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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2021

Auf der Suche nach der Familiengeschichte

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
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Als die 27jährige Hannah ihre fast hundertjährige Großmutter Evelyn im Heim besucht, findet sie einen Brief aus Israel vor, in der Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens angesprochen ...

Als die 27jährige Hannah ihre fast hundertjährige Großmutter Evelyn im Heim besucht, findet sie einen Brief aus Israel vor, in der Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens angesprochen wird. Doch ihre Großmutter will darüber nicht sprechen. Hannah macht sich selbst auf die Spuren dieses Briefes und erfährt Erstaunliches über die Vergangenheit ihrer Großmutter und deren Mutter. Die Spur der Bilder führt bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Mit dem Brief, der Hannah in die Hände fällt, taucht die Protagonistin in ein unbekanntes Stück der eigenen Geschichte ein. Hannah selbst ist keine einfache Figur, ihr Leben scheint festgefahren zu sein. Es gab Momente im Buch, da hätte ich sie gerne mal geschüttelt und aufgefordert, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Die Suche nach ihren Wurzeln hat mir dagegen sehr gefallen, obwohl eigentlich nur der Leser die Hintergrundgeschichte erfährt, Hannah selbst kann nur Ausschnitte davon erkennen. Spannend und konsequent in jeder Hinsicht sind dennoch die Auswirkungen auf Hannah selbst. So spannend kann geschichtliche Aufarbeitung am Beispiel der eigenen Familiengeschichte geraten!

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.03.2021

Wie viel Fair Play ist möglich?

Fair Play
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Die 17jährige Berliner Schülerin Kera hat eine große Idee, mit der die ganze Klasse an einem Wettbewerb teilnehmen kann. So entsteht Fair Play, eine App, in der jeder Angemeldete seinen ganz konkreten ...

Die 17jährige Berliner Schülerin Kera hat eine große Idee, mit der die ganze Klasse an einem Wettbewerb teilnehmen kann. So entsteht Fair Play, eine App, in der jeder Angemeldete seinen ganz konkreten Energieverbrauch erkennen kann. Ziel soll es sein, dass das eigene Icon auf grün bleibt und nicht auf rot wechselt. Gar nicht so einfach, wie sich die Jugendlichen das vorgestellt haben. Doch dann gerät das Experiment außer Kontrolle…

Es ist eine spannende Idee, die diesem Roman zugrunde liegt: Wieviel Energie verbraucht jeder jeden Tag, ab wann ist es zu viel? Vier Jugendliche finden sich als diejenigen, die den Wettbewerb vorantreiben oder auch einfach kritisch hinterfragen wollen. Die Figuren sind äußerst unterschiedlich angelegt; durch die vier verschiedenen Perspektiven gelingt es dem Leser, dicht am Geschehen zu bleiben. Die Gedanken der Jugendlichen über die Klimakatastrophe sind gut aufgefangen, ihre Überlegungen spiegeln das wider, was Jugendliche zu den Themen Umwelt und Energieverbrauch erleben und denken. So gesehen ist diese App ein genialer Gedanke, der hilft, sich im Alltag klimagerechter zu verhalten. Doch da kommen noch einige weitere Parameter ins Geschehen, die die Jugendlichen nicht bedacht haben, ja gar nicht bedenken konnten. Da ist zum einen der Gruppenzwang – kann man sich einfach dieser App verweigern, ohne das Gesicht zu verlieren? Doch dieser Gedanke ist nur ein Aspekt der vielen Störfaktoren, die im Hintergrund des Geschehens laufen. So entsteht eine Geschichte, die gut durchdacht ist und Jugendliche in ihren Fragen ernst nehmen. Es gab einige Szenen in diesem Buch, die mir sehr imponiert haben. Das Buch wird noch eine Weile zum Nachdenken anregen. Auch der Spannungsbogen ist gut geraten, es gibt einige Geheimnisse aufzudecken, die sich anfangs noch gar nicht zeigen. Das ist äußerst realitätsnah geschrieben und dadurch umso erschreckender.

Sehr gerne empfehle ich deshalb diese gesellschaftskritische Geschichte weiter, und zwar nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen. Für das Buch vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

In einem Island voller Magie

Nordstern – Der Ruf der freien Pferde
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Im Sommer 1949 wandert Erla mit ihrer Mutter nach Island aus, sie wollen dort ein neues Leben beginnen als Helferinnen auf einem Bauernhof. Wider Erwarten werden die beiden getrennt, Erla landet auf einem ...

Im Sommer 1949 wandert Erla mit ihrer Mutter nach Island aus, sie wollen dort ein neues Leben beginnen als Helferinnen auf einem Bauernhof. Wider Erwarten werden die beiden getrennt, Erla landet auf einem abgeschiedenen Hof und erfährt von der Familie, in der sie untergebracht ist, wenig Verständnis, dafür muss sie umso härter arbeiten. Schon in Deutschland hat sie Menschen gesehen, die andere nicht wahrgenommen haben. So erhält sie auch in Island Kontakt zu den Verborgenen. Da ist Floki, der sie immer wieder aufsucht. Und es sind die Pferde, bei denen Erla Trost findet in ihrer Einsamkeit.

Erla scheint eine durchschnittliche junge Frau zu sein, die zusammen mit der Mutter in größter Armut den Krieg überlebt hat und nun mit ihr zusammen in ein neues Leben aufbrechen möchte. Doch die Träume von diesem neuen Leben zerbrechen jäh, als sie sich ohne Sprachkenntnisse allein in einer einsamen Gegend wiederfindet, zudem in einer isländischen Familie, die sie eher als Leibeigene sehen möchte. Kurz angedeutet werden auch die Ereignisse im Krieg, aus dem sich einige Ressentiments gegen Deutsche gebildet haben. So schwer Erla es an ihrer neuen Stelle hat, sie bleibt stark, findet Hilfe bei den Verborgenen und Zuversicht aus ihrer Liebe zu den Tieren, vor allem zu den Pferden. Sehr eindrücklich schildert die Autorin Karin Müller die karge Natur Islands. Erla wird sehr sympathisch geschildert, ihre Begegnungen mit den Verborgenen bringen viel Spannung in die Geschichte. So lässt der Cliffhanger den Leser mit vielen Fragen zurück, man möchte sofort weiterlesen.

Dieser Einstieg in eine spannende Trilogie fußt auf wahren Begebenheiten, denn diese Auswanderungswelle deutscher Frauen nach Island hat es tatsächlich gegeben. Das ist heute kaum bekannt. Der vorliegende Jugendroman erinnert daran auf eine sehr jugendgerechte Weise, auch wenn Erla es besonders schwer trifft und deshalb manche Passage sehr zum Nachdenken anregt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Eine ganz besondere Lebensreise

Miss Bensons Reise
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Als die Lehrerin Margery Benson in ihrer Schule einen herben Rückschlag erlebt, entschließt sie sich, ihren Lebenstraum zu verwirklichen: den goldenen Käfer in Neukaledonien zu finden, den ihr Vater ihr ...

Als die Lehrerin Margery Benson in ihrer Schule einen herben Rückschlag erlebt, entschließt sie sich, ihren Lebenstraum zu verwirklichen: den goldenen Käfer in Neukaledonien zu finden, den ihr Vater ihr in ihrer Kindheit gezeigt hatte. Kurz entschlossen bricht sie zur Expedition auf, als Assistentin reist mit ihr die junge Enid Pretty. Was Margery nicht weiß: Enid trägt ein großes Geheimnis mit sich herum.

Zwei so unterschiedliche Frauen auf einer völlig laienhaft vorbereiteten Expedition, die ein launiges Schicksal zusammenwürfelt – das kann doch niemals funktionieren, denkt der Leser schon auf den ersten Seiten. Doch was die Autorin Rachel Joyce daraus entstehen lässt, ist für viele Überraschungen gut. Immer wieder dominieren humorvolle Szenen voller Situationskomik, die Geschichte droht ins Absurde abzurutschen – immer aber sind die beiden Frauen im Mittelpunkt, mit ihren Träumen, die immer wieder zu zerplatzen drohen und die sie dennoch nicht aus den Augen verlieren. Der Ton der Erzählung ist äußerst warmherzig, und dem Leser wachsen die beiden Frauen ganz allmählich ans Herz. So entsteht eine ganz besondere Reise mit einem ernsthaften Unterton, der sich genauso wie die Sympathie zu den beiden Frauen heimlich ins Herz der Leserin schleicht.

Dieses Buch war für mich völlig überraschend, ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mich diese Lebensreise so begeistern kann. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Wieder einmal höllisch gut

Luzifer junior (Band 9) - Ein Dämon im Klassenzimmer
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Luzie und seine Freunde bemerken im Matheunterricht, dass Lehrer Holzapfel sich mehr als seltsam benimmt. Kein Wunder, ist er doch von einem höllischen Dämon besessen.

Bereits zum neunten Mal darf der ...

Luzie und seine Freunde bemerken im Matheunterricht, dass Lehrer Holzapfel sich mehr als seltsam benimmt. Kein Wunder, ist er doch von einem höllischen Dämon besessen.

Bereits zum neunten Mal darf der Sohn des Teufels ein höllisches Abenteuer auf der Erde erleben. Hier soll er, zusammen mit seiner Zwillingsschwester Lilly, das Bösesein lernen, weil er für die Hölle noch viel zu gut ist. Es ist immer spannend, wie schwer sich Luzie im normalen Alltag tut, weil er vieles ja nicht kennt, was für uns selbstverständlich ist. Diesmal muss er sich mit einem rachsüchtigen Dämon herumschlagen, während Cornibus von einem Schnupfen heimgesucht wird. Die Szenen, die sich daraus ergeben, sind so humorvoll geschildert und gezeichnet, dass ich mit meinen beiden Kindern (10 und 13 Jahre) immer wieder vor Lachen herumkugelte. Zudem ist Luzie äußerst pfiffig, so dass man gerne mit ihm fiebert, wie er sich zusammen mit seinen Freunden aus dem schlimmsten Situationen wieder herausholen kann. Auch die Nebenhandlungen sind so komisch erzählt und gezeichnet, dass man am Ende des Buches enttäuscht feststellt: Jetzt muss wieder eine Weile gewartet werden auf das nächste Abenteuer!

Diese höllisch gute Geschichte hat uns allen viel Spaß gemacht, so dass wir sie natürlich gerne weiter empfehlen und alle 5 möglichen Sterne dafür vergeben.

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