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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2018

Mehr erwartet

Berührung
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Berührungen – sie sind für uns wichtig unser ganzes Leben lang, ein Grundbedürfnis, das sogar noch vor der Geburt beginnt. Ohne Berührung können Menschen erkranken. Andererseits können Berührungen auch ...

Berührungen – sie sind für uns wichtig unser ganzes Leben lang, ein Grundbedürfnis, das sogar noch vor der Geburt beginnt. Ohne Berührung können Menschen erkranken. Andererseits können Berührungen auch therapeutisch eingesetzt werden.

Die Autoren Prof. Dr.med. Bruno Müller Oerlinghausen und Gabriele Mariell Kiebgis stützen sich auf ihre Forschungen zum Thema Berührungen und bieten neben fundierten Informationen zum Thema mit vielen Fallbeispielen auch praktische Übungen zur Entwicklung eines neuen Körperbewusstseins. Das fiktive Pärchen allerdings, dessen Geschichte die Fakten anschaulich werden lassen sollen, wirkt zu hölzern, um glaubwürdig zu sein. Der Sprachstil ist teilweise sehr gut zu lesen, andere Passagen sind mit medizinischen Begriffen überfrachtet.

Das Buch hat mich etwas enttäuscht hinterlassen. Vieles aus dem Inhalt kannte ich schon, stattdessen hatte ich mir mehr erwartet, was ich für den Alltag umsetzen kann. Deshalb kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 14.12.2018

Voller Spannung und guter Ideen

Lukas und die Meckerschweinchen
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Lukas hat eine ganz besondere Begabung: Wenn er sein Hörgerät ausschaltet, kann er die Sprache der Tiere verstehen. Im Tierpark erfährt er so, dass das Meerschweinchen Lilli verschwunden ist. Zusammen ...

Lukas hat eine ganz besondere Begabung: Wenn er sein Hörgerät ausschaltet, kann er die Sprache der Tiere verstehen. Im Tierpark erfährt er so, dass das Meerschweinchen Lilli verschwunden ist. Zusammen mit seinem Kater Millicent, seiner Freundin Marie und deren Riesendogge Horst will er das Meerschweinchen wieder nach Hause bringen. Was macht wohl der Tierpfleger Willi nachts im Tierpark - hat er Lilli entführt?

Eine spannende Geschichte für Kinder ab 8 Jahren! Die beiden Kinderfiguren sind sehr liebevoll angelegt und gehen mit ihren Handicaps sehr konstruktiv um: Lukas kann die Tiere verstehen, wenn er sein Hörgerät abschaltet, und Marie ist so klein, dass sie oft übersehen wird. Aber dafür kann sie manches erledigen, was nur geht, wenn man unbeachtet bleibt. Auch die beiden Haustiere sind originelle Figuren, der brave Hund Horst und der eigenwillige Kater Millicent, sie haben auch ihren Anteil an den Ermittlungen. Selbst die Tiere im Tierpark, die Meerschweinchen und die Kaninchen, die im gemeinsamen Gehege gehalten werden und sich gar nicht so gut verstehen, aber auch die anderen Tiere sind sehr individuell gestaltet. Die farbigen Illustrationen ergänzen auf allerbeste Weise den Text und helfen kleinen Erstlesern beim Selberlesen.

Insgesamt ein Buch voller Spannung und guter Ideen, das sowohl Mädels als auch Jungs (und vorlesende Erwachsene) gut anspricht. Das Problem des verschwundenen Meerschweinchens wird mit einer originellen Idee zu einem guten Ende geführt und zeigt einen äußerst konstruktiven Lösungsvorschlag, bei dem alle letztendlich zum Gewinner werden.

Deshalb empfehle ich das Buch sehr gerne weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 14.12.2018

Eindrücklich erzählt

Loyalitäten
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Théos Eltern sind geschieden, er wohnt wochenweise abwechselnd mal bei der Mutter, mal beim Vater. Belastend für ihn ist es, dass die Eltern kein Wort mehr miteinander wechseln, ja den ehemaligen Partner ...

Théos Eltern sind geschieden, er wohnt wochenweise abwechselnd mal bei der Mutter, mal beim Vater. Belastend für ihn ist es, dass die Eltern kein Wort mehr miteinander wechseln, ja den ehemaligen Partner in Théos Anwesenheit totschweigen. Er bleibt allein mit seinen Fragen und Ängsten, so dass er mit zwölf zu trinken beginnt. Einer Lehrerin fällt zwar auf, dass ihn etwas bedrückt, doch außer seinem Freund Mathis lässt er niemand an sich heran.

Einen bedrückenden Roman hat die Autorin Delphine Vigan geschrieben. Théo ist ein Scheidungskind, das mehr erwachsen wirkt als seine Eltern selbst. Doch erlegt er es sich selbst auf, keinen der beiden zu verraten, eher noch zerstört er sich selbst. Ergreifend ist seine Geschichte, wenn auch nicht wirklich neu. Durch die Eindringlichkeit im Schreibstil der Autorin gerät die Erzählung jedoch besonders realistisch, es ist keine leichte Lektüre, die man mal schnell nebenher liest. Das Buch hat mich sehr nachdenklich hinterlassen.

Veröffentlicht am 14.12.2018

Unkonventionell und richtig gut

Der Tod ist schwer zu überleben
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Der Tod, auch Thanatos genannt, ist auf der Suche nach einem Nachfolger. Seine erste Wahl, Martin, kann sich nun doch wieder am Leben erfreuen. Doch diesmal gibt es nicht nur einen Kandidaten, sondern ...

Der Tod, auch Thanatos genannt, ist auf der Suche nach einem Nachfolger. Seine erste Wahl, Martin, kann sich nun doch wieder am Leben erfreuen. Doch diesmal gibt es nicht nur einen Kandidaten, sondern gleich mehrere. Keiner allerdings scheint wirklich dafür geeignet zu sein. Währenddessen gerät das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod immer mehr in Schieflage, bis klar ist, so kann es nicht weiter gehen…

Dieses Buch ist die Fortsetzung von Sebastian Niedlichs erstem Roman um Martin und den Tod, „Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“, kann aber auch für sich allein gelesen werden, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Durch Martins Geschichte gerät das Buch zu einer Auseinandersetzung um das Thema Tod. Das ist sehr gut gelungen, in einer einzigartigen Mischung aus ernsthaften Gedanken und viel (schwarzem) Humor. Dabei schlägt das Buch eine Richtung ein, die eher unkonventionell ist. Da gerät manches zum Running Gag und/oder wird mit viel Situationskomik richtig witzig, ohne aber das Ernsthafte dahinter außer Acht zu lassen. Besonders zu empfehlen sind hier die Dialoge zwischen Martin und dem Tod, wenn dann auch mal zwei völlig verschiedene Welten aufeinanderprallen. Da wird es manchmal sogar philosophisch.

Schon das Cover des Buches lädt dazu ein, das Buch näher zu betrachten. Wer sich für schwarzen Humor begeistert, wird schwuppdiwupp auch schon gleich in der Geschichte landen – die einfach nur empfehlenswert ist! Ich werde mir auf jeden Fall noch den Vorgänger besorgen, und sollte es eine Fortsetzung geben, bin ich auf jeden Fall dabei!

Veröffentlicht am 13.12.2018

Aufregung in der Weihnachtszeit

Die Melodie des Mörders
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Pfarrer Jasper ist mitten bei den Proben für das Krippenspiel, als sein Organist vor der Orgel ermordet wird. Zusammen mit dem Tanzlehrer Colin macht er sich auf die Suche nach dem Täter. Was hat dieser ...

Pfarrer Jasper ist mitten bei den Proben für das Krippenspiel, als sein Organist vor der Orgel ermordet wird. Zusammen mit dem Tanzlehrer Colin macht er sich auf die Suche nach dem Täter. Was hat dieser Mord mit dem Selbstmord einer jungen Frau vor 23 Jahren zu tun? Und welche Rolle spielen die Künstlerkommune von damals und die kürzlich stattgefundene Tombola, die einige Wochen vor dem Krippenspiel stattfand?

Bereits zum vierten Mal lässt Autorin Miriam Rademacher ihr Detektiv-Quartett mit Colin, Jasper, Lucy und Norma rätseln, was hinter einem Mordfall steckt. Diesmal wird sogar ein Quintett daraus, denn ihnen schließt sich die kleine Mady an. Doch das Schöne ist, man kann jederzeit in die Geschichte einsteigen, jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann für sich gelesen werden.

Für mich war dies der zweite Band um die taffen, aber auch ein bisschen kauzigen Hobby-Detektive, die eindeutig besser ermitteln können als die Polizei vor Ort. Erneut durfte ich mich am Sprachwitz der Autorin und an der Situationskomik vieler Ereignisse wie auch am Reigen der Weihnachtslieder erfreuen, die jedes Kapitel überschreiben, und dabei eifrig nach versteckten Hinweisen suchen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Wobei die liebevolle Atmosphäre (so richtig das, was man sich als „cosy“ vorstellt) unbedingt zu erwähnen sei. Und genau passend in die (Vor-)Weihnachtszeit, aber nicht nur!

Eindeutig allen Krimifreunden zu empfehlen, die es nicht allzu blutig brauchen, dafür aber viel Wert legen auf die Personen des Buches sowie die weiteren Umstände der Geschichte. Von mir gibt es auf jeden Fall wieder alle fünf möglichen Sterne!