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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2025

Aktuell

Gesellschaftsspiel
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Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der ...

Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der Handlung erhält man einiges an Hintergrundinformationen zu dem Beziehungsgeflecht der drei Frauen.

Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit einem neuen Gesellschaftsmodell des Tech-Milliardärs Doppel Z. Dieses Modell soll in Weimar erprobt werden. Es entzündet sich daraufhin eine große Diskussion rund um die Demokratie, deren Wert und alternative Lebensformen.

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Isabell, Annika und Dagmar erzählt. In kurzen Zwischeneinschüben werden Auszüge aus Potcasts, Talkshows, Chats und dergleichen vorgestellt, die sich mit dem Projekt „Syndikat“ beschäftigen.

Die Idee des Romans fand ich sehr interessant und hochaktuell. Obwohl ich gerne sagen würde, dass sich der Roman wie eine Utopie anfühlt, ist er mit einem Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen wohl näher an der Realität als einem lieb sein kann. Teilweise kam mir die Handlung allerdings etwas konstruiert vor, z- B. an der Stelle an dem Isabelle ihre Schüler über die verschiedenen Gesellschaftsformen unterrichtet, bei der die Leser gleichfalls über die Thematik mitbelehrt werden. Die sprachliche Gestaltung ist eher nüchtern gehalten. Als Hörbuch war der Roman sehr gut von der Sprecherin vorgelesen. Nicht überzeugt hat mich dagegen das Cover, es wirkt unfertig und spricht mich absolut nicht an. In einer Buchhandlung wurde mir das Buch aufgrund des Covers wahrscheinlich nicht auffallen.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Witzig und verrückt

Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen
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Bei Franky handelt es sich um einen Comic, oder Fotobuch für Kinder im Grundschulalter. Franky, ein 10-jähriger ¾ Vampir zieht für einige Zeit mit seiner Familie zu der Oma aus der Unterwelt in die Welt ...

Bei Franky handelt es sich um einen Comic, oder Fotobuch für Kinder im Grundschulalter. Franky, ein 10-jähriger ¾ Vampir zieht für einige Zeit mit seiner Familie zu der Oma aus der Unterwelt in die Welt der Sterblichen, den Oma Elvira ist kein Vampir und hasst die Untergrundwelt. Anders als man zunächst denken könnte, geht es bei der Vampirfamilie jedoch um einiges liebevoller zu als in dem Haus der Oma in dem eine durch und durch düstere Atmosphäre herrscht, auch Oma Elvira ist alles andere als eine herzliche Großmutter.

Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit dem Wunsch Frankys ein eigenes Gruseltier zu besitzen. Hierzu stellen ihm seine Eltern einige Aufgaben, um seine Zuverlässigkeit und Sorgfaltspflicht gegenüber des eventuellen Gruseltier unter Beweis zu stellen.

Insgesamt ist Franky ein witziges und verrücktes Kinderbuch. Man kann viel lachen. Für die Altersgruppe also vollkommen angemessen, auch vom Textumfang. Die Bilder haben uns gut gefallen. Was für mich nicht so ganz zusammengepasst hat sind die zwei Handlungsstränge, die für mich keinen so wirklichen Zusammenhang aufgewiesen haben.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Skandal im hohen Norden Europas

Das Echo der Sommer
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Das Echo der Sommer erzählt über das Leben und die Widrigkeiten des indigenen Volks der Samen, das im hohen Norden Europas lebt. Eigentlich eine Vorzeigeregion in Sachen Menschrechte, Umweltschutz und ...

Das Echo der Sommer erzählt über das Leben und die Widrigkeiten des indigenen Volks der Samen, das im hohen Norden Europas lebt. Eigentlich eine Vorzeigeregion in Sachen Menschrechte, Umweltschutz und harmonisches Zusammenleben. Um so überraschender, geradezu schockierend sind die Nöte dieses Volkes, das in unserer modernen Kultur keinen Platz zu haben scheint. Dabei wirkt die unerschütterliche Friedfertigkeit der Samen, die alles weitgehend zu erdulden scheinen, ebenso verstörend wie der Schauplatz im beschaulichen Schweden.

Das Cover des Buches ist mit den Birkenstämmen und der Farbgestaltung wunderschön und spiegelt den Einklang der Samen mit der skandinavischen Natur wieder.

Insgesamt ein aufwühlendes Buch, das über eine ungeheuerliche Gegebenheit erzählt die man in dieser Weltregion so nicht erwarten würde und die vielen in dieser Intensität wohl nicht bekannt ist. Das das Buch von einem Mitglied der Samen geschrieben wurde, macht es nur umso eindrucksvoller.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Eine wahre Geschichte

Himmlischer Frieden
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Erzählt wird die Lebensgeschichte des Mädchens Lai, das in Peking geboren ist und im kommunistischen System Chinas erwachsen wird. Es handelt sich dabei wohl um ein autobiographisches Werk der Autorin.

Zu ...

Erzählt wird die Lebensgeschichte des Mädchens Lai, das in Peking geboren ist und im kommunistischen System Chinas erwachsen wird. Es handelt sich dabei wohl um ein autobiographisches Werk der Autorin.

Zu Beginn ist die Handlung vor allem durch innerfamiliäre Konflikte geprägt. Hierbei steht vor allem die unangepasste Großmutter im Mittelpunkt, die sich bereits als junge Frau nicht den Traditionen der chinesischen Gesellschaft beugte. Lai und ihre Großmutter haben eine ganz besondere Verbindung zueinander, die mit zunehmenden Alter von Lai jedoch auch Herausforderungen ausgesetzt ist.

Kurze politische Einblicke in das chinesische Regime durchziehen den Roman. Richtig politisch wird es erst im letzten Viertel des Romans, als sich Lai an den Studentenprotesten beteiligt.

Insgesamt ein kurzweiliges und vor allem gegen Ende auch ein sehr aufwühlendes und informatives Buch über die chinesische Gesellschaft und Politik aus der Sicht einer Betroffenen. Auf jeden Fall sehr lesen- oder hörenswert. Die Sprecherin des Hörbuchs hat dieses sehr gut umgesetzt.

Wirklich schrecklich finde ich dagegen das Cover. Hier hat man fast den Eindruck ein Kind hätte schnell ein Porträt hingekritzelt. Das hässliche Cover wird im Inhalt des Werkes auf keinen Fall gerecht.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Todesfall mit einem unerwarteten Hintergrund

Die Schrecken der anderen
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Ein Junge findet eine Leiche in einem zugefrorenen See. Kern wird von einem Bekannten beauftragt die Richtigkeit der Aussage des Jungen über die gefundene Leiche zu überprüfen und diese zu beaufsichtigen ...

Ein Junge findet eine Leiche in einem zugefrorenen See. Kern wird von einem Bekannten beauftragt die Richtigkeit der Aussage des Jungen über die gefundene Leiche zu überprüfen und diese zu beaufsichtigen bis die Spurensicherung eingetroffen ist. Schibig untersucht den Todesfall zusammen mit einer mehr oder weniger zufällig aufgetauchten Alten am Tatort aus der Ferne.
Im weiteren Verlauf erfahren wir immer mehr über Kern und dessen Familie, Schibig und die geheimnisvolle Alte. Immer mehr setzt sich ein Bild zusammen und ergibt schließlich eine schlüssige Handlung, die zu Beginn so noch gar nicht abzusehen war. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Krimi. Für mich hat sich die Geschichte im letzten Drittel in eine Richtung entwickelt, die ich so nie erwartet hätte.
Der Roman lässt sich schnell lesen. Kurzweilig und dennoch mit Tiefgang sowie mit einem ganz individuellen und ansprechendem Schreibstil; interessant fand ich die Art der wörtlichen Rede. Die Quintessenz der Handlung lässt sich damit zusammenfassen, dass wir aus dem Schrecken der anderen widerfährt selbst nichts lernen.
Das Cover wirkt interessant und spiegelt die Atmosphäre des Romans gut wieder. Außerdem spielt es wohl auch auf ein ähnliches Bild an, welches in der Handlung erwähnt wird.
Insgesamt ein interessantes und spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt und eine unerwartete Wendung nimmt.

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