Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Vom Mythos zum Menschen Medea

Medea
0

Medea ist die Tochter des Königs von Kolchis. Doch sie ist die Einzelgängerin in ihrer Familie, gemieden von Mutter, Bruder und Schwester und ausgenutzt von ihrem Vater. Denn Medea hat ein gefährliches ...

Medea ist die Tochter des Königs von Kolchis. Doch sie ist die Einzelgängerin in ihrer Familie, gemieden von Mutter, Bruder und Schwester und ausgenutzt von ihrem Vater. Denn Medea hat ein gefährliches Talent, die Hexerei. Als der Held Jason auftaucht, um das berühmte Goldene Vlies einzufordern, sieht Medea ihre Chance zur Flucht und auf ein freies Leben: Sie hilft Jason bei den Prüfungen für das Vlies, er nimmt sie im Gegenzug mit in die Freiheit. Jason hilft ihr nicht nur, aus Kolchis zu entfliehen, er nimmt sie auch zur Frau. Doch wo anfangs Liebe war, gerät diese zu Verrat und Verzweiflung...

Medeas Geschichte wurde schon des öfteren erzählt. Dieses Buch berichtet die Geschehnisse aus der Sicht Medeas, erzählt von ihren Hoffnungen und Ängsten: “Die Welt hat versucht, mich zum Opfer zu machen, und so wurde ich zur Schurkin”, sagt Medea von sich selbst rückblickend. Das wird sehr eindrücklich erzählt, man fühlt und hofft mit ihr mit, nur um dann ihren “freien Fall ins Nichts” mitzuverfolgen. So erfährt man hinter dem Mythos den Menschen, die Frau Medea.

Diese Adaption eines bekannten Mythos hat mich sehr berührt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.02.2026

Spannende Spurensuche

Das Antiquariat am alten Friedhof
0

1930 leben in Leipzig vier junge Männer in einer festen Freundschaft verbunden: Felix, Vadim, Julius und Eddie bilden den Club Casaubon. Gelangweilt von ihren Aufgaben, werden sie zu Bücherdieben, spezialisiert ...

1930 leben in Leipzig vier junge Männer in einer festen Freundschaft verbunden: Felix, Vadim, Julius und Eddie bilden den Club Casaubon. Gelangweilt von ihren Aufgaben, werden sie zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Bei einer ihrer letzten Aufgaben stößt Eddies Schwester Eva dazu und wird Teil des Clubs.
1945 ist Felix nach Amerika emigriert und arbeitet als Bibliothekar, um Millionen geraubte Bücher zu katalogisieren. Eine Mission führt ihn in das zerstörte Leipzig. Den Club von damals gibt es schon lange nicht mehr. Eva soll tot sein, doch Felix' Mission scheint mit ihr in Verbindung zu stehen. Was er nicht weiß: Sein Auftrag in Leipzig steht in direktem Zusammenhang mit der Vergangenheit des Clubs Casaubon.

Das Buch ist der vierte Teil der Reihe um das Graphische Viertel in Leipzig. Die Geschichte ist allerdings in sich abgeschlossen, ich konnte sie gut ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Nun bin ich allerdings sehr neugierig auf die ersten drei Bände der Reihe. - Sehr gelungen ist das Leben der vier jungen Männer in den 1930er Jahren dargestellt, man kann sich vorstellen, wie sie aus Langeweile und Abenteuerlust auf ein sehr gefährliches Hobby umsteigen. Keiner von ihnen ahnt, wie sehr sie ihr letztes Abenteuer, bei dem Eva dazustößt, in Gefahr bringen wird, auch noch Jahre später. Auch der Leser ahnt es anfangs noch nicht, nur nach und nach wird klar, welche Auswirkungen das letzte Abenteuer des Club Casaubon haben wird. Mehrere Zeitebenen und Handlungsstränge werden gekonnt miteinander verwoben, bis der Leser das gesamte Geheimnis aufgedeckt und das Ausmaß des jugendlichen Abenteuers erfasst hat. Der Spannungsbogen wird dabei von Anfang bis Ende sehr hoch gehalten, man fiebert mit und deckt das Geheimnis aus Felix' Sicht auf. Interessant ist dabei die historische Grundlage des Romans, der den Leser in vergangene Zeiten hinein versetzt und das historische Leipzig wieder auferstehen lässt.

Mich hat dieser historisch begründete Abenteuerroman bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Überraschend andere Hexengeschichte

Nächte einer Hexe
0

Als eine Hexe mit zwei Schatten tot aufgefunden wird, weiß die Feuerhexe Kosara, dass hier etwas nicht stimmen kann. Kosara selbst hat neben ihrem eigenen Schatten elf weitere, so dass sie eigentlich sehr ...

Als eine Hexe mit zwei Schatten tot aufgefunden wird, weiß die Feuerhexe Kosara, dass hier etwas nicht stimmen kann. Kosara selbst hat neben ihrem eigenen Schatten elf weitere, so dass sie eigentlich sehr mächtig sein könnte – wenn diese Schatten doch nur auf sie hören würden. In ihrer Suche nach dem Mörder schließt sich ihr der ehemalige Inspektor Asen Bacharow an. Doch auch die weiteren Hexen in Chernograd müssen eingebunden werden...

Das Buch ist der zweite Teil der Dilogie um die Hexe Kosara. Man sollte unbedingt den ersten Teil der Reihe kennen, denn die Geschehnisse in diesem Buch schließen unmittelbar an das Ende des vorherigen Bandes an. Die Lektüre dazu war bei mir schon etwas länger her, so dass ich mich anfangs etwas schwer getan habe, in die Geschichte zurückzufinden. Eine kurzer “Leitfaden” zu all den Monstern, die in diesem Buch auftauchen, sind der Geschichte angehängt, so dass man sich in der Welt von Chernograd und Belograd zurechtfinden kann. Die düstere Atmosphäre des ersten Bandes wird hier noch verstärkt, die Gefahren durch die Monster werden immer größer im Verlauf der Geschichte, bis hin zum Showdown, der bis zum Schluss eher unvorhersehbar bleibt. Spannend ist die Entwicklung der Charaktere, vor allem wenn man die Entwicklung in der gesamten Geschichte in den Fokus nimmt.

Ich habe mich von dem besonderen Reiz dieser so ganz überraschend anders gestalteten Hexengeschichte gern einfangen lassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Magische Fortsetzung

Spellcraft, Band 2 - Die Macht der weißen Sonne
0

Das Winterfest ist in vollem Gange, als die Geschehnisse sich überschlagen: Eines der wertvollsten Schmuckstücke der magischen Welt wird gestohlen. Zudem verschwinden Spellcrafter auf unerklärliche Weise. ...

Das Winterfest ist in vollem Gange, als die Geschehnisse sich überschlagen: Eines der wertvollsten Schmuckstücke der magischen Welt wird gestohlen. Zudem verschwinden Spellcrafter auf unerklärliche Weise. Lucy scheint die Antworten zu finden, in der Stimme, die sich in ihrem Kopf zu Wort meldet. Zusammen mit ihren Freunden will sie das gestohlene Collier finden. Sie findet nach und nach immer mehr Antworten...

Das Buch ist der zweite Teil der Spellcraft-Reihe; man sollte die Geschehnisse des ersten Bandes unbedingt kennen. Es ist eine magische Welt, die vieles in der menschlichen Welt aufs Positive beeinflusst, aber für die nichtmagischen Menschen unbemerkt bleiben muss. Lucys Abenteuer, das sie zusammen mit ihren magischen Freunden besteht, wird teilweise sehr gefährlich, denn sie sind einem großen Geheimnis auf der Spur. Die Spannung bleibt von Anfang bis Ende konstant erhalten, man möchte einfach nur weiterlesen, was denn noch weiter passieren wird.

Dieser Fantasyroman für junge Leser ab ca. 10 Jahren über eine magische Gesellschaft in London mit ihren ganz eigenen Regeln hat mich wieder überzeugen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.01.2026

Sehr abgehoben

Dius
0

Egidius ist Kunststudent. Er geht auf seinen Dozenten Anton zu und nimmt ihn mit zu einem Haus am Meer. Es ist eine besondere Faszination, die diese beiden Männer auf eine überraschende Weise verbindet. ...

Egidius ist Kunststudent. Er geht auf seinen Dozenten Anton zu und nimmt ihn mit zu einem Haus am Meer. Es ist eine besondere Faszination, die diese beiden Männer auf eine überraschende Weise verbindet.

Als ich dieses Buch zu lesen begonnen habe, fragte ich mich recht schnell, was Egidius, genannt Dius, von seinem Dozenten möchte, und warum sich Dozent Anton so bereitwillig auf dessen Annäherung einlässt, denn die Nähe, die Dius Anton anbietet, ist viel zu nah. Weder Anton noch Dius sind mir dabei sympathisch gewesen, ich bin weder mit den Charakteren noch mit der Geschichte warm geworden – und habe dann beschlossen, dass dieses Buch eindeutig nichts für mich ist. Der Stil dieses Romans ist mir zu abgehoben, und meine Kenntnisse in Kunst und Kunstgeschichte reichen definitiv nicht aus für diese Geschichte. Ich habe das Buch nach etwa einem Drittel abgebrochen.

Vermutlich wird es Leser geben, die dieses Buch gut finden. Ich selbst kann es nicht weiter empfehlen. Ich vergebe 1 von 5 Sternen.