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Veröffentlicht am 05.10.2016

Überraschende Wendungen und ein unerwartetes Ende mit Show-Down

Anonym
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„Anonym“ ist das zweite Buch, das Ursula Poznanski und Arno Strobel zusammen geschrieben haben. Der Thriller ist gänzlich verschieden und unabhängig von der ersten gemeinsamen Arbeit „Fremd“, und hat das ...

„Anonym“ ist das zweite Buch, das Ursula Poznanski und Arno Strobel zusammen geschrieben haben. Der Thriller ist gänzlich verschieden und unabhängig von der ersten gemeinsamen Arbeit „Fremd“, und hat das Potential dazu, in Serie zu gehen. Auf dem Cover erkennt man im oberen Drittel die Hafenanlagen Hamburgs im Abendlicht und nach Hamburg führt uns auch die vorliegende Geschichte der beiden Autoren. In einem spannenden Prolog lernt der Leser einen Mann kennen, der aus einem Traum erwacht den er immer wieder träumt. Für mich stellte sich daher von Beginn an die Frage: Ist er der kommende „anonyme“ Mörder und liegt hier das Motiv?

Bereits im ersten Kapitel werden der Hamburger Kriminalkommissar Daniel Buchholz und sein Team mit einem Mord konfrontiert. Früh am Morgen wird Buchholz als leitender Ermittler zum Tatort gerufen. Ein Anwalt ist auf ungewöhnliche Weise grausam zu Tode gekommen, Selbstmord ist ausgeschlossen. Noch vor Ort lernt er seine neue Kollegin Nina Salomon kennen. Sie wurde an ihrem ersten Arbeitstag auf ihrer morgendlichen Joggingrunde über den Todesfall informiert und von ihrer Vorgesetzten zum Tatort gebracht. Obwohl beide sich zunächst misstrauisch abschätzen, gehen sie bei den Ermittlungen sofort professionell vor. Schnell führt die Spur ins Internet zu einem Forum bei dem ein Spiel mit furchtbarem Ausgang gespielt wird. Die Forumsmitglieder reichen den von Personen ein, denen sie den Tod wünschen und warum sie diese tot sehen wollen. Die Mitspieler geben ihre Stimme einem Kandidaten von der Liste mit ausgesuchten Vorschlägen. Die Seite liegt im Darknet und alle Versuche sie zu eliminieren schlagen fehl. Zu Beginn der Fahndung läuft bereits die nächste Runde, Eile ist also angesagt. Während die Ermittlungen scheinbar auf der Stelle verharren, wächst der Druck aus der Öffentlichkeit. Und das Spiel geht unbeirrt weiter …

Mit Daniel Buchholz und Nina Salomon haben die beiden Autoren interessante Charaktere geschaffen. Während beispielsweise Buchholz sehr viel auf sein Äußeres gibt, liebt Salomon eher die saloppe Lebensweise. Außerdem nimmt Salomon es nicht immer so genau mit dem Ausführen von Anweisungen ihres Vorgesetzten. Beide lernen sich erst im Laufe der Zeit besser zu schätzen je mehr sie voneinander über das Umfeld in dem sie leben und der Vergangenheit des jeweils anderen erfahren.

Von Beginn an wird Spannung erzeugt. Durch das laufende Spiel bleibt die Spannungskurve bis zum Schluss hoch und reißt den Leser im Lesefluss förmlich mit. Die Kapitel sind in chronologischer Reihenfolge und im Wechsel in der Ich-Form aus Sicht von Buchholz und Salomon mit unwesentlichen Überschneidungen erzählt. Dadurch erfahren wir als Leser natürlich auch, was beide übereinander denken. In wenigen Einschüben wird der Täter in den Fokus gerückt, ohne dass der Leser jedoch einen wesentlichen Vorteil bei der Fallaufklärung gegenüber den Fahndern erhalten würde. Die Anonymität des Darknets lässt den Mörder in der Masse verschwinden. Das macht die Sache gerade so spannend, denn der Mörder könnte überall sein und so traut man als Leser mehreren Figuren des Thrillers im Zeitablauf die Täterrolle zu.

Arno Strobel und Ursula Poznanski denken sich fantasievolle, überraschende Todesarten aus, die mich als Leser schaudern ließen. Einige unerwartete Wendungen sorgen außerdem für Spannung und führen zu einem ungeahnten Ende mit Show-Down. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen und ich wünsche mir weitere Fälle für Buchholz und Salomon. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Thrillerfans.

Veröffentlicht am 30.09.2016

Ist das die perfekte Welt von morgen?

Flawed – Wie perfekt willst du sein?
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Die verschiedenfarbigen Linien auf dem Cover des Buchs „Familie der geflügelten Tiger“, dem Debütroman von Paula Fürstenberg, stehen für die Strecken der Straßenbahn auf deren Wegen die 20-jährige Johanna ...

Die verschiedenfarbigen Linien auf dem Cover des Buchs „Familie der geflügelten Tiger“, dem Debütroman von Paula Fürstenberg, stehen für die Strecken der Straßenbahn auf deren Wegen die 20-jährige Johanna Ende 2007 unterwegs ist. Denn entgegen dem Wunsch ihrer Mutter macht sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Straßenbahnschaffnerin in Berlin. Um dem Dorfleben in Mecklenburg-Vorpommern zu entkommen, wo sie geboren wurde und aufwuchs, ist sie in die Bundeshauptstadt gezogen.

Eine Kopie der Ebstorfer Weltkarte gehört zur Kartensammlung von Johanna. Vor allem ein geflügelter Tiger lenkt immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es ist weniger der Mut dieses Tiers, sondern vielmehr die Tatsache, dass er als Fabelwesen ins Reich der Fantasie gehört, warum er Johanna beunruhigt. Denn Fantasie gehört zu ihrem Leben dazu, vor allem wenn es darum geht, das Fehlen ihres Vaters Jens, der Frau und Tochter wenige Wochen vor dem Fall der Berliner Mauer plötzlich verlassen hat, in ihrem Leben zu erklären. Sie hat bisher ihr Unwissen damit aufgefüllt, wenn es um eine Erklärung ging weshalb er verschwunden ist, womit er seinen Lebensunterhalt verdient und wo er heute lebt.

Bei einem der immer seltener gewordenen Besuche bei ihrer Mutter erzählt diese ihr von dem unerwarteten Anruf ihres Vaters, der seine Tochter um Rückruf gebeten hat. Dadurch erfährt sie, dass Jens in einem Krankenhaus liegt, gar nicht weit von ihrer eigenen Wohnung entfernt. Sie hat Hoffnung darauf, endlich Antworten auf schon lange bestehende Fragen zu erhalten.

Johannas Suche nach den Gründen für das Verschwinden ihres Vaters wird zu einem Ausflug in die Geschichte Deutschlands vor und nach dem Mauerfall. Gerade weil Johanna noch zu jung dazu ist, sich an die Zeit im Osten vor der Wende zu erinnern, ist sie auf die Erzählungen anderer angewiesen. So entsteht aus vielen subjektiven Schilderungen ein Bild in ihrem Kopf, der ihr als Hintergrund dazu dient zu verstehen, was ihrem Vater damals und in der Folgezeit zugestoßen ist. Aber rund wird dieses Bild für sie nicht. Die Suche ist für sie auch ein Stück Suche nach sich selbst und mit der Zeit beginnt die Vergangenheit eine andere Bedeutung für sie zu erhalten.

Die Charaktere im Roman sind fein gezeichnet und durchgehend interessant. Die Autorin hat mit viel Einfühlungsvermögen die Situation in der Johanna sich befindet beschrieben. Hilfreich dabei war sicher, dass ihre Protagonistin gleichaltrig mit ihr ist. Der Leser erhält Informationen zu den markantesten Stationen im Leben der handelnden Personen. Das Wissen über die staatliche Macht der DDR und Vorstellungen von deren Eingreifen spielen in die Gedankengänge der Figuren hinein. Die Autorin versucht jedoch nie zwischen Ost und West zu werten.

Paula Fürstenberg wählt für ihren Roman die Ich-Form. So lässt sich leicht Johannas Hartnäckigkeit, die Gründe für ungewöhnliche Entscheidungen und die Konsequenzen, die sie aus ihren Handlungen zieht, verfolgen. Ein leiser Humor gibt der Geschichte die Leichtigkeit und hilft Johanna dabei all die Neuigkeiten zu verarbeiten, die Vergangenheit zu akzeptieren und voller Hoffnung in die Zukunft zu schauen, obwohl ihr Vertrauen gelitten hat.

Unerwartete Familienbegegnungen, überraschende Wendungen und viel Platz für eigene Spekulationen über die Gründe des Verschwindens von Johannas Vater machten mir das Buch zu einem Lesevergnügen. Gerne habe ich auch daran zurückgedacht, wie ich selbst die Wende erlebt habe. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 27.09.2016

Familiengeschichte mit Platz für Fantasie

Familie der geflügelten Tiger
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Die verschiedenfarbigen Linien auf dem Cover des Buchs „Familie der geflügelten Tiger“, dem Debütroman von Paula Fürstenberg, stehen für die Strecken der Straßenbahn auf deren Wegen die 20-jährige Johanna ...

Die verschiedenfarbigen Linien auf dem Cover des Buchs „Familie der geflügelten Tiger“, dem Debütroman von Paula Fürstenberg, stehen für die Strecken der Straßenbahn auf deren Wegen die 20-jährige Johanna Ende 2007 unterwegs ist. Denn entgegen dem Wunsch ihrer Mutter macht sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Straßenbahnschaffnerin in Berlin. Um dem Dorfleben in Mecklenburg-Vorpommern zu entkommen, wo sie geboren wurde und aufwuchs, ist sie in die Bundeshauptstadt gezogen.

Eine Kopie der Ebstorfer Weltkarte gehört zur Kartensammlung von Johanna. Vor allem ein geflügelter Tiger lenkt immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es ist weniger der Mut dieses Tiers, sondern vielmehr die Tatsache, dass er als Fabelwesen ins Reich der Fantasie gehört, warum er Johanna beunruhigt. Denn Fantasie gehört zu ihrem Leben dazu, vor allem wenn es darum geht, das Fehlen ihres Vaters Jens, der Frau und Tochter wenige Wochen vor dem Fall der Berliner Mauer plötzlich verlassen hat, in ihrem Leben zu erklären. Sie hat bisher ihr Unwissen damit aufgefüllt, wenn es um eine Erklärung ging weshalb er verschwunden ist, womit er seinen Lebensunterhalt verdient und wo er heute lebt.

Bei einem der immer seltener gewordenen Besuche bei ihrer Mutter erzählt diese ihr von dem unerwarteten Anruf ihres Vaters, der seine Tochter um Rückruf gebeten hat. Dadurch erfährt sie, dass Jens in einem Krankenhaus liegt, gar nicht weit von ihrer eigenen Wohnung entfernt. Sie hat Hoffnung darauf, endlich Antworten auf schon lange bestehende Fragen zu erhalten.

Johannas Suche nach den Gründen für das Verschwinden ihres Vaters wird zu einem Ausflug in die Geschichte Deutschlands vor und nach dem Mauerfall. Gerade weil Johanna noch zu jung dazu ist, sich an die Zeit im Osten vor der Wende zu erinnern, ist sie auf die Erzählungen anderer angewiesen. So entsteht aus vielen subjektiven Schilderungen ein Bild in ihrem Kopf, der ihr als Hintergrund dazu dient zu verstehen, was ihrem Vater damals und in der Folgezeit zugestoßen ist. Aber rund wird dieses Bild für sie nicht. Die Suche ist für sie auch ein Stück Suche nach sich selbst und mit der Zeit beginnt die Vergangenheit eine andere Bedeutung für sie zu erhalten.

Die Charaktere im Roman sind fein gezeichnet und durchgehend interessant. Die Autorin hat mit viel Einfühlungsvermögen die Situation in der Johanna sich befindet beschrieben. Hilfreich dabei war sicher, dass ihre Protagonistin gleichaltrig mit ihr ist. Der Leser erhält Informationen zu den markantesten Stationen im Leben der handelnden Personen. Das Wissen über die staatliche Macht der DDR und Vorstellungen von deren Eingreifen spielen in die Gedankengänge der Figuren hinein. Die Autorin versucht jedoch nie zwischen Ost und West zu werten.

Paula Fürstenberg wählt für ihren Roman die Ich-Form. So lässt sich leicht Johannas Hartnäckigkeit, die Gründe für ungewöhnliche Entscheidungen und die Konsequenzen, die sie aus ihren Handlungen zieht, verfolgen. Ein leiser Humor gibt der Geschichte die Leichtigkeit und hilft Johanna dabei all die Neuigkeiten zu verarbeiten, die Vergangenheit zu akzeptieren und voller Hoffnung in die Zukunft zu schauen, obwohl ihr Vertrauen gelitten hat.

Unerwartete Familienbegegnungen, überraschende Wendungen und viel Platz für eigene Spekulationen über die Gründe des Verschwindens von Johannas Vater machten mir das Buch zu einem Lesevergnügen. Gerne habe ich auch daran zurückgedacht, wie ich selbst die Wende erlebt habe. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.09.2016

Konnte mich wieder überzeugen

Wolfsspinne
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In „Wolfsspinne“ von Horst Eckert ermittelt der Düsseldorfer Hauptkommissar Vincent Che Veih bereits zum dritten Mal. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, so dass man jedes Buch auch unabhängig von den ...

In „Wolfsspinne“ von Horst Eckert ermittelt der Düsseldorfer Hauptkommissar Vincent Che Veih bereits zum dritten Mal. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, so dass man jedes Buch auch unabhängig von den anderen lesen kann. Titelgebend ist diesmal eine Aktion des Verfassungsschutzes aus dem Jahr 2011 die diesen Namen trägt, weil charakteristisch für Wolfsspinnen deren Schnelligkeit, Unnachgiebigkeit und ihre Perfektion in Sachen Tarnung ist.

An der Aktion Wolfsspinne war Ronny Vogt beteiligt. Er wurde vom Verfassungsschutz in die Szene des Nationalsozialisten Untergrunds in Thüringen eingeschleust. Doch deren Aktivitäten nehmen zu und gleichzeitig steigt die Gefahr, dass die Polizei die Tarnung aufdeckt. Damit das nicht geschieht, erhält Ronny den Auftrag, dem entgegenzuwirken, allerdings nicht ohne ihn an den Rand seiner Dienstbeflissenheit zu bringen.

Vier Jahre später bedient Ronny in einer Düsseldorfer Frittenbude. Er arbeitet immer noch für den Verfassungsschutz. Und wieder einmal droht seine Tarnung aufzufliegen, diesmal im Laufe der Ermittlungen im Mordfall Melli Franck. Frau Franck gehörte ein angesehenes Restaurant in Düsseldorf und sie war mit einem TV-Moderator liiert. Hauptkommissar Veih wird mit der Fallaufklärung beauftragt. Doch zunächst führen die Spuren ins Drogenmilieu. Noch während die Ermittlungen anlaufen wird Veih für seine Verteidigung gegen einen Teilnehmer bei einer Demo, an der er privat teilgenommen hat, belangt. Für die Aufklärung des Falls ist das nicht von Vorteil, ihm droht sogar die Abgabe der Leitung bei den Ermittlungen.

Die Krimis von Horst Eckert sagen mir unter anderem wegen der realistischen Charaktere besonders gut zu. Die Figuren sind ausgereift, ihr Handeln ist schlüssig. Nicht nur Vincent Veih, sondern das ganze Ermittlerteam hat einen privaten Hintergrund, der manche Ansichten in Dienstangelegenheiten der jeweiligen Person erklärt. Veih scheint emotional nicht nur seiner Mutter sondern auch seiner früheren Freundin wieder näher gekommen zu sein. Dennoch gibt es immer noch die offene Frage nach seinem Vater. So wie Veih Loyalität einfordert, so gibt er sie auch, wird aber diesmal von Kollegen und Vorgesetzten enttäuscht, als die Anschuldigungen nach der Demonstration gegen ihn erhoben werden. Dennoch lässt er sich nicht einfach aus seiner Rolle drängen, bleibt ruhig und auf Fakten basiert.

„Wolfsspinne“ ist so wie die beiden Vorgänger komplex aufgebaut. Horst Eckert erzählt die Geschehnisse auf zwei Zeitebenen und springt immer wieder ins Jahr 2011 zurück. So formt sich für den Leser mehr und mehr ein Bild, was genau vor vier Jahren wirklich geschah und zu Konsequenzen in der Gegenwart geführt hat und natürlich in den aktuellen Fall hineinspielt. Einige Tatsachen werden dem Leser bekannt vorkommen, das ist so gewollt. Der Autor hat sehr gut recherchiert und macht den Krimi durch das Einflechten realen aber verfremdeten Geschehens glaubwürdig. Auch diesmal schafft es der Autor wieder eine Spannungskurve aufzubauen und sie bis zum Ende gleichmäßig hochzuhalten. Meist kurze Sätze bauen die jeweilige Situation auf und schildern die ablaufenden Handlungen. Viele Dialoge mit schnellen Wortwechseln lassen den Leser die Seite überfliegen. Szenenwechsel fordern zwar die Aufmerksamkeit des Lesenden, sorgen aber für ständig neue Ereignisse.

Für mich ist es immer wieder ein besonderes Vergnügen Kommissar Veih bei seinen Ermittlungen zu folgen, weil ich die Örtlichkeiten meist kenne. Zurück bleibt bei mir das Gefühl, dass nicht alles was wir in der Öffentlichkeit von einem Fall dargestellt bekommen, den Tatsachen entspricht. Und das sollten wir in Erinnerung behalten.

Auch „Wolfsspinne“ konnte mich wieder spannungsmäßig fesseln und hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Daher empfehle ich das Buch gerne an alle Krimifans weiter.

Veröffentlicht am 20.09.2016

Gefühlvoller und amüsanter Liebesroman

Zwischen dir und mir die Sterne
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Die 17-jährige Wilamena lebt bei ihrer Großmutter, weil Ihre Mutter vor einigen Jahren verstorben ist, ihren Vater kennt sie nicht. Von ihrer Mutter hat sie die Liebe zur Astrologie. Die Sterne sagen ...

Die 17-jährige Wilamena lebt bei ihrer Großmutter, weil Ihre Mutter vor einigen Jahren verstorben ist, ihren Vater kennt sie nicht. Von ihrer Mutter hat sie die Liebe zur Astrologie. Die Sterne sagen ihr aktuell, dass es gerade günstig ist, den perfekten Freund zu finden. Genau genommen hat sie dazu 22 Tage Zeit. Die nächste passende Sternenkonstellation wird es erst in zehn Jahren wieder geben!

Während Wilemena, die von ihren Freunden Wil und von ihrer Oma Mena gerufen wird, noch auf der Plattform des Wasserturms sitzt und darüber nachdenkt, wo und wie sie anfangen soll nach dem passenden Jungen zu suchen, klettert ein junger Mann den Turm zu ihr hoch, um sie vor einem unüberlegten Sprung zu retten. Zunächst ist sie verwirrt aufgrund seiner Absicht, doch nach diesem gemeinsamen Abenteuer folgt sie gerne der Einladung ihres vermeintlichen Retters in einen Club. Dort lernt sie seine Freunde und seinen Bruder kennen und plötzlich gibt es nicht nur einen, sondern sogar zwei Richtige für sie: einen, dessen Sternzeichen stimmig ist und einen zu dem ihr Herz sie hinzieht.

Dem Klappentext des Buchs „Zwischen dir und mir die Sterne“ von Darcy Woods nach, hatte ich eigentlich angenommen, dass Wilamena in den 22 Tagen ihrer Suche nach dem für sie Richtigen einige Erlebnisse mit ganz unterschiedlichen Typen haben wird. Schnell stellte sich aber heraus, dass der weitere Ablauf sich auf zwei Jungen beschränken wird, die für sie in Frage kommen. Ihre Entscheidung fällt ihr schwer, denn eigentlich hält sie ihr Schicksal für vorgegeben.

Die Autorin hat einen locker-leichten Schreibstil. Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben, so dass der Leser die Gefühle von Wilamena gut nachvollziehen kann. Sie ist ein sympathischer Mensch mit Sinn für Humor, der in ihrer Sprache Ausdruck findet. Ihre Freundin Irina ist ein interessanter Charakter und hält in allen Situationen zu ihr, Mena weiß das zu schätzen. Ihre Großmutter hat ihre Gründe Mena nicht immer alles durchgehen zu lassen. Obwohl sie sich dagegen auflehnt, wird ihr durch einen Schicksalsschlag bewusst, wie sehr sie ihre Oma mag. Die Streitigkeiten zwischen den beiden Rivalen stellt Darcy Woods realistisch dar. Als Leserin wusste ich nicht auf welche Seite ich mich stellen sollte, denn beide hatten ihre Ecken und Kanten und ich hätte jedem gegönnt, derjenige zu sein für den Mena sich entscheidet. Aber eventuell wird sie sich auch ganz anders entscheiden? Das bleibt sehr lange offen und hält den Spannungsbogen hoch.

„Zwischen dir und mir die Sterne“ ist ein romantischer Liebesroman vor einem reizvollen Hintergrund für Jugendliche ab 14, der mich zwar nicht vollständig überzeugen konnte, aber eine gefühlvolle und gleichzeitig amüsante Unterhaltung bietet.