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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2025

Raffinierter fünfter Fall

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin ...

Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin therapiert. Während der Hochzeitsfeier wendet sich ein junger Mann an Elizabeth, weil jemand nach seinem Leben trachtet, um damit an einen Code und demzufolge an viel Geld zu kommen. Das ist der Wendepunkt für die vier Hobbydetektive, die wieder voll in den Ermittlungen aufgehen werden.

Das Buch ist bereits der fünfte Fall mit den vier äußerst unterschiedlichen Hobbydetektiven, die sich bestens in ihren Ermittlungen ergänzen. Der Krimi ist erneut ein gutes Beispiel für ein Whodunit mit viel britischem Humor, einem spannenden, vertrackten Fall und vier liebenswerten Detektiven mit ganz viel Ecken und Kanten. Man kann das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Der Genuss der Serie erhöht sich jedoch, wenn man die bisherigen Bände kennt. Gewünscht hätte ich mir ein Personenregister, denn auf den ersten Seiten musste ich schon sehr überlegen, wer wohin gehört und welche Rolle innehat. Doch ist man erst mal im Geschehen, ist das kein Problem mehr.

Mich hat der Krimi wieder bestens unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.10.2025

Spannender Auftakt der Norrland-Saga

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)
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Im Jahr 1938 beginnt die siebzehnjährige Siv ihren Dienst als Köchin in einer Gruppe von zehn Waldarbeitern in den Wäldern Schwedens. Es ist ein karges Leben ohne Strom und jeglichen Komfort, doch für ...

Im Jahr 1938 beginnt die siebzehnjährige Siv ihren Dienst als Köchin in einer Gruppe von zehn Waldarbeitern in den Wäldern Schwedens. Es ist ein karges Leben ohne Strom und jeglichen Komfort, doch für Siv ist es das erste Mal, dass sie sich frei empfindet, frei von all den Anforderungen ihrer Familie. Sie trifft die Liebe ihres Lebens, den Sámi Nila. Doch das Ende des Sommers hinterlässt ein riesiges Geheimnis.

2022 kehrt Sivs Enkelin Eva als PR-Beraterin für ein Forstunternehmen in den Ort zurück, den sie in mit ihrer Kindheit und den Ferien bei den Großeltern verbindet. Ihre Aufgabe ist es, den Widerstand gegen ein umstrittenes Abholzungsprojekt zu beruhigen. Ganz nebenbei wird diese Rückkehr zu einer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Und Eva wird entdecken, was ihre Großmutter mit den Moltebeeren verband...

Das Buch ist der erste Band der Norrland-Saga. Die Geschichte beginnt noch vor dem Zweiten Weltkrieg und nimmt sich einer jungen Frau an, die in den Jugendjahren ihres Lebens steht. Harte Arbeit ist sie bisher schon gewohnt, nun aber trifft sie auf ihre erste Liebe und muss die Weichen stellen für ihr weiteres Leben. Die Geschichte ist sehr einfühlsam erzählt, man findet sich gut wieder im kargen Leben in den Wäldern Schwedens im Jahr 1938. Dabei werden die Schicksale zweier Frauen eng verknüpft, das von Siv mit ihrer Enkelin Eva, die auf das Lebensgeheimnis der Familie trifft. Ab einem bestimmten Punkt der Geschichte kann man das Geheimnis bereits erahnen, dennoch bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend, weil man mit den beiden Frauen und ihrem Schicksal mitfiebert. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Wohin du auch gehst
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Mit zwölf Jahren wurde Bijoux, nach den Unruhen in Kinshasa, zu ihrer Tante Mira nach London geschickt. Das Mädchen erlebt die Tante als eher unnahbar und kalt, dafür ist sie aber sehr aktiv in einer religiösen ...

Mit zwölf Jahren wurde Bijoux, nach den Unruhen in Kinshasa, zu ihrer Tante Mira nach London geschickt. Das Mädchen erlebt die Tante als eher unnahbar und kalt, dafür ist sie aber sehr aktiv in einer religiösen Gemeinschaft. Als junge Frau verliebt Bijoux sich in eine Frau, doch Tante Mira lehnt gleichgeschlechtliche Liebe vehement ab, genauso wie sie es in ihrer religiösen Gemeinschaft erlebt. Bijoux muss sich entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten will. Dabei erfährt sie nach und nach den wahren Grund, warum sie vor vielen Jahren von Afrika nach Europa kam...

Diese Geschichte verknüpft viele Themen zu einem äußerst vielschichtigen Roman. Wie vielschichtig die Erzählung ist, deckt sich erst nach und nach auf, bis hin zu einem großen Geheimnis kurz vor den letzten Seiten. Mich hat zunächst der historische Hintergrund fasziniert, kannte ich doch nicht sehr viel aus dem afrikanischen Land Zaire bzw. Kongo. Auch die Migrationsgemeinschaften in Frankreich sowie in England sind äußerst gelungen wiedergegeben. Spannend sind die Lebenswege der Frauen in dieser Geschichte, sie ahnen dabei selbst nicht, wie stark sie sind. Sogar Mira, anfangs eher unsympathisch dargestellt, konnte ich nach und nach gut verstehen. Durch die wechselnden Perspektiven konnte ich mich gut in die Charaktere hineinfinden und die erzählten Probleme gut nachvollziehen. Überhaupt erscheint mir der Roman sehr authentisch, da die Autorin Christina Fonthes hier sicherlich aus eigenen Quellen schöpft. Als übergreifendes Thema (von mehreren) zeigt sich hier die Suche nach der eigenen Identität, und hier hat das Buch mir mit seiner Vielschichtigkeit imponiert.

Mich hat dieser Roman immer mehr in seinen Bann ziehen können, so dass ich das Buch unbedingt weiter empfehlen möchte. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Voll aus dem Leben gegriffen

Himmel ohne Ende
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Charlie ist fünfzehn. Sie vermisst ihren Vater. Als sich dann ihre beste Freundin einer anderen Mitschülerin zuwendet, fühlt Charlie sich noch mehr als Außenseiterin als bisher. Sie fühlt sich, als wäre ...

Charlie ist fünfzehn. Sie vermisst ihren Vater. Als sich dann ihre beste Freundin einer anderen Mitschülerin zuwendet, fühlt Charlie sich noch mehr als Außenseiterin als bisher. Sie fühlt sich, als wäre die Welt hinter einer Glasscheibe. Ein neuer Mitschüler allerdings kommt in die Klasse, Kornelius, der sofort den Spitznamen Pommes erhält. Und mit ihm erlebt Charlie jede Menge traurige, tragische, lustige und schöne Momente.

Mit ihren fünfzehn Jahren ist Charlie auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. So wie das nun mal die Aufgabe in der Pubertät ist. Das erscheint nicht immer einfach. Das Buch schildert Charlies Sicht der Dinge, es spiegelt tatsächlich die Suche dieser Jugendlichen nach allem, was Sinn gibt in ihrem Leben. Das fällt umso einfacher, da Charlie ihre Geschichte ja selbst erzählt, so dass man als Leser jeden Moment sehr intensiv mit ihr zusammen erlebt.

Diese Geschichte trifft ausgezeichnet die Gedanken der fünfzehnjährigen Charlie. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 22.10.2025

Deutsch-japanische Familiengeschichte

Onigiri
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Aki ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter mütterlicherseits gestorben ist, fliegt sie mit ihrer dementen Mutter nach Japan – ein letzter ...

Aki ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter mütterlicherseits gestorben ist, fliegt sie mit ihrer dementen Mutter nach Japan – ein letzter Besuch für Keiko in ihrer japanischen Heimat. Bei dieser Reise ist Aki hin und hergerissen zwischen der Hilfsbedürftigkeit ihrer Mutter durch die Demenz, und deren früheren Stärke, die immer wieder aufblitzt. Immerhin hat sich Keiko ganz allein ein Leben in ihrer neuen Heimat Deutschland aufgebaut, hat allein zwei Kinder groß gezogen.

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie zwischen zwei Kulturen. Durch die Reise nach Japan taucht die Erzählerin Aki in die Geschichte ihrer Familie ein und erlebt ihre Mutter ganz neu, als lebenshungrige junge Frau mit ihren ganz eigenen Träumen und Wünschen. Viele Fragmente dieser Lebensgeschichte schließen sich letztendlich wie ein Puzzle zu einem gesamten Bild zusammen. Dabei entsteht eine leise Annäherung von Mutter und Tochter, wie sie ohne diese Reise nicht hätte geschehen können. Ein Glossar ergänzt die Erzählung, denn im Text tauchen viele japanische Begriffe auf, die den meisten Lesern unbekannt sein werden. Man muss sich auf den Schreibstil des Buches einlassen können, auf die vielen kleinen Teilchen, die sich erst im Verlauf der Geschichte zu einem einheitlichen Bild zusammentun, dann allerdings hat man eine interessante Migrationsgeschichte vor sich.

Mich hat diese Geschichte einer deutsch-japanischen Familie sehr angesprochen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.