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Veröffentlicht am 07.03.2022

Pageturner

DIE LÜGEN
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Das ist tatsächlich ein wahres Lügengespinst, in das Lizzie hinein- und etwas blauäugig und unkritisch herumtappt. Sie hatte schon als Kind mit dem Umstand zu kämpfen, dass sie unter Epilepsie leidet und ...

Das ist tatsächlich ein wahres Lügengespinst, in das Lizzie hinein- und etwas blauäugig und unkritisch herumtappt. Sie hatte schon als Kind mit dem Umstand zu kämpfen, dass sie unter Epilepsie leidet und deswegen von den anderen in der Schule gemieden, wenn nicht gar gemobbt wird. Bis auf Alice, die bei allen in der Schule beliebt ist und dennoch ihre beste Freundin wird. Mit der sie sich aber auch heftig streitet. Dann der Unfall am unbeschränkten Bahnübergang, bei dem Alice stirbt. Und an den sie selbst keinerlei Erinnerung hat, weil sie einen ihrer Anfälle hatte. Was ihr aber vonseiten der Schwester von Alice, den Eltern, der anderen Schüler und wiederum deren Eltern nicht geglaubt wird. Man glaubt eher, sie habe Alice vor den Zug gestoßen. Das Leben wird zur Hölle. Auch Jahre später hat sie mit diffusen Schuldgefühlen zu kämpfen und versucht, um überhaupt am Leben einigermaßen teilhaben zu können, alles von damals zu verdrängen. Was schließlich halbwegs gelingt: Sie hat einen Verlobten, will bald heiraten, überlegt, doch noch zu studieren. Als diese verdrängte Vergangenheit mit aller Kraft wieder in ihr Leben drängt. Auf äußerst perfide Weise. Bis zum Schluss wird die Spannung hoch gehalten und die Leser auf den einen oder anderen Irrweg gelockt. Sehr schön die stetigen Retrospektiven ins Früher und Vorfrüher und die Wechsel zum Jetzt. Dazu die Gedankengänge eines der Widersacher zu Beginn des Buches und immer wieder eingestreut in diesem üblen Psychospiel, das da mit Lizzie getrieben wird. Man fängt an zu lesen und kann bis zum Ende nicht damit aufhören. Fast getrieben. Hält, was es verspricht.

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Heftig, aber ruhig erzählt

Hasenfest
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Der Titel erschließt sich tatsächlich erst zum Schluss. Zunächst geht es um einen bestialischen Mord, der so eigentlich niemandem zuzutrauen ist, auch nicht den nach und nach ins Visier der Ermittler geratenen ...

Der Titel erschließt sich tatsächlich erst zum Schluss. Zunächst geht es um einen bestialischen Mord, der so eigentlich niemandem zuzutrauen ist, auch nicht den nach und nach ins Visier der Ermittler geratenen Verdächtigen. Denn irgendwie fehlt es allen an der nötigen Motivlage für derartige Brutalität. Das Ermittlerteam, zusammengesetzt aus Feinseligkeit und Inkompetenz, ist hoffnungslos überfordert. Dazwischen Ronny Berger, stur, selbstgerecht, teamunfähig - offenbar wie immer. Dazu angeschlagen durch missliche Umstände im privaten Bereich. Dann geschieht noch ein Mord und zwei Personen gelten als vermisst - wahrscheinlich auch tot. Bis zum heftigen und definitiv finalen Ende werden diese sehr abscheulichen Morde und der Fortgang der Ermittlungen detailliert und in ruhigem Fahrwasser erzählt, in gemächlichem Erzählstil. Für Schnellleser ist das vielleicht nichts. Auf die persönlichen Umstände der handelnden Personen wird ausführlich eingegangen, so dass man die Befindlichkeiten, die teils Ursache für Entscheidungen und Handlungen sind, ein Stück weit nachvollziehen kann. Auch die Sicht des Täters, seine Gedankengänge und daraus resultierenden Aktionen werden immer wieder eingestreut und so der Blickwinkel der Lesenden erweitert. So bleiben diese auch im Ermittlungsmodus. Das alles sind gute Zutaten und bieten Potential, was das Buch durchaus empfehlenswert macht. Wenn da nicht die Figur des Ronald Berger wäre. Da muss dann jeder selbst entscheiden, ob er die mag.

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Nicht überzeugend

Weißes Gold - Im Sog der Gier
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„Fesselnd und spannend bis zum Schluss“, behauptet das Divemaster Magazin. Das kann man leider so nicht unterschreiben. Die Story an sich hat schon mitreißendes Potential. Da geht es um die Themen Überfischung, ...

„Fesselnd und spannend bis zum Schluss“, behauptet das Divemaster Magazin. Das kann man leider so nicht unterschreiben. Die Story an sich hat schon mitreißendes Potential. Da geht es um die Themen Überfischung, Elfenbeinschmuggel und die in diesem Zusammenhang stehenden unfassbaren Gräuel an den Elefanten, aber auch um die Themen Pädophilie, Kinderprostitution und -handel. Auch diese an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Im Mittelpunkt ein Meeresbiologe, der mit seinem Team die Folgen der Überfischung dokumentiert und aufzuhalten trachtet und daher Opfer so mancher Anschläge auf Material und Menschen wird. Der dazu seine Nase in die Ermittlungen bzgl. Elfenbeinschmuggel und schließlich auch Pädophilenringe und Kinderprostitution steckt, in der sein Freund bei der Polizei ermittelt. Alles hängt irgendwie zusammen und so gerät er auch in die Optik der Drahtzieher. Als sein Freund angeschossen wird, läuft er zur „Hochform“ auf und klärt quasi im Alleingang mit einem weiteren Freund die Zusammenhänge auf und löst den Fall. Wird dabei mehrfach entführt, gefangen, zusammengeschlagen, geht aber aus diesen „Scharmützeln“ irgendwie immer fast unbeschadet hervor. Und das macht es leider ziemlich unglaubwürdig. Der „unbedarfte“ Meeresbiologe als Überheld gegen mafiöse Strukturen und Organisationen.

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Veröffentlicht am 15.01.2022

Zwiespältig

Und leise klopft der Tod
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Eine sehr aufwühlende Geschichte, die den Leser zwiespältig zurücklässt. Ein aufgrund eines Traumas in seiner Kindheit zutiefst Gestörter beginnt Jahrzehnte später mit einer Mordserie an Polizisten. Für ...

Eine sehr aufwühlende Geschichte, die den Leser zwiespältig zurücklässt. Ein aufgrund eines Traumas in seiner Kindheit zutiefst Gestörter beginnt Jahrzehnte später mit einer Mordserie an Polizisten. Für die - in völlig falscher Richtung - ermittelnden Detectives beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn niemand weiß, wer oder wie viele noch auf der Liste des Mörders stehen. Sehr ausführlich wird in die Gedankenwelt der Ermittler wie des Täters hinein geblickt. Dabei offenbart sich, welches „Päckchen“ Nathan Cody zu tragen hat und die Leserschaft muss sich fragen, wieso jemand, der derart ausrastet, Aussetzer hat, sich völlig überschätzt und sich definitiv nicht im Griff hat, noch im Dienst, und noch dazu an dieser Stelle ist. Das heftige Ende hinterlässt die Leser zweifelnd, denn viele der Aktionen Codys, aber auch seiner Vorgesetzten und Mitstreiter sind mehr als fragwürdig.

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Veröffentlicht am 15.12.2021

Hochaktuell

Mord im Milieu
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Wieder eine sehr komplexe Geschichte, mit zunächst mehreren losen Enden, die sich dann aber verknüpfen lassen. Ein Clochard wird brutal zusammengeschlagen, ein anderer ermordet. Ein Zeuge wird sofort als ...

Wieder eine sehr komplexe Geschichte, mit zunächst mehreren losen Enden, die sich dann aber verknüpfen lassen. Ein Clochard wird brutal zusammengeschlagen, ein anderer ermordet. Ein Zeuge wird sofort als Verdächtiger ins Visier genommen, denn er ist ein "Ausländer", farbig dazu. Es scheint, dass auch die neugegründete Front National damit zu tun haben könnte, aber inzwischen ist die rechtsnationale Gesinnung soweit im Polizeiapparat bis in die höchsten Ebenen durchgedrungen, dass den Ermittlern mehr oder minder die Hände gebunden sind. Und dann kommt auch noch Organhandel ins Spiel. Eine sehr mühselige Ermittlung beginnt, denn man ist im St. Tropez der 70er Jahre, da geht es noch sehr mühselig zu, so ohne Handy und leistungsfähige Computer. Die Geschichte ist dennoch hochaktuell, man braucht sich ja nur umzusehen. Flott geschrieben, die menschlich-zwischenmenschlichen Aspekte nicht außer Acht gelassen. Zum Schluss die Aufklärung, aber ohne die Konsequenzen, die sie haben müsste. Ernüchterung bei den Ermittlern. Und ein Plan. Muss man halt die Fortsetzung abwarten. Lohnt sich bestimmt.

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