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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2025

Vom Trauerredner zum Detektiv

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Totenredner, bei der Beerdigung hält er die Rede über den Toten, und hier gilt: über die Toten nur Gutes. Für Mads ist es oft ein Detektivspiel herauszufinden, wer die Toten wirklich waren. ...

Mads Madsen ist Totenredner, bei der Beerdigung hält er die Rede über den Toten, und hier gilt: über die Toten nur Gutes. Für Mads ist es oft ein Detektivspiel herauszufinden, wer die Toten wirklich waren. Als ihn die Nachricht erreicht, dass sein alter Freund Patrick tot aufgefunden wurde, ist klar, dass Mads die Totenrede hält, so wie Patrick sich das gewünscht hat. Mads begibt sich auf die Suche nach Patricks Leben, denn er hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Warum aber musste Patrick sterben? Auf der Suche nach den Hintergründen findet Mads sich in einem Netz aus Lügen und Geheimnissen wieder, und unversehens ist er mit all seinen Lieben in größter Gefahr.

Schon der Titel des Buches lässt auf Geheimnisse warten, denn klar erzählt jeder nur Gutes über die Toten, doch als Totenredner hat Mads sich selbst den Auftrag gesetzt, den wahren Menschen postmortem kennenzulernen. Nun soll er die Rede halten über seinen alten Freund, zu dem er vor ewigen Zeiten den Kontakt verloren hatte. Bald ahnt man die tödliche Gefahr, in die Mads sich mit seiner Suche begeben hat. Dabei wechselt sich pure Spannung mit liebevollem Humor ab, denn so ganz einfach ist die Familiengeschichte der Familie Madsen überhaupt nicht. Manches ist dabei ein bisschen überzogen, doch genau das bringt noch zusätzlich seinen Reiz in die Geschichte. Das Buch ist der Einstieg in eine Reihe, auf deren Fortsetzung ich mich bereits freue.

Mich hat dieser Krimi mit seiner Mischung aus Detektivgeschichte und Komödie bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Geheimnisse in düsterer Atmosphäre

Blackspell
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Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Eden nach Thunder Hall zurück, sie muss sich mit dem Vermächtnis ihres Vaters auseinandersetzen. In der ersten Nacht entdeckt sie im Wald die Leiche eines toten Mädchens, ...

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Eden nach Thunder Hall zurück, sie muss sich mit dem Vermächtnis ihres Vaters auseinandersetzen. In der ersten Nacht entdeckt sie im Wald die Leiche eines toten Mädchens, von Motten bedeckt, doch kurz darauf ist diese verschwunden. War es nur ein Alptraum, der sie erschreckt hat? Da ihr Vater ihr Erbe an die Bedingung geknüpft hat, dass sie ihre letzten beiden Schuljahre an der Wyndhouse Academy verbringen soll, findet sie sich dort an der Schule wieder. Sie entdeckt nicht nur, dass der Tod des Mädchens real war, sondern dass die Tote auch Schülerin dieser Schule war. Bald gibt es eine weitere Tote, wieder eine Mitschülerin der Academy. Zudem muss Eden sich damit zurechtfinden, dass alle Schüler der Wyndhouse Academy verborgene Kräfte haben, und auch Eden selbst soll welche haben. So viele Geheimnisse, die Eden dringend lösen möchte! Doch sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich dabei begibt...

Das Buch ist der Auftakt der Blackspell-Reihe. Eden muss sich nicht nur mit dem unerwarteten Tod ihres Vaters auseinandersetzen, sondern auch mit dem magischen Vermächtnis ihrer Eltern und einem Fluch, der über der Schule zu hängen scheint. Die besondere Mischung aus elitärer Schule mit all den Geheimnissen, die plötzlich auf sie einströmen, und dem Zeitdruck, der auf ihr lastet wegen der geheimnisvollen Toten mit den Blutmotten, lässt eine faszinierende Geschichte entstehen mit einer besonderen Atmosphäre, die den Leser schnell in das Geschehen hineinzieht. Überraschende Wendungen in der Geschichte halten die Spannung dauerhaft hoch. Ergänzt wird das Buch durch zwei Karten zur Wyndhouse Academy und ihrer Umgebung. Die erste Auflage ist besonders aufwändig gestaltet, wobei allein schon das Cover ins Auge fällt und das Interesse des Lesers weckt. Das Ende des Buches lässt sehr viele Fragen offen, auf die man sich in der Lektüre des nächsten Bandes freut.

Mich hat diese eher düster gehaltene Fantasy-Geschichte schnell in ihren Sog hineingezogen, ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Unbedingt empfehlenswert

Zart im Nehmen
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Viele hochsensible Menschen tun sich (zunächst mal) schwer mit ihrer Sensibilität. Was allerdings manchmal schwach erscheint, trägt einen hohen Anteil an Stärke in sich.

Das Buch wendet sich an Menschen, ...

Viele hochsensible Menschen tun sich (zunächst mal) schwer mit ihrer Sensibilität. Was allerdings manchmal schwach erscheint, trägt einen hohen Anteil an Stärke in sich.

Das Buch wendet sich an Menschen, die sich mit dem Thema Hochsensibilität auseinandersetzen, sei es, weil sie selbst fühlen, dass sie eine höhere Wahrnehmungsfähigkeit haben als ihre Umwelt, sei es, weil sie in ihrer Umgebung Menschen mit hoher Sensibilität haben. Das Buch wendet sich so an eine breite interessierte Leserschaft. Die Autorin Kathrin Sohst ist selbst hochsensibel und weiß somit, wovon sie schreibt. Ihre eigene Erfahrung fließt in dieses Buch hinein wie auch die Berichte vieler hochsensibler Menschen. Man wird das Buch immer wieder neu durchblättern können und dabei neue Anregungen für den eigenen Alltag finden. Es erweitert den Blick, wendet ihn von vielen frustrierenden Alltagserlebnissen weg zu den eigenen Stärke bzw. dem Weg dahin. Gerade in einer Umwelt, in der das Thema bisher noch recht wenig bekannt ist, hilft dieses Buch unbedingt weiter.

Dieser Ratgeber besticht durch die vielen Erfahrungen, die hineingeflossen sind und durch die vielen Anregungen, die man sich daraus holen kann. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Hinreißende Fabulierkunst

Qwert
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Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch findet sich Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Ormia wieder, und zwar im Körper des Ritters Kaltbluth, den er aus Trivialromanen ...

Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch findet sich Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Ormia wieder, und zwar im Körper des Ritters Kaltbluth, den er aus Trivialromanen kennt, er liebt diese Bücher und kennt so gut wie alle Bände davon. Schon seine allererste Tat ist die eines Ritters würdig: Er befreit eine gefesselte Schönheit, die von einem Ungeheuer bewacht wird. Doch oh Graus, die Befreite ist eine gefürchtete Janusmeduse, die sofort aufbricht, um die Lebewesen in Ormia zu versteinern. Mit seinem Knappen zieht Qwert nun als Prinz Kaltbluth durch die Lande, dicht gefolgt von Bewohnern dieses Landes, die sich von ihm ins Unrecht gesetzt fühlen.

Und ab geht es auf eine wahnwitzige Reise in die mittelalterliche Welt eines Ritters, der seine ritterliche Vergangenheit nur aus den Büchern kennt, dafür aber verfolgt wird von allen Seiten! Die Reise geht durch eine Welt, die mit ganz vielen Überraschungen aufwartet. Walter Moers hat hier eine Welt zusammenfabuliert, in der er sich Anleihen genommen hat von den verschiedensten Ideen unserer Kultur, das alles einmal quer durch die Menschheitsgeschichte. So entsteht ein humorvoller Roman, der neben all den fantastischen Bildern auch mit jeder Menge Sprachwitz brilliert. Die passenden Illustrationen dazu entführen auch bildlich in die Welt von Ormia. Die Geschichte ist ein Ableger der Romane von Zamonien, ist aber in sich geschlossen und unabhängig von allen weiteren Büchern gut zu lesen.

Mich hat Walter Moers einmal mehr mit seiner hinreißenden Fabulierkunst bestens unterhalten. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe voller Überzeugung alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 04.12.2025

Spuren eines Lebens

Meine Mutter
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Eine Lesung in Celle zu ihrem Buch “Meine Schwester” führt Bettina Flitner auf die Spuren ihrer Mutter, die vor 40 Jahren in Celle beerdigt wurde. Die Autorin lässt sich auf die vielen Fragen ein, die ...

Eine Lesung in Celle zu ihrem Buch “Meine Schwester” führt Bettina Flitner auf die Spuren ihrer Mutter, die vor 40 Jahren in Celle beerdigt wurde. Die Autorin lässt sich auf die vielen Fragen ein, die sie anspringen, und macht sich auf eine Reise voller Überraschungen, die sie in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien führt. Dort haben ihre Vorfahren bis zur Flucht 1946 ein Sanatorium geführt. Tagebücher einiger Familienmitglieder helfen ihr, die Geschichte ihrer Familie und damit das Leben ihrer Mutter neu zu begreifen, so dass sie sich mit ihrer Mutter post mortem versöhnen kann.

Es ist eine spannende Reise, auf der sich die Autorin plötzlich wiederfindet. Obwohl sie lange Zeit in ihrer Kernfamilie die Verbündete ihrer Mutter war, merkte ich beim Lesen einen Abstand, der zuletzt die Beziehung zwischen Mutter und Tochter prägte. Der Schreibstil ist von dieser Distanz der beiden Frauen geprägt, so dass es der Autorin gelingt, mit etwas Abstand eine neue Sichtweise zu gewinnen und diese auch dem Leser zu vermitteln. Zum Schluss blickt sie auf eine tragische Familiengeschichte mit vielen Geheimnissen, die es aufzudecken lohnt. Dabei springt die Erzählung zwischen mehreren Ebenen hin und her, so wie sich die Ereignisse vermutlich der Autorin selbst bei ihren Nachforschungen aufgedeckt haben.

Es ist immer wieder spannend zu lesen, wie die historischen Ereignisse so manche Familiengeschichte durcheinandergewirbelt haben. Mich hat diese biografische Erzählung in ihren eigenen Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.