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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2019

Dramatisch mit vielen Verwicklungen

Verratenes Land
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Als Marshall McEwan nach 30 Jahren in seine Heimatstadt Bienville, Mississipi zurückkehrt, weil sein Vater im Sterben liegt, wird sein väterlicher Freund Buck Ferris bei einer nächtlichen Grabung ermordet. ...

Als Marshall McEwan nach 30 Jahren in seine Heimatstadt Bienville, Mississipi zurückkehrt, weil sein Vater im Sterben liegt, wird sein väterlicher Freund Buck Ferris bei einer nächtlichen Grabung ermordet. Als Archäologe wollte er dafür sorgen, dass die Funde in der Erde erhalten bleiben und die Bauarbeiten für eine Papierfabrik geändert werden. Doch er hat seine Pläne ohne den Bienville Pokerclub gemacht, ein alteingesessener Zusammenschluss der Reichen und Mächtigen des Ortes, der noch aus den Tagen des Bürgerkrieges stammt. Dumm nur, dass Marshall sich in die Frau seines besten Freundes verliebt hat, dessen Vater ein wichtiges Mitglied dieses Pokerclubs ist. Marshall ist hin- und hergerissen zwischen der unerlaubten Liebe zu Jet, den alten Erinnerungen über den Tod seines geliebten Bruders, der Belastung durch die Krankheit des Vaters und seiner Loyalität zu Buck Ferris sowie seiner Ehre als Journalist.

Wuchtig kommt dieser Thriller daher mit seinen gut 800 Seiten und den vielen Haupt- und Nebenhandlungen, den Erinnerungen Marshalls und den Gedanken, die ihn treiben. Das Thema Korruption muss ihn als Journalisten sehr umtreiben, und er macht es sich nicht leicht, wenn er seine Gedanken dazu abwägt. Dadurch gewinnt die Geschichte viel an Drama und Pathos, das war mir manchmal zu ausführlich geraten. Es ist ein Buch, das sehr amerikanisch geraten ist, mit all den vielen Verwicklungen und den moralischen Bedenken, die Marshall umtreiben, während er ja selbst ein schlechtes Gewissen hat wegen dem Tod seines Bruders und den heimlichen Schäferstündchen mit Jet. Die vielen Themen und Verwicklungen führen immer wieder zu überraschenden Wendungen, auch hier dachte ich im letzten Drittel: Jetzt ist aber mal gut! Letztendlich aber werden alle Handlungsfäden gut zu einem Ende gebracht, das zu diesem Buch passt.

Bisher kannte ich den Autor nicht, obwohl mir schon mehrere seiner Titel interessant erschienen. Die Wucht, mit der er die Geschichte erzählt, hat mich anfangs fast erschlagen, das finde ich eher gewöhnungsbedürftig. Es lohnt dennoch, sich von dem Buch fesseln zu lassen, denn die Geschichte ist bestens durchdacht und trotz seiner Längen gut erzählt. Ich vergebe sehr gerne 4 Sterne dafür.

Veröffentlicht am 15.11.2019

Meisterhaft aufbereiteter Cold Case

Der Verein der Linkshänder
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Kommissar Van Veeteren steht kurz vor seinem 75. Geburtstag. Da tritt ein ehemaliger Kollege auf ihn zu und berichtet von einem alten, scheinbar gelösten Fall, der nun neu überdacht werden muss: Vor gut ...

Kommissar Van Veeteren steht kurz vor seinem 75. Geburtstag. Da tritt ein ehemaliger Kollege auf ihn zu und berichtet von einem alten, scheinbar gelösten Fall, der nun neu überdacht werden muss: Vor gut zwanzig Jahren waren vier Menschen in einer Pension in Oosterby bei einem Brand ums Leben gekommen, alle vier waren Mitglied beim „Verein der Linkshänder“ gewesen. Verdächtig war damals das fünfte Mitglied des Vereins, das unauffindbar verschwand. Nun aber ist seine Leiche aufgetaucht, und schnell ist klar, dass der Mord am seinerzeit Verdächtigen zum selben Zeitpunkt stattfand wie der verheerende Brand vor 21 Jahren. Kommissar Van Veeteren und seine Frau Ulrike Fremdli gehen während der Ermittlungen in Urlaub – ausgerechnet in den Ort, in dem die Tat damals geschah. Und sie machen sich Gedanken darüber, gemeinsam mit den ermittelnden Beamten.

Schon den Ansatzpunkt finde ich spannend: Einen Kommissar a.D. einen Cold Case abarbeiten zu lassen, den er selbst mit seinem Kollegen nicht richtig gelöst hat. Eigentlich tut er ja die ganze Zeit so, als wollte er gar nicht mehr an den Fall heran, weil er ja kein Kommissar mehr ist. Dafür steigt seine Frau mit in die Ermittlungen ein. Dieses Miteinander der beiden alten Eheleute hat mir besonders gut gefallen, wie sie sich neckisch kabbeln und dabei wunderbar ergänzen. (Ist das nicht genau das, was wir uns für unser Alter selbst wünschen?) Aber auch mit den ermittelnden Kommissaren ist die Zusammenarbeit sehr entspannt und dennoch sehr ergiebig, hier arbeiten alle Hand in Hand. Und lösen dabei einen Fall auf, der tatsächlich unlösbar erschien, weil so viele unbekannte Koordinaten hineinspielen. In mehreren zeitlichen Ebenen erhält der Leser Einblick in die Geschichte, wobei die Informationen, die zur Auflösung beitragen, nur nach und nach auftauchen. So hatte ich viel Spaß beim Raten und habe relativ spät den Täter ahnen können. Und auch wenn die Ermittlungen eher langsam, fast widerwillig zustande kommen, ist dieses gebremste Tempo für mich genau richtig. Das bietet genügend Raum, um den immer mal wieder sehr humorvollen Grundton der Erzählung zu genießen und sich über die überraschenden Entwicklungen des Falls seine eigenen Gedanken zu machen. Auch wenn ich Kommissar Van Veeteren bisher nur auf meiner Wunschliste stehen hatte, bin ich sehr gut in diese Geschichte hineingekommen, das Buch lässt sich gut ohne weitere Vorkenntnisse zum bisherigen Leben des Kommissars lesen.

Diese faszinierende Erarbeitung eines längst abgeschlossenen Falles hat mir besonders viel Vergnügen bereitet. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Berliner Wirtschaftswunderjahre

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Berlin, 1952: Die schwierigen Jahre der Nachkriegszeit sind vorbei, die Wirtschaftswunderjahre stehen vor der Tür. Die Schwestern vom Ku’damm stecken nach wie vor ihre Energie in ihr Kaufhaus, das die ...

Berlin, 1952: Die schwierigen Jahre der Nachkriegszeit sind vorbei, die Wirtschaftswunderjahre stehen vor der Tür. Die Schwestern vom Ku’damm stecken nach wie vor ihre Energie in ihr Kaufhaus, das die neueste Mode anbietet und so langsam einen Käuferstamm findet. Während Rike voll in ihre Tätigkeit im Kaufhaus aufgeht, arbeitet Silvie erfolgreich an ihrer Karriere beim Rundfunk, das Nesthäkchen Florentine muss sich auf den Schulabschluss konzentrieren. Der Bruder Oskar, aus dem Krieg zurückgekehrt, soll seinen Platz im Geschäft übernehmen, doch das passt nicht immer zu Rikes bisherigen Bemühungen. Und während Rike den Mann ihrer Träume gefunden hat, suchen Silvie und Oskar nach ihren Partnern fürs Leben.

Dieser zweite Teil der Trilogie um die Familie Thalheim mit ihrem Kaufhaus auf dem Ku’damm schließt nahtlos an den ersten Teil an und ist genauso spannend geschrieben. Mit viel Atmosphäre entführt die Autorin Brigitte Riebe den Leser in die spannenden Jahre der Wirtschaftswunderjahre, diesmal steht Silvie Thalheim mehr im Fokus des Geschehens. Das Schicksal dieser Familie wird bestens in die Geschehnisse der Zeit eingebunden, der Leser findet sich schnell zurecht in diesem Berlin, das in einen Ost- und einen Westsektor getrennt wird und dennoch um eine Zukunft kämpft. Auch hier wieder zeigt sich die akribische Recherche der Autorin, die ihre fiktionale Geschichte auf äußerst spannende Weise in die historischen Tatsachen einbindet. Sehr schnell findet sich die Leserin im Sog der Erzählung wieder, und am Schluss möchte man eigentlich sofort weiterlesen, um in den Abschluss der Trilogie einzutauchen. Wie schon im ersten Band ergänzt eine Zeittafel die Erzählung um die historischen Fakten der damaligen Zeit.

Ich habe dieses Buch gefühlt ohne Atem zu holen verschlungen und kann es nur unbedingt weiter empfehlen. Schwerpunkt der Geschichte ist die Protagonistin auf dem Hintergrund ihrer Zeit, das ist auf jeder Seite des Buches bestens gelungen. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Berlins schwierige Nachkriegszeit

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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1932 in Berlin neu eröffnet, liegt das Kaufhaus Thalheim 1945 in Trümmern. Der Vater in Gefangenschaft, der Bruder verschollen, nehmen die Thalheim-Töchter Rike und Silvie mit ihrer jüngeren Schwester ...

1932 in Berlin neu eröffnet, liegt das Kaufhaus Thalheim 1945 in Trümmern. Der Vater in Gefangenschaft, der Bruder verschollen, nehmen die Thalheim-Töchter Rike und Silvie mit ihrer jüngeren Schwester Florentine und deren Mutter ihr Leben selbst in die Hand. Rikes Traum ist es, das Kaufhaus neu zu eröffnen. Silvies Leben hingegen ist vom Vergnügen geprägt, während Florentine sich als widerspenstige Jugendliche gibt. Währenddessen ziehen die ersten Nachkriegsjahre ins Land mit Lebensmittelkarten, Währungsreform, Gründung der BRD. Doch die Vergangenheit spielt immer noch mit hinein…

Dies ist nicht mein erster historischer Roman von Brigitte Riebe, und ganz sicher nicht der letzte. Gewohnt spannend und mit viel Atmosphäre beschreibt sie in diesem Buch die Nachkriegsjahre vor allem (aber nicht nur) aus Rikes Sicht, einer jungen Frau auf der Suche nach ihrem Glück im Leben. Sehr einfühlsam wird der Leser in ihre Gedankenwelt eingeführt, erlebt aber auch die Ereignisse der Zeit hautnah mit. Die Thalheim-Frauen hatten das Glück, durch die gesamte Zeit hindurch ein Dach über dem Kopf zu haben, und dennoch war es ein hartes Leben mit ungewisser Zukunft, durch das sie sich durchbeißen mussten. Das ist sehr authentisch beschrieben, hier erkennt man die akribische Recherche der Autorin, die Realität und Fiktion auf äußerst spannende Weise verquickt und daraus einen Pageturner entstehen lässt. Dieser erste Teil der Trilogie um die Thalheim-Schwestern fasziniert und macht Lust auf die beiden Fortsetzungen. Die Zeittafel am Ende des Buches mit den Ereignissen in Berlin 1945 – 1951 ergänzt die Erzählung um die historischen Fakten der Zeit.

Ich habe dieses Buch gefühlt ohne Atem zu holen verschlungen und kann es nur unbedingt weiter empfehlen. Schwerpunkt der Geschichte ist die Protagonistin auf dem Hintergrund ihrer Zeit, das ist auf jeder Seite des Buches bestens gelungen. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Witzig-abenteuerlicher Lesespaß

Saint Lupin´s Academy 2: Drachen spucken auch nur Feuer
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Als Anne versehentlich eine neue Abenteuermission aktiviert, steckt sie mit ihren beiden Freunden auch schon mitten im Geschehen: Die Drachenkönigin soll getötet werden, und Anne will das verhindern. So ...

Als Anne versehentlich eine neue Abenteuermission aktiviert, steckt sie mit ihren beiden Freunden auch schon mitten im Geschehen: Die Drachenkönigin soll getötet werden, und Anne will das verhindern. So viele Hindernisse und Beschwernisse gilt es zu bestehen, dass die drei immer wieder in größte Gefahr geraten.

Wie schon im ersten Band der Reihe schreibt der Autor Wade Albert White über eine fantastische Welt, die voller Abenteuer ist. Diesmal ist das Abenteuer noch gefährlicher als davor, und Hilfe scheint es kaum zu geben – und wenn doch, dann steht sie auf wackeligen Füßen. Sehr spannend ist es, den Dreien bei ihrer Aufgabe zu folgen, können sie doch immer wieder nur knapp der Gefahr entgehen. Die Geschehnisse sind dabei des öfteren einfach nur skurril, und immer wieder hatte ich die Vermutung, dass die Geschichte sich selbst ganz gerne auf den Arm nimmt. Das macht das Lesen umso reizvoller.

Diesen witzig-abenteuerlichen Lesespaß empfehle ich gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.