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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

"Wem gehört ein Ort?"

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Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten ...

Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten Leben, dass sie kurzerhand auf den Hof fährt. Die neuen Besitzer sind verreist, doch der Schlüssel liegt in seinem angestammten Versteck.

Und so verschafft sich Ellen Zutritt zu ihrem alten Zuhause. Alles sieht ganz anders aus, ist anders eingerichtet und die Kühe, ein ehemals elementarer Bestandteil des Hofes, sind weg. Ellen legt sich in ein Bett, benutzt die Toilette und schwelgt immer mehr in ihren Erinnerungen. Die heimliche Inbesitznahme des alten Hofs wird auch nicht unterbrochen, als Max, ein ehemaliger Schulfreund und Nachbar, der sich während der Abwesenheit um den Hof kümmert, die Anwesenheit Ellens bemerkt.

Der gesamte Roman besteht größtenteils aus Erinnerungen. Die Handlung ist wenig spektakulär, sondern beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Gefühlswelt von Ellen. Eine melancholische Stimmung liegt über dem gesamten Roman. Kurze Kapitel mit kurzen Gedankengängen prägen den Schreibstil. Es bleibt viel Raum für eigene Gedanken. Auch insgesamt ist das Buch mit etwas mehr als 150 Seiten sehr knappgehalten.

Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzten. Ein altes Zuhause kann tiefe Gefühle hervorrufen. Ein Ort kann für den einen so viel bedeuten und für den anderen gar nichts. In diesem Zusammenhang fand ich folgende Überlegung Ellens besonders aussagekräftig: „Wem gehört ein Ort? Die mit dem nötigen Geld oder, denjenigen die geschuftet haben…?

Das Cover des Romans mit dem Ausschnitt eines Gesichts und den Milchflecken ist genauso besonders wie der Inhalt des Buches. Mir hat der Roman gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Konnte mich nicht überzeugen

Die Geister von La Spezia
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Mary Shellys Mann ist bei einer Schiffsreise ums Leben gekommen. Angeblich war es ein Unfall. Doch der Vater des Verstorbenen verdächtig Mary des Mordes. Die Privatermittlerin und übernatürlich begabte ...

Mary Shellys Mann ist bei einer Schiffsreise ums Leben gekommen. Angeblich war es ein Unfall. Doch der Vater des Verstorbenen verdächtig Mary des Mordes. Die Privatermittlerin und übernatürlich begabte Pat soll den Fall aufklären.

In dem Roman werden wahre historische Begebenheiten und Fantasie miteinander verwoben. Leider ist dem Autor dies aus meiner Sicht nicht besonders gut gelungen. Gleich im Teil ein, nach Abschluss der Rahmenhandlung werden eine Vielzahl von Personen eingeführt, von denen man nicht weiß wer sie sind. Dieses Kapitel war sehr undurchsichtig und anstrengen. Ab dem zweiten Kapitel wird die Handlung dann wieder etwas übersichtlicher, bis dahin muss man sich aber erst mal durchquälen. Sehr seltsam kam mir auch Gus vor, der durch verschiedene Tiere spricht sowie das alternative Ich. Auch dass Pat in den Erinnerungen Marys wie eine ganz normale Person in der Handlung teilnimmt, obwohl sie ursprünglich doch gar nicht dabei war, ist merkwürdig.

Insgesamt kam mir die ganze Handlung sehr konstruiert, stellenweise auch schwer verständlich und langatmig vor. Aus dem Potenzial der Geschichte hätte man sicher mehr machen können. Leider konnte mich der Roman aber nicht wirklich überzeugen. Das Cover hat mir hingegen gut gefallen, anhand des Titelbildes hätte ich mir einen spannenden Abenteuerroman vorgestellt.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Reise durch die Zeit

Das White Octopus Hotel
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Eve Shaw leidet unter einem schrecklichen Ereignis, das sich in ihrer frühesten Kindheit zugetragen hat. Sie ließ an ihrer Geburtstagsfeier das Tor offenstehen, so dass ihre kleine Schwester auf die Straße ...

Eve Shaw leidet unter einem schrecklichen Ereignis, das sich in ihrer frühesten Kindheit zugetragen hat. Sie ließ an ihrer Geburtstagsfeier das Tor offenstehen, so dass ihre kleine Schwester auf die Straße rannte und überfahren wurde. In der Folge zerbrach ihre heile Familie und somit ihre ganze Welt. Die Mutter gab ihr die Schuld und konnte ihr nie verzeihen.

Als Erwachsene besitzt Eve ein Tattoo mit einem Octopus, der sich auf magische Weise über ihren Körper bewegen kann und Tinte absondert. Außerdem bewundert Eve die Musik des früheren Komponisten Max Everly. Als plötzlich ein alter Herr auftaucht, der verblüffende Ähnlichkeit mit dem Musiker aus dem letzten Jahrhundert hat, beginnt ein spannendes Abenteuer zu einem abgelegenen Hotel in der Schweitzer Alpen und durch die Zeiten.

Der Roman ist zwar nicht besonders tiefgründig aber durchaus unterhaltsam und spannend. Gut gefallen hat mir die fantasievolle Einarbeitung des Octopusthemas. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Fremde Heimat

Real Americans
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Die Autorin erzählt in ihrem Buch „Real Americans“ von der chinesischen jungen Frau Lilly. Anfang zwanzig lernt sie den aus gutem Hause stammenden Mathew kennen. Nach kleineren Turbulenzen heiraten die ...

Die Autorin erzählt in ihrem Buch „Real Americans“ von der chinesischen jungen Frau Lilly. Anfang zwanzig lernt sie den aus gutem Hause stammenden Mathew kennen. Nach kleineren Turbulenzen heiraten die beiden und bekommen einen Sohn.

Thematisiert wird in dem Roman durchgehend die emotionale und soziale Stellung der in Amerika lebenden Chinesen. Überangepasstheit, Fremdheit im eigenen sowie in Ursprungsland, Ausgrenzung, der Gegensatz zwischen Reichtum und Armut sowie die Scham vor dem Anderssein prägen den Lebensweg von Lilly und ihrer Familie. Von Arm bis Reich, vom Leben in der Heimat Amerika und dem Besuch im fremden China hat sie alles erlebt und gehört doch nirgendwo hin. Diese Verlassenheit zieht sich mit unterschiedlicher Ausprägung durch die Generationen. Nicht nur Lilly, sondern auch ihre Eltern und ihr Sohn sind davon betroffen. Allen gemeinsam ist auch, dass sie vor ihren Kindern Geheimisse über ihr Leben und ihre Herkunft haben. Ein großartiger Roman: unterhaltsam, tiefgreifend und aufschlussreich. Dadurch dass die Autorin selbst Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln ist verleihen die Beschreibungen dem Buch eine ganz besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit. Man kann sich gut in Lilly hineinversetzten.

Auch das Cover hat mir gut gefallen. Um es zu verstehen muss man schon etliche Kapitel lesen. Die Auster verbindet in gewisser Weise die einzelnen Generationen miteinander.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Der mysteriöse Marceau Miller

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Bei dem Roman „Das letzte Buch von Marceau Miller“ handelt es sich um einen Krimi in eine ganz besonderen und außergewöhnlichen Erzählform. Es dreht sich nämlich um den Tod des Autors. Die Erzählperspektive ...

Bei dem Roman „Das letzte Buch von Marceau Miller“ handelt es sich um einen Krimi in eine ganz besonderen und außergewöhnlichen Erzählform. Es dreht sich nämlich um den Tod des Autors. Die Erzählperspektive wechselt zwischen dem toten Marceau Miller, seiner Frau und deren Freundin.

Nach und nach erfahren wir immer mehr Umstände die zum Tod Marceaus geführt haben. Dieser hat viel mit dem Verschwinden seiner geliebten Schwester vor 20 Jahren und dem Unfalltod seines Vaters mit einem Flugzeug über dem Genfer See zu tun. Unerwartete Wendungen gestalten den Krimi äußerst spannend und kurzweilig. Mich konnte der Roman bis zur letzten Seite in Atem halten.

Schauplatz des ganzen Geschehens ist rund um den Genfer See. In den Beschreibungen merkt man die Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat und der wunderbaren Natur an diesem Ort. Letzten Endes bleibt für mich nur eine Frage offen: Wer ist denn nur der wirkliche Autor des Romans? Das würde mich wirklich sehr interessieren.

Das Cover mit dem idyllischen Bild des Genfer Sees ist sehr passend und wunderschön. Genauso wie auf dem Bild würde ich mir den See anhand der Beschreibungen des Autors im Buch vorstellen.

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