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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Vorhersehbare, aber emotionale Geschichte mit liebenswerten Protagonisten

Ascheblüte
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Ashton Parker hat sein erstes Buch veröffentlicht – ein voller Erfolg. Nun soll die angehende Lektorin Camille Dubois ihn von einem neuen Manuskript überzeugen, um eine feste Stelle in dem Verlagshaus, ...

Ashton Parker hat sein erstes Buch veröffentlicht – ein voller Erfolg. Nun soll die angehende Lektorin Camille Dubois ihn von einem neuen Manuskript überzeugen, um eine feste Stelle in dem Verlagshaus, in dem sie als Praktikantin tätig ist, zu erhalten. Dies gestaltet sich als eine schwierige Aufgabe, da sich Ashton, kurz Ash genannt, in einer Schreibkrise befindet und nur Geschichten über wahre Ereignisse bzw. eigene Erlebnisse schreiben kann. Als Ash in den nächsten Flieger nach Irland steigt, um nicht mehr von dem Verlagshaus genervt zu werden, fasst Camille am Flughafen spontan den Entschluss, ihm zu folgen, um sich die Anstellung als Lektorin zu sichern. Zudem kommt ihr diese Gelegenheit gerade Recht, um vor der angespannten Situation bei ihr zuhause zu fliehen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Camille und Ash, die jeweils in der Ich-Perspektive ihre Erlebnisse und Gefühle schildern. Die konkrete Zuordnung wird dem Leser durch einen Hinweis in Form des Namens des Erzählers zu Beginn eines jeden Kapitels ermöglicht.

Der Leser ist direkt in der Geschichte drin, was auch an den beide Protagonisten liegt, die liebenswerte und interessante Charaktere sind, die beide eine nicht einfache und alles andere als komplikationslose Vergangenheit haben. Manchmal möchte der Leser sie jedoch nur durchschütteln und sie dazu bewegen, sich vernünftiger zu verhalten oder zu erkennen, was andere wirklich für sie empfinden. Auf jeden Fall kann der Leser gut mit den Protagonisten mitfühlen und mitfiebern. Meistens können die Beweggründe für die Handlungen jedoch nachvollzogen werden. Während Camille eine neue Protagonistin ist, kennt der Leser Ash bereits aus dem vorherigen Band der Reihe, jedoch ist es auch kein Problem, den Vorgänger nicht zu kennen, da dies ein in sich abgeschlossener Band ist und für das Verständnis wichtige Szenen in Form von Erinnerungen aufgearbeitet werden.

Ein Großteil der Handlung spielt in Irland, wo die beiden Protagonisten eine spannende Reise erleben, nur mit Zelt, einem Schlafsack und ein bisschen Kleidung von Ash ausgestattet. Das Abenteuer, das die beiden erleben, und das die beiden schneller zusammenschweißt, als diese sich je erträumt hätten, löst bei dem Leser eine angenehme Stimmung aus und versetzt ihn in Urlaubsstimmung.

Der Schreibstil ist gut und lässt sich auch dank der kurzen Kapitel flüssig zu lesen. Er beschreibt die Situation und Charaktere sehr gut und ermöglicht den Leser, sich gut in die Handlung und die Protagonisten hineinzuversetzen. Bei jedem Ortswechsel beginnt das Kapitel mit einem schönen Zitat, das häufig einen direkten Bezug zu dem kommenden Inhalt hat.

Es gibt viele emotionale Szenen, in denen auch oft ein Knistern in der Luft liegt. Schnell merkt der Leser, dass sowohl Camille als auch Ash sich aneinander gewöhnt haben und den jeweils anderen mehr mögen, als sie zugeben wollen. Der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt nicht auf der Handlung – diese ist, bis auf eine kleine unerwartete Wendung zum Schluss, sehr vorhersehbar – sondern auf den Gefühlen der Protagonisten und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Neben humorvollen Szenen, werden verschiedene ernste und wichtige Themen thematisiert. Diese sind gut in die Handlung integriert, sodass trotz allem eine positive und angenehme Geschichte erzählt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch jedem empfohlen werden kann, der eine emotionale Geschichte sucht, bei der der Fokus nicht auf der Handlung liegt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2020

Leicht verwirrende, aber spannend konzipierte Geschichte

107 Schläge pro Minute
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Die 18-jährige Romy kann aufgrund einer Herzerkrankung kein „normales“ Leben führen, denn sobald ihr Puls auf 107 steigt, fällt sie in Ohnmacht. An alltäglichen Dingen wie Sport oder Schulbesuchen kann ...

Die 18-jährige Romy kann aufgrund einer Herzerkrankung kein „normales“ Leben führen, denn sobald ihr Puls auf 107 steigt, fällt sie in Ohnmacht. An alltäglichen Dingen wie Sport oder Schulbesuchen kann sie nicht teilnehmen. Ihre Mutter und auch ihre Freunde sind sehr auf ihre Gesundheit bedacht und lassen nicht zu, dass irgendetwas ihren Puls steigen lässt, sodass sie sehr zurückgezogen lebt. In den letzten Jahren war ein besonderes Buch ihr Begleiter. Als sie ihren neuen Lateinlehrer Adam Schmidt das erste Mal sieht, der der Figur auf dem Cover ihres Lieblingsbuches ähnelt, ist sie überrascht, dass er sie nicht mit Samthandschuhen anfässt. Sie ist von ihm begeistert, aber zugleich auch verunsichert. Wenn sie mit ihm zusammen ist, schlägt ihr Herz schneller. Als er dann auch noch andeutet, dass mehr hinter ihrer Erkrankung steckt, ist sie verwirrt. Verstärkt wird dieses Gefühl durch seltsame Träume und durch eine mysteriöse Dame mit einem grünen Hut, die immer wieder in ihrer Nähe auftaucht.

Diese Geschichte ist anders, als der Leser vielleicht zunächst erwartet. Es geht keineswegs nur um die Gefühle einer Jugendlichen, sondern es finden auch leichte Fantasy-Elemente ihren Platz in diesem Buch. Es beinhaltet viele Überraschungen, in der vor allem die geheimnisvolle Dame eine tragende Rolle spielt.

Der Leser begleitet die Ich-Erzählerin Romy in ihrem Lebensalltag. Dabei bekommt er einen guten Einblick in ihr Innenleben. Erleichtert wird dies durch den einfach zu lesenden Schreibstil, der die Atmosphäre zumeist gut einfängt und das gesamte Setting beschreibt. Es wird einiges aus dem Lebensablauf von Romy erzählt, jedoch wäre es schön gewesen, noch mehr aus ihrem Privatleben und ihrer Beziehung zu ihren Freunden zu erfahren. Es ist jedoch auch nachvollziehbar, dass solche Situationen in einem geringeren Umfang beschrieben werden, da Romy in ihrem Leben aufgrund ihrer Krankheit nicht allzu viel erleben darf und sich ein Großteil ihres Lebens bei ihr Zuhause abspielt. Insgesamt kann der Leser sich jedoch gut in Romy´s Gedanken einfühlen und ihre Handlungen sowie ihre Verwirrungen verstehen.
Neben Romy gibt es auch viele weitere sympathische und liebenswerte Charaktere. Beispielsweise Adam schafft es immer wieder, dem Leser ein Grinsen zu entlocken und auch der Opa ist eine spannende Figur, die der Leser zunächst aufgrund seiner leicht verwirrten Art unterschätzt.

Die Handlung ist gut aufgebaut und beruht auf einer im Nachhinein logischen Konzeption. Es gibt immer wieder kleine subtile Hinweise, die den Leser näher an die Lösung des Rätsels um die Herzkrankheit bringen können. Dennoch weiß der Leser diese lange nicht zu einer Lösung zusammenzubringen und ist verwirrt. Diese kommt dadurch zustande, dass der Leser genauso wie Romy ahnungslos ist und erst nach und nach Informationen und Erklärungen erhält. Es kommen beim Lesen viele Fragen auf, die jedoch zum Ende hin zumeist gut und umfassend geklärt werden, sodass die Geschichte in sich rund ist.

Insgesamt beruht dieses Buch auf einer interessanten Grundidee und einer guten Umsetzung, die immer wieder Überraschungen bereithält und bei der bis zum Schluss nicht vollkommen ersichtlich ist, was es mit Romy´s Erkrankung auf sich hat.

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Veröffentlicht am 27.09.2020

Emotionale Geschichte, bei der der Funken leider nicht ganz übergesprungen ist

Man flucht viel mehr, wenn man tot ist
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Die 24-jährige Ivy wird nach einem schweren Unfall von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen und fällt für ein halbes Jahr ins Koma. Als sie dann wieder aufwacht, ist sie körperlich sehr eingeschränkt ...

Die 24-jährige Ivy wird nach einem schweren Unfall von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen und fällt für ein halbes Jahr ins Koma. Als sie dann wieder aufwacht, ist sie körperlich sehr eingeschränkt und hilflos. Dazu kommt, dass neben ihrem Verlobten noch der Künstler Jarik bei ihr auftaucht und behauptet, dass sie sich kennen und lieben, doch Ivy weiß nicht, woher sie ihn kennen sollte. Der Leser begleitet sie bei ihrem Kampf zurück zu einem selbstbestimmten Leben, bei dem ihr klar wird, dass nicht jeder ihrer Bekannten und Freunde so ist, wie sie ihr glaubhaft machen wollen.

Der Titel dieses Buches ist sehr ansprechend und wird im Laufe der Geschichte mehrfach aufgegriffen, was dafür sorgt, dass er treffend gewählt ist und einen guten Bezug zum Inhalt aufweist.

Die Protagonistin Ivy, aus deren Sicht die Geschichte in der Ich-Form erzählt wird, wirkt sympathisch. Sie ist jedoch so von den Einflüssen ihrer Umwelt geformt worden, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellt und sich dem Willen anderer beugt. Es ist schön, im Verlauf eine Entwicklung ihres Verhaltens und ihres Charakters beobachten zu können. Ivy wird gut beschrieben und wirkt somit für den Leser greifbar.
Andere Charaktere können mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Einige zeigen im Laufe der Geschichte ihr wahres Gesicht und werden immer unsympathischer, andere hingegen wirken freundlich und versuchen Ivy so gut es geht zu unterstützen. Von ein paar Figuren wäre es jedoch wünschenswert gewesen, dass sie häufiger in der Geschichte auftauchen, bzw. deren Gefühlsleben ein wenig mehr beleuchtet würde. Insgesamt ist die Charakterausgestaltung jedoch gut und ansprechend gelungen.

Eine positive Wirkung haben die eingeschobenen Textstücke, bei denen der Leser bis zuletzt nicht eindeutig sagen kann, ob es sich um Träume oder um Erinnerungen von Ivy handelt. Durch diese erhält der Leser die Möglichkeit, eine ganz andere Ivy kennenzulernen und zu sehen, wie lebensfroh und frei sie eigentlich sein kann. Zudem fördern diese Textstücke den Lesefluss, indem sie diesen auflockern. Insgesamt lässt sich dieses Buch gut lesen, ohne dass bei dem Leser Verständnisschwierigkeiten oder große Unklarheiten auftauchen. Die Kapitel sind kurz gehalten, was ebenfalls für ein angenehmes Lesegefühl sorgt. Die Kapitelüberschriften sind kreativ gestaltet worden, indem sie Ivy´s Namen mit diversen Stimmungen oder anderen kurzen Schlagwörtern verbinden. Dies unterscheidet sich von vielen anderen Büchern und hebt sich somit besonders ab.

In dieser Geschichte geht es um Übersinnliches bzw. Überweltliches, da Jarik behauptet, Ivy während ihres Komas als Geist kennengelernt zu haben. Dieses Element bildet jedoch, ebenso wie ein großer Handlungsverlauf, nicht den Schwerpunkt der Geschichte. Vielmehr stehen zwischenmenschliche Beziehungen und Themen wie Liebe, Vertrauen und die Psyche im Vordergrund. Nebenbei erhält der Leser Einblicke in einen Alltag, der aufgrund von körperlicher Hilflosigkeit von der Abhängigkeit von anderen Personen geprägt ist.

Die Geschichte an sich ist interessant und angenehm zu lesen. Die Idee und das Konzept sind gut, jedoch konnte mich das Buch nicht zu hundert Prozent überzeugen. Der Funke ist leider nicht komplett übergesprungen. Dieses Buch kann jedoch trotzdem gerne empfohlen werden, wenn eine kurze, unterhaltsame, humorvolle und emotionale Geschichte gesucht wird.

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Veröffentlicht am 27.09.2020

Emotionale, leichte Geschichte über Freundschaft, Liebe, Familie und vieles mehr

Liliennächte
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Lilian verlässt kurz nach dem Tod ihrer Mutter ihren Heimatort in Deutschland, um zu ihrem Vater, den sie nicht kennt, nach Amerika zu reisen, um dort auf das College zu gehen. Dies führt sie in eine WG ...

Lilian verlässt kurz nach dem Tod ihrer Mutter ihren Heimatort in Deutschland, um zu ihrem Vater, den sie nicht kennt, nach Amerika zu reisen, um dort auf das College zu gehen. Dies führt sie in eine WG mit Jamie und Ash. Gemeinsam werden sie schnell zu einem eingespielten Trio. Lilian´s Neuanfang scheint geglückt, doch warum verwechseln sei alle mit einem Mädchen namens Rose? Wer ist eigentlich ihr Vater? Und wird sie es schaffen, ihre Beziehung zu ihm zu verbessern?

Der Einstieg in das Buch gelingt leicht. Der Leser ist sofort in der Geschichte und dem Leben der Protagonisten drin und möchte weiterlesen und erfahren, was es mit Rose auf sich hat und wie es Lilian gelingt, in ihrem neuen Leben mit unbekannten Menschen zurecht zu kommen.

Der Schreibstil ist angenehm und führt den Leser gut in die Welt der Charaktere ein. Zudem sorgen die kurzen Kapitel für einen guten Lesefluss.

Die Protagonisten schließt der Leser zum Großteil ziemlich schnell ins Herz und begleitet sie gerne auf ihrer eigenen Reise, bei der der Leser mit ihnen mitfühlt. Auf zwischenmenschlicher Ebene gibt es einige Spannungen, jedoch sind das Konfliktpotential bzw. die Differenzen zumeist zu schnell ausgeräumt.
Der Fokus liegt auf Lilian, aber auch die anderen Charakter bekommen ihren Raum zur Entfaltung ihrer eigenen Persönlichkeit. Ihre individuelle und familiäre Situation werden ebenfalls beleuchtet.

Es ist ein New-Adult-Roman, in der Lilians Erfahrungen am College jedoch nachrangig erzählt werden. Im Fokus steht vielmehr ihr Leben in der WG mit Jamie und Ash sowie ihre familiäre Situation, allen voran ihr zunächst angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater. Im Verlauf lassen sich einige persönliche Entwicklungen beobachten, die den Eindruck erwecken, dass der Leser die Charaktere wirklich begleitet und an deren Leben teil hat, auch wenn einige Verläufe und Entwicklungen stark zusammengefasst und für den Leser ziemlich schnell dargestellt werden.

Es handelt sich um eine schöne Geschichte mit interessanten Handlungssträngen. Manchmal wurde jedoch das Gefühl erweckt, das alles etwas zu rund ist und an einigen Stellen die unerwarteten Wendungen zu schnell aufgeklärt wurden, sodass die Spannung zu schnell aufgelöst worden ist.

Dieses Buch ist der erste Teil einer neu aufgelegten Reihe rund um Lilian, Jamie, Ash und andere Nebencharaktere. Es ist in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden, ohne dass Verständnisfragen oder Unklarheiten nach dem Lesen bleiben. Es ist eine gute Geschichte für zwischendurch, der es leider ein wenig an Tiefe fehlt, was jedoch auch mit dem vergleichsweise geringen Umfang zusammenhängen kann. Wenn keine tief in die Welt der Protagonisten einführende Geschichte, sondern eher etwas Leichtes mit emotionalen Szenen gesucht wird, kann dieses Buch sehr gerne empfohlen werden.

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Veröffentlicht am 29.08.2020

Interessante Denkansätze, die man zumeist von sich selbst kennt

Wie gut soll ich denn noch werden?!
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Ich bin nicht gut genug, das Leben der Anderen ist viel einfach, ich selbst muss einfach besser werden – wer kennt solche Gedanken nicht.? Unter anderem diese Denkweise untersucht die Autorin in „Wie gut ...

Ich bin nicht gut genug, das Leben der Anderen ist viel einfach, ich selbst muss einfach besser werden – wer kennt solche Gedanken nicht.? Unter anderem diese Denkweise untersucht die Autorin in „Wie gut soll ich denn noch werden?! Schluss mit übertriebenen Ansprüchen an uns selbst.“ Sie hat „in diesem Buch viel Wert darauf gelegt, dass wir uns bewusst machen, dass wir selbst uns einem Optimierungsdruck aussetzen, angelockt von unseren Möglichkeiten. Aber das ist ja nicht die ganze Wahrheit […] Selbstoptimierung kommt auch von außen.“
Es geht auch um die Wesenszüge des Menschen in Bezug auf die eigenen Ansprüche und das Konsumverhalten sowie über die Wirkung der Strategien der Firmen, mithilfe derer sie Güter und Methoden zur Selbstoptimierung vertreiben. Es wird zudem die tragende Rolle des Internets aufgezeigt.

Der Einstieg war schwierig, aber es lohnt sich, es nicht wegzulegen, sondern weiterzulesen, da man irgendwann mit dem Buch warmgeworden ist und sich auf die Themen und den Schreibstil der Autorin einlassen konnte.

Das Buch weist eine gute und anschauliche Strukturierung auf. Der Text ist in verschiedene Kapitel und innerhalb dieser durch diverse Unterüberschriften gegliedert. Dies sorgt dafür, dass die Kapitel nicht zu lang erscheinen, sondern auch optisch immer mal wieder eine kurze Pause kommt. Am Rand stehen oftmals Schlüsselbegriffe, die den Inhalt des beschriebenen Abschnittes knapp, aber pointiert zusammenfassen. Wenn bestimmte Aspekte gesucht werden, können diese im Anhang in einem Stichwortregister schneller gefunden werden.

Die Autorin erklärt ihre Ansätze gut und ergänzt diese mit anschaulichen alltäglichen Beispielen, in denen der Humor nicht zu kurz kommt. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass sie direkt aus ihrem Leben und aus dem ihrer Freunde erzählt und die angesprochenen Themen nicht weit hergeholt scheinen. An vielen Stellen führt sie Ansichten aus Werke anderer Autoren oder aus wissenschaftlichen Studien an, die ihre Meinung stützen und glaubwürdiger erscheinen lassen.

Der Leser hat das Gefühl, als würde die Autorin direkt vor einem stehen, da sie normale Alltagssprache verwendet und dabei zum Teil kein Blatt vor dem Mund nimmt. Sie schließt sich selbst in die angesprochene Gesellschaft mit ein, indem sie von einem „wir“ spricht und sich nicht als besser oder überlegener darstellt. Dadurch fällt es dem Leser leichter, ihren Worten zu folgen und diese authentisch zu finden.

Vor dem Lesen kam die Erwartung auf, dass in diesem Buch Lösungsansätze aufgezeigt werden, die helfen, die übertriebenen eigenen Ansprüche herunterzuschrauben oder sogar komplett loszulassen. Dies ist leider nicht erfolgt. Vielmehr versucht die Autorin die Leser in Bezug auf die angesprochene Thematik zu sensibilisieren und sie zu motivieren, Einscheidungen bewusster zu treffen und den eigenen Konsum sowie die eigenen Ansprüche auch mal kritisch zu hinterfragen.

Viele der aufgezeigten Denkansätze dürften dem Leser bekannt vorkommen, allerdings sind diese im täglichen Leben nicht so präsent. Dies in komprimierter zusammengefasster Form dargeboten zu bekommen, ist hilfreich, sich der Tragweite der Thematik bewusst zu werden.
Die Autorin schafft es, den Leser trotz der wichtigen Aspekte, die sie anspricht, nicht deprimiert, sondern nachdenklich und positiv gestimmt zurückzulassen. Sie erweckt das Gefühl, dass sich jeder Mensch, wenn er bereit dazu ist, weiterentwickeln und sich selbst als gut genug betrachten kann, unabhängig davon, was Werbungen einem vermitteln.

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