucht mit allen Mitteln, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch so einfach ist das für Hope nicht, denn so sehr ihr Liam auch im Kopf herumspukt, er ist ein Geist und eine Beziehung mit ihm, würde sie zur Königin der Freaks befördern.

Eigentlich wollte ich gestern Nachmittag nur kurz in die Geschichte hineinlesen, doch als ich am Abend das Buch zuklappte, war ich am Ende angekommen und neben mir lagen drei nasse Taschentücher.
Veronica More hat mit "Behind the salt line" eine außergewöhnliche, magische Liebesgeschichte geschrieben, die mich sehr schnell in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat.
Nun werden vielleicht einige sagen, eine 19/20-jährige mit magischen Fähigkeiten ist nichts Neues. Ich finde jedoch, Veronica hat es geschafft, eine Geschichte zu kreieren, die mich von der ersten Seite an abgeholt und begeistert hat.
Eine romantische Liebesgeschichte zu schreiben, in denen es um triggernde Themen, wie Tod, Verlust und Suizid geht, ist nicht einfach. Doch die Autorin ist sehr behutsam und gefühlvoll damit umgegangen.

Die Hauptprotagonistin Hope ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie hat schon früh ihre Eltern verloren und durch ihre magische Fähigkeit, wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein Freak. Darüber reden kann sie nur mit ihren Großeltern. Bei ihnen findet sie Halt und Unterstützung und die Beiden sind immer für sie da. Ihre einzigen Freunde sind Trudy und Jim, zwei Geister, die die Welt der Lebenden nicht verlassen haben.
Liam, der nicht auf den Mund gefallen und sehr attraktiv ist, entfacht bei Hope schnell Gefühle, die über Mitleid hinausgehen.
Neben ergreifenden und emotionalen Momenten, gibt es aber auch viele lustige und humorvolle Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben.
Ich möchte an dieser Stelle nicht Spoilern und sage nur "Frau Hopper"!
Auch Trudy und Jim sorgen mit ihren Streitereien, sowie lebhaften und witzigen Dialogen dafür, dass ich nicht nur vor Rührung geweint habe, sondern auch oft herzhaft lachen musste.
Die magische Spannung zieht sich durch die ganze Handlung. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob es ein Happy End gibt und wie die Autorin das schaffen will.

Ob es ein glückliches Ende gibt, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.
Von mir gibt es für diese romantische, humorvolle und berührende Geschichte 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung.

Triggerwarnung: Tod, Verlust, Suizid

Ich bedanke mich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Eine spannende Storyline

Cursed Wings
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Aeryn ist Dienerin in der Rabengilde und ihre oberste Pflicht ist es, den Willen von König Dorchadas auszuführen.
Sie besitzt, wie die anderen Raben, eine besondere Gabe. Sobald sie einen Menschen berührt, ...

Aeryn ist Dienerin in der Rabengilde und ihre oberste Pflicht ist es, den Willen von König Dorchadas auszuführen.
Sie besitzt, wie die anderen Raben, eine besondere Gabe. Sobald sie einen Menschen berührt, spürt sie deren Ängste und sieht somit in die Abgründe ihrer Seelen.
Für Aeryn ist dies mehr Fluch als Gabe, denn ihre Freunde verfügen über weitaus nützlichere Fähigkeiten. Ihre Freundin Mór kann zum Beispiel in die Zukunft schauen. Mairead ist imstande Wunden innerhalb weniger Sekunden zu heilen und Cadan hat eine besonders gefährliche Gabe. Er kann andere Menschen manipulieren. Mit ihren Fähigkeiten sind sie wichtig für den König und als Belohnung für die Überlassung ihrer Kinder, führen ihre Familien ein besseres Leben. Doch Dorchadas ist alle andere als ein fürsorglicher König. Im Gegenteil, er ist grausam und gnadenlos und fordert immer öfter den Tod seiner Gegner.
Als er jedoch von Aeryn verlangt, Cadan zu töten und damit den Mann, zu dem sie sich hingezogen fühlt, muss sie eine Entscheidung treffen.

Das Cover ist wunderschön und Alexander Kopainski hat sich damit wieder einmal selbst übertroffen!
Ich habe in letzter Zeit sehr viele Reihen gelesen, deshalb hat mir gut gefallen, dass "Cursed Wings" ein Einzelband und die Geschichte somit in sich abgeschlossen ist.

Anika Ackermann entführt mich mit einem leichtem und flüssigen Schreibstil in diese wunderbare, magische Welt und ich habe sehr schnell in die Geschichte hineingefunden.
Im Mittelpunkt steht Aeryn und ich verfolgte die Handlung aus ihrer Perspektive. Ihre Gefühle und Gedanken waren so für mich immer greifbar.
Die Charaktere sind sehr facettenreich und lebendig gestaltet. Gelegentlich hatte ich mit der Hauptprotagonistin jedoch so meine Probleme. Einige ihrer Entscheidungen konnte ich nicht so richtig nachvollziehen und deshalb wurde ich nicht warm mit ihr. Aber das ist wahrscheinlich ein subjektives Empfinden.
Avendall und ihre Hauptstadt Beryll sind sehr detailliert geschrieben und die Autorin hat mir trotzdem genug Raum für meine eigenen Phantasien gelassen.
Die Story hat ein gutes Tempo, wird nicht unnötig in die Länge gezogen und die magische, etwas düstere Spannung zieht sich durch das komplette Buch.
Schön fand ich auch die Liebesgeschichte zwischen Aeryn und Cadan, die eine zentrale Rolle spielt, sich aber nicht zu schnell entwickelt hat.
Am Ende blieben keine Fragen offen.
Anika Ackermann hat mit ihrer Fantasy-Story das Lesen für mich wieder einmal zum Vergnügen macht.
Ich freue mich auf weitere Bücher aus ihrer Feder.
4 Sterne ⭐⭐⭐⭐

Vielen lieben Dank an den Drachenmondverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Ein tolles Debüt

IOSUA
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Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?

Der junge Rumäne Iosua (Joshua) ist in Berlin aufgewachsen, inmitten eines kriminellen Umfeldes. Seine Mutter hat ihn früh verlassen und sein ...

Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?

Der junge Rumäne Iosua (Joshua) ist in Berlin aufgewachsen, inmitten eines kriminellen Umfeldes. Seine Mutter hat ihn früh verlassen und sein Vater ist der Chef einer skrupellosen Diebesbande. Schon als Kind wurde er gezwungen zu stehlen. Anstatt Liebe und Zuneigung zu erfahren, werden Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt und er wird grün und blau geschlagen.
Gegen seinen cholerischen und jähzornigen Vater kommt Joshua nicht an und um zu überleben, gehorcht er.
Doch mit den kriminellen Machenschaften seines Vaters will er nichts mehr zu tun haben und auch am liebsten vergessen woher er kommt. Denn schon durch seine rumänische Abstammung wird ihm ein Stempel aufgedrückt, der es ihm schwer macht, in der Gesellschaft einen Platz zu finden.
Als er bei einem seiner Streifzüge auf Isabelle trifft, ist er sofort fasziniert von ihr und schöpft Hoffung auf ein Leben ohne Kriminalität. Doch es ist nicht so einfach, sich aus den Fängen der Diebesbande zu lösen.

Das Cover ist schlicht gehalten, passt jedoch sehr gut zur Stimmung des Buches.
Mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil hat Annemarie Bruhns mich direkt in den Bann gezogen. Nichts lässt erahnen, dass es sich hierbei um ihr Debüt handelt.

Schon auf der ersten Seite wirft die Autorin ihre Leser mitten ins Geschehen. Ein schicksalhafter Zwischenfall ist der Ausgangspunkt für die Geschichte von Joshua. Im weiteren Verlauf erfahren wir durch geschickt eingeschobene Rückblenden nach und nach immer mehr über die Vergangenheit und die Zusammenhänge.
Ungeschönt und authentisch beschreibt die Autorin wie Joshua versucht, sich aus diesem Millieu und von seinem tyrannischen Vater und dessen Nachfolger zu befreien.
Die Perspektiven wechseln zwischen Joshua und Isabelle. So fiel es mir leicht, mich in die beiden Protagonisten hineinzuversetzen.
Joshua und Isabelle sind starke Charaktere, die mir beide sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Erst durch Isabelle lernt Joshua Gefühle, wie Glück, Zufriedenheit und Fürsorge kennen.
Aber auch Yvonne war mir sofort sympathisch, denn sie ist nicht nur Isabelle eine große Stütze und Hilfe.
Die Figuren sind ausführlich charakterisiert, sehr realistisch und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.
Die Autorin schildert die Gefühle und Empfindungen so ausdrucksvoll und lebendig, dass man als Leser den Eindruck bekommt, durch die Augen des Protagonisten zu schauen.
Das Ende hat mich sehr überrascht! Ich werde sicher noch oft darüber nachdenken.

Mit „Iosua“ ist Annemarie Bruhns ein beeindruckendes und fabelhaftes Erstlingswerk gelungen. Sie hat mich mit ihrer tragischen, sozialkritischen Geschichte emotional berührt und sehr bewegt.
Ihren Namen sollte man sich auf jeden Fall merken.
Ein tolles Debüt, dass 5 Sterne verdient und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Eine sehr emotionale Geschichte

Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan
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"Das Sterben ist wie eine Geburt, nur rückwärts...."

Die sechszehnjährige Tabitha verliert, nachdem ihr geliebter Vater plötzlich stirbt, völlig den Boden unter den Füßen. Sie versinkt in ihrer Trauer ...

"Das Sterben ist wie eine Geburt, nur rückwärts...."

Die sechszehnjährige Tabitha verliert, nachdem ihr geliebter Vater plötzlich stirbt, völlig den Boden unter den Füßen. Sie versinkt in ihrer Trauer und zieht sich zurück auf ihre imaginäre Insel.
Immer wieder wird sie in ein Loch gezogen und von einer Sekunde auf die andere ist der Himmel grau statt blau.
Ihre Mutter, die ihre eigene Art hat, die Trauer zu verarbeiten, kommt nicht an sie heran. Auch von der Psychologin will sich Tally nicht helfen lassen und sie hat erst recht keine Lust Tagebuch zu führen.
Die einzige Person, die mit ihren ständigen Gefühlsausbrüchen einigermaßen zurechtkommt, ist ihre Freundin Sanne, die Kraft und Stärke in ihrem Glauben findet. Tally will davon jedoch nichts hören. Doch dann lernt sie Timo kennen und er verdreht ihr schnell den Kopf. Wäre er nur nicht der Leiter von Sannas Jugendgruppe und somit ebenfalls sehr gläubig.
Als Tabitha dann eines Tages zufällig die Seniorin Frau Möller kennenlernt, die eine Vorliebe für Marzipan hat, entwickelt sich zwischen ihnen eine ungewöhnliche Freundschaft. In ihrem Wohnzimmer hat sie das Gefühl ins zwanzigste Jahrhundert zu reisen. Als ihr bei einem Besuch, dass alte Foto eines gutaussehenden, jungen Mannes in die Hände fällt, ist sie sofort von ihm fasziniert und beginnt, ihn in einer Geschichte zum Leben zu erwecken.

Der Titel des Buches und der Klappentext haben mich sofort neugierig auf die Story gemacht. Es hat dann allerdings etwas gedauert, bis ich mit dem, für mich recht unbewohnten Schreibstil der Autorin zurecht gekommen bin. Wir verfolgen die Geschichte aus der Sicht von Tabitha und so konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Emotionen nachvollziehen. Tabitha, genannt Tally, hat es nicht leicht nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters. Er war ihre wichtigste Bezugsperson und immer für sie da. Nun ist von einem auf den anderen Moment plötzlich alles anders und am liebsten würde sie sich irgendwo verkriechen.
Die Autorin hat die Hauptprotagonistin, ihrem Alter entsprechend, wunderschön lebendig und authentisch beschrieben. Auch die Nebencharaktere sind großartig und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Frau Möller habe ich sofort ins Herz geschlossen und ich hätte sie gerne auf einen Tee besucht und ihre Marzipanpralinen probiert. Denn im Gegensatz zu Tally liebe ich Marzipan.
Ihre Freundin Sanna und auch Timo sind immer für sie da und nehmen ihre Gefühlsausbrüche klaglos hin.
Besonders gut hat mir gefallen, dass sie nicht versuchen, Tally zu bedrängen, sondern ihr den Raum gelassen haben, den sie benötigt.

Es ist kein Buch, dass ständig auf einen dramatischen Höhepunkt zusteuert und das braucht diese Geschichte auch nicht. Der Weg ist das Ziel.
Und wer glaubt, dass sie ist kitschig, sentimental und schwermütig ist, der ist auf der falschen Fährte.
"Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan" ist ein ruhiges Buch, dass voller Emotionen ist und eine tiefgründige Botschaft vermittelt.
Trauer, Verlust und Abschied nehmen von geliebten Menschen, sind keine leichten Themen, doch Anni E. Lindner ist es gelungen, einen sehr emotionalen Plot gekonnt in Worte zu fassen.
Er regt zum Nachdenken an und ist wunderbar für Jugendliche und Erwachsene geeignet.
Nehmt euch Zeit dafür und lasst Tallys Geschichte auf euch wirken.

Von mir gibt es dafür verdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung!

AnniELindner

DieWahrheitschmecktnachMarzipan

Franckeverlag

literaturtest

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