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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2026

teilweise etwas zäh

Strandopfer
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Mit "Strandopfer " ist der erste Band einer neuen Kriminalroman-Reihe des Autors Frank Goldammer erschienen und das Hörbuch wurde von Oliver Siebeck eingelesen.

Am Strand von Misdroy wird die Leiche eines ...

Mit "Strandopfer " ist der erste Band einer neuen Kriminalroman-Reihe des Autors Frank Goldammer erschienen und das Hörbuch wurde von Oliver Siebeck eingelesen.

Am Strand von Misdroy wird die Leiche eines deutschen Urlaubers entdeckt. Daraufhin wird die BKA-Ermittlerin Lena Schuldt dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk zur Klärung des Falls an die Seite gestellt. Dies ist für Lena auch eine Rückkehr in die Region ihrer Kindheit und sie hat keine guten Erinnerungen an diese Zeit. Das Kennenlernen der beiden Ermittler verläuft schwierig, da auf beiden einiges an Vorurteilen vorhanden ist.

Der Tote machte schon seit Jahren mit seiner Familie und Freunden Urlaub in dem kleinen Ort. Als sie mit der Familie Kontakt aufnehmen erfahren sie, dass die kleine Luise mit Joachim zum Strand gefahren. Nun ist auch das Mädchen verschwunden und während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, werden weitere Menschen ermordet.

Dies war nicht das erste von Frank Goldammer für mich und ich hatte etwas mehr Spannung erwartet. Teilweise wirkt die Story auf mich sehr konstruiert und überladen und dadurch auch ein wenig unglaubwürdig. Es werden einige Klischees bedient bzgl. dem Verhältnis Polen-Deutschland, auf der einen Seite ganz interessant, auf der anderen allerdings auch hier zu viel davon.

Die Stimme des Sprechers mit seiner aussagekräftigen Intonation haben den Charakteren eine gute und authentische Lebendigkeit gegeben.

Dem zweiten Band gebe ich noch eine Chance mich mit der gewohnten Spannung des Autors zu überzeugen.

Veröffentlicht am 25.05.2026

toller Auftakt

Kalt wie die Luft
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„Kalt wie die Luft“ von Ørjan Nordhus Karlsson ist ein skandinavischer Thriller um den Hauptkommissar Jakob Weber und sein Ermittlerteam und gleichzeitig der Auftaktband zu einer vielversprechenden Reihe.

Schon ...

„Kalt wie die Luft“ von Ørjan Nordhus Karlsson ist ein skandinavischer Thriller um den Hauptkommissar Jakob Weber und sein Ermittlerteam und gleichzeitig der Auftaktband zu einer vielversprechenden Reihe.

Schon der Prolog deutet an, dass es sich hier um einen Thriller mit hohem Spannungspotential handelt. Neu ins Team von Jakob Weber kommt die junge Noora Yun Sande, die von Oslo nach Bodø versetzt wurde. Sie ist ambitioniert, doch trägt auch ein Geheimnis mit sich herum, welches im Laufe der Geschichte gelüftet wird.

Als die 19-jährige Iselin Hanssen auf ihrer Laufrunde spurlos verschwindet, reagieren die Ermittler aufgrund von Druck äußerst schnell. Der Autor versteht es von der ersten Minute an eine hohe Spannung aufzubauen und schafft so eine beklemmende Atmosphäre. Es werden viele Befragungen durchgeführt, doch irgendwie scheint jeder etwas zu verheimlichen und das Team kommt trotz Zeugenaussagen nicht wirklich weiter.
Als kurz darauf eine junge und sehr bekannte Influencerin verschwindet läuten bei den Zuständigen alle Alarmglocken (handelt es sich um einen Serientäter?), der Druck von ganz oben wird ziemlich hoch. Das Team ermittelt an unterschiedliche Stellen auf Hochtouren.

Wow, was für ein einstieg in neue skandinavische Serie. Sie hat mich von der ersten Seite an durchweg bis zum Ende gefesselt. Die Protagonisten sind charakterlich toll skizziert, das Privatleben existiert, nimmt aber zum Glück nicht zu viel Raum ein.
Selten habe ich mich so auf die Fortsetzung gefreut wie bei diesem Buch. Eine klare Empfehlung für Fans von skandinavischen Thrillern, die auch durch die Umgebungsbeschreibungen eine düstere Stimmung verbreiten.

Veröffentlicht am 25.05.2026

zu vorhersehbar

Home Before Dark
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"Home before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir habe ich mit Spannung erwartet, da ich schon die Reihe "Mörderisches Island" der Autorin gelesen habe und die mich überzeugt hat. Eingelesen wurde das Hörbuch ...

"Home before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir habe ich mit Spannung erwartet, da ich schon die Reihe "Mörderisches Island" der Autorin gelesen habe und die mich überzeugt hat. Eingelesen wurde das Hörbuch von Leonie Landa, was in meinen Augen durch die Vielseitigkeit ihrer Intonation eine sehr gute Wahl war.

Marsibil, genannt Marsi kommt nach Jahren zurück in ihren Heimatort, ein Ort an dem vor 10 Jahren ihre Schwester auf dem Weg nach Hause verschwunden ist und nie wieder auftauchte. Einzig ihre blutverschmierte Jacke wurde gefunden. Kaum angekommen, bekommt Marsi einen Brief, der von ihrem damaligen zu sein scheint, mit dem sie sich am Abend des Verschwindens ihrer Schwester genau an diesem Ort treffen wollte. Marsis Gedanken spielen Karussell, fühlt sie sich doch seit jeher für das Verschwinden von Stina verantwortlich.

Das Setting hörte sich sehr spannende und psychologisch ausgefeilt an, doch konnte mich letztendlich nicht komplett überzeugen. Alle Beteiligten sind auf irgendeine Weise im Verlauf der Story verdächtig, das Dorfleben wird geschildert, wie ich es schon oft zuvor gelesen hatte. Hinzu kommen doch einige langwierige Passagen und Marsi als Protagonistin blieb mir für einen psychologisch ausgefeilten Thriller zu fremd.

Aufgrund dessen kann ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben und hoffe, dass das nächste Buch wieder spannender und unvorhersehbarer wird.

Veröffentlicht am 18.05.2026

äußerst spannend

Dogma der Wahrheit
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In "Dogma der Wahrheit" wird eine Welt beschrieben, die von einer inhumanen Gesellschaft erzählt, die grausamer nicht sein kann. Hagen, der Protagonist lebt mit seinen Eltern im Grid: Dies ist eine Welt, ...

In "Dogma der Wahrheit" wird eine Welt beschrieben, die von einer inhumanen Gesellschaft erzählt, die grausamer nicht sein kann. Hagen, der Protagonist lebt mit seinen Eltern im Grid: Dies ist eine Welt, die aus Realität und virtueller Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten, unterhalten vom Moebius-Konzern.

In dieser Welt wird alles, sogar die eigenen Gedanken in jeder Sekunde kontrolliert. Gefallen diese Gedanken nicht und stellen für den Konzern eine Gefahr dar, wird mit grausamer Gewalt regiert. In den Straßen herrscht schon lange der Krieg des stärkeren.

Als Hagens Eltern Opfer einer Strafe werden, stellt sich sein gesamtes Leben auf den Kopf und ein Wettlauf gegen den Konzern beginnt.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, war ich doch erst einmal mit den vielen technischen Begriffen überfordert und hätte mir da ein Glossar für gewünscht. Der Plot ist bedrückend, spannend und gleichzeitig auf absolut gesellschaftskritisch. Das Buch hat einen regelrechten Sog auf mich ausgeübt, sodass ich es ab einer gewissen Weise nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Dem Autor gelingt es einen anspruchsvollen, spannenden und gleichzeitig lang nachhallenden dystopischen Thriller geschrieben, den ich jedem Dystopie-Fan ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 14.05.2026

lebendige Straße

Die Straße
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In "Die Straße" von Robert Seethaler begleite ich als Hörerin die Bewohner der Heidestraße in einer namenlosen Stadt für ein ganzes Jahr. Eingelesen und gesprochen wurde das Hörbuch von Matthias Brandt, ...

In "Die Straße" von Robert Seethaler begleite ich als Hörerin die Bewohner der Heidestraße in einer namenlosen Stadt für ein ganzes Jahr. Eingelesen und gesprochen wurde das Hörbuch von Matthias Brandt, für mich eine exzellente Wahl für dieses Buch. Matthias Brandt versteht es den Charakteren durch seine Intonation eine Stimme zu verleihen, die die Geschichte der Bewohner äußerst lebendig werden lässt.

In der Heidestraße lebt ein Durchschnitt der Bevölkerung, es gibt ein Altenheim, einen Bäcker, die Blumenhändlerin und viele andere Charaktere, wie sie mir auch in unserer Straße begegnen und begegnen können.
Das Jahr in der Heidestraße ist gespickt mit Situationen aus dem Leben der Menschen, auch wenn manche wie Banalitäten erscheinen machen sie doch das Leben des Einzelnen aus.

Dabei wertet Robert Seethaler niemals, sondern lässt das Geschriebene schnörkellos und klar auf den Leser wirken. Die Passagen des Antiquars mit seinen Käfern waren für mich besonders eindrucksvoll. Ich konnte den Geruch in seinem Geschäft quasi wahrnehmen. Das Altenheim, in dem gleichzeitig gelebt und gestorben wird-Zimmer die am nächsten Tag schon wieder mit einem neuen Senior belegt werden-all dies macht Gesellschaft und Leben aus.

Für mich war "Die Straße" ein tolles Hörbuch, vor allem durch die Vielseitigkeit von Matthias Brandt als Sprecher, der die einzelnen Szenen mit Leben erfüllte.