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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

Verstörender Mordfall

Gerächt sein sollst du
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Als die Leiche des siebzehnjährigen Jonas aufgefunden wird, spricht einiges zunächst für Selbstmord. Doch schnell wird klar, dass es sich hier um Mord handelt. Der kleine Ort Kristinestad, in dem jeder ...

Als die Leiche des siebzehnjährigen Jonas aufgefunden wird, spricht einiges zunächst für Selbstmord. Doch schnell wird klar, dass es sich hier um Mord handelt. Der kleine Ort Kristinestad, in dem jeder jeden zu kennen scheint, zeigt sich zutiefst erschüttert. Die Journalistin Eevi Manner macht sich sofort an die Recherche zur Tat. Sie trifft dabei auf Kriminalkommissar Mats Bergholm, ihre Jugendliebe aus Schultagen. Auch wenn jeder für sich recherchiert, ergänzen die beiden sich in ihrer Arbeit – und graben eine verstörende Geschichte aus.

Dieser nordische Krimi vertieft sich in einen unglaublichen Mordfall, der mit polizeilicher und journalistischer Kriminalarbeit aufgedeckt wird. Dabei zeigt die Geschichte einige überraschende Wendungen, die den Fall immer wieder in eine neue Richtung bringen. Die Themen dieses Kriminalfalls (Mobbing, soziale Medien, Gewalt und Vergewaltigung) sind einfühlsam eingebracht. Die zarte Erinnerung an die verflossene Liebesgeschichte zwischen Eevi und Mats bleibt im Hintergrund, bringt aber die persönliche Geschichte der beiden Ermittler mit ins Geschehen hinein. Man kann sich gut eine Fortsetzung dieser neuen Krimireihe vorstellen.

Mich hat dieser Krimi sehr schnell fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.10.2025

Eine Geschichte aus Schmerz und Blut

Furye
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Alec ist erfolgreiche Musikmanagerin, stilsicher und smart, eine Selfmadefrau, die sogar das Cover der VOGUE Business geziert hat. Doch sie sehnt sich nach einer anderen Realität, danach, eine eigene Familie ...

Alec ist erfolgreiche Musikmanagerin, stilsicher und smart, eine Selfmadefrau, die sogar das Cover der VOGUE Business geziert hat. Doch sie sehnt sich nach einer anderen Realität, danach, eine eigene Familie zu haben. Sie selbst glaubt nichts mehr fühlen zu können. Ihr Vater ist vor kurzem gestorben, als Familie bleibt nur noch ihre Mutter. Das Leben verschlägt sie in ihre eigene Vergangenheit, als sie und ihre beiden Freundinnen sich als Furyen bezeichnet haben, geboren aus Schmerz und Blut.

Alec hat sich einen Alias-Namen gegeben, ihren wahren Namen möchte sie nicht preisgeben. Wie sie auch den Namen ihrer beiden Freundinnen nicht nennt, alle drei bezeichnet sie mit den Namen, die sie sich mit ihren damals siebzehn Jahren als Furyen gegeben haben. Sie in diese Vergangenheit zu begleiten, ist schmerzvoll, das deutet schon das Kapitel 0 an, mit dem das Buch startet. Man ahnt, dass die gesamte Geschichte tragisch sein wird, sind die Furien doch die Rachegöttinnen der griechischen Mythologie. Und so entführt die Lektüre in einen Sommer, der so viel versprach und so viel veränderte. Untergründig ahnt man bei der Lektüre, dass hier viel Schmerz in der Geschichte steckt, der sich aber nur nach und nach aufdeckt, in Alecs Eintauchen in ihre eigene Vergangenheit.

Dieser Roman ist nicht leicht zu lesen. Dennoch hat er mich schnell in seinen düsteren Bann gezogen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Landfrauenleben

Die Frau des Farmers
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Helen Rebanks lebt als Bäuerin mit ihrem Mann und vier Kindern auf dem Bauernhof. Es gibt außerdem noch sechs Schäferhunde, zwei Ponys, 20 Hühner, 50 Rinder und 500 Schafe. Sie erzählt von einem Tag in ...

Helen Rebanks lebt als Bäuerin mit ihrem Mann und vier Kindern auf dem Bauernhof. Es gibt außerdem noch sechs Schäferhunde, zwei Ponys, 20 Hühner, 50 Rinder und 500 Schafe. Sie erzählt von einem Tag in ihrem Leben und bindet ihre eigene Geschichte wie auch die ihrer Familie in diesen Tagesablauf mit hinein. In ihre Erzählung zeigt sich auch ihre Liebe zum Kochen.

Es ist ein interessanter Aufbau, innerhalb von einem Tagesablauf die gesamte Geschichte einer Bauernfamilie zu erzählen. Helen Rebanks gelingt das sehr spannend, der Wechsel aus Gegenwart und Vergangenheit gelingt ihr dabei sehr gut, so dass man ihr sehr gerne in ihrer Erzählung folgt. Dabei ist dies keine idyllische Erzählung über ein Landleben, wie es sich ein Städter vielleicht vorstellt, hier wird auch mal ungeschönt über das harte Landleben erzählt. Dennoch merkt man der Bäuerin an, dass dies das Leben ist, das sie sich selbst ausgesucht hat, und sie hat darin ihren Sinn fürs Leben gefunden.

Das Buch hat mich gut unterhalten können. Ich habe viel Achtung für die Arbeit auf einem Bauernhof, und dieses Buch hat mich darin bestätigt. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Schmerzhafte Spurensuche

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana Rivera Garza wurde ermordet. Der Täter ist bekannt, es ist ihr Ex-Partner, er wurde jedoch nicht verurteilt. 29 Jahre später macht sich ihre Schwester auf, um dem Mord auf die Spur zu kommen. Die ...

Liliana Rivera Garza wurde ermordet. Der Täter ist bekannt, es ist ihr Ex-Partner, er wurde jedoch nicht verurteilt. 29 Jahre später macht sich ihre Schwester auf, um dem Mord auf die Spur zu kommen. Die Suche nach Liliana gerät zu einem Andenken an die verstorbene Schwester.

Liliana wurde das Opfer eines Femizids. Ihre Schwester Cristina Rivera Garza bleibt zunächst zurück wie gelähmt, bis sie sich doch entschließt, sich auf die Spuren dieser Tat zu begeben. Sie holt damit das Andenken an ihre Schwester wieder zurück. Trotz all der Hürden der Bürokratie, denn nach all der Zeit ist die Akte ihrer Schwester nicht mehr auffindbar. Man spürt den Schmerz der Autorin, die Geschichte liest sich überhaupt nicht leicht und schon gar nicht nebenbei. Doch obwohl so manches sperrig in der Geschichte daherkommt, verströmt die Geschichte von Anfang an eine Faszination, die den Leser bei der Lektüre hält.

Das Buch erzählt schmerzvoll und doch auch kraftvoll eine Geschichte, die berührt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.10.2025

Tragische Geschichte

We Burn Daylight
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Jaye und ihre Mutter machen sich auf nach Waco, Texas, dort will sich ihre Mutter der Glaubensgemeinde Lambs anschließen. Jaye kann mit Lamb lange nicht so viel anfangen, doch ihre Mutter ist ganz begeistert ...

Jaye und ihre Mutter machen sich auf nach Waco, Texas, dort will sich ihre Mutter der Glaubensgemeinde Lambs anschließen. Jaye kann mit Lamb lange nicht so viel anfangen, doch ihre Mutter ist ganz begeistert von dem Charma, das der Anführer der Glaubensgemeinde ausstrahlt. Als Jaye Roy kennenlernt, den Sohn des Sheriffs, fühlt sie sich von Anfang an von ihm angezogen. Doch Lamb hat andere Pläne für Jaye. Dann schaltet sich auch noch die Regierung ein, die Situation spitzt sich gefährlich zu.

Die zarte Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen findet statt auf dem Hintergrund der realen Tragödie 1993 von Waco, als die amerikanische Regierung einige grundlegende falsche Entscheidungen traf, was letztendlich viele Menschenleben kostete. Die wechselnde Perspektive der Erzählung gibt besondere Einblicke in eine scheinbar undurchsichtige, aber höchst explosive Situation. Durch die Verknüpfung zu den realen Geschehnissen von Waco wirkt das Buch sehr berührend, teilweise sehr beklemmend: Man weiß, wie es ausgegangen ist, und doch hofft man immer noch für die ahnungslosen Jünger und vor allem für die beiden jugendlichen Liebenden.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.