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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Schlechtes Kammerstück

Im Labyrinth der Furcht
1

Vielleicht hätte man den ersten Band mit Ackerman und Nadja lesen sollen. Dann wäre ma vorgewarnt - und hätte sich nicht um diese Leserunde beworben. Es mag ganz sicher Mitmenschen geben, die es mögen, ...

Vielleicht hätte man den ersten Band mit Ackerman und Nadja lesen sollen. Dann wäre ma vorgewarnt - und hätte sich nicht um diese Leserunde beworben. Es mag ganz sicher Mitmenschen geben, die es mögen, wenn es übermächtige Wesen gibt, die über allem stehen, die jeden Winkelzug der Gegenseite voraussehen und jeden Kampf bestehen. Hier treffen gleich mehrere Personen aufeinander und/oder gegeneinander an. Auf der einen Seite der Hüter, der Ackerman gefangen hält, um diverse Experimente an ihm durchzuführen. Auf der anderen Ackerman selbst, der sich wiederum für unbesiegbar hält. Dann noch Nadja, die eine Fehlentscheidung nach der anderen trifft. Über allem die ständigen Diskussionen, wer wem überlegen ist. Zum Mix gehören noch zwei Durchgeknallte, die die Welt um plastifizierte Menschen, die sie zuvor zu Tode brachten, bereichern wollen. Es liest sich wie ein Kammerstück - ein schlechtes -, das an verschiedenen Orten dramatisiert wird. Wer das mag, und das Übermächtige der Protagonisten, der liegt hier richtig. Ansonsten ist man froh, dass man fertig hat.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Consulting kriminell

Heiße Phase
0

Wenngleich es ziemlich kriminell zugeht, ein Krimi ist das nicht. Eine – aus Sicht des/der Lesers/in und Verfassers/in dieser Zeilen – zu lange Ausführung übler Machenschaften. Auf Seiten der Unternehmensberater ...

Wenngleich es ziemlich kriminell zugeht, ein Krimi ist das nicht. Eine – aus Sicht des/der Lesers/in und Verfassers/in dieser Zeilen – zu lange Ausführung übler Machenschaften. Auf Seiten der Unternehmensberater wie deren Kunden. Die zeigt, wie mörderisch der Druck auf die Mitarbeitenden ist, wie erfolgsverliebt sich diese aufführen, wie sie sich im Dschungel der Machenschaften verlieren können. Die Geschichte zeigt Machtbesessene, die buchstäblich über Leichen gehen und ein unglaublich menschenverachtendes Verhalten an den Tag legen. Die glauben, unverwundbar zu sein. Und dies oft auch sind. Im Mittelpunkt Sebastian, der Partner werden will und dafür alles zu tun bereit ist. Wirklich alles. Der dabei aber unglaublich naiv ist, sich vorführen und zur Schlachtbank führen lässt. Dabei sehr unbesonnen reagiert und sich ewig lange Gedanken macht, wie nun weiter vorzugehen sei. Man möchte ihm zurufen: Mach hinne!. Unglücklicherweise verguckt er sich auch noch in eine Femme fatale und beginnt mit dem falschen Ende des Körpers zu denken. Ein Insider-Roman? Vielleicht. Aber das Geschehen so allgemein auf die Branche zu münzen, erscheint zumindest bedenklich. Flott und auch spannungsgeladen geschrieben. Der Schluss noch mal mit Drive, aber irgendwie überzogen dargestellt. Ein Überschurke, der alle und jeden austrickst und damit auch noch reüssiert. Ein Buch, das vor mehr als 20 Jahren erstmalig erschienen ist. Das merkt man mit jeder Folie, die aufgelegt wird.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Verwickelt

Flutrache
2

Da ist einerseits der tote Lars Kröger, der am Lenin-Denkmal des holländischen Kaufmanns Leo Bakker platziert, und ausgerechnet von einer blinden Reisegruppe entdeckt wurde und da sind die Umschläge mit ...

Da ist einerseits der tote Lars Kröger, der am Lenin-Denkmal des holländischen Kaufmanns Leo Bakker platziert, und ausgerechnet von einer blinden Reisegruppe entdeckt wurde und da sind die Umschläge mit merkwürdigem Inhalt, die an bekannte Leeraner verschickt wurden, die daraufhin Symptome aufweisen, die bei Milzbrand auftreten. Ein terroristischer Anschlag? Während sich holländische und deutsche Ermittler zusammentun, um den Mordfall zu klären, wird der „Anschlag“ vom LKA erst einmal unter dem Deckel gehalten, bis man das Ergebnis der Proben aus den Umschlägen vorliegen hat. Ist ja nicht sicher, ob nicht alles ein böser Scherz ist. Bis dahin allerdings verhalten sich die Briefempfänger zunehmend paranoid, allen voran Thomas Hinterkötter, stellvertretender Leiter des Leeraner Polizeikommissariats. Im Fall des Ermordeten stößt das Team auf immer mehr Gleichungen mit mehreren Unbekannten. Ein Puzzle das sich nicht lösen lassen will. Mehr als einmal spielt Kommissar Zufall die entscheidende Rolle für das Vorankommen und die Lösung beider Fälle, wobei es gelegentlich recht aberwitzig zugeht. Sehr menschelnd, was die Akteure betrifft, anschaulich erzählt, mit gutem Spannungsbogen, teilweise auch komisch, in sehr positivem Sinne.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Intensiv in Sprache und Situationsdramatik

Spiel der Toten
0

Was für eine Geschichte. Sehr viel Verwicklungen und Wendungen. Ex-Kriminaler Jan, schwer gezeichnet vom Tod seiner Frau und der Bewältigung seines Alltags eher nicht mehr mächtig wird von einem Sicherheitsdienst, ...

Was für eine Geschichte. Sehr viel Verwicklungen und Wendungen. Ex-Kriminaler Jan, schwer gezeichnet vom Tod seiner Frau und der Bewältigung seines Alltags eher nicht mehr mächtig wird von einem Sicherheitsdienst, für den er ab und an tätig ist, für eine Personenschutzaktion rekrutiert bei der er mit einer bekannten und sehr mächtigen Familie in Kontakt kommt. Er nimmt eher widerwillig an. Dazu muss er von Frankfurt nach Berlin, wo ihn sein Onkel, Mordermittler bei der Kripo in Berlin, zu einem Fall hinzuzieht, bei dem es um einen grausamen und sehr merkwürdigen Mordfall geht. Der Tatort wurde von mehreren Personen verwüstet. Und dann kommt noch ein Fall hinzu, bei dem mehrere Leichenteile aus einem Kanal gezogen werden. Die Leichen müssen schon seit Jahren tot sein, aber wer hat sie in den Kanal geworfen? Irgendwie rückt auch hier die Familie Roth in den Fokus, wobei man nicht weiß, wie das alles zusammenhängt. Und das bleibt auch fast bis zum Schluss so, denn alle Ermittler tun sich schwer mit den Fällen und dem Versuch Motive und Verdächtige zu finden. Nebenbei läuft auch noch ein Shitstorm im Internet, der sehr nach Verschwörungstheoretikern aussieht. Die hängt alles zusammen? Die Sprache ist sehr intensiv, sehr verkürzt, Manchmal nur einzelne Worte, manchmal Sätze auf das absolut Notwendigste beschränkt, Das Stilmittel, in einzelnen Worten zu kommunizieren oder in Sätzen, die auf ein Minimum herunter gebrochen sind, ist zwar eines, wird aber etwas überstrapaziert. Wirkt sehr getrieben, die Story wie die Schreibe. Ist gewöhnungsbedürftig, hält die Spannung aber hoch. Auch die Figur des Jan ist gewöhnungsbedürftig. Seine Gedankengänge und Handlungen oft schwer nachvollziehbar. Aber auch das natürlich ein Stilmittel. Muss jeder selbst entscheiden, wie er damit klarkommt. Absolut viel Drive bietet die Geschichte allemal.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein bisschen zuviel von allem

Draussen
0

Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem ...

Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem Moment tut? Und warum in dem Moment? Und ist es glaubwürdig, dass die Personen, jeweils das können, was sie können? Und sind hier nicht einige Typen – insbesondere die Hauptprotagonisten - nicht womöglich einer gehörigen Gehirnwäsche unterzogen worden? Man kann hier nicht genauer werden, weil man dann spoilern würde. Aber insgesamt bleibt so Einiges fragwürdig. Die Geschichte ist vollgepropft mit allen möglichen Zutaten: fragwürdigen und unethischen Legionären, äußerst fragwürdigen, korrupten Lobbyisten und Politikern, Preppern und Verschwörungstheoretikern, einem Endzeitszenario, einer tragischen Familiengeschichte, rachsüchtigen Personen und Gewalttätern, sehr gewalttätigen und traumatischen Szenen. In Retrospektiven in Form des Tagebuchs eines der Protagonisten wird der Hintergrund für die aktuellen Ereignisse aufgerollt. Das Warum der siebzehnjährigen Cayenne ist allgegenwärtig. Der Sprach- und Erzählstil ist sehr gelungen und hält die Spannung hoch. Letztlich ist aber alles ein bisschen zuviel von allem.

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