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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2019

Potenzial verschenkt

Fjorgaar - Der rote Vogel
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Ben erhält zu seinem 22. Geburtstag ein Amulett als Geschenk, das mehr als rätselhaft ist, verbindet es ihn doch mit einer Vergangenheit, die ihm ziemlich unbekannt ist: als Kind adoptiert, weiß er überhaupt ...

Ben erhält zu seinem 22. Geburtstag ein Amulett als Geschenk, das mehr als rätselhaft ist, verbindet es ihn doch mit einer Vergangenheit, die ihm ziemlich unbekannt ist: als Kind adoptiert, weiß er überhaupt nichts von seiner Herkunft. Doch nun plagen ihn Alpträume, und bald findet er sich wieder auf Alva auf der Suche nach den Hintergründen zu seinen Erinnerungsfetzen und Träumen. Zusammen mit seinen Freunden Liz und Arne erkundet er eine Welt, die voller Magie und Gefahren ist.

Vom Klappentext angesprochen, habe ich mich sehr gerne in dieses Buch vertieft, um zusammen mit Ben und seinen Freunden eine Welt voller Geheimnisse zu enträtseln. Spannend sind die Hinweise gestreut auf die Wunder, die Alva bietet, und auf die Verbindungen Bens mit dieser Welt. Leider habe ich mich etwas verheddert in den vielen weitschweifigen Erzählungen über die Gegebenheiten Alvas, während andere wichtige Fragen auch am Ende des ersten Bandes noch völlig offen sind. Dabei sind vielleicht sogar wichtige Hinweise auf das Rätsel im Gestrüpp der allzu ausführlichen Schilderungen verloren gegangen, so dass ich immer wieder nahe daran war, die Lektüre abzubrechen. Schade, denn den Plot zu diesem Buch finde ich sehr interessant, und auch die Gegebenheiten auf Alva sind spannend angelegt. Mit Ben selbst konnte ich mich durchgehend wenig anfreunden, ist er mir doch viel zu geheimniskrämerisch und unfreundlich zugleich. Auch wusste ich bis zum Schluss nicht immer, wer denn auf welcher Seite steht und mit wem ich überhaupt mitfiebern sollte. Hier hat das Buch einiges an Potenzial verschenkt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Fortsetzung lesen werde.

Leider kann ich deshalb dieses Buch nur bedingt weiter empfehlen und auch nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Skurril und höchst amüsant

Jagdtrieb
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Paul Colossa, seines Zeichens Anwalt, hat von seinem Onkel Oscar dessen gutgehende Kanzlei geerbt, mitsamt den manchmal recht kurios anmutenden Fällen. So auch den Fall der jungen Russin Maja, für die ...

Paul Colossa, seines Zeichens Anwalt, hat von seinem Onkel Oscar dessen gutgehende Kanzlei geerbt, mitsamt den manchmal recht kurios anmutenden Fällen. So auch den Fall der jungen Russin Maja, für die Paul ein Kontaktverbot ihres Ex-Lovers erreichen soll. Doch er verheddert sich selbst in den Reizen der jungen Frau und tappt dabei blindlings in eine Falle nach der anderen…

Dieses höchst amüsante Buch aus der Feder eines Anwalts, der sein Pseudonym mit Hendrik Esch angibt, ist eine gelungene Mischung aus Krimielementen und humoristischem Roman. Immer wieder findet Paul einen Fettnapf, den er ausgiebig austappt – zur Freude und zum Vergnügen des Lesers. Während er sich also mit den Widrigkeiten des Alltags herumschlägt, tritt er beruflich in die Fußstapfen seines Onkels und versucht, den frühen Tod des Erblassers zu ergründen und damit zurechtzukommen. Überraschungen sind dabei sein täglich‘ Brot, und der Autor hat hier richtig dick aufgetragen, so dass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen mag. Skurril und spannend humorvoll geht die Handlung voran, wobei auch die Protagonisten äußerst individuell entworfen sind. Und kein einziges Geschehen, sei es auch noch so abgefahren, bleibt wirklich unglaubwürdig in diesem Szenario. Ich könnte mich nicht entscheiden, welche Situation mir dabei am besten gefällt!

Dieses Buch ist kein gewöhnlicher Krimi, von blutrünstig schon gar keine Spur. Doch es heizt das Kopfkino so richtig an, dass man über manche Szene noch Tage später kichern kann. Deshalb warte ich nun schon mehr als gespannt auf die Fortsetzung und empfehle diese Geschichte gerne weiter. Einen Sternenregen schicke ich noch hinterher.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Einfach spannend!

Für immer sollst du schlafen
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Auf einem Friedhof in York findet sich die grausam entstellte Leiche eines Säuglings. Die Profilerin Andrea Thornton wird hinzugezogen, da sich bald Zusammenhänge finden lassen zu anderen Säuglingsleichen. ...

Auf einem Friedhof in York findet sich die grausam entstellte Leiche eines Säuglings. Die Profilerin Andrea Thornton wird hinzugezogen, da sich bald Zusammenhänge finden lassen zu anderen Säuglingsleichen. Privat hingegen macht Andrea eine schwere Zeit durch, denn plötzlich ist vieles nicht mehr sicher, auf das sie sich bisher verlassen konnte.

Dieser vierte Band der Reihe um die Profilerin Andrea Thornton ist wieder eine gelungene Mischung aus ihrem beruflichen und privaten Leben. Sehr schnell findet der Leser in das Geschehen hinein, um dann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen - ein Buch, das sich durchgehend um das Thema Tod von Säuglingen dreht und von daher nicht einfach zu ertragen ist. So ist es auch verständlich, dass es diesmal keine Inneneinsicht des Täters zu lesen gibt, wiewohl sein Verhalten äußerst glaubwürdig erklärt wird bei der psychologisch äußerst feinfühligen Auflösung des Falls. Da bleibt es spannend, sich auf die Jagd nach den versteckten Hinweisen zu machen und bei der Lösung mitzurätseln. Auch die Weiterentwicklung der Protagonisten ist gut erfasst, der Leser leidet in jeder Hinsicht mit.

Ich kann diese spannende und fundiert geschriebene Geschichte nur unbedingt weiter empfehlen, wie überhaupt die gesamte Reihe und vergebe überzeugte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Märchenhaftes Abenteuer

Das Nachtschiff
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Die Geschwister Lea, Tim und Sarah können leider nicht in Urlaub fahren, denn das Geld fehlt an allen Ecken und Enden, seit ihr Vater arbeitslos ist. Da kommt die Nachricht über ein geerbtes Haus auf Korsika. ...

Die Geschwister Lea, Tim und Sarah können leider nicht in Urlaub fahren, denn das Geld fehlt an allen Ecken und Enden, seit ihr Vater arbeitslos ist. Da kommt die Nachricht über ein geerbtes Haus auf Korsika. Welch eine Freude, nicht nur ein wunderschönes Haus, sondern auch ein Segelschiff vorzufinden! Doch als die Geschwister auf dem Schiff übernachten, geraten sie in eine Zeitreise, ohne zu wissen, wie sie wieder in ihre eigene Zeit zurückkehren können…

Das Buch ist aus Leas Sicht geschrieben, einer Vierzehnjährigen, die bereits gelernt hat, was Armut bedeutet. Sehr realistisch ist die Situation der Familie beschrieben. Leas Gedanken dazu sind sehr gut eingefangen, man kann schnell nachvollziehen, wie es der gesamten Familie geht. Spannend sind die Geschichten um das Erbe und vor allem die Zeitreise, die die Geschwister auf eine ganz besondere Weise zusammenwachsen lassen. Nur gemeinsam können sie die große Aufgabe bewältigen, die sich ihnen stellt. Überraschend ist die Auflösung, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte, die Geschichte jedoch auf eine ganz besondere Weise abrundet. Der flüssige Schreibstil ist angenehm zu lesen und auf junge Leser eingestimmt.

Diese Fantasy-Geschichte für junge Menschen ab 11 Jahren bietet ein kleines, überschaubares Abenteuer mit vielen spannenden Elementen, die ein bisschen an ein Märchen erinnert. Gerne empfehle ich sie weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Berührende Geschichte

Im Palast des schönsten Schmetterlings
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1964 stirbt der Jugendliche Gerardo bei einem Sprung ins Wasser. 40 Jahre später wird sein Bruder Yoanis ertrunken aus dem Wasser gezogen. Welche Geschichte steckt wohl dahinter?

Der Autor Peter Nathschlägel ...

1964 stirbt der Jugendliche Gerardo bei einem Sprung ins Wasser. 40 Jahre später wird sein Bruder Yoanis ertrunken aus dem Wasser gezogen. Welche Geschichte steckt wohl dahinter?

Der Autor Peter Nathschlägel erzählt die fast verlorene Geschichte des jungen Gerardo. Nach der Revolution, in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wurden Homosexuelle in Kuba verfolgt und in Umerziehungslager gesteckt. Das Buch fängt die Atmosphäre der damaligen Zeit ein, zeigt die Lebenslust der jungen Menschen und vor allem die Diskriminierungen, denen Homosexuelle ausgesetzt waren. Das ist teilweise starker Tobak, beklemmend zu lesen, untermalt von den Briefen, die Gerardo selbst geschrieben hat.

Die verschiedenen Teile des Buches zeigen Gerardos Sichtweise wie auch die von Yoanis. Dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch, sie zieht den Leser schnell in ihren Bann. Die Charaktere sind gut beschrieben, man fiebert mit den Protagonisten mit und würde so gerne verändernd eingreifen in diese tragische Geschichte voller Verwicklungen…

Wer sich für die Geschichte Kubas interessiert, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Auch wer nach Literatur über Homosexuellen sucht, wird hier fündig werden. Nur kurz sei erwähnt, dass die Geschichte teilweise sehr freizügig geschrieben ist, was ich so vom Klappentext her nicht unbedingt erwartet hatte.