Intelligente Spannung
Sag, es tut dir leid
Den Psychologen Joe O’Loughlin und seinen Freund, den ehemaligen Polizisten Victor Ruiz kennen wir bereits aus den vier Vorgängerbänden den Reihe. In „Sag, es tut dir leid“, dem neuen Werk aus der Feder ...
Den Psychologen Joe O’Loughlin und seinen Freund, den ehemaligen Polizisten Victor Ruiz kennen wir bereits aus den vier Vorgängerbänden den Reihe. In „Sag, es tut dir leid“, dem neuen Werk aus der Feder des Australiers Michael Robotham, arbeitet dieses Duo wieder in bewährter Manier zusammen, um Piper Hadley und Tash McBain zu finden, zwei junge Mädchen, die vor drei Jahren entführt wurden und seither vermisst werden.
Alles fängt damit an, dass O’Loughlin die Polizei bei der Aufklärung eines Doppelmordes als psychologischer Gutachter unterstützen soll. Der vermutliche Täter ist offenbar geistig behindert, und die Hinweise verdichten sich im Laufe der Befragungen, dass er die Morde nicht begangen haben kann, vor allem, als noch eine weitere Leiche auftaucht und der Psychologe die Verbindung zu den beiden Entführungsfällen herstellen kann.
Die Geschichte teilt sich in zwei unterschiedliche Handlungsstränge: Da sind zum einen die Tagebuchaufzeichnungen des Entführungsopfers Piper Hadley, zum anderen nimmt der Leser an der mühevollen Aufklärungsarbeit der Fälle aus der Sicht von Joe O’Loughlin teil, wobei er immer auf Augenhöhe mit dem Ermittlungsteam ist.
Robotham hat mit „Sag, es tut dir leid“ einen äußerst spannenden Thriller geschrieben, der tief in das Innenleben der Protagonisten blicken lässt. Man ist immer bei ihnen, kann nicht nur ihre Ängste und Zweifel, sondern auch ihre Freude über die kleinsten Teilerfolge und ihre Hoffnung fühlen.
Der Autor berührt seine Leser emotional, nicht zuletzt deshalb, weil sich sein intelligenter Plot deutlich von dem der üblichen Entführungspsychothriller unterscheidet. Er ist ein Meister, wenn es darum geht, mögliche Verbindungen und Verdächtige zu suggerieren, falsche Spuren zu legen, mit Vermutungen zu arbeiten, unerwartete Wendungen einzubauen – am Ende stellt der Leser fest, dass er grandios an der Nase herumgeführt wurde. Die Auflösung an sich hätte ich jetzt so nicht erwartet, sie ist aber allerdings absolut schlüssig und nachvollziehbar.
Und wieder einmal hat Michael Robotham mit seinem neuen Thriller bewiesen, dass er wie kaum ein anderer Autor dieses Genres Spannung bis zur letzten Zeile garantiert. Klare Leseempfehlung meinerseits!