Cover-Bild Dunkler Raum
(13)
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: renitenT Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 757
  • Ersterscheinung: 01.09.2020
  • ISBN: 9783982194509
Peter Robert

Dunkler Raum

Lutz Helsinger ist überglücklich, als er mit seiner Patchworkfamilie das Hamburger Problemviertel Neuwarder verlassen kann. Seine Nachbarin, die alleinerziehende Regina Adebaye, bleibt mit ihren Kindern in dem von Arbeitslosigkeit und Drogenkriminalität geprägten Stadtteil zurück, wo ihre Familie zwischen Sozialbürokratie und immer aggressiveren Jugendgangs zerrieben zu werden droht. Für Lutz und seine Lebensgefährtin ist der Umzug ins Internat Gut Vogelstein dagegen ein Neuanfang, beruflich und privat – und das Internat scheint ein kleines Paradies zu sein. Aber schon bald kommt es zu sonderbaren "Ausrastern" unter den Internatszöglingen. Dann häufen sich derartige Vorfälle, bis sie schließlich auf dramatische Weise kulminieren – nicht nur in Neuwarder und Gut Vogelstein, sondern überall auf der Welt. Fast schon zu spät erkennt Lutz, dass keineswegs nur von den "Killerkindern" Gefahr droht.

Ein packender Roman über Kontrollwahn und Kontrollverlust - im kleinen wie im großen Maßstab.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2020

Kontrolle?

0

"Dunkler Raum" von Autor Peter Robert ist ein durchaus komplexer, kritischer Gesellschaftsroman mit einigen Mystery- und Horrorsequenzen, in dem es z.T. auch recht brutal zugeht.
Auffallend ist der durchgängig ...

"Dunkler Raum" von Autor Peter Robert ist ein durchaus komplexer, kritischer Gesellschaftsroman mit einigen Mystery- und Horrorsequenzen, in dem es z.T. auch recht brutal zugeht.
Auffallend ist der durchgängig geradlinige Stil und das Halten der Spannung bis zum Ende.

Das Buchcover ist schlicht im Stil der Krimis der 70/80er gehalten.

Die Geschichte beginnt eher ruhig, im angenehmen Schreibstil. Lutz und Marion werden als Lehrerin und Hausmeister im Eliteinternat Gut Vogelstein eingestellt, sodaß sie mit ihren Kindern dorthin umziehen.
Scheint es zu Beginn wie der große Gewinn oder das Paradies, ändert sich dieser erste Eindruck recht schnell.

Im Kontrast dazu, der zweite Erzählstrang. Regina, alleinerziehende Mutter "im Ghetto", ungeliebt, fett, alkoholkrank? Und dennoch blitzt hier und da etwas wie Motivation auf. Aufzustehen, das Leben besser zu machen. Leider oft mit dem "falschen" Ergebnis.

Hauptprotagonist bleibt jedoch Lutz. Der erschreckt feststellen muß, daß nicht nur sein pubertierender Sohn sich massiv ändert, sondern offenbar alle Teens... überall auf der Welt. Alles gerät außer Kontrolle. Sie sind brutal, wirken wie ferngesteuert, bevor sie angreifen und die Hemmung zu Töten verlieren.

Ein großer Aspekt des Buches ist die (Gesellschafts)kritik. Da ging es leider zu wenig in die Tiefe, zu viele Themen wurden nur oberflächlich angekratzt. Klimawandel, Gentechnik, Alterseinsamkeit, Reichweite von staatlichen Behörden wie Jugendamt usw.

Einige Leser*innen bemängeln den Umfang des Buches mit über 750 Seiten. Da der Schreibstil flüssig und der Plot spannend war, hätte es für mich durchaus noch weitergehen können.

Ich würde dieses Buch empfehlen, wenn man nicht vor brutalen (dennoch realistischen) Szenen zurückschreckt, Dystopien mag, Gesellschafftskritik erträgt, und sich auf ein Gedankenexperiment einlassen kann, das nicht unvorstellbar ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2020

Seelische Tiefen

0

"Dunkler Raum" von Peter Robert ist ein sehr vielschichtiges Buch, dass sich sehr schlecht einordnen läßt. Es ist sehr vieles, es ist eine Dystopie, ein Horrorroman, eine Gesellschaftskritik, es ist teilweise ...

"Dunkler Raum" von Peter Robert ist ein sehr vielschichtiges Buch, dass sich sehr schlecht einordnen läßt. Es ist sehr vieles, es ist eine Dystopie, ein Horrorroman, eine Gesellschaftskritik, es ist teilweise sehr spannend, hat aber auch seine Längen.
Es geht um Lutz und seinen Sohn Raf und seine neue Lebensgefährtin Marion mit der Tochter Tari, die in eine Internatsschule umziehen. Es geht auch um Regina und ihre beiden Kinder, die ehemalige Nachbarin von Lutz. Nach und nach erfahren wir viele Details aus ihrem Leben, wobei ich manchmal Probleme hatte, die Begebenheiten zeitlich richtig einzuordnen. Da springt die Erzählung zwischen verschiedenen Zeit- und auch Handlungssträngen hin und her.
Mit den Kindern geschieht etwas, was sich niemand erklären kann, es kommt zu Gewaltausbrüchen und das nicht nur lokal begrenzt.
Die handelnden Personen und auch Orte werden sehr gut beschrieben, es entstehen Bilder im Kopf, mit denen man teilweise schlecht umgehen kann, sie sind sehr klar und teilweise auch sehr brutal. Die Schreibweise findet sehr schöne Wörter und Sätze, das lesen auch der längeren Kapitel fällt nicht schwer.
In kleinen Schritten erlebt man hier eine Eskalation mit, die sehr betroffen macht, weil sehr viel vorstellbar ist. Es wird eine Zukunft gezeichnet, die angsteinflößend ist und nachdenklich macht.
Eine klare Empfehlung, wenn man auch vor längeren Passagen und dicken Büchern nicht zurückschreckt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Der Horror kommt langsam, aber gewaltig

0

Lutz Helsinger ist sehr froh, die Chance zu bekommen, zusammen mit seiner Freundin Marion, seinem Sohn und deren Tochter, sein jetztiges Lebensumfeld im Hamburger Problemviertel Neuwarder verlassen zu ...

Lutz Helsinger ist sehr froh, die Chance zu bekommen, zusammen mit seiner Freundin Marion, seinem Sohn und deren Tochter, sein jetztiges Lebensumfeld im Hamburger Problemviertel Neuwarder verlassen zu können. Er erhält eine Anstellung am Eliteinternat Gut Vogelstein und hofft auf einen beruflichen und privaten Neuanfang. Die alleinerziehende Regina Adebaye, Mutter zweier Kinder, muss dagegen weiter in dem von Drogen und Arbeitslosigkeit geprägten kriminellen Milieu von Neuwarder zurechtkommmen. Am Anfang erscheint Lutz, der als Hausmeister arbeitet und auch seiner Partnerin, die eine Anstellung als Lehrerin erhalten hat, alles wie ein schöner Traum. Doch dann verändert sich das Verhalten der dort untergebrachten Kinder auf nicht erklärbare Weise. Aus anfänglichen kleinen Wutausbrüchen werden gewalttätige Aktionen, die mit einem totalen Kontrollverlust einhergehen und die einzige Möglichkeit, etwas dagegen zu tun, ist einsperren. Diese Erscheinungen sind jedoch nicht lokal begrenzt, sondern es kommt überall zu derartigen bedrohlichen Vorfällen von 'Killerkids'. Was sich daraus entwickelt, ist Horror pur, dokumentiert auf sehr persönlicher Ebene, denn sowohl die Kinder von Lutz und Marion wie auch Regines Nachwuchs werden kaserniert.
Eine Geschichte, der ich am Anfang noch das Genre Utopie zugesprochen hätte, doch spätestens im zweiten Teil entwickelt dich der Roman zu einem kaum aushaltbaren Horrorszenario, das schon ein bisschen an Stephen King erinnert. Die Geschichte ist gut geschrieben, baut sich in der zunehmenden Eskalation und dem scheiternden Versuch von Kontrolle absolut packend auf. Aber es ist nicht leicht, dies als Leser als Unterhaltung zu erleben. Denn das Warum und die Reflektion der Ereignisse, das ist diesem Buch trotz der, wie ich glaube, dahingehend durchaus angestrebten Intention des Autors, vollkommen abhanden gekommen. Und es bleibt einfach nur ein sehr ungutes Gefühl zurück und sonst nicht viel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Erschütternd

0

Nach der Leseprobe von "Dunkler Raum" war ich mir nicht so ganz schlüssig was mich bei der Lektüre erwarten wird.

Lutz Helsinger ist überglücklich, als er mit seiner Patchworkfamilie das Hamburger ...

Nach der Leseprobe von "Dunkler Raum" war ich mir nicht so ganz schlüssig was mich bei der Lektüre erwarten wird.

Lutz Helsinger ist überglücklich, als er mit seiner Patchworkfamilie das Hamburger Problemviertel Neuwarder verlassen kann. Seine Nachbarin, die alleinerziehende Regina Adebaye, bleibt mit ihren Kindern in dem von Arbeitslosigkeit und Drogenkriminalität geprägten Stadtteil zurück, wo ihre Familie zwischen Sozialbürokratie und immer aggressiveren Jugendgangs zerrieben zu werden droht.
Aus dem vermeindlichen Sprung in die schöne neue Welt für Lutz und seine Familie wird zu einem Horrortripp, als ihr Sohn unerkläliche Ausraster bekommt und dies ist erst der Anfang.

Die ersten Seiten werfen ein Bild auf die ehemaligen Nachbarsfamilien, diese Seiten ziehen sich ein wenig in die Länge, sind jedoch für den weiteren Verlauf und den Zusammenhang sehr wichtig. Die Protagonisten sind gut charakterisiert und die Sprache ist sehr ausgefeilt und klar. Die Wechsel zwischen dem Hier und dystopischen Elementen waren teilweise anstrengend. Dies ist kein Buch für zartbesaitete, mir hat es ausgesprochen gut gefallen und mich sehr nachdenklich zurückgelassen.

Veröffentlicht am 20.09.2020

Der Untergang

0

Zwei Familien kämpfen ums Überleben, um ein besseres Leben und um die Zukunft für ihre Kinder – bis ihre Kinder ihnen die Zukunft und das Leben nehmen.
Lutz, Marion, Tari und Rafael sind eine Patchworkfamilie. ...

Zwei Familien kämpfen ums Überleben, um ein besseres Leben und um die Zukunft für ihre Kinder – bis ihre Kinder ihnen die Zukunft und das Leben nehmen.
Lutz, Marion, Tari und Rafael sind eine Patchworkfamilie. Um sich und ihren Kindern ein besseres Leben und Umfeld bieten zu können nimmt Marion eine Lehrerstelle an eine privilegierte Schule an und sie ziehen in eine wohlhabende Gegend ein. Es sollte ein neuer Anfang werden für sie als eine Familie. Bis der Teenagersohn merkwürdige Anfälle bekommt und das Leben nimmt eine ganz andere Wendung.
Regina lebt von ihrem Arbeitslosengeld und ihre spirituellen Sitzungen, wo sie ihren Kundinnen einiges vorgaukelt. Sie versucht mit allen Mitteln ein gutes Leben für ihre zwei Kinder Djibril und Papaya zu ermöglichen. Allerdings merkt sie schnell, dass sie dabei an ihre Grenzen stößt. Das Jugendamt ist öfter zu Besuch als ihr lieb ist, Djibril hat Probleme mit der Straßengang und Papaya kommt gar nicht mehr nach Hause. Langsam versinkt sie in eine Ausweglosigkeit und weiß nicht mehr weiter. Als ihr Sohn einen Polizisten töten nimmt auch hier die Geschichte eine dramatische Wendung.
Das Buch hat mich nicht gleich von den ersten Seiten mitgenommen. Bei den ersten 200 Seiten verlief die Handlung relativ ruhig. Als Leser lernt man die zwei Familien und ihren Alltag kennen lernen. Aber danach entwickelt sich alles sehr rasant und man kann das Buch kaum weglegen. Um nicht viel zu verraten, werde ich hier nicht die eigentliche Handlung beschreiben. Eins sei gesagt, die Geschichte nimmt abrupt ein ganz anderer Charakter. Es ist unheimlich realistisch, es ist erschreckend wie realistisch es tatsächlich sein kann. Am Ende gerät das ganze Welt aus den Fugen und wie das Jahr 2020 gezeigt hat,kann es schneller passieren als man denkt.
Ich persönlich bin begeistert von der Geschichte und wie sie erzählt wurde. Dieses Buch gehört ganz klar zu meinem Highlight dieses Jahr und ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Ein tolles Buch und ein sehr guter Autor.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere