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Veröffentlicht am 13.03.2026

kleine Maus ganz groß!

Eine Maus namens Merlin
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Das Cover ist passend zur Handlung gestaltet und zeigt eine Maus schlafend in einem blau-karierten Filzschuh, wie die Protagonistin Helen ihn trägt.

Ebenso so entzückend wie das Cover war dann auch der ...

Das Cover ist passend zur Handlung gestaltet und zeigt eine Maus schlafend in einem blau-karierten Filzschuh, wie die Protagonistin Helen ihn trägt.

Ebenso so entzückend wie das Cover war dann auch der Einstieg ins Buch von Simon van Booy, obwohl schnell klar wird, wie wenig Lebensmut Helen noch hat.
Einsamkeit im Alter ist hier ein großes Thema, dennoch gelingt es dem Autor, eine mutige, alltägliche Geschichte mit einem kleinen Helden in eine ganz andere Richtung laufen zu lassen.

Der Schreibstil ist leicht lesbar, mal sprudelnd, mal leise und melancholisch, dann recht rasant- wie die Geschichte von Helen und Merlin. Ein Auf und Ab wieder jedes Leben.

Während sie sich zu Beginn noch wehrt und dieses Nicht-Haustier so schnell wie möglich aus ihrem neuen Zuhause haben will, sorgt Merlin dafür, daß er ihr (heimlicher) Lebensinhalt wird. Und nicht nur das, durch Merlin lernt sie einige kuriose Menschen kennen, die sie dann ihre Freunde nennen darf.

Eine Geschichte, zart und leise, wie ein Märchen für Erwachsene.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

still, sogartig

Elbland
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Das wunderschöne Cover hätte mich sofort dazu verleitet, dieses Buch in die Hand zu nehmen und darin in der Buchhandlung zu lesen.
Strahlend orange-gelbe Blumen mit ihrem Grün als Kontrast und der (trockenen) ...

Das wunderschöne Cover hätte mich sofort dazu verleitet, dieses Buch in die Hand zu nehmen und darin in der Buchhandlung zu lesen.
Strahlend orange-gelbe Blumen mit ihrem Grün als Kontrast und der (trockenen) Erde zu ihren Füßen.
Der Titel "Elbland" ist auch in diesem Gelbton gestaltet.

Der Einstieg in den Roman von Claudia Rikl war absolut fesselnd. Es beginnt mit einem Familienurlaub, 1987, wie ihn so oder so ähnlich einige DDR-Bürger erlebt haben.
Ganz schnell war ich beim Lesen wieder Kind, saß ebenso im Lada wie Nina auf den Weg in den Urlaub. Bei uns gab es zwar keinen Muckefuck, aber immer geschmierte Brote, hartgekochte Eier und natürlich Brause!
Es war schön, diesen Erinnerungen wieder zu begegnen! Denn das waren die einzigen, die "schön" im Sinne von angenehm waren.

Im starken Kontrast dazu: Kapitel 2, Jetzt-Zeit.
Ninas Mutti Irma ist gerade verstorben, sie fühlt sich verloren, zugleich befreit. Aufopferungsvoll hatte sie sich all die Jahre gekümmert, nachdem ihr Vater und ihre Schwester Katja sich zuvor "aus dem Staub" gemacht hatten.
Ihr eigenes Leben immer hintenan gestellt, obwohl ihre Mutter, kühl bis kaltherzig, offenbar ihre Schwester bevorzugte.

Doch warum?

Während Nina nach Böhmen reist, in die Heimat ihrer Mutter, erfährt sie, warum sie dieser Frau, die alles verlor, nie nahekommen konnte.
In einem 3. Erzählstrang erleben wir, was die kleine Irma nach Kriegsende erleiden mußte. Jeder Absatz ein scharfes Schwert, das Herz zieht sich zusammen, die Augen brennen vor Tränen...

Claudia Rikl gelingt es, anhand der Lebensgeschichte ihrer Familie (Oma Helene! Ihr ist das Buch gewidmet) Mitgefühl für eine Generation zu erschaffen, die nie gelernt hat, über all' das zu reden, geschweige denn, zu verarbeiten. Auch wir tragen ihre Last mit.

Ein Buch, das sehr leise und doch wunderschön erzählt.
Worte, die mit einer derartigen Wucht etwas auslösen, das unbeschreibbar erscheint.

Danke!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

mittelmäßiger Auftakt

Empire of Whispers and Shadows
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Das Cover des Romans "Empire of Whispers and Shadows"
ist genretypisch für Romantasy gestaltet, allerdings passend zum japanischen Einfluß des Plots mit Kirschblüten und einem Katana, im Hintergrund ist ...

Das Cover des Romans "Empire of Whispers and Shadows"
ist genretypisch für Romantasy gestaltet, allerdings passend zum japanischen Einfluß des Plots mit Kirschblüten und einem Katana, im Hintergrund ist eine Pagode dargestellt.

Die Hauptprotagonisten Saya und Teno werden zu Assasinen des Gottkaisers ausgebildet und müssen deshalb schwerste Prüfungen bestehen, 7 an der Zahl.

Bereits im Prolog geht es um Leben und Tod, denn Amaza, offenbar Sayas Mutter, soll von ihrem "gezeichneten" Kind trennen. Eigentlich verlangen die Gesetze sogar, daß die Mutter den Säugling tötet, doch Amaza findet eine Lösung. Und so überlebt Saya, wächst bei liebevollen Pflegeeltern auf, die jedoch grausam hingerichtet werden.
Und Saya nur noch ein Ziel kennt: Rache.
An Teno und seinem Vater, dem Stadthalter. Und einigen weiteren, deren Namen sie auf einer Liste zusammengetragen hat.

Teno hingegen will die Prüfungen bestehen und nach seinem Dienst für den Gottkaiser seiner Stiefmutter endlich die Stirn bieten können.

Während Saya zu Beginn eine angenehm sympathische Protagonistin war, füllte Teno eher den Gegenpart aus. Doch während der Geschichte wechselten die Perspektiven fast so häufig wie die Erzählstimmen.

Saya und Teno erzählen jeweils einen Teil der Geschichte, nicht immer abwechselnd und nicht immer fortlaufend.

Der Plot an sich ist interessant, wenn auch das "Enemys-to-Lovers" reichlich gewollt daherkommt.
Die Zwischenelemente um die Prüfungen, die Plagen oder die Magie des Gottkaisers... das kam alles viel zu kurz. Stattdessen lag ein großer Fokus der Autorin im detaillierten Beschreiben, wie sich Teno und Saya näherkommen, wer wen wo berührt usw.
Das war mir häufig zuviel.

Auch der Schreibstil wirkte unausgereift, zu sprunghaft und der Ausdruck war häufig nicht das, was ich von den Personen erwartet hätte.

Das Setting gefiel mir bis zum Schluß- der allerdings mit einem Cliffhanger endet und mich sehr verärgert, denn es war zuvor nicht ersichtlich, daß das Buch keine abgeschlossene Geschichte erzählt!

Den zweiten Teil werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Todesfall in der Eishölle

Das Ganymed-Fragment
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Das Cover ist so düster und geheimnisvoll wie die Geschichte selbst und passend zum Inhalt gestaltet. 3 Menschen in Raumanzügen stehen in einer Gesteinshöhle und schauen in eine Art Grube vor ihnen. Womit ...

Das Cover ist so düster und geheimnisvoll wie die Geschichte selbst und passend zum Inhalt gestaltet. 3 Menschen in Raumanzügen stehen in einer Gesteinshöhle und schauen in eine Art Grube vor ihnen. Womit wir schon inmitten der Handlung sind.

Im Jahr 2225, auf der Raumstation Ceres, lebt Alan Bishop, ein abgehalfteter Ermittler, der selbst in dem Dreck haust, in dem er die Verbrechen aufklärt.
Ceres war zuvor ein Glanzlicht der Hoffnung auf der Suche nach Rohstoffen und ist nun zu dem korrupten Ghetto geworden, von dem alle (von) der Erde entfliehen wollten.
Alan erhält den Auftrag, nach Ganymed zu reisen, um dort den Tod eines Minenarbeiter aufzuklären. Dieser starb unter mysteriösen Umständen, die mit einem außerirdischen Artefakt in Zusammenhang stehen.

Den Schreibstil empfand ich bisweilen als schwer zugänglich, da er noch sehr roh und häufig zu technikverliebt war. Auch den Dialogen merkt man deutlich an, daß der Autor noch "neu im Geschäft" ist. Einiges wirkte sehr hölzern, einige Begegnungen oder Handlungen sehr konstruiert.
Den Protagonisten Alan konnte ich mir gut vorstellen, auch seine Art zu denken gefiel mir.

Autor David Reimer kombiniert hier Sci-Fi mit einem eher klassischem Detektivroman und fügt noch einige Thrillerelemente hinzu.
Die politische Themen, Machtmißbrauch, Korruption u.ä. wirken gut durchdacht und geben dem Roman Aktualität.
Die Welt, die er erschuf, ist so durchaus vorstellbar, dennoch braucht man etwas bis man in die Geschichte hineinkommt. Dann ist sie aber durchaus fesselnd. Leider wurde so gar nicht auf die nicht-irdische Technologie des Fundstückes eingegangen. Schade.

Insgesamt war es mir zu überfrachtet, einiges zu konstruiert und unlogisch... und daß es eine Fortsetzung gibt, hätte ich auch gern vorher gewußt.
Gute 3.5 ☆

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Adelsfamilie

Lázár
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Das Cover zeigt ein weißes Pferd, einen Schimmel, vielleicht einen Lippizzaner- eine Rasse, für die Slowenien berühmt wurde. Im starken Kontrast zu dieser (barocken) Szenerie erscheint in Schrift in einem ...

Das Cover zeigt ein weißes Pferd, einen Schimmel, vielleicht einen Lippizzaner- eine Rasse, für die Slowenien berühmt wurde. Im starken Kontrast zu dieser (barocken) Szenerie erscheint in Schrift in einem starken Gelb, das nicht wirklich dazu paßt.

Der erste Eindruck des Erstlingswerkes "Lázár" von Nelio Biedermann war fesselnd und berührend zugleich.

Ein Kind, Lajos, wird geboren, "durchsichtig" ist es, doch gesund, bescheiningt der Arzt.
Der Vater, ein Baron, auch nur der 2. in der Rangfolge, herrscht nur, weil sein Bruder Imre psychisch krank ist, und denkt sogleich an Kindsmord, als er Lajos erblickt.
Seine Mutter Maria hingegen, offenbar schwer depressiv, hatte eine Affäre mit dem Stallmeister, dessen Ergebnis Lajos ist.

Was mich zu Beginn für das Buch einnahm, war vor allem der Schreibstil des Autors.
Auch könnte die Handlung des Buches gut als Grundlage zu einer Verfilmung dienen. Die Umsetzung im weiteren Verlauf konnte mich nicht überzeugen, vieles blieb zu schnell abgehandelt, unaufgelöst, ungesagt.

Die Geschichte der Familie umfasst mehrere Jahrzehnte und zeigt auch den geschichtlichen Wandel in Ungarn während diesem langen Zeitraums auf, das Ende der Monarchie,
vor allem aber auch die innerfamiliären Konflikte, die durch Neid, Eifersucht, Verachtung und des damaligen typischen Umgangs mit den Kindern (Züchtigung, Aufenthalt im Internat) geprägt sind.
Zugleich spielen Suizide, schwerster Alkoholismus und immer wieder extreme sexualisierte Szenen (Gedanken und Phantasien, die detailliert beschrieben werden) eine - zu wichtige - Rolle.
Die Figuren blieben blaß, zum Großteil unsympathisch und ich konnte mich nur wenig mit ihnen identifizieren.

Lange Schachtelsätze sorgen für eineLangatmigkeit und Anstrengung, die angepriesene Leichtigkeit fand ich jedenfalls nicht.

Für mich war diese Familiengeschichte einer ungarischen Adelsfamilie sehr überfrachtet, unauflöst und hat bis auf den wunderschönen poetischen und detallierten Schreibstil in höherer Sprache nur wenig Freude gemacht.

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