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Veröffentlicht am 10.04.2026

Erfrischende Zwischendurchlektüre

Tatort Alpen - 11 Kurzkrimis
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Kurz und knapp gehalten sind diese elf Kurzgeschichten mit den Tatorten Dachstein, Krimmler Wasserfälle, Olpererhütte, Berliner Hütte, Herzogstand, Zugspitze, Königsee, Watzmann, Matterhorn, Jungfraujoch ...

Kurz und knapp gehalten sind diese elf Kurzgeschichten mit den Tatorten Dachstein, Krimmler Wasserfälle, Olpererhütte, Berliner Hütte, Herzogstand, Zugspitze, Königsee, Watzmann, Matterhorn, Jungfraujoch und Vierwaldstättersee. Geschrieben von elf Autorinnen und Autoren in teils hintersinnigen Geschichte, teils aberwitzig, teils überraschend, aber immer auch spannend. In der Kürze liegt hier die Würze. Man stellt zügig die Protagonisten, die Basisstory und deren Verlauf vor. Schön sind die immer neuen Wortwendungen und –schöpfungen, die Sprachvielfalt. Es wird sehr darauf geachtet, nicht immer die gleichen Formulierungen zu gebrauchen. Abwechslungsreich geschrieben. Kurzgeschichten sind eigentlich gut geeignet, zwischendurch, wenn etwa eine kurze Wegstrecke oder Pause zu überbrücken ist, Kurzweil zu bieten. Hier sieht man sich aber veranlasst, gleich das ganze Buch durchzulesen. Eine schöne, empfehlenswerte Samlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Beklemmend

Unter dem Strand
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Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine ...

Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine Gedenkfeier, mehr oder minder beachtet. Aber dies ist eben ein Jubiläum und daher ist Platz für einen kleinen Artikel. Und eigentlich hat Cay auch so gar keine Lust auf diesen Auftrag, aber sie ist chronisch pleite, von daher ... Vor Ort allerdings stolpert sie über die Leiche einer jungen Frau, Sie meldet dies bei der Polizei, die sie anweist, bei der Leiche bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Was sie ursprünglich auch vorhat, es sich dann aber anders überlegt. Flugs macht sie ein paar Fotos der Leiche (sie weiß, dass das nicht richtig ist) und verlässt den Ort des Geschehens, um die Fotos, schließlich bringt das Geld, zu verkaufen, die auch alsbald in einem Online-Dienst erscheinen. Von da an steht ihr Leben auf dem Kopf. Bei ihr wird eingebrochen, die Kamera gestohlen, sie wird um eine geliehen zweite Kamera gebracht, fühlt sich zunehmend beobachtet und die Einbrüche bei ihr häufen sich. Sie beginnt im Umfeld der Toten zu forschen und geht auch Gerüchten nach, wonach es sich damals beim Untergang der Cap Arkona und weiterer Schiffe um ein Massaker gehandelt haben soll, wobei Tausende Kriegsgefangenen und Häftlingen des Konzentrationslagers Stutthof zu Tode gekommen sein sollen. Bloß stößt sie in der Umgebung auf eine Mauer des Schweigens, davon will niemand etwas wissen. Je stärker sie forscht, umso ungesunder wird ihr Leben, um es mal vorsichtig zu formulieren. Diese unglaubliche Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Aus der von Leon, einem Insassen des Lagers, der von Cay, aber auch von der Toten und weiteren zentralen Personen in diesem Kriegsdrama. Dadurch bleibt die Geschichte spannend und lebendig und macht betroffen ob der Zu- und Umstände und des Grades des Wegsehens und Verdrängens, was teils schon sarkastisch dargestellt wird. Was die Geschichte leider ein wenig herunterzieht, ist die Person der Cay, die extrem phlegmatisch und wenig empathisch erscheint. Sie scheint selbst ein Trauma mit sich zu schleppen, nutzt dabei andere aber extrem aus. Sie geht sehr naiv und unprofessionell an ihre Recherche. Ihre Selbstreflextionen machen die Geschichte langatmig, was ihr nicht gut tut. Das Wort prokastinieren wird ein wenig zu häufig bemüht. Und am Schluss hat man den Eindruck, dass die Geschichte nicht wirklich auserzählt ist, trotz der Seitenzahl von 588 im E-Book.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannend, intensiv, drastisch

Böse geboren
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Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. ...

Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. Tom, ein tieftrauriger Mensch, der über die Ermordung seiner Frau, den frühen Tod seines Bruders und dessen Frau, nicht hinwegkommt, an der Verantwortung für seine Nichte, deren Entführung und mühseligen Aufarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses zu scheitern droht, wird mit einer Leiche im Hamburger Hafengebiet konfrontiert, die offenbar längere Zeit tiefgefroren war. Er und sein Team sehen sich vor einem Rätsel eingedenk der Tatsache, dass die Tote bereits vor Monaten in Köln als vermisst gemeldet wurde, zu Tode etwa vor 60 Tagen, plus/minus, kam. Wo war sie in der Zwischenzeit? Todesursächlich sind mehrere Stiche in den Rücken. Kaum mit den Ermittlungen begonnen, werden sie zu einem Leichenfund bei Hannover gerufen, weil die Fundsituation und die Todesursache ähnlich sind, die Leiche aber auch über längere Zeit tiefgefroren war. Diese kam ursprünglich aus Göttingen. Man sieht sich an einen Serientäter erinnert, der vor zehn Jahren sein Unwesen trieb und für die Entführung von Toms Nichte verantwortlich war, aber nie gefasst wurde. Sehr intensiv und bildhaft geschrieben. Sehr viele Zeitsprünge und Retrospektiven. Eine sehr detaillierte Selbstreflektion des Täters vor zehn Jahren und der Täter in den aktuellen Fällen. Die Auflösung überraschend und drastisch.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Erschütternd

Dein ist die Sühne
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Eine erschütternde Geschichte, die etwas holprig beginnt. Dorothea, Inspektorin in der Abteilung „Gegen Leib und Leben“, aber im Archiv tätig - es wird nicht schlüssig erklärt, warum das so ist - wird ...

Eine erschütternde Geschichte, die etwas holprig beginnt. Dorothea, Inspektorin in der Abteilung „Gegen Leib und Leben“, aber im Archiv tätig - es wird nicht schlüssig erklärt, warum das so ist - wird von der jungen Theresa bedrängt, sich des Falles ihres ermordeten Vaters anzunehmen, der vor fast zwanzig Jahren Opfer eines Raubmordes wurde. Theresa glaubt nicht an Raubmord und will den Fall neu aufgerollt sehen. Sie hofft, dass Dorothea inoffiziell ermitteln kann. Aber Dorothea hat selbst mit vielfältigen Problemen zu kämpfen, u.a. mit dem unaufgeklärten Mord an ihrem Vater, der nun auch schon annähernd zwei Jahrzehnte zurückliegt. Und mit ihrer inneren Zerrissenheit, ihren Selbstzweifeln, ihrem Gefühl von Unzulänglichkeit. Die nehmen am Anfang so überhand, dass man von ihr schwer genervt ist. Das ändert sich zum Glück im Verlauf der Ereignisse und ihrer ungenehmigten Ermittlungen, die erst ganz am Ende zu einer ungewollten Auflösung führen und die Frage aufwerfen, ob nicht doch einiges besser im Dunkeln geblieben wäre. Das was Dorothea gemeinsam mit Konstantin, einem Kollegen, aufdeckt, ist erschütternd. Die Geschichte, bis auf den Anfang, flüssig und temporeich erzählt. Mit einem bedrückenden Schluss und sehr nachdenklich stimmend.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Nimmt nach und nach Fahrt auf

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
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Es begann ein wenig zäh. Las sich eher wie ein Protokoll, beleuchtet einmal mehr die Estonia-Katastrophe. Nach dem ersten Leseabschnitt überdenkt man, ob man das Weiterlesen dran geben soll. Aber das ist ...

Es begann ein wenig zäh. Las sich eher wie ein Protokoll, beleuchtet einmal mehr die Estonia-Katastrophe. Nach dem ersten Leseabschnitt überdenkt man, ob man das Weiterlesen dran geben soll. Aber das ist keine Option und man würde der Lektüre und dem Autor auch Unrecht tun. Denn die Schreibe an sich ist gut, flüssig, baut durch sehr schnelle Szenenwechsel Spannung und zunehmend Drive auf. Die Fülle der Handlungen und Handlungsstränge stellt eine Herausforderung an das Lesevolk dar. Hier wird eine abenteuerliche Geschichte um den Untergang der Estonia gestrickt, die durchaus glaubhaft verwoben wird, gerade weil sie so unerhört wirkt. Das, was vor 28 Jahren geschah, wurde akribisch vom FSB in Russland dokumentiert und soll später bei Bedarf eingesetzt werden. Würde da nicht ein im Zuge des Russland-Ukraine-Krieges geplantes Attentat schiefgegangen sein und einen damit Beauftragten auf die Abschussliste gesetzt haben. Hinfort sind diese Daten und alle die davon Kenntnis haben, zum Spielball der Geheimdienste geworden und ihres Lebens nicht mehr sicher. Außer dem ersten Abschnitt rasant und wendungsreich geschrieben. Reißt die Leserschaft mit. Der Schluss allerdings nicht nachvollziehbar, fast lieblos.

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