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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2020

Roman einer Selbstfindung

Das Buch eines Sommers
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Früher hatte Nicolas davon geträumt, Schriftsteller zu werden wie sein Onkel Valentin. Doch dann kam das Leben dazwischen, und nun führt er seit Jahren die Firma seines Vaters fort. Seine Familie, Ehefrau ...

Früher hatte Nicolas davon geträumt, Schriftsteller zu werden wie sein Onkel Valentin. Doch dann kam das Leben dazwischen, und nun führt er seit Jahren die Firma seines Vaters fort. Seine Familie, Ehefrau und Sohn, muss er oft vertrösten: Vor lauter Verantwortung, Termine und Zwänge hat er nicht viel Zeit für sie. Als Valentin stirbt, reist Nicolas mit seiner Familie zur Villa seines Onkels. Dort macht er sich Gedanken darüber, was er in seinem Leben wichtig findet.

In Valentins Villa findet Nicolas zurück zu seinen Erlebnissen mit seinem Onkel, er beginnt sich damit auseinanderzusetzen, was er wirklich im Leben will: Er beginnt sich Gedanken zu machen, wie er der werden kann, der er ist. Seine schriftstellerischen Versuche, die er vor Jahren gestartet hatte, waren nicht vielversprechend gewesen, nun hat er einen Pharma-Betrieb zu führen, der kurz vor einem bahnbrechenden Erfolg steht, oder aber dabei zugrunde geht, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Wie ein modernes Märchen nimmt die Geschichte ihren Lauf, gespickt von vielen Lebensweisheiten. Ich habe mich dabei an einen Ratgeber erinnert gefühlt, der als Geschichte erzählt wird. Es gibt Momente im Leben, da braucht es tatsächlich eine solche Erzählung, ich selbst kann das aber nicht immer brauchen. Deshalb bin ich etwas ambivalent dieser Geschichte gegenüber. Empfehlen kann ich sie jedem, der sich an einem Scheideweg in seinem Leben fühlt und der sich auf ein solch modernes Märchen einlassen kann. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Weihnachtswunder mal etwas anders

Das Wunder von R.
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Kurz vor Weihnachten müssen Manuel, Camila und Shonda mit ihren beiden Müttern umziehen. Als sie in der Stadt R. ankommen, sind sie etwas befremdet von dem Misstrauen der Erwachsenen, das ihnen entgegenschlägt. ...

Kurz vor Weihnachten müssen Manuel, Camila und Shonda mit ihren beiden Müttern umziehen. Als sie in der Stadt R. ankommen, sind sie etwas befremdet von dem Misstrauen der Erwachsenen, das ihnen entgegenschlägt. Dann tauchen überraschend am Morgen des 24.12. zehn Elfen auf, denn die Kinder sollen ihnen und dem Weihnachtsmann bei den Geschenken helfen. Ein überraschendes Abenteuer beginnt…

Die Autorin Francesca Cavallo wagt etwas, was es noch eher selten in Geschichten für Kinder gibt: Das Buch handelt von einer ganz besonderen Familie mit gleichgeschlechtlichen Eltern. In R. schlägt ihnen Misstrauen gegen alles Neue entgegen, doch mit Hilfe der Kinder in der neuen Stadt gelingt es, diese negative Aura zu durchbrechen. Wunderschön ergänzen die Illustrationen die Geschichte. Ich würde dieses Buch Kindern zwischen 6 und 9 Jahren empfehlen. Die größer gehaltene Schrift spricht genau dieses Alter an. Die Weihnachtsstimmung ist eher verhalten geschildert, so wird das Buch zu einer Geschichte, die nicht nur zu dieser Jahreszeit aktuell bleibt.

Man merkt dem Buch an, dass es eine Botschaft an die Kinder tragen will, das schafft es in einer liebevollen Atmosphäre. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Klassischer Krimi im Stil von Sherlock Holmes

Mord in Highgate
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Der Mord an Scheidungsanwalt Richard Pryce scheint sehr schnell klar zu sein: Das Opfer wurde mit einer teuren Flasche Wein niedergeschlagen; wenige Tage zuvor hatte ihm die Frau eines Klienten genau diesen ...

Der Mord an Scheidungsanwalt Richard Pryce scheint sehr schnell klar zu sein: Das Opfer wurde mit einer teuren Flasche Wein niedergeschlagen; wenige Tage zuvor hatte ihm die Frau eines Klienten genau diesen Tod angedroht. Die Polizei zieht Daniel Hawthorne hinzu, gemeinsam mit seinem Assistenten Anthony Horowitz.

Angelehnt an die Geschichten um Sherlock Holmes und John Watson, gehen Daniel Hawthorne und sein Assistent die Ermittlungen zu diesem Fall an. Sie müssen in die Vergangenheit des Toten gehen, um die Lösung zu finden. So wird die Geschichte „very british“, mit vielen Reminiszenzen an den Meisterdetektiv, der Scotland Yard und seinem Assistenten Watson immer einen Schritt voraus war. Überraschende Wendungen lassen den Leser immer wieder neu über die Ermittlungen grübeln, und die Auflösung ist zum Schluss bestens belegt.

Wer klassische Krimis liebt, dem möchte ich dieses Buch sehr gerne empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Eine starke Frau auf der Suche nach dem Leben

Die zitternde Welt
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Maria reist 1896 hochschwanger nach Anatolien zum werdenden Vater – sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Denn Wilhelm war heimlich dorthin aufgebrochen, um als Ingenieur bei der Bagdadbahn zu ...

Maria reist 1896 hochschwanger nach Anatolien zum werdenden Vater – sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Denn Wilhelm war heimlich dorthin aufgebrochen, um als Ingenieur bei der Bagdadbahn zu arbeiten, sie sollte später nachkommen. Auch wenn Maria ihren Partner nicht liebt, fühlt sie sich mit ihren Kindern wohl in ihrer neuen Heimat, türkisch wird die Muttersprache der Kinder, nicht deutsch. Der Erste Weltkrieg allerdings sprengt diese kleine Idylle, denn die Söhne sind bereits im wehrpflichtigen Alter. Kann die Familie noch in der Türkei bleiben?

Spannend beginnt die Geschichte um Maria, die sich eine neue Heimat findet und die selbst bestimmen möchte, in welche Richtung ihr Leben gehen soll. Sie ist eine starke Frau. Während mich die Geschichte anfangs sehr fasziniert hat, wirkt das letzte Viertel des Buches für mich sehr distanziert, hier habe ich zunehmend den Bezug zu den handelnden Personen verloren. Das fand ich sehr schade, denn die Perspektiven der einzelnen Protagonisten waren bis dahin sehr gut nachzuvollziehen. Der historische Hintergrund wird realistisch in die Geschichte eingebaut, so gerät die Erzählung recht authentisch.

Wegen dem letzten Viertel konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Vielschichtig mit viel schwarzem Humor

Ihr Königreich
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Zwei Brüder, die aus den norwegischen Bergen stammen. Geblieben ist der Ältere, Roy, er führt eine erfolgreiche Tankstelle am Ort. Doch dann kehrt der jüngere Bruder wieder zurück, Carl, und er bringt ...

Zwei Brüder, die aus den norwegischen Bergen stammen. Geblieben ist der Ältere, Roy, er führt eine erfolgreiche Tankstelle am Ort. Doch dann kehrt der jüngere Bruder wieder zurück, Carl, und er bringt seine schöne Frau mit. Und die Idee zu einem Berghotel.

Dieses Buch strotzt vor schwarzem Humor, vom Anfang bis zum Ende. Denn beim Lesen fragt man sich, wie viele Geheimnisse noch auftauchen im Verlauf der Erzählung. Anfangs ist das alles noch sehr verhalten, die Geschichte kommt erst langsam in Fahrt. Doch es lohnt sich, dabeizubleiben, denn hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Ereignisse wie auch die verschiedenen Protagonisten erscheinen sehr vielschichtig, wie bei einer Zwiebel kommt erneut eine Schicht hervor, wenn eine abgeschält wurde.

So entsteht eine Geschichte, die eher ruhig erzählt wird, aber dennoch von viel Spannung geprägt ist. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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