Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2018

Achterbahn der Gefühle

Solange du lügst
0

Iris führt eine glückliche Ehe. Doch ihr Glück wird jäh zerstört, als ihr Mann bei einem Flugzeugunfall stirbt. Wie aber kam ihr Mann zu einem Flug nach Seattle, wenn er zu einer Konferenz nach Orlando ...

Iris führt eine glückliche Ehe. Doch ihr Glück wird jäh zerstört, als ihr Mann bei einem Flugzeugunfall stirbt. Wie aber kam ihr Mann zu einem Flug nach Seattle, wenn er zu einer Konferenz nach Orlando fliegen wollte? Iris muss erkennen, dass ihr Mann sie belogen hat. Was aber kann sie noch für sicher halten von dem, was er ihr gesagt hat? Wem kann sie überhaupt noch trauen? Plötzlich erhält sie Nachrichten, die eigentlich nur von ihrem Mann kommen könnten. Wie kann das sein?

Die Autorin Kimberly Belle lässt Iris selbst die Geschichte erzählen, so dass der Leser sich sehr schnell in der Gefühlswelt der Protagonistin wiederfindet. Iris durchlebt eine Achterbahn der Gefühle, die kaum zu ertragen ist, denn ihre Trauer wird immer wieder durchbrochen von der Hoffnung, dass ihr Mann noch leben könnte. Währenddessen ermittelt die Polizei. An die Adresse ihres Mannes kommen Vorwürfe von seinem Arbeitgeber, die ihre eigene Zukunft empfindlich gefährden könnte. Die Schlinge um ihren Hals zieht sich immer enger zusammen. Das wird sehr spannend erzählt in einem flüssigen Schreibstil, so dass der Leser schnell gefesselt ist von Iris‘ Geschichte. Einige überraschende Wendungen laden zum munteren Miträtseln ein, was denn nun mit Will geschehen ist.

Insgesamt verdanke ich dem Buch einige spannende Lesestunden, so dass ich hier gerne eine Leseempfehlung vergebe und der Geschichte vier von fünf Sternen gebe.

Veröffentlicht am 30.05.2018

Auf den Punkt gebracht

Kühn hat Ärger
0

Als ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund tot aufgefunden wird, ist es an Martin Kühn und seinem Team, nach den Hintergründen zu dem Mord zu recherchieren. Dabei bewegt er sich bald im Milieu der ...

Als ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund tot aufgefunden wird, ist es an Martin Kühn und seinem Team, nach den Hintergründen zu dem Mord zu recherchieren. Dabei bewegt er sich bald im Milieu der Reichen und Wohltätigen. Wer jedoch sollte einen Grund haben, Amir zu ermorden? Währenddessen muss Kühn sich einerseits im polizeilichen Alltag wieder zurechtfinden, andererseits plagen ihn die Überlegungen, ob seine Frau fremdgeht.

„Kühn hat Ärger“ ist der zweite Band um den Kommissar Martin Kühn, der nach einer Rehabilitation wieder in sein Berufsleben zurückfinden und sich dabei gleichzeitig in einen recht verzwickten Mordfall knien muss. Es menschelt in jeder Hinsicht. Sehr detailliert beschreibt der Autor Jan Weiler die Lebenswelten seiner Protagonisten, lädt den Leser ein, sie zu begleiten, ihre Motivationen nachzuvollziehen. Er spart dabei auch nicht mit einem Schuss Sozialkritik, seine satirische Ader verwandelt manches Lachen in eine nachdenkliche Gedankenspirale. Dennoch nimmt er seine Protagonisten in jeder Hinsicht ernst. Die Auflösung ist von langer Hand vorbereitet und gut nachvollziehbar. Jan Weilers journalistische Ader schimmert durch jeden Satz des Buches hindurch, sein Schreibstil ist eine besondere Freude beim Lesen.

Auf den Punkt gebracht hat der Autor einen leicht sozialkritischen Roman mit Krimihandlung und viel Situationskomik, gerät dabei aber nie ins Alberne. Dafür gebe ich gerne alle fünf möglichen Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung. Ganz klar bin auch ich bei Kühns nächster Ermittlung wieder dabei!

Veröffentlicht am 25.05.2018

Krimi mit dem Flair der Tour de France

Die Toten vom Mont Ventoux
0

Capitaine Malbec ermittelt wegen einem Mehrfachmord am Mont Ventoux. Ein Radfahrer und eine vierköpfige Familie sind dort zu Tode gekommen.

Der Schreibstil der Geschichte erinnert an die Berichterstattung ...

Capitaine Malbec ermittelt wegen einem Mehrfachmord am Mont Ventoux. Ein Radfahrer und eine vierköpfige Familie sind dort zu Tode gekommen.

Der Schreibstil der Geschichte erinnert an die Berichterstattung zur Tour de France, wie ja auch der Mont Ventoux einer der wichtigen Punkte der Tour selbst ist. Das macht die Erzählung recht authentisch, während der Leser eintauchen kann in die faszinierende Landschaft der Provence. Mit wenigen gut beschriebenen Szenen werden die Protagonisten skizziert, schnell wird klar, wer mit wem gut auskommt, während kleine Spitzen zeigen, wo die Antipathien liegen. Die Fragen zum Fall drängen sich sehr schnell auf, wobei der Autor Ralf Nestmeyer den Leser immer wieder auf falsche Fährten schickt, so dass es spannend bleibt mitzuraten. Der Schluss allerdings kam mir zu schnell, die Auflösung erscheint mir nicht wirklich logisch durchdacht bis ins letzte Detail. Für mich ein Wermutstropfen in dieser ansonsten sehr spannenden Geschichte.

Insgesamt verdanke ich diesem Buch einige spannende Lesestunden, deshalb vergebe ich gerne vier von fünf Sternen und spreche eine eindeutige Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 25.05.2018

Verschenktes Potenzial

Die drei Opale 1: Über das tiefe Meer
0

Maus lebt mit ihrem Bruder und ihrer Großmutter auf der „Jägerin“, auf dem Schiff ist ihre Oma Kapitän. Dann ist plötzlich ihr Vater verschwunden, der neue Steuermann erscheint ihr von Anfang an sehr verdächtig. ...

Maus lebt mit ihrem Bruder und ihrer Großmutter auf der „Jägerin“, auf dem Schiff ist ihre Oma Kapitän. Dann ist plötzlich ihr Vater verschwunden, der neue Steuermann erscheint ihr von Anfang an sehr verdächtig. Ganz zu Recht, denn bald gerät ihre gesamte Familie in Gefahr. Sie macht sich auf die Suche nach den drei Opalen, sie sollen ihr helfen, die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Doch niemand weiß genau, wo die Opale sich befinden…

In einer Fantasiewelt mit eigens dafür gezeichneter Karte entwirft die Autorin Sarah Driver eine eigene Welt, die teilweise der unseren entspricht, aber auch einige magische Elemente enthält. Etwas gewöhnungsbedürftig empfand ich die Namen, wie z.B. Maus, Sperling, Falke, ich überlegte zunächst mal, ob es Kosenamen oder Spitznamen sein sollen. Maus darf ihre Geschichte in der Ich-Form erzählen, so dass der Leser sich sehr schnell mit ihr identifizieren kann. Dennoch bleiben die Figuren eher blass, vieles erscheint lediglich in schwarz und weiß, Zwischentöne gibt es kaum welche. Auch die Welt, in der diese Geschichte spielt, ist mir zu wenig beschrieben, ich tat mich schwer damit, mich dort zurecht zu finden.

Leider konnte der Funke nicht bei mir überspringen, ich empfand die Geschichte zu aggressiv, während Maus mit ihren dreizehn Jahren überfordert sein müsste wegen all der Aufgaben, die sie bewältigen muss. Auch den jungen Leser dürfte die Geschichte wegen all der harten Szenen überfordern, keineswegs würde ich sie meinem zwölfjährigen Kind empfehlen. Schade, die Geschichte hat durchaus Potenzial, leider wird vieles davon verschenkt. Ich kann dafür nur drei von fünf Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Ein aufgewecktes Vogelkind

Der Katastrophenvogel
0

Knax ist eine junge Schwalbe, kann aber leider nicht richtig fliegen. Die gesamte Schwalbengemeinschaft bereitet sich auf den alljährlichen Formationswettbewerb zwischen den Vögeln vor, da muss Knax ausgeschlossen ...

Knax ist eine junge Schwalbe, kann aber leider nicht richtig fliegen. Die gesamte Schwalbengemeinschaft bereitet sich auf den alljährlichen Formationswettbewerb zwischen den Vögeln vor, da muss Knax ausgeschlossen werden von den Aufführungen. Doch der Schwalbenjunge findet einen besonderen Freund, den Regenwurm Gisbert, der nicht nur viele neue Früchte zum Kennenlernen hat, sondern im entscheidenden Augenblick auch herausfindet, dass bei den Wettbewerben nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Die spannende Geschichte über die beiden ungleichen Freunde fasziniert von der ersten Seite an. Mit viel Empathie erzählt die Autorin eine Geschichte, die die Kinder einerseits mitfiebern und andererseits mitraten lässt über die Vorkommnisse, die den Falken Mallas in einem ganz schlechten Licht erscheinen lässt. So nebenbei gibt die Autorin den Kindern Handlungsweisen für schwierige Situationen an die Hand, ganz ohne pädagogischen Zeigefinger. So manche Frage beschäftigt die Leser, je nach Alter, noch lange hinterher. Die wunderschönen Illustrationen lassen den Leser schnell in die Geschichte hineinfinden und bereichern die Lektüre. Wichtige Themen wie Freundschaft, Außenseitertum, Mut und Zusammenhalt werden kindgerecht thematisiert und finden ein angemessenes Ende.

Die große Schrift lädt geübte Grundschüler zum Selberlesen ein, für jüngere Kinder bietet sich die Geschichte zum Vorlesen an. Wobei auch Erwachsene ihren Spaß beim Vorlesen haben werden. Insgesamt also eine spannende Geschichte mit ernsthaftem Hintergrund, der ich gerne vier von fünf Sternen gebe mit einer ausdrücklichen Leseempfehlung.