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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2020

Beeindruckend geschrieben

So weit die Störche ziehen (Die Gutsherrin-Saga 1)
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Die junge Dora Twardy wächst behütet auf dem Pferdegestüt ihrer Familie in Ostpreußen auf. Doch mit den ersten Vorwehen des Zweiten Weltkriegs verändert sich ihr Leben, sie muss schlagartig erwachsen werden. ...

Die junge Dora Twardy wächst behütet auf dem Pferdegestüt ihrer Familie in Ostpreußen auf. Doch mit den ersten Vorwehen des Zweiten Weltkriegs verändert sich ihr Leben, sie muss schlagartig erwachsen werden. Während sie verlobt ist mit dem Freund ihrer Kindertage, Wilhelm von Lengendorff, lernt sie den abenteuerlustigen Kriegsfotografen Curt von Thorau kennen. Doch dann muss sie feststellen, dass die Wirren des Krieges alle Planungen über den Haufen werfen.

In diesem Buch verarbeitet die Autorin Theresia Graw Bestandteile der Geschichte ihrer aus Ostpreußen stammenden Familie und reichert sie mit einer fiktiven Handlung an. Am Schicksal der jungen Dora erlebt der Leser die Geschehnisse in Ostpreußen von 1939 bis 1945. Als Sechzehnjährige hat Dora Träume vom Leben, die von der Unbeschwertheit ihrer Kindheit geprägt sind, doch der Verlauf der Jahre lässt sie erkennen, dass das Leben völlig andere Pläne für sie hat. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin die Veränderungen, die Doras Entwicklung prägen. Historisch ist die Geschichte bestens eingebettet in die Geschehnisse der Kriegswirren, die hier oftmals erschreckend realistisch geschildert werden. Umso mehr hat mich Doras Geschichte tief bewegt. Ihre Entwicklung ist realistisch geschildert, sie bleibt immer nah am historischen Geschehen.

Diese Familiensaga geht unter die Haut und bleibt dabei immer unterhaltsam. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 28.10.2020

Vier starke Frauen in Deutschlands Wirtschaftswunderjahren

Die Wunderfrauen
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Man schreibt das Jahr 1953. Luise Dahlmann kann sich endlich ihren Traum erfüllen und baut sich ein kleines Lebensmittelgeschäft auf. Ihr Wunsch nach dem eigenen Glück verbindet sie mit drei weiteren Frauen: ...

Man schreibt das Jahr 1953. Luise Dahlmann kann sich endlich ihren Traum erfüllen und baut sich ein kleines Lebensmittelgeschäft auf. Ihr Wunsch nach dem eigenen Glück verbindet sie mit drei weiteren Frauen: Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin von nebenan, Helga Knaup, einer jungen Lehrschwester, und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien.

Dies ist der erste Band über die vier Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen in den Wirtschaftswunderjahren Deutschlands. So entsteht ein lebendiges Bild der damaligen Zeit, über das Bild der Frau in der damaligen Gesellschaft. Aus den Perspektiven der vier Frauen erzählt, fällt es dem Leser leicht, sich in deren Gedanken einzufinden und mit ihnen mitzufiebern. Das Buch liest sich sehr spannend, man möchte gleich weiterlesen, was das Schicksal für die Frauen noch vorhält.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

Konnte mich nicht fesseln

Die verstummte Frau
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Atlanta, Georgia. Als eine junge Frau angegriffen und dann sterbend zurückgelassen wird, führen die Ermittlungen Will Trent ins Staatsgefängnis. Ein Insasse wurde vor acht Jahren für eine ähnliche Tat ...

Atlanta, Georgia. Als eine junge Frau angegriffen und dann sterbend zurückgelassen wird, führen die Ermittlungen Will Trent ins Staatsgefängnis. Ein Insasse wurde vor acht Jahren für eine ähnliche Tat verklagt, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Will ahnt, dass er den ersten Fall erneut lösen muss…

Dieses Buch ist Teil der Reihe um Will Trent, und es empfiehlt sich unbedingt, die Vorgänger zuerst zu lesen. Ich habe mich etwas schwer getan, in die Gegebenheiten dieses Falles hineinzufinden, denn dieser Band ist der erste, den ich aus dieser Reihe gelesen habe. Der Wechsel zwischen zwei Zeitebenen bringt den Leser der Lösung näher. Die Geschichte erzählt von brutalen Geschehnissen. Dennoch fehlte mir etwas die Spannung.

Es liegt vermutlich daran, dass ich quer eingestiegen bin: Mit diesem Buch kann ich nicht wirklich viel anfangen, und so kann ich es auch nicht richtig empfehlen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

Düsterer Mallorca-Krimi

Verschollen in Palma
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Tim Blancks Tochter Emme verschwand vor einigen Jahren auf Palma. Während die Polizei den Fall längst abgeschlossen hat, sucht er verzweifelt weiter. Seine Ehe ist darüber in die Brüche gegangen, er arbeitet ...

Tim Blancks Tochter Emme verschwand vor einigen Jahren auf Palma. Während die Polizei den Fall längst abgeschlossen hat, sucht er verzweifelt weiter. Seine Ehe ist darüber in die Brüche gegangen, er arbeitet in einem Detektivbüro auf Mallorca. Ein Fall, bei dem er eine untreue Ehefrau beschatten soll, bringt ihn auf eine neue Spur auf der Suche nach Emme.

Es ist eine tragische Geschichte, die Tim durchleben muss, er ist ein trauernder Vater, getrieben von seiner Liebe zu Emme, er kann nicht aufhören, nach ihr zu suchen. Was er nun herausfindet, ist schwer zu verkraften. Düster ist deshalb auch die Grundtendenz dieses Buches, trotz all der Hitze, unter der Mallorca während der Geschehnisse ächzt. Es dauerte eine Weile, bis mich Tims Geschichte wirklich packen konnte, die ersten Seiten waren nicht einfach zu lesen, nicht nur wegen der schwarzen Gedanken, die Tim herunterziehen, sondern auch wegen der Sprünge in der Zeit und wegen der großen Anzahl an Namen, die auf den Leser einstürmen. Dennoch hat die Geschichte einen berührenden Kern, man kann Tims Getriebenheit gut nachvollziehen.

Bedingt durch den schleppenden Einstieg in das Buch kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergebe.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

Den eigenen Weg finden

Gipskind
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Andrea wächst als Problemkind ihrer Eltern auf, während diese völlig aufgehen im Bestreben, den anstrengenden Alltag als Kleinbauern zu bewältigen. Es ist die Oma, die sich des kleinen Mädchens annimmt, ...

Andrea wächst als Problemkind ihrer Eltern auf, während diese völlig aufgehen im Bestreben, den anstrengenden Alltag als Kleinbauern zu bewältigen. Es ist die Oma, die sich des kleinen Mädchens annimmt, das Kind wird Omas Liebling. Bei der Großmutter erfährt „die Kleine“ Liebe und Verständnis für alles, was sie braucht. Und so beginnt Andrea, ihre Träume zu entwickeln, sie weiß bald, was sie nicht will und wächst hinein in das, was sie wirklich will…

Eindrucksvoll wird Andreas Weg geschildert in ein Erwachsensein, das so völlig heraussticht aus dem Leben einer Kleinbauernfamilie. Einerseits hat sie es nicht einfach, denn sie kann vielen Normen nicht gerecht werden. Andererseits hat sie es gerade wegen der Lieblosigkeit der Eltern einfacher, sich aus den vorgegebenen Wegen herauszulösen. Es entwickelt sich ein Roman mit vielen biografischen Elementen, das macht die Geschichte sehr authentisch. Und obwohl Andrea es nicht leicht hat im Leben, erweckt ihre Erzählung weniger Mitleid, sondern vielmehr Respekt für ihren Lebensweg.

Mir hat dieses Buch sehr gefallen, ich vergebe sehr gerne 4 von 5 Sternen und empfehle die Geschichte unbedingt weiter.

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