Thriller ohne Thrill
KnochenkälteNach der Lektüre von Becketts „Die Verlorenen“ dachte ich, dass es schlechter nicht geht. Ich habe mich getäuscht, denn was Simon Beckett mit „Knochenkälte“ (Bd. 7, Fortsetzung der David Hunter-Reihe) ...
Nach der Lektüre von Becketts „Die Verlorenen“ dachte ich, dass es schlechter nicht geht. Ich habe mich getäuscht, denn was Simon Beckett mit „Knochenkälte“ (Bd. 7, Fortsetzung der David Hunter-Reihe) abliefert, ist mit großem Abstand das schlechteste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
Eine an den Haaren herbeigezogene, uninspirierte Story, die die Versatzstücke des Genres abarbeitet: Hunter strandet unter widrigen Umständen in einer unwirtlichen Gegend im englischen Nordwesten, die durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten ist. Das abseits gelegene Dorf ist umgeben von dunklen, undurchdringlichen Wäldern. Die wenigen Bewohner sind (natürlich) wortkarg, verschlagen und wenig hilfsbereit. Auf der Suche nach einem Handysignal stolpert der Protagonist zufällig über ein in Baumwurzeln eingewachsenes Skelett. Nur gut, dass er seine Brötchen als forensischer Anthropologe verdient…
Beckett hat nichts zu erzählen, denkt aber, er könne das durch die ausufernden und sich wiederholende Landschaftsbeschreibungen kaschieren, wenn er einen weinerlichen Hunter seitenlang monologisierend durch die tiefschwarzen, undurchdringlichen Wälder Cumbrias stolpern und sowohl jeden Schritt als auch jeden Grashalm kommentieren lässt.
Es mag Leser*innen geben, die das atmosphärisch, gruselig und spannend finden, mich hat dieser Pseudo-Thriller von der Stange nur genervt. So sorry, aber das war nix Mr Beckett.