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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2018

Gelungene Mischung

Die letzte Fahrt der Enora Time
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Eine Firma, die Zeitreisen anbietet; eine Fahrt durch das Universum; ein mysteriöses Motel an der Autobahn, das gar nicht existieren dürfte… Ganz viele verschiedene Szenarien stellt der Autor Andreas Gruber ...

Eine Firma, die Zeitreisen anbietet; eine Fahrt durch das Universum; ein mysteriöses Motel an der Autobahn, das gar nicht existieren dürfte… Ganz viele verschiedene Szenarien stellt der Autor Andreas Gruber in dieser Sammlung an Kurzgeschichten rund um das Thema Science Fiction zusammen. Originell ist jede davon, und jeder Leser wird hier sicherlich ein paar Häppchen für sich selbst finden.

Viele Facetten bedient der Autor hier mit seinen Geschichten, wird mal mehr heiter, mehr romantisch, lässt dem Leser viel Raum für die eigene Fantasie. Skurril wird’s, auch mal gruselig, bis hin zu „wissenschaftlichen“ Erklärungen. Überraschende Wendungen bringen Auflösungen, die anfangs noch gar nicht abzusehen waren. Leiser Hintergrundhumor ist immer dabei…

Eine gelungene Mischung für alle SciFi- und Dystopie-Fans, gut pointiert, für jeden Geschmack was dabei.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Neurotischer Kommissar und das Chaos im Kopf

Schuster und das Chaos im Kopf
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Hauptkommissar Schuster und sein Team beschäftigt der Fall eines Serientäters, der Frauen ermordet und sie halbnackt auf Parkbanken und ähnlichen Gelegenheiten hinterlässt. Privat muss der Hauptkommissar ...

Hauptkommissar Schuster und sein Team beschäftigt der Fall eines Serientäters, der Frauen ermordet und sie halbnackt auf Parkbanken und ähnlichen Gelegenheiten hinterlässt. Privat muss der Hauptkommissar gerade verkraften, dass seine Frau ihn aus dem gemeinsamen Haus hinausgeworfen hat und sich bereits anderweitig tröstet. Seinen Neurosen, von denen er bereits eine Menge hat, kann Schuster nun gleich noch ein paar neue hinzufügen. Und seine neue Bekanntschaft ist plötzlich auch in den Fall involviert…

Die Autorin Susanne Lieder hat mit dem Hauptkommissar Schuster und seinem Team eine ganz originelle Truppe Ermittler entworfen, die in diesem Band einen schwierigen Fall zu bearbeiten haben. Kein Wunder muss Kommissar Zufall sehr oft eingreifen und die Richtung der Ermittlungen neu bestimmen! Das aber ließ die Handlung in meinen Augen immer weniger realistisch werden. Dass ein Kommissar mit einem solchen Haufen Neurosen geschlagen sein soll und dabei noch effektiv arbeiten kann, wollte mir auch nicht unbedingt einleuchten.

Insgesamt zeigt sich das Buch als ein solider Krimi, der ein bisschen mit regionalen Eigenheiten spielt und letztendlich dann eine interessante Auflösung anbietet. Wirklich fesseln konnte mich die Geschichte allerdings nicht, dafür sind mir die Protagonisten seltsam farblos geblieben, trotz (oder vielleicht auch wegen?) aller Eigenheiten, die jeder von ihnen hat.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Ein tierisch guter (Kinder-)Krimi

Zipfelmaus und der geheimnisvolle Goldkratzer – Ein Kirchenkrimi
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Zipfelmaus bekommt Besuch von Onkel Benn, der amtierenden Kirchenmaus von St. Pistor. In seiner Kirche geht ein geheimnisvoller Goldkratzer herum, und Onkel Benn bittet die Zipfelmaus um Hilfe, damit dem ...

Zipfelmaus bekommt Besuch von Onkel Benn, der amtierenden Kirchenmaus von St. Pistor. In seiner Kirche geht ein geheimnisvoller Goldkratzer herum, und Onkel Benn bittet die Zipfelmaus um Hilfe, damit dem Dieb das Handwerk gelegt werden soll. Zusammen mit der Fledermaus Shakira und ihrer Hummel Fiffi sowie mit Dickespinne bricht Zipfelmaus auf nach St. Pistor, wo es weitere Kameraden gibt bei der Suche nach dem Goldkratzer: Da sind Kevin, der immer ein bisschen nach Schwefel riecht, Tante Apollonia mit ihrer Grille Jopi, die Wanderratte Lutefisk, der Käfer Toccata und der Kater Balsora.

Ein turbulentes Suchen nach dem Goldkratzer ist das, mit einer ganzen Menge liebevoll entworfener tierischer Hilfsdetektive, die mal mehr Chaos und mal mehr Weitsicht in die Sache bringen. Das Coverbild lässt schon den Goldkratzer erahnen, doch bis zum Schluss bleibt es spannend, wer der Dieb ist. Mancherlei Gefahrensituation muss die Zipfelmaus da bewältigen, wobei sie da immer wieder eine recht originelle Hilfe erhält.

Mit viel Sinn für Humor und jeder Menge Liebe für Details hat der Autor Uwe Becker seine kleinen Protagonisten entworfen, jeder davon ist ein richtiges Original. Die Illustrationen von Ina Krabbe ergänzen den Text auf wunderbare Weise. So kann auch ein dickeres Buch wie dieses Kinder in Atem halten; meinen beiden wurde es beim Vorlesen überhaupt nicht langweilig. Viele der Dialoge sorgen für Gelächter, wenn der Wortwitz überwiegt. Aber auch die Spannung kommt keinesfalls zu kurz, im Gegenteil, der Spannungsbogen wird von Anfang bis Ende aufs Beste gehalten.

Als Erwachsene wäre ich bei diesem Cover nicht unbedingt auf den Gedanken gekommen, dieses Buch zu lesen, sieht es doch sehr nach einem Kinderbuch aus. Doch wie der Covertext verspricht, ist es „Ein tierisch-vergnügliches Abenteuer für LeserInnen von 8 bis 108 Jahren“, und das kann ich mit meinen Kindern unbedingt bestätigen! Ein richtiges „Familienlesebuch“ also. Von uns gibt es eine absolute Leseempfehlung und alle fünf nur möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Spannender Kinderkrimi mit viel Nordseeflair

Küstenkids
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Die Zwillinge Fynn und Fenja und ihr Klassenkamerad Yannick sind gute Freunde. Auch die Herbstferien verbringen sie miteinander, und da geschieht gleich zweierlei: Zum einen fällt ihnen Merle auf, die ...

Die Zwillinge Fynn und Fenja und ihr Klassenkamerad Yannick sind gute Freunde. Auch die Herbstferien verbringen sie miteinander, und da geschieht gleich zweierlei: Zum einen fällt ihnen Merle auf, die Neue aus der Parallelklasse, zum zweiten fällt eine Möwe tot vor ihre Füße, und ein älterer Mann wird bewusstlos, so dass sie einen Krankenwagen für ihn anfordern. Was ist dem Mann nur zugestoßen? Die drei Freunde machen sich daran, selbst zu ermitteln, ob das vielleicht an dem Fischbrötchen lag, das der Mann gegessen hatte und von dem die Möwe einen Brocken abgekriegt haben könnte. Prompt sind die drei mittendrin in einer Detektivgeschichte, und auch Merle wird sich noch daran beteiligen…

In diesem ersten Band der „Küstenkids“ finden sich die vier Freunde zum ersten Mal zusammen, denn zunächst kann Fenja keine guten Worte finden für die Neue, die in ihrer Klasse ganz viel gehänselt wird. Dabei sind es gleich zwei Fälle, die die Freunde beschäftigen und in denen sie nicht nur ermitteln, sondern auch in große Gefahr geraten. Die Kinder sind sehr unterschiedlich in ihren Talenten, so dass sie sich gut ergänzen. Die Ermittlungen der Kinder sind sehr realistisch geschildert, auch, dass sie kein Gespür für die Gefahren empfinden, in die sie sich doch sehr unbedarft begeben. Der Spannungsbogen ist gut angelegt, die Auflösung dann doch recht überraschend, aber plausibel. Der Sprachstil ist dem Grundschulniveau angepasst und somit genau geeignet für eifrige junge Krimileser. Gut gelungen ist auch, dass Yannick als „wandelndes Lexikon“ seinen Freunden und dadurch auch dem jungen Leser einige Begriffe erklärt, die in dem Buch auftauchen und ansonsten vielleicht für Unverständnis hätten sorgen können. Ein paar Anklänge an das Plattdeutsche bringt das Buch auch, die sich im Wesentlichen aus dem Kontext erklären.

Insgesamt finde ich es eine spannende Detektivgeschichte mit einem interessanten regionalen Hintergrund, gut geeignet für lesegeübte Kinder, die sich für Kinderkrimis interessieren. Ich freue mich auf weitere spannende Abenteuer an der Nordsee mit den Küstenkids!

Veröffentlicht am 01.08.2018

Überraschende Familiengeschichten

Zeit der Gespenster
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Ross Wakeman möchte sterben, seit er seine Verlobte Aimee verloren hat; doch es gelingt ihm nicht. Nun soll er „Gespensterhaus“ nach dem Geist einer Toten absuchen. Dadurch wird nicht nur seine eigene ...

Ross Wakeman möchte sterben, seit er seine Verlobte Aimee verloren hat; doch es gelingt ihm nicht. Nun soll er „Gespensterhaus“ nach dem Geist einer Toten absuchen. Dadurch wird nicht nur seine eigene Vergangenheit aufgewühlt, er ist auch dem Familiengeheimnis der Frau auf der Spur, die er dort auf dem Gelände antrifft.

Der Einstieg in das Buch ist nicht ganz einfach, denn es tauchen sehr viele Personen auf. Doch die einfühlsam geschriebene Geschichte nimmt den Leser immer mehr gefangen, und zum Ende hin schließt sich der Kreis, die verschiedenen Handlungsstränge werden gut zusammengefügt. Einfühlsam auch der Umgang mit dem Thema Eugenik bei indianischen Stämmen und dem Rassendünkel der Jahre um 1930.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist eine leise Geschichte mit vielen Zwischentönen, das hat mich sehr berührt. Ich werde es gerne weiterempfehlen.