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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2022

Genussvoller Lesespaß

Der kleine Raubdrache (Bd. 1)
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Der kleine Raubdrache soll mit den anderen Drachenkindern in der Drachenschule lernen, wie vorschriftsmäßig eine Prinzessin geraubt wird. Sie muss anschließend von ihrem Prinzen befreit werden, damit die ...

Der kleine Raubdrache soll mit den anderen Drachenkindern in der Drachenschule lernen, wie vorschriftsmäßig eine Prinzessin geraubt wird. Sie muss anschließend von ihrem Prinzen befreit werden, damit die beiden sich glücklich verheiraten können, dafür aber kriegt der Drache die Schuppen verhauen. Was aber, wenn der kleine Raubdrache sich die Schuppen nicht verhauen lassen will? Was, wenn der Prinz seine Prinzessin befreien will, aber den Mut dazu nicht aufbringt? Und was, wenn eine Prinzessin gar nicht heiraten will?

Ja, das sind grundsätzliche Fragen, mit denen der alte Drachenlehrer erstmal etwas überfordert ist, kennt er das doch alles gar nicht aus seinen 500 Jahren Tätigkeit. Doch zum Glück ist der kleine Raubdrache ganz gewitzt und ihm fallen dann doch noch ein paar gute Lösungen ein… Welch ein Spaß ist dieses Buch, das die Tradition des Prinzessinnen-Raubens so charmant in Frage stellt! Nicht nur der Text ist witzig und spannend zum Lesen, ja, auch die Illustrationen dazu sind so lustig wie die gesamte Geschichte. Hier werden mit Genuss Rollenklischees und Traditionen hinterfragt. Da kichert man schon beim Vorlesen dauernd vor sich hin und reißt garantiert seine jungen Zuhörer in die Begeisterung über dieses Buch mit.

Diesen Lesespaß empfehle ich unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2022

Geht unter die Haut

Brunnenstraße
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Andrea Sawatzki erzählt in diesem Buch ungeschminkt über die kleine Andrea, die nichtehelich geboren wird. Der Journalist Günther Sawatzki zieht später mit seiner kleinen Familie zusammen, doch so einfach ...

Andrea Sawatzki erzählt in diesem Buch ungeschminkt über die kleine Andrea, die nichtehelich geboren wird. Der Journalist Günther Sawatzki zieht später mit seiner kleinen Familie zusammen, doch so einfach wie gedacht wird das nicht. In späteren Jahren wird er schwer dement, die Krankheit verändert ihn, er wird launisch, ungeduldig, zornig. Die Mutter muss den Lebensunterhalt verdienen, die Tochter den kranken Vater pflegen.

In verschiedenen Anekdoten nähert sich die autofiktionale Geschichte langsam dem Geschehen, das die junge Andrea völlig überfordert. Dies alles in einer Zeit, in der es noch kein Verständnis für die Demenz als Krankheit und noch weniger Hilfen für die pflegenden Angehörigen gibt. So sachlich die Geschichte erzählt wird, so sehr geht sie unter die Haut. Man leidet mit Andrea mit, begräbt mit ihr so manche Hoffnung, die sie als Kind mit sich getragen hat. Das Hörbuch liest die Autorin selbst, und sie zieht den Hörer schnell in ihren Bann, wenn sie mit einer gewissen Distanz und doch jeder Menge Emotionalität von Ereignissen erzählt, die das erhoffte Bild der liebevollen Kleinfamilie mit Wucht zersprengen. Es ist keine leichte Aufarbeitung, immer wieder stockte mir beim Zuhören der Atem. Umso mehr berührt diese Geschichte und bricht eine Lanze für alle Kinder, die in ihrer Überforderung scheinbar Schuld auf sich laden.

Dieses Hörbuch empfehle ich unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Brisante Ermittlungen

Der dreizehnte Mann
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Rocco Eberhardt wird angefragt, Timo Krampe zu helfen, der als Kind zum Opfer in einem riesengroßen Skandal wurde: Im Rahmen eines Experiments hatten Berliner Jugendämter Pflegekinder an pädophile Männer ...

Rocco Eberhardt wird angefragt, Timo Krampe zu helfen, der als Kind zum Opfer in einem riesengroßen Skandal wurde: Im Rahmen eines Experiments hatten Berliner Jugendämter Pflegekinder an pädophile Männer vermittelt. Timo Krampe wollte zusammen mit seinem Freund Jörg einer Journalistin davon erzählen, doch nun ist Jörg verschwunden. Und auch Timos Leben scheint in Gefahr zu sein…

In diesem zweiten Band um den Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer erzählen die Autoren Florian Schwiecker und Michael Tsokos erneut eine spannende und brisante Geschichte auf dem Hintergrund einer wahren Geschichte. Man merkt den beiden Autoren an, dass sie eine Menge Vorkenntnisse einbringen, sind sie doch beide vom Fach. So ist auch dieser Fall sehr spannend erzählt und erscheint äußerst realistisch. Die Protagonisten wirken authentisch in ihrem Handeln. Der leicht lesbare Schreibstil wie auch die kurzen Kapitel lassen die Seiten einfach so dahinfliegen, denn hier will man unbedingt wissen, ob es gelingt, diejenigen zur Verantwortung zu zwingen, die seinerzeit in den Skandal verwickelt waren. Erschreckend ist, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten fußt.

Mich hat diese Geschichte sehr gut unterhalten können, so dass ich das Buch unbedingt weiter empfehle. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Irre spannend

Wunderland
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Als Michel sechs Jahre alt ist, sterben seine Eltern bei einem Autounfall. Michel und seine ältere Schwester kommen in ein Heim, das von Nonnen geführt wird. Damit beginnt seine ganz persönliche Hölle. ...

Als Michel sechs Jahre alt ist, sterben seine Eltern bei einem Autounfall. Michel und seine ältere Schwester kommen in ein Heim, das von Nonnen geführt wird. Damit beginnt seine ganz persönliche Hölle. Jahre später muss sich das Team um Kommissar Kalkbrenner um zwei Tote kümmern: da ist einmal der Junkie, der in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. Und da ist die Leiche eines älteren Herrn, der im Müll gefunden wird.

Dies war für mich der erste Band aus der inzwischen achtteiligen Reihe um Kommissar Kalkbrenner. Man kann gut einsteigen ohne weitere Vorkenntnisse, ich habe mich schnell zurechtgefunden mit den handelnden Personen. Hilfreich ist es, dass noch vor Beginn der Geschichte der Kommissar selbst vorgestellt wird. Wechselnde Perspektiven beleuchten die Hintergründe von mehreren Seiten, das erhöht die Spannung und gibt zusätzliche Hinweise für die Auflösung der beiden Fälle. Nach und nach wird klarer, wie die verschiedenen Handlungsstränge miteinander in Verbindung stehen, das ist raffiniert ausgeklügelt. Die Geschehnisse im Kinderheim haben mir immer wieder kalte Schauer über den Rücken laufen lassen. Schonungslos, aber auch sehr einfühlsam wird das Thema Kindesmissbrauch in Kirchenkreisen anhand von Michels Lebensgeschichte herausgearbeitet. Das ist harter Tobak und lässt niemand kalt. Etwas schwer getan habe ich mich am Schluss damit, dass für mich nicht alle Handlungsstränge zu Ende geführt wurden, doch das mag meine ganz persönliche Meinung sein.

Dieser Krimi hat mich sehr betroffen und nachdenklich hinterlassen, er hat mich aber trotz allem auch gut unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Humorvoll und spannend

Wie man 13 wird und die Nerven behält (Wie man 13 wird 5)
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Chester wacht des Nachts auf, weil ihn ein Vampir bedrängt. Halbvampir Markus und seine Freundin Tallulah wollen ihm helfen. Sie haben bereits viel Erfahrung mit Vampiren und ihren Eigenheiten.

Markus ...

Chester wacht des Nachts auf, weil ihn ein Vampir bedrängt. Halbvampir Markus und seine Freundin Tallulah wollen ihm helfen. Sie haben bereits viel Erfahrung mit Vampiren und ihren Eigenheiten.

Markus und Tallulah durften bereits einige Erfahrungen mit den Vampiren machen, die es auf Halbvampire und Menschen abgesehen haben. Deshalb können sie Chester helfen, der plötzlich damit konfrontiert wird, vielleicht selbst ein Halbvampir zu sein. Die Geschichte wird diesmal aus Chesters Sicht erzählt, das ergibt eine neue Perspektive in der Reihe der Geschichten um den Halbvampir Markus. Mit viel Witz, aber auch großer Spannung wird dieses Abenteuer erzählt, ergänzt von den dazu passenden Illustrationen. Der Schreibstil ist der jungen Leserschaft angepasst und spricht auch Lesemuffel an, die sich durch diese Reihe sicherlich gerne zum Lesen verführen lassen. Und nebenbei erfährt man noch, wie Chester es schafft, an sich selbst zu glauben…

Diese humorvolle Geschichte um Halbvampire, Vampire und Menschen hat mich gut unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter für junge Leser ab 10 Jahren und vergebe 4 von 5 Sternen.

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