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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

gute Dystopie für die Altersklasse

The Factory – Es gibt kein Entkommen
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"The Factory-Es gibt kein Entkommen" der Autorin Catherine Egan hebt sich in überraschenderweise von den üblichen Dystopien für Jugendliche ab. Das Buch wird für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen, diese ...

"The Factory-Es gibt kein Entkommen" der Autorin Catherine Egan hebt sich in überraschenderweise von den üblichen Dystopien für Jugendliche ab. Das Buch wird für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen, diese Einschätzung unterstütze ich als Erzieherin auf jeden Fall.

Protagonist ist der 13-jährige Asher, der für ein Jahr in die Factory geht um augenscheinlich die Welt zu verbessern. Es handelt sich um ein Experimentprogramm um die Zukunft auf der Erde für nachfolgende Generationen lebbar zu machen. Das beste für Asher daran ist allerdings die gute Bezahlung, die seiner Familie ein besseres und ein Leben außerhalb von Armut ermöglichen könnte. Doch seine anfängliche Begeisterung schlägt schnell in Misstrauen um, handelt es sich bei der Forschungsstation doch eher um ein Lager, in dem die Kinder in Containern und bewacht leben müssen.
Er und seine neuen Freunde hinterfragen das Institut und kommen einem sehr großen Skandal auf die Spur.

Die Autorin hat mit Asher einen sehr nahbaren Protagonisten geschaffen. Die Thematik als Dystopie beschrieben, könnte ich mir sehr gut als real vorstellen, besonders wenn man das momentane Weltgeschehen dabei im Auge hat.
Altersentsprechend werden ausführlich die Extraktionen erklärt und die Spannung ist für Jugendliche von der ersten Seite an durch den passenden Schreibstil vorhanden.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger der neugierig auf den nächsten Band und die Entwicklung darin machen.

Ein tolles, durchdachtes und spannendes Buch für die vorgeschlagene Altersgruppe.

Veröffentlicht am 17.03.2026

anders als erwartet

Giftiger Grund
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"Giftiger Grund" des Autors Thomas Knüver eingelesen von Julian Horeyseck, Pia-Rhona Saxe, Ann-Kathrin Hinz, Wolfgang Wagner und Elke Appelt war so ganz anders als von mir erwartet.

Joran, gerade frisch ...

"Giftiger Grund" des Autors Thomas Knüver eingelesen von Julian Horeyseck, Pia-Rhona Saxe, Ann-Kathrin Hinz, Wolfgang Wagner und Elke Appelt war so ganz anders als von mir erwartet.

Joran, gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen, nach langen 7 Jahren, findet sich nach der Entlassung bei seinem Vater wieder, der ihn direkt am ersten Abend unter Druck setzt. Nach einem unvermeidlichen Streit landet Joran erstmal im Hotel und begibt sich anschließend an den Ort seiner Tat zurück. Eine verlassene Tankstelle und die dazugehörige Waschstraße ergeben ein skurriles und ungewöhnliches Setting, an dem die Handlung Größenteils spielt.
Doch die Tankstelle scheint nur auf den ersten Blick verlassen, die kleine Edda hält sich jede Nacht anscheinend alleine dort auf. Festgehalten wird dies von Charu, die für ihren Content immer auf der Suche nach Lost Places ist. Ihre Kamera filmt die Kleine und Joran, der auf der Suche nach der Beute ist, die er vor 7 Jahren dort deponiert hat. Doch was er da im Versteck findet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren.

Erwartet hatte ich einen spannenden Thriller, bekam aber erst einmal eine spannende Millieu Studie, die mich von der ersten Seite an fesselte. Die Geschichte nimmt so viele überraschende Wendungen, die die Spannung die ganze Zeit über hochhalten.
Mit Charu, Joran und Edda hat der Autor drei verlorene Seelen auf der Suche nach sich selbst und der Flucht vor ihrer Vergangenheit.

Mich hat das Hörbuch gefesselt und auch wenn es kein typischer Thriller war, kann ich es nur empfehlen.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Weisheiten

Alt genug
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Das Hörbuch "Alt genug" von Ildikó von Kürthy wurde von der Autorin hervorragend und authentisch eingelesen. Kurz vor ihrem 60. Geburtstag begibt sich die Autorin auf eine tiefe, aber auch selbstironische ...

Das Hörbuch "Alt genug" von Ildikó von Kürthy wurde von der Autorin hervorragend und authentisch eingelesen. Kurz vor ihrem 60. Geburtstag begibt sich die Autorin auf eine tiefe, aber auch selbstironische Reflexion ihres Lebens.

Ildikó von Kürthy nimmt mich als Hörerin mit auf die Vorbereitung zu einer Party, während dieser Vorbereitung läuft ihr bisheriges Leben mit allen Höhen und Tiefen an ihr vorbei. Ein Leben, welches wie von so vielen Menschen, in dem Buch auf die Frauen reduziert, von Ängsten, Trauer, Wut, Fallen und wieder aufstehen besteht.

Meine Lebenswirklichkeit konnte ich in vielen beschriebenen Situationen nachempfinden. Durch die Nahbarkeit der Autorin wirkt sie während des ganzen Buches sehr authentisch und vor allem ehrlich. Niemand muss/sollte ab einem bestimmten Alter mehr irgendwelche Klischees bedienen, sondern schauen, womit er sich am wohlsten fühlt, ohne sich zu verbiegen.

Es ist schön, dass die Autorin in dem Alter ein großes Maß an Gelassenheit vermittelt, welche allerdings über die Jahrzehnte hart erarbeitet wurde.
Dies macht sie mit viel Humor, ohne dabei ins Kitschige abzudriften, aber dennoch mit genügend Augenzwinkern, um dem Buch nicht zu viel Schwere aufzudrücken.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen und konnte mich in vielen Momenten damit identifizieren.

Veröffentlicht am 13.03.2026

gemischte Gefühle

Ostfriesenerbe
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Mit "Ostfriesenerbe" hat Klaus-Peter Wolf den mittlerweile 20. Band um Ann Kathrin Klaasen und ihr buntes Ermittlerteam veröffentlicht.

Eine Leiche vor dem Teemuseum und eine im Kriminalmuseum rufen Ann ...

Mit "Ostfriesenerbe" hat Klaus-Peter Wolf den mittlerweile 20. Band um Ann Kathrin Klaasen und ihr buntes Ermittlerteam veröffentlicht.

Eine Leiche vor dem Teemuseum und eine im Kriminalmuseum rufen Ann Kathrin Klaasen und ihr Team auf den Plan. Gleichzeitig wird Ann von Miss Moneypenny, der Hüterin des Wissens aufgesucht und um die Übernahme ihrer Aufgabe gebeten. Ann ist klar, welches Erbe sie da annimmt und hadert mit sich und dann auch mit der gesamten Welt. Weller steht ihr so gut es bei und auch Dr. Sommerfeldt wird auf den Plan gerufen.

Die einzelnen Charaktere sind mir bestens bekannt und ich habe sie auf die ein oder andere Weise ins Herz geschlossen. In diesem Jubiläumsband wird mir leider zu viel ineinander gemischt. Dies hinterlässt bei mir den Eindruck sämtliche Personen und Begebenheiten mussten irgendwie in den Jubiläumsband gepackt werden.
Darunter leidet die eigentliche Story in meinen Augen sehr.


Wie auch in den Vorgängerbänden entführt der Autor die Leser in das wunderschöne, gleichzeitig auch raue Ostfriesland in dem die Handlung stattfindet. Viele der Schauplätze sind bekannt, neu hinzukommt das Kriminalmuseum, in dem wohl die Fernsehfilme zum Teil gedreht werden. Ein netter neuer Einblick. Weniger könnte es mittlerweile vom Café ten Cate und Bettina Göschl geben, der treue Leser kennt es nun zur Genüge.

Werde ich trotzdem den nächsten Band lesen? Ja, weil mir das Team einfach immer noch gefällt.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Spannung pur

Das falsche Versprechen
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"Das falsche Versprechen" des Autors Alexander Hartung führt die Reihe um den Privatermittler Nik Pohl und seine Ermittlerfreunde: Jon, der Hacker mit Zugang zum Darknet, und Balthasar, der eigenwillige ...

"Das falsche Versprechen" des Autors Alexander Hartung führt die Reihe um den Privatermittler Nik Pohl und seine Ermittlerfreunde: Jon, der Hacker mit Zugang zum Darknet, und Balthasar, der eigenwillige und doch nahbare Pathologe, konsequent und spannend fort.

Diesmal bewegt sich das ungleiche und dadurch gerade so geniale Team im Bereich der Pharmazie und deren dunkle und gefährliche Machenschaften. Professor Ulken bittet Nik um Hilfe, doch schon bevor Nik sich damit auseinandersetzen kann, wird der Professor bei einem angeblichen Raubüberfall getötet. Dies macht Nik stutzig und er beginnt zu ermitteln. Auf welche Machenschaften er damit stößt, hätte er sich vorher nicht ausmalen können. Sein nächster Informant segnet auch bald das zeitliche und die Zeit wird für das eingespielte Team knapp.

Auch der mittlerweile achte Band um Nik Pohl konnte mich durch Spannung und Aktualität auf ganzer Linie überzeugen. Der Schreibstil von Alexander Hartung ist wie gewohnt spannend, präzise und genau auf den Punkt. Ebenso sind die Kapitel nicht zu lang, sodass ein guter Lesefluss entsteht.
Die Brisanz, die in diesem komplexen Thema Pharmazie steckt, schreit förmlich nach einer Fortsetzung, welche eventuell durch den Epilog schon angekündigt wird.

Es ist von Vorteil die ersten Bände gelesen zu haben, aber nicht zwingend notwendig.

Eine klare Leseempfehlung von mir.