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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2021

Agententhriller in einer heutigen DDR

Die Republik
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Was wäre, wenn das heutige Deutschland (bis auf den westlichen Teil Berlins) nicht Bundesrepublik wäre, sondern DDR? Dann würde der Sozialismus sich über das gesamte Gebiet Deutschlands erstrecken, mit ...

Was wäre, wenn das heutige Deutschland (bis auf den westlichen Teil Berlins) nicht Bundesrepublik wäre, sondern DDR? Dann würde der Sozialismus sich über das gesamte Gebiet Deutschlands erstrecken, mit allen Konsequenzen wie z.B. die Stasi. In einem solchen Staat zieht eine Giftgaswolke über einen Teil Berlins. Ein Stasi-Oberst, der eigentlich seinen Dienst quittieren möchte, eine Geheimagentin des M16, ein französischer Dolmetscher auf Besuch in der DDR sowie eine junge DDR-Bürgerin geraten bei der Suche nach der Herkunft dieses Gases in eine Verschwörung, die das Ende für ganz Europa bedeuten könnte…

Ja, was wäre wenn… Der Autor Maxim Voland nimmt sich zunächst die Zeit, ein solches Deutschland vorzustellen. Das war beim Lesen gar nicht so einfach, sich in ein sozialistisches Deutschland hineinzudenken, das über das gesamte Bundesgebiet geht. Eigentlich geht ja alles dabei seinen ganz normalen Gang, so ziemlich jeder hat sich damit arrangiert, als die rätselhafte Giftgaswolke dies in Frage stellt. Die Suche nach den Hintergründen führt die Protagonisten in ein Abenteuer voller Action, ohne Rücksicht auf Verluste. Die vielen verschiedenen Handlungsebenen mit den damit verbundenen Spekulationen über das Geschehnis waren teilweise etwas verwirrend, ich brauchte ein bisschen Zeit, um mich hier zurechtzufinden. Viele überraschende Wendungen bringen zusätzlich Tempo in die Geschichte, so dass der Spannungsbogen sehr straff bleibt. Das Geschehen ist dabei völlig überzeichnet, auch die Protagonisten selbst. Nun ja, ein Was-wäre-wenn im Stil eines Agententhrillers muss vermutlich so geraten… Ich hätte auf so manche Schießerei verzichten können, aber das liegt daran, dass Agententhriller nicht so ganz mein Ding sind. Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, hat mich allerdings vom Anfang bis zum Ende fasziniert.

Wer die Kombination Agententhriller in einem Umfeld der erfolgreichen DDR mag, wird vermutlich mit diesem Buch einen guten Fang machen. Ich vergebe deshalb 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Magisches Abenteuer voller Gefahren

Millenia Magika - Der Schleier von Arken
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Arken ist die langweiligste Stadt der Welt. Hier wohnt Adrians Tante, und zu ihr fährt er, als er von zu Hause ausreißt. Kurz danach ist seine Tante verschwunden und Adrian erfährt Unglaubliches: In Arken ...

Arken ist die langweiligste Stadt der Welt. Hier wohnt Adrians Tante, und zu ihr fährt er, als er von zu Hause ausreißt. Kurz danach ist seine Tante verschwunden und Adrian erfährt Unglaubliches: In Arken haben Hexen, Ghule und viele andere magische Wesen eine Zuflucht gefunden; das Verschwinden von Tante Lia ist ein magisches Verbrechen. Zusammen mit der Hexe Jazz und dem Troll Juri bricht Adrian auf, um seine Tante zu suchen.

Und schon finden sich die drei wieder in einem Abenteuer, das sie mehrmals in größte Gefahr bringt. Manche Frage, die Adrian zu Beginn der Geschichte umtreibt, wird im Verlauf der Erzählung beantwortet, allerdings bleibt für meinen Geschmack noch zuviel offen. Das lässt auf eine Fortsetzung hoffen, dennoch hätte ich mir jetzt bereits ein paar Antworten mehr erwartet. Das Abenteuer, in das die drei stürzen, enthält viele magische Elemente und birgt so immer wieder überraschende Wendungen. So entsteht ein guter Spannungsbogen, der die Geschichte zu einem passenden Ende führt. Die Illustrationen im Buch sind eine wunderschöne Ergänzung zur Erzählung selbst.

Ich empfehle dieses Buch gerne weiter an junge Leser ab 10 Jahren, die gerne in eine magische Welt voller Abenteuer abtauchen wollen, und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 22.01.2021

Jede Menge Herzschmerz

All das Ungesagte zwischen uns
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Mit einem Schlag verliert Morgan sowohl ihren Mann wie auch ihre Schwester, sie starben bei einem Unfall. Währenddessen scheint ihre Tochter Clara ihr zu entgleiten. Es ist eine schwere Zeit für beide…

Ungesagt ...

Mit einem Schlag verliert Morgan sowohl ihren Mann wie auch ihre Schwester, sie starben bei einem Unfall. Währenddessen scheint ihre Tochter Clara ihr zu entgleiten. Es ist eine schwere Zeit für beide…

Ungesagt bleibt zunächst vieles in dieser Geschichte. Dafür gibt es umso mehr Herzschmerz und Emotionen sowie Rücksichtnahme auf geliebte Personen. Sehr schnell wird die Geschichte vorhersehbar, auch wenn es einige überraschende Wendungen gibt. Die Gefühle der Protagonisten sind gut dargestellt, allerdings ist mir die viele Rücksichtnahme etwas zu rosarot geraten.

Mich konnte das Buch nicht voll und ganz überzeugen, wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass die Geschichte viele überzeugte Leserinnen finden wird. Zum Glück sind die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden. Ich vergebe deshalb 4 von 5 Sternen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 18.01.2021

Die Geheimnisse der französischen Küche

Dreck
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Bill Bufford, Starautor des „New Yorker“, hat bereits mehrere journalistische Abenteuer hinter sich, als er beschließt, die Landesküche in Frankreich zu erlernen. Dafür zieht er mitsamt seiner Familie ...

Bill Bufford, Starautor des „New Yorker“, hat bereits mehrere journalistische Abenteuer hinter sich, als er beschließt, die Landesküche in Frankreich zu erlernen. Dafür zieht er mitsamt seiner Familie nach Lyon, wird Bäckerlehrling, dann Schüler des Institut Paul Bocuse und Praktikant im La Mère Brazier. Er setzt sich mit den Geheimnissen der französischen Sterneküche auseinander, lernt Kameradschaft und Intrigen in der Küche lernen. Und trotz mancher Schwierigkeiten gibt er nicht auf.

Es ist ein sehr interessanter Blick hinter die Kulissen, die Bill Bufford dem Leser hier beschert. Auch wenn manches Thema für mein Empfinden durchaus hätte gestrafft werden können, liest sich Buffords Geschichte sehr spannend, sein Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Man merkt dem Buch an, wie wichtig der Autor seinen selbst auferlegten Auftrag nimmt, wie er sich mit Leib und Seele seiner Aufgaben annimmt.

Diese faszinierende kulinarische Reportage gibt einen guten Einblick in das Geheimnis der französischen (Sterne-)Küche. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2021

Über den Verlust eines nahestehenden Menschen

Bären füttern verboten
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An ihrem 47. Geburtstag reist Sydney Smith heimlich an einen Ort, den sie seit Jahren nicht mehr besuchen wollte: nach St. Ives an der Küste Südenglands. Denn dort fand einer der schmerzhaftesten Momente ...

An ihrem 47. Geburtstag reist Sydney Smith heimlich an einen Ort, den sie seit Jahren nicht mehr besuchen wollte: nach St. Ives an der Küste Südenglands. Denn dort fand einer der schmerzhaftesten Momente ihres Lebens statt. In St. Ives trifft sie auf Zahntechnikerin Maria, deren Tochter Belle und dem Buchhändler Dexter. Sie alle tragen ihre eigene Geschichte mit sich herum.

Es geht darum, Hilfe von anderen zu erhalten, vor allem nach einem Verlust, der kaum zu ertragen ist. Es geht um die Bewältigung des Todes eines sehr nahen Menschen. Der Einstieg in das Buch ist von vielen Erinnerungsschnipseln geprägt, die scheinbar zusammenhanglos und unabhängig von jedem chronologischen Verlauf erzählt werden. Erst nach hartnäckigem Dranbleiben begannen sich für mich die Schnipsel zu sortieren und langsam zu einem harmonischen Ganzen zusammen zu wachsen. Dann erst erschloss sich für mich, wie skurril die Figuren dieses Buches geraten sind, und wie liebevoll die Autorin Rachel Elliott sie in diese Geschichte einbettet. Es lohnt sich also bei diesem Buch dranzubleiben!

Trotz meiner Anlaufschwierigkeiten mit dieser Geschichte möchte ich das Buch weiter empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere