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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2019

Äußerst fantasievoll und spannend

Die Spiegelreisende 3 - Das Gedächtnis von Babel
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Ophelia musste nach Thorns Verschwinden nach Anima zurückkehren. Drei Jahre später entschließt sie sich, ihren Ehemann zu suchen und mehr über Gott zu erfahren. Dafür reist sie zur Arche Babel, einer Welt, ...

Ophelia musste nach Thorns Verschwinden nach Anima zurückkehren. Drei Jahre später entschließt sie sich, ihren Ehemann zu suchen und mehr über Gott zu erfahren. Dafür reist sie zur Arche Babel, einer Welt, die ihre Bewohner mit strengen Regeln konfrontiert. Ophelia entschließt sich, die Ausbildung zur „Auserwählten“ zu beginnen, um ihrem Ziel näher zu kommen. Doch bald muss sie entdecken, dass sie sich in größte Gefahr begeben hat…

Mit diesem dritten Band um die „Spiegelreisende“ Ophelia spinnt die Autorin Christelle Dabos ihre äußerst fantasievolle Geschichte gekonnt weiter. Es ist eine völlig andere Welt, in die sie einen entführt, und der Leser erhält immer wieder neue, fantastische Einblicke mit vielen detaillierten Ausschmückungen in dieses einzigartige Universum. Dabei stellt sich Ophelia eine Aufgabe, die kaum lösbar erscheint – und das Gefährliche dieser Aufgabe schimmert aus jeder Zeile hindurch. Der flüssige Schreibstil lässt den Leser durch das Buch fliegen, und die überraschenden Wendungen sowie der straffe Spannungsbogen tun ein Übriges, damit das Buch zum Pageturner wird. Immer wieder stellt sich Ophelia die Frage, wem sie denn vertrauen kann, und auch hier ist weder sie noch der Leser vor Überraschungen gefeit.

Die Reihe um die Spiegelreisende Ophelia entführt den Leser in ein solch komplex entworfenes und durchdachtes Universum, dass sie von Anfang bis Ende einfach nur zu empfehlen ist. Der Cliffhanger am Schluss dieses Buches lässt die Wartezeit bis zum Erscheinen des letzten Bandes schier unendlich wirken. Ich vergebe sehr gerne alle 5 möglichen Sterne!

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Raffiniert ausgeklügelt

Tagebuch meines Verschwindens
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Mitten im Wald wird eine Tote gefunden, genau an derselben Stelle, an der bereits vor einigen Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Da verschwindet ...

Mitten im Wald wird eine Tote gefunden, genau an derselben Stelle, an der bereits vor einigen Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Da verschwindet auch noch einer der ermittelnden Kommissare, und Profilerin Hanne wird im Wald aufgefunden, kann sich aber an nichts erinnern…

Mit viel Spannung wartet dieser zweite Band um „Die Profilerin“ auf sowie einer äußerst raffinierten Auflösung und mit vielen überraschenden Wendungen. Da macht das Miträtseln viel Spaß. Die verschiedenen Handlungsfäden sind gut auseinanderzuhalten, umso mehr als jedes Kapitel den Namen des Protagonisten trägt, aus dessen Sichtweise erzählt wird. So erhält der Leser immer mehr Puzzlesteinchen und ist den Ermittlern fast immer einen Schritt voraus. Die 600 Seiten sind so flüssig geschrieben, dass ich das Buch praktisch inhaliert habe.

Diesen spannenden Pageturner empfehle ich unbedingt weiter und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.12.2019

Spannender Cold Case

Bis ihr sie findet
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Als die 30 Jahre alte Leiche einer Jugendlichen im Wald gefunden wird, ahnt Detective Chief Inspector Jonah Sheens sofort, wer das ist: die 14jährige Aurora, die 1983 nach einer Übernachtung mit einer ...

Als die 30 Jahre alte Leiche einer Jugendlichen im Wald gefunden wird, ahnt Detective Chief Inspector Jonah Sheens sofort, wer das ist: die 14jährige Aurora, die 1983 nach einer Übernachtung mit einer Clique Jugendlicher spurlos verschwand. Schnell ist klar, dass sie ermordet wurde, und die Ermittlungen beginnen von neuem. Die sechs Jugendlichen der Clique sind inzwischen in alle Winde verstreut, doch sie finden sich erneut zusammen. Wer nur mag Aurora ermordet haben? Zudem haben sie alle ein Geheimnis zu wahren, denn bei Aurora wurden auch kleine Drogenpäckchen gefunden, allerdings bei weitem nicht alle, die damals in dieses Versteck gepackt wurden…

Spannend ist es, wie Auroras Verschwinden nach und nach aufgerollt wird, wie die Geschichte mit dem Leben der damaligen Jugendlichen gefüllt wird, wobei immer die Frage im Raum steht nach dem Täter und seinem Motiv. Niemand hätte gedacht, dass die Geschehnisse von damals neu interpretiert werden können, doch es zeigt sich, dass neue Erkenntnisse dies durchaus möglich machen. Und so kann ein Cold Case gelöst werden, der zunächst unlösbar erschien. Der Fokus auf die Emotionen in der Clique der Jugendlichen strahlt auf die Wünsche und Eitelkeiten der damaligen Jugendlichen, auf Freundschaft und Verlust; und die Trauer, die darunterliegt, kommt immer besser zutage.

Dieses Buch hat mir einige spannende Lesestunden beschert, deshalb empfehle ich es sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 02.12.2019

Literarisches Kleinod

Wir gegen euch
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Klappentext: Die Menschen von Björnstadt haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzer Ort auseinanderbricht. Und sie wollen nur eines: wieder zusammenfinden. Um eine Zukunft zu schaffen für alle. Dafür ...

Klappentext: Die Menschen von Björnstadt haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzer Ort auseinanderbricht. Und sie wollen nur eines: wieder zusammenfinden. Um eine Zukunft zu schaffen für alle. Dafür braucht es etwas, an das sie glauben können. Etwas, das sie zusammenbringt. Doch der Kampf darum wird einer auf Leben und Tod.

Als Fortsetzung von „Stadt der großen Träume“ geschrieben, lässt sich dieses Buch dennoch gut lesen ohne den vorherigen Band zu kennen. Eishockey ist die große Hoffnung von Björnstadt, und dem Autor Fredrik Backman gelingt es wunderbar, viele Einzelschicksale zu dem einer Stadt zu verbinden. Anfangs erschienen mir die Bilder wie Dioramen, in denen jeder Protagonist kurz zum Leben erwachte, doch zunehmend lernte ich die Menschen dahinter kennen. Dabei ist dieses Buch nicht einfach zu lesen. Der Hass und die Gewalt, die aus der „Stadt der großen Träume“ in dieses Buch hineingeschwappt sind, werden sehr anschaulich geschildert, so dass mir das Weiterlesen immer wieder sehr schwer fiel. Und dennoch sind die Vorgänge sehr realistisch geschildert – genau das ließ immer wieder einen Kloß in meinem Hals entstehen. Genau passend ist der Schluss der Geschichte. Das Buch ist eine einzigartige Komposition, bei der viele Szenen wie Symbole wirken. Dadurch wirkt es sowohl sachlich erzählt und ist dennoch vollgestopft mit Emotionen, was dieses Buch zu einem besonderen Kleinod macht.

So entsteht eine ganz besondere Geschichte, die noch lange nachwirkt und den Leser sehr nachdenklich hinterlässt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe überzeugte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.11.2019

Belanglos

Der Manndecker
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Achim tingelt mit seinem Solo-Comedyprogramm „Der Manndecker“ durch die Gegend, und das auch noch mit mäßigem Erfolg. Seine Ehe liegt in Scherben, der Kontakt zu seinem erwachsenen Sohn ist so gut wie ...

Achim tingelt mit seinem Solo-Comedyprogramm „Der Manndecker“ durch die Gegend, und das auch noch mit mäßigem Erfolg. Seine Ehe liegt in Scherben, der Kontakt zu seinem erwachsenen Sohn ist so gut wie eingeschlafen. Achim ist chronisch pleite und hangelt sich durch seine Tage. Doch dann engagiert ihn der BVB für eine Feier, und er lernt eine interessante Frau kennen. Ein Schimmer am Horizont?

Mit der Figur vom alternden Schauspieler Achim, der vor immer weniger Publikum mit immer weniger Erfolg ein Stück spielt, das scheinbar aus der Zeit gefallen ist, gelingt dem Autor Jörg Menke-Peitzmeyer ein Antiheld, der völlig am Boden angelangt ist. Das Dumme ist nur, dass er keine Chance mehr hat, von dort wegzukommen. Zudem ist es mir kein bisschen gelungen, Sympathiewerte für ihn zu entwickeln. Da ich mich im Fußball nicht auskenne, habe ich mich von Anfang bis Ende durch dieses Buch nur durchgequält. Achim scheint unbelehrbar zu sein, seine Aktionen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es geschieht auch nicht wirklich eine Entwicklung, die ihn in irgendeiner Weise verändern könnte. Ja, ganz zum Schluss tut sich noch was, aber da war ich schon längst ausgestiegen aus der Geschichte. Da hilft auch der flüssige Schreibstil nicht über den Lesefrust hinweg…

So bleibt dies ein Buch, das ich bestenfalls noch Fußballfreunden älteren Semesters empfehlen könnte, ansonsten bleibt die Geschichte für mich völlig belanglos.