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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2021

Eisiges und Kriminelles aus dem Allgäu

Magdalena Sonnbichler
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Leni Sonnbichler ist unterwegs, als ein Landstreicher aufgefunden wird, der vergiftet wurde. Sie ist auch zugegen, als am Martinimarkt jemand versucht, eine Obdachlose zu vergiften. Als dann auch noch ...

Leni Sonnbichler ist unterwegs, als ein Landstreicher aufgefunden wird, der vergiftet wurde. Sie ist auch zugegen, als am Martinimarkt jemand versucht, eine Obdachlose zu vergiften. Als dann auch noch seltsame Zettel bei den beiden aufgefunden werden, ahnt Leni, dass da mehr dahinter steckt. Vor allem, als sie selbst von Alpträumen heimgesucht wird.

Spannend und ein bisschen übersinnlich ist es in diesem Krimi um Magdalena Sonnbichler, die in das elterliche Haus im Allgäu zurückgekehrt ist, ohne zu wissen, ob sie da wirklich bleiben möchte. Sie ist Heilpraktikerin, vor allem aber ahnt sie vieles vorneweg, was mit dem Menschenverstand nicht immer zu erklären ist. Sie findet aber zumindest teilweise Gehör bei der zuständigen Polizei, und in ihrem zweiten Fall muss sie nicht wie im ersten verzweifelt darum kämpfen, nicht verdächtigt zu werden. Dieser Regionalkrimi besticht durch eine genaue Darstellung des Allgäu, sei es durch Bräuche, durch das Essen oder durch die Landschaft und vor allem durch den Dialekt. Sehr gefallen hat mir Lenis Intuition und wie achtsam sie mit sich selbst und mit ihrer Umwelt umgehen kann. Der Kriminalfall verwendet geschickt die örtlichen Gegebenheiten, um Hinweise zu streuen auf den Täter, aber auch, um den Leser gekonnt in die Irre zu schicken.

Ich freue mich bereits auf eine Fortsetzung mit Lenis besonderem Gespür und ihren kriminalistischen Ermittlungen und empfehle das Buch sehr gerne weiter. Dafür vergebe ich alle 5 möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Finde dich selbst

Ungezähmt
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Frauen werden bereits im zarten Kindesalter dazu erzogen, gut zu sein: eine gute Tochter, eine gute Freundin, eine gute Ehefrau… Sie lernen sich anzupassen, doch glücklich sind sie nicht. Glennon Doyle ...

Frauen werden bereits im zarten Kindesalter dazu erzogen, gut zu sein: eine gute Tochter, eine gute Freundin, eine gute Ehefrau… Sie lernen sich anzupassen, doch glücklich sind sie nicht. Glennon Doyle zeigt, wie Frauen lernen, glücklich zu werden, indem sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen – und sich gänzlich ungezähmt zeigen.

Basierend auf ihrer eigenen Lebensgeschichte erzählt die Bestsellerautorin Glennan Doyle, wie sie selbst zu sich fand, und zeigt Wege für andere Frauen auf, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Was sie erzählt, ist nicht immer chronologisch, aber immer sehr offen. Sie erzählt von ihren eigenen Fehlern, was sicherlich nicht immer leicht ist. Das Buch lässt sich recht flüssig lesen, trotz mancher Wiederholungen. Wer Bücher zur Emanzipation der Frauen kennt, wird hier nichts wirklich Neues finden. Dafür bleibt sie in vielen ihrer Ausführungen recht oberflächlich. Zudem ist das Buch auf das amerikanische Publikum als Zielkundschaft ausgerichtet, manches kam mir zu pathetisch vor. Den Hype, den das Buch verursacht hat, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Sosehr ich Achtung empfinde vor der Offenheit der Autorin, kann ich leider doch nur 3 von 5 Sternen vergeben, weil das Buch nichts wirklich Neues bringt. Wer allerdings die Ausführungen der Autorin als Einstieg in das Thema nutzen möchte, ist hiermit gut beraten.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Ein Waisenkind auf Abenteuer

Das Eismonster
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Die zehnjährige Elsie will nur noch heraus aus dem grässlichen Waisenhaus. Im Museum für Naturkunde ist sie dabei, als ein Mammut eingeliefert wird, eingefroren in einem großen Eisblock. Sie merkt, dass ...

Die zehnjährige Elsie will nur noch heraus aus dem grässlichen Waisenhaus. Im Museum für Naturkunde ist sie dabei, als ein Mammut eingeliefert wird, eingefroren in einem großen Eisblock. Sie merkt, dass dieses Mammutkind genauso allein in der Welt ist wie sie selbst und will es unbedingt retten. Damit beginnt ein Abenteuer, das Elsie von London bis an den Nordpol führt.

Der britische Autor David Walliams war mir bisher nicht bekannt, scheint aber in seinem Heimatland sehr viel Erfolg zu haben. Seine Geschichte spielt im Jahr 1899, Königin Victoria herrscht über ein Weltreich, und London hat einige Waisenhäuser, in denen es nicht besonders gut läuft für die Mündel. Eines davon ist Elsie, die sich sehr viel Courage aufbewahrt hat, so viel, dass es ihr gelingt, aus dem Waisenhaus auszubrechen und sich in ein unglaubliches Abenteuer zu stürzen. Sie ist ein tapferes, warmherziges und kluges Kind (woher auch immer sie diese Eigenschaften hat…), das die Herzen der jungen Leser unbedingt ansprechen wird. Mir sind jedoch sämtliche Charaktere und Ereignisse des Buches überzeichnet, das gibt ein etwas falsches Bild der damaligen Zeit wieder – und da die Geschichte sich an junge Leser wendet, fehlt ihnen diese Erkenntnis. Ansonsten finde ich das Buch sehr kindgerecht aufgemacht, die vielen grafischen Elemente und die Illustrationen werten die ohnehin schon spannende Geschichte auf und wecken das Interesse der jungen Leser.

Für dieses Kinderbuch mit dem wichtigen Thema Freundschaft und Zugehörigkeit vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.02.2021

Ungewöhnlich und dabei höchst spannend

Dark
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In Los Angeles verschwindet die junge Dayly, die Tochter der Diebin Sneak, mit eigentlichem Namen Emily Lawlor. Sneak bittet ihre ehemalige Zellengenossin Blair Harbour um Hilfe. Durch Zufall, aber zunächst ...

In Los Angeles verschwindet die junge Dayly, die Tochter der Diebin Sneak, mit eigentlichem Namen Emily Lawlor. Sneak bittet ihre ehemalige Zellengenossin Blair Harbour um Hilfe. Durch Zufall, aber zunächst einigem Widerwillen stößt die Polizistin Jessica Sanchez zu der Suche nach Mädchen dazu. Auch die knallharte Gangsterin Ada Maverick ist mit von der Partie. Denn Dayly soll auf der Suche nach Geld sein, nach sehr viel Geld.

Das ist nur ein kurzer Einblick in all die Fäden, die die Autorin Candice Fox anlegt, um die vier Frauen auf die Suche nach Dayly zu schicken. Oder eher nach dem Geld, je nach Motivation der vier Frauen. Da kommt noch sehr viel mehr zusammen, was verdammt nach Zufall riecht und dabei gekonnt clever zusammengestrickt ist. Jede der Frauen hat so ihre eigene Geschichte, und die spielt hier auch noch rein. So entsteht ein ganz besonderer Thriller, mit völlig ungewöhnlichen Charakteren und Handlungen. Spielend leicht und doch brandgefährlich ist dieser Thriller geschrieben, dabei noch so fesselnd, dass man das Buch in kürzester Zeit durchsuchtet.

Ich liebe die Bücher von Candice Fox, sie schafft es jedesmal, mich mit ihrer Geschichte gleichermaßen zu fesseln und zu überraschen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 10.02.2021

Gelungener Politthriller

Die Krieger
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Nick Marzek ist nach dem Tod seiner Frau aus Berlin nach München gezogen, dort arbeitet er als Kriminalkommissar bei der Polizei. Noch hat er sich nicht richtig in sein neues Leben eingefunden, da wird ...

Nick Marzek ist nach dem Tod seiner Frau aus Berlin nach München gezogen, dort arbeitet er als Kriminalkommissar bei der Polizei. Noch hat er sich nicht richtig in sein neues Leben eingefunden, da wird ein Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool verübt mit verheerenden Folgen. Was zunächst wie Revierkämpfe im Rotlichtmilieu aussah, zeigt sich von einer anderen Seite, als die italienische Polizei ein Bekennerschreiben zu diesem Anschlag erhält. Nick erhält den Auftrag, nach Italien zu reisen und den dortigen Hinweisen nachzugehen, zusammen mit der Putzfrau Graziella, denn auf die Schnelle findet sich niemand sonst zum Übersetzen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten finden die beiden einige Spuren, die sie verfolgen wollen.

Hinter dieser Geschichte stecken wahre Begebenheiten, wie der Autor Martin Maurer in seinem Nachwort erzählt. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, ich musste mich erst an den abgehackt wirkenden Sprachstil gewöhnen, der mir allerdings nur auf den ersten Seiten auffiel. Es gibt einige Szenen voller Situationskomik in diesem Buch, die die Brutalität der Geschehnisse etwas abmildern können, denn der oder die Täter kennen keine Skrupel. Gut eingearbeitet in die Geschichte ist das Flair der Achtziger Jahre, in dem die historisch belegten Ereignisse stattfinden. So gelang es dem Buch dann doch, meine anfänglichen Schwierigkeiten umzuwandeln in die Faszination über einen gelungenen Politthriller mit historisch gut eingefangenem Hintergrund und einer spannenden Geschichte drumherum.

Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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