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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2025

Undurchsichtig

Paganinis Fluch
0

Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es ...

Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es mutet ein bisschen wie Edgar Allen Pölten an. Auf schwedisch halt. Mit finnischem Einschlag. Schließlich spielt auch Joona Linna mit. Auf seine ganz eigene Art. Mittendrin auch eine Friedensaktivistin, die gnadenlos gejagt wird und ihr Freund, dessen törichte Handlungen dies alles auslösten. Joona und seine Kollegin vom Staatsschutz haben alle Hände voll zu tun, um hinter die Motive und Gründe für die Taten und die Täter zu kommen, wobei sie wenig Unterstützung von ihren Vorgesetzten erhalten, denn es geht u.a. Um groß angelegten illegalen Waffenhandel und wie man weiß, sind dessen Akteure sakrosankt. Merkwürdig muten die Wiederholungen an. Eine Handlung wird beschrieben. Das Kapitel wechselt zu einem anderen Schauplatz, der wird abgehandelt. Später knüpft die Handlung an der vorher beschriebenen an, erklärt aber erst einmal, was geschehen ist, etwa wie "Was bisher geschah", als hätten die Lesenden inzwischen ihr Gedächtnis verloren. Ansonsten durch die Szenenwechsel und unterschiedlichen Blickwinkel spannend und lesefreundlich gehalten.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Gemächlich

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
3

Am Schluss wird es zwar ein bisschen brenzlig, insgesamt geht es aber recht gemächlich zu in diesem … ja was? Krimi, Cosy Crime? Passt alles nicht so richtig. Es ist mehr eine Geschichte von deutschen ...

Am Schluss wird es zwar ein bisschen brenzlig, insgesamt geht es aber recht gemächlich zu in diesem … ja was? Krimi, Cosy Crime? Passt alles nicht so richtig. Es ist mehr eine Geschichte von deutschen Auswanderern, die ihr Rentnerdasein auf Gran Canaria verbringen und unversehens über eine Leiche stolpern. Mehr schlecht als recht versuchen sie herauszufinden, wer den Toten ermordet hat und warum. Mehr zufällig geraten sie auf die richtige Spur und gehen dabei den zuständigen Ermittlern gehörig auf den Geist. Gefällig erzählt, diese Geschichte, aber ein wenig spannungsarm. Gemächlich halt. Auch fehlt ein bisschen der Humor, den man in einem Cosy Crime in jedem Falle erwarten würde. Etwas für einen lauen Sommertag auf Balkonien.


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Veröffentlicht am 02.07.2025

Locker, leicht vor ernstem Hintergrund

Dunkle Rache
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Dies ist die Rezension der unter dem neuen Titel Rache erschienen Neuauflage:
„Abwechslungsreich erzählt, lesefreundlich, spannend, mit sympathischen Protagonisten“, hatte ich zum Vorgängerband „Spiel“ ...

Dies ist die Rezension der unter dem neuen Titel Rache erschienen Neuauflage:
„Abwechslungsreich erzählt, lesefreundlich, spannend, mit sympathischen Protagonisten“, hatte ich zum Vorgängerband „Spiel“ rezensiert. Das trifft auch hier zu. Allerdings spielt diese Geschichte hier vor einem viel ernsteren Hintergrund. Es geht um die Zustände im Iran in der Zeit um 2010/11 und die Entwicklungen der Geschicke des Landes, zwischen den 1980ern und um 2009. Festgemacht am Attentat auf einen iranischen Schriftsteller und Oppositionellen, bei dem er überlebte, seine Frau starb. Jetzt, auf Einladung der internationalen Schriftstellervereinigung PEN Gast in Nürnberg, soll er von Charlie als Bodyguard beschützt werden, wobei man die ernste Bedrohung durch Terroristen wohl nicht wirklich gebührend ernst nimmt, denn denen gelingt es immer wieder in unmittelbare Nähe des Iraners zu kommen und Anschläge zu verüben, wobei die etwas dilettantisch daherkommen, genauso wie die Beschützerversuche. Das alles ist nett verpackt, was aber nicht zur ernsten Thematik passt. Dass man terroristisch bedrohte Personen hofiert, sie einlädt, öffentlich aufzutreten, und damit die Besucher dieser Veranstaltung in akute Gefahr bringt – wissentlich – ist eine Sache, der viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Deshalb hat man nach der Lektüre dieses Buches ein etwas ungutes Gefühl, denn so leicht wie dargestellt, löst sich eine solche Bedrohungslage nun mal nicht auf. Jedenfalls nicht in der heutigen Zeit. Man muss zugute halten, dass die Geschichte zu einer früheren, vielleicht weniger bedrohlichen Zeit spielt und man darf auch berücksichtigen, das in Büchern gerne mal überzeichnet wird, das ist des Autoren gutes Recht. Insofern hat man eine, wie oben erwähnt, abwechslungsreiche, lesefreundliche und spannende Lektüre.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Ein wenig skurril, ein wenig satirisch, vergnüglich

ENEMY – Stunde der Wahrheit
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Eher kein Ökothriller, obwohl es natürlich um ein ernstes Thema geht. Aber so wie die Thematik dargestellt ist, wo alle Argumente auf allen Seiten sehr ins Absurde gezogen, jegliche Klischees bedient, ...

Eher kein Ökothriller, obwohl es natürlich um ein ernstes Thema geht. Aber so wie die Thematik dargestellt ist, wo alle Argumente auf allen Seiten sehr ins Absurde gezogen, jegliche Klischees bedient, Motivationen auch schon mal ins Lächerliche gezogen werden und ein Auftragskiller nach dem nächsten eine höchst unglückliche Figur abgeben: Das ist eher Unterhaltung auf satirischem Niveau. Das Gerüst ist im Prinzip einfach: Hier ein Energiekonzern, der ein Kohlevorkommen in einem Naturreservat rücksichtslos ausbeuten will, nur der Gewinnorientierung verpflichtet und alle Umweltaspekte ignorierend. Auf der anderen Umweltschutzgruppen, die versuchen, genügend Stimmen zu sammeln, um die Genehmigung des Abbaus zu verhindern, die sich aber der Zwecklosigkeit von Demonstrationen sehr bewusst sind und verzweifelt nach überzeugenden Wegen suchen. Was dann aber in diesem Gerüst mit Leben erfüllt wird, gibt zum Kichern Anlass. Da begeben sich gleich mehrere Personen auf die Suche nach Auftragskillern. Ein Teil der Pläne gerät in BKA-Hände, dort in die von Karla Beneventi, die versucht, herauszufinden, wer und was konkret im Ziel welchen Killers steht und den Plan vereiteln will. Nur glaubt ihr in ihren eigenen Reihen so niemand. Was die jeweiligen Seiten tun, um ihre Ziele zu erreichen, welchen Missverständnissen sie unterliegen, in welchem Maße aneinander vorbeigeredet wird, wie absurd manche Argumente daherkommen und welche skurrilen Handlungen begangen werden, das alles macht die Lektüre recht vergnüglich. Der ernste Hintergrund tritt vor all dem in denselben.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Kein Krimi

Im Finsterwald
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Historisch stimmt insofern, als die Geschichte 1926 spielt. Ein fesselnder Krimi ist dies aber definitiv nicht. Eher eine tragische Familiengeschichte mit einigen tragischen bis erschreckenden Figuren. ...

Historisch stimmt insofern, als die Geschichte 1926 spielt. Ein fesselnder Krimi ist dies aber definitiv nicht. Eher eine tragische Familiengeschichte mit einigen tragischen bis erschreckenden Figuren. Sicher auch ein Sittengemälde der damaligen Zeit und des Unwissens (Krankheit des Kindes). Die Schreibe ist flüssig und gut zu lesen, stellenweise auch literarisch. Aber der Erwartungshaltung, die mit dem Klappentext geweckt wird, wird hier nicht entsprochen. Die Figuren sind von naiv über liebenswert bis unsympathisch. Das Ende kommt sowohl verblüffend wie auch erschreckend daher. Insgesamt bleibt am Ende ein unbehagliches Gefühl übrig. "Diese Geschichte ist eine stimmungsvolle, verlockende Illusion", schreibt Dagens Nyheter laut Klappentext. Da fragt man sich: Was hat der Schreiber dieser Zeitung da gelesen?

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