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Veröffentlicht am 14.08.2022

Ein ungewöhnlicher Serienmörder

Der Verdächtige
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Zum Inhalt:
Lacy Stoltz arbeitet als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde, die für standeswidriges Verhalten von Richtern zuständig ist. Sie hatte bereits mit vielen Fällen zu tun, allerdings kaum ...

Zum Inhalt:
Lacy Stoltz arbeitet als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde, die für standeswidriges Verhalten von Richtern zuständig ist. Sie hatte bereits mit vielen Fällen zu tun, allerdings kaum schwerwiegende Streitigkeiten, die sich meist auch klären lassen. Doch nun meldet sich eine Frau namens Jeri bei ihr, die behauptet, ihr Vater sei vor 22 Jahren von einem Richter ermordet worden. Das brisante an der Geschichte ist, dass Jeri auf weitere Mordfälle gestoßen ist, die dieselben Tatmodalitäten aufweisen. Zudem hatten alle Opfer eine Verbindung zu dem mutmaßlichen Täter. Ein Zufall oder haben sie es hier tatsächlich mit einem serienmordenden Richter zu tun? Lacy übernimmt diesen ungewöhnlichen Fall, doch Ihr Gegner ist äußerst intelligent und absolut gefährlich...

Meine Leseerfahrung:
Dieser Grisham hebt sich mE wieder deutlich von den Vorgängern ab. Die Story ist gerade deswegen interessant, weil der böse Part von einem Richter gespielt wird, was bereits sehr außergewöhnlich ist. Ein Richter als Serienmörder war mir bisher nämlich nicht untergekommen und damit war bereits meine Neugier geweckt.

Lacy Stoltz ist bereits die Hauptfigur in "Bestechung" gewesen. (Es ist allerdings kein Muss, den Vorgänger gelesen zu haben.) Es ist schön, wieder einen Fall von Ihr zu verfolgen, wobei ich sagen muss, dass der serienmordende Richter mE spannender zu lesen war als der erste Teil. Und zwar so spannend, dass ich das Buch eher in die Thrillersparte eingeordnet hätte.

Das Buch hat mich insbesondere deswegen so gefesselt, weil zwei Frauen als Hauptfiguren gegen einen gefährlichen und starken Gegner antreten. Über ihn erfährt man zudem auch Einiges, weil es innerhalb der Story oft zu einem Perspektivwechsel kommt. Dass der Täter hier auch noch ein intelligenter Richter ist, der über viele Jahre sein wahres Gesicht gut verstecken konnte, macht die Ermittlungsarbeit von Lacy gegen ihn besonders schwierig und spannend. Außer ein paar wenigen langatmigen Passagen war der Roman daher durchgehend aufregend.

Das Einzige, was ich vermisst habe, war eine Aufklärung seitens des Autors, wie er überhaupt auf diese Geschichte gekommen ist, so wie er es für gewöhnlich im Nachwort tut. Die Anmerkungen am Ende des Buches hier sind diesmal wirklich dürftig. Auch den Titel muss ich diesmal kurz bemängeln. Den Originaltitel "The Judge's List" finde ich persönlich viel passender, zumal er auch konkreter ist als der deutsche Titel. Trotzdem war es für mich das reinste Lesevergnügen und ich würde mich freuen, wenn die Reihe um Lacy Stoltz weiter fortgesetzt werden würde.

Fazit:
"Der Verdächtige" reiht sich nicht in die typischen Justizthriller von John Grisham ein, bietet dafür aber eine solide Serienmörder-Story mit ungewöhnlichem Tätertypus. Wenn man zudem Fan von überzeugender Ermittlungsarbeit ist, kommt man hier voll auf seine Kosten. Hier sind außergewöhnliche Lesestunden garantiert!

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Veröffentlicht am 14.07.2022

Originell erzählte Urban-Fantasy

Die magischen Buchhändler von London
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Zum Inhalt:
Kaum ist Susan 18 Jahre alt geworden, begibt sie sich auf eine Reise nach London, um dort ihr Studium aufzunehmen. Doch vorher macht sie sich dort auf die Suche nach ihrem Vater, über den ihre ...

Zum Inhalt:
Kaum ist Susan 18 Jahre alt geworden, begibt sie sich auf eine Reise nach London, um dort ihr Studium aufzunehmen. Doch vorher macht sie sich dort auf die Suche nach ihrem Vater, über den ihre Mutter kaum etwas zu erzählen hatte. Als sie ihren "Onkel" Frank aufsucht, gerät sie in einen Sog voller turbulenter Begebenheiten und ist schon bald selbst in Lebensgefahr. Doch sie findet Beistand durch den jungen Buchhändler Merlin und seine Schwester, die einem geheimen Orden angehören und über magische Fähigkeiten verfügen. Sie begleiten Susan fortan durch eine neue phantastische Parallelwelt und enthüllen nach und nach das Geheimnis um Susans Vater....

Meine Leseerfahrung:
Dass Garth Nix bereits viele Fantasy-Romane verfasst hat, war mir tatsächlich nicht bekannt. Ich dachte, er wäre ein völliger Newcomer und "Die magischen Buchhändler von London" wäre ein Auftakt zu einer neuen Urban-Fantasy-Reihe. Tja, was soll ich sagen? Der Autor beherrscht wirklich sein Handwerk, insbesondere hat er eine sehr kreative Ader, was phantastische Figuren und ihre Verhaltensmuster angeht. Der Erzählstil ist flüssig und rasant, die spannenden Momente wechseln sich fröhlich ab, man kommt kaum hinterher.
Der Schreibstil hat mich stellenweise an die Siegelmagier-Chroniken von Kevin Hearne erinnert. Allerdings war dieses Buch spannungsgeladener und actionreicher. Es tauchen viele interessant gezeichnete Figuren auf. Besonders originell ist die Idee, Buchhändler in Personen mit besonderen magischen Fähigkeiten zu verwandeln. Dazu kommt noch, dass die gesamte Geschichte in den 80er Jahren angesiedelt ist. Daher empfand ich es als ein entspanntes Leseerlebnis frei von jeglicher Digitalisierung unserer Zeit. Der Aurealis Award als der beste Fantasyroman des Jahres ist wohl verdient.

Ich persönlich hätte mir hier aber eine mehrteilige Reihe mit weiteren spannenden Abenteuern der Buchhändler gewünscht. Die von Nix kreierte Fantasywelt ist außergewöhnlich und verdient mehr Aufmerksamkeit. Zudem hat die Story noch soviel Potenzial, was nicht mit einem Buch ausgeschöpft sein sollte. Für mich persönlich blieben beim Lesen etliche Fragen offen, die bei dem temporeichen Fortgang der Story gänzlich untergegangen sind. Daher wäre eine Fortsetzung der Geschichte um die Buchhändler zwischen unserer und der übernatürlichen Welt durchaus sehr wünschenswert.

Fazit:
"Die magischen Buchhändler von London" ist actionreich, außergewöhnlich und ohnegleichen. Garth Nix beschert uns eine neue Art von Urban Fantasy, in der ununterbrochene Spannung und mysteriöse Momente Hand in Hand gehen. Verdient preisgekrönt und somit ein lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Blutiger Pandemie-Horror

Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald
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Zum Inhalt:
Eine sich rapide ausbreitende Krankheit fegt über das ganze Land. Trotz Quarantäne- und Schutzmaßnahmen entwickelt sie sich zu einem Albtraum. In der Hoffnung auf Schutz und Sicherheit macht ...

Zum Inhalt:
Eine sich rapide ausbreitende Krankheit fegt über das ganze Land. Trotz Quarantäne- und Schutzmaßnahmen entwickelt sie sich zu einem Albtraum. In der Hoffnung auf Schutz und Sicherheit macht sich die junge Red zu Fuß auf den Weg zu ihrer Großmutter, die abgeschottet im Wald lebt. Doch die Reise ist nicht nur beschwerlich, sondern auch lebensgefährlich, denn noch unberechenbarer als der Virus sind die Menschen, denen sie begegnet. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt...

Meine Leseerfahrung:
Dieses Buch ist der 6. Band der „Dunklen Chroniken“ von Christina Henry und kann völlig unabhängig von den Vorgängern gelesen werden. Für mich war es sogar der Einstieg in diese Fantasy-Horror-Reihe. Um mich nicht im Vorfeld beeinflussen zu lassen und keinerlei Erwartungen aufzubauen, habe ich mich in dieses Buch gestürzt, ohne die Leseprobe gelesen zu haben. Dass hier aber nicht wirklich die Geschichte von Rotkäppchen erzählt wird, war mir ohnehin klar. Red ist im Gegensatz zu der Märchenfigur afroamerikanisch und trägt eine Beinprothese, die das Überleben im Wald zusätzlich beschwert. Damit hat man hier bereits eine ungewöhnliche Protagonistin, die sowohl mit dem Rassismusproblem in Amerika - das oft genug thematisiert wird - als auch mit einer körperlichen Behinderung zu kämpfen hat. Sie ist allerdings fest entschlossen, trotz widriger Umstände das Haus ihrer Großmutter zu erreichen. In der pandemischen Situation ist Red regelrecht eine Survival-Expertin und ist auf jede Eventualität gut vorbereitet, was sehr spannend von Henry geschildert wird. Als Fan unkonventioneller Literaturfiguren hat mir Red persönlich sehr gut gefallen.

Überhaupt ist die Story voller Spannung und nervenaufreibender Momente und hält ab etwa der Mitte des Buches eine überraschende Wendung. Die Pandemie ist nämlich nicht das einzige Problem der Menschen, die noch am Leben sind. Allmählich nimmt die Geschichte einen grauenvollen Verlauf und eine noch düstere Atmosphäre, als sie ohnehin schon hatte, an, was an die früheren Werke von Stephen King erinnert. Was mich allerdings gestört hat, war das abrupte und im Grunde genommen offene Ende, das mich etwas unbefriedigt zurück gelassen hat. Ich hätte mir zumindest eine kleine Aufklärung bzw. Auflösung zum Schluss gewünscht, was das mysteriöse Problem abseits der Pandemie betrifft. Das Schicksal der Menschen bleibt in dieser Hinsicht völlig in der Schwebe. Wenn keine Fortsetzung folgen sollte, erscheint die Geschichte diesbezüglich eher sinnlos erzählt.

Dennoch kann man „Die Chroniken von Rotkäppchen“ aktuell durchaus zu den besseren Horrorbüchern zählen. Da es ungeschönte Gewaltszenen und Brutalitäten beinhaltet, würde ich es allerdings nicht jedem Leser empfehlen.

Fazit:
"Die Chroniken von Rotkäppchen" ist definitiv nichts für sensible Gemüter. Das harte Überleben nach einem pandemischen Ausnahmezustand wird ebenso schonungslos dargestellt wie auch das unerwartet aufkeimende Grauen. Eine gute dystopische Horrorstory!

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Veröffentlicht am 04.06.2022

Ein genialer Schachtelkrimi

Der Tote aus Zimmer 12
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Zum Inhalt:
Ein Hotel in Suffolk, eine Hochzeit mit Hindernissen, ein brutaler Mordfall... 8 Jahre danach ist die damalige Braut plötzlich verschwunden, nachdem sie den Roman 'Atticus unterwegs' von Alan ...

Zum Inhalt:
Ein Hotel in Suffolk, eine Hochzeit mit Hindernissen, ein brutaler Mordfall... 8 Jahre danach ist die damalige Braut plötzlich verschwunden, nachdem sie den Roman 'Atticus unterwegs' von Alan Conway gelesen hat. Dank dieses Buches konnte sie den wahren Täter des Mordes vor 8 Jahren herausfinden. Die Eltern suchen in ihrer Verzweiflung Hilfe bei der ehemaligen Lektorin des Romans Susan Ryeland, die mittlerweile auf Kreta lebt und selbst ein kleines Hotel leitet. Susan macht sich auf nach England, um herauszufinden, was mit der Vermissten geschehen ist. Doch der Schlüssel zur Aufklärung des Falles liegt einzig allein in dem Buch verborgen...

Meine Leseerfahrung:
Ich liebe klassische Kriminalromane und bin immer wieder begeistert, wie nah Horowitz mit seinen Büchern an bekannte Klassiker herankommt. Diesmal überrascht er uns mit einem Krimi im Krimi selbst, was ich so in dieser Form noch nie gelesen hatte. Der besagte Roman 'Atticus unterwegs' ist hervorragend in die Geschichte eingebettet worden und ist voller Hinweise, die den Leser auf die Spur des wahren Mörders führen sollen. Das Miträtseln bei diesem Schachtelkrimi hat mir dabei sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich nicht mal auf die Hälfte aller Indizien gekommen bin. Das Spannende an diesem Buch ist zudem auch, dass sehr viele verdächtige Personen vorhanden sind, die man im Einzelnen absolut nicht durchschauen kann.

Sehr gut gefallen hat mir übrigens auch die Erzählperspektive aus der Sicht von Susan als Lektorin. Sie nimmt sich sowohl den aktuellen Vermisstenfall als auch den Mordfall mit der gründlichen Art eines Detektivs vor und tastet sich Schritt für Schritt an die Auflösung heran. Schließlich kommt es wie in einem alten klassischen Kriminalroman zu einem Showdown, bei dem alle als Täter in Frage kommenden Personen in einem Raum versammelt sind und nacheinander abgehakt werden. Diesen Abschnitt habe ich tatsächlich sehr genossen, weil er mich an die Bücher von Agatha Christie erinnerte.

Fazit:
Horowitz ist ein grandioser Krimiautor, der den Geist des klassischen Kriminalromans noch einmal zeitgemäß aufleben lässt. Mit "Der Tote aus Zimmer 12" hat er sich selbst übertroffen und eindrucksvoll bewiesen, dass er das Konzept der klassischen Verbrechensaufklärung samt seiner zahlreichen Tatverdächtigen und der spektakulären Aufdeckung des Täters hervorragend beherrscht. Unbedingt Lesen!

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Veröffentlicht am 11.05.2022

Welcome to the World of Wu

Wu-Tang is forever
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Zum Inhalt:
Die deutsche Musikmanagerin Eva Ries hat eine Biographie über ihre ganz persönliche Geschichte mit dem legendären Wu-Tang Clan herausgebracht, mit der sie einen spannenden Einblick in ihre ...

Zum Inhalt:
Die deutsche Musikmanagerin Eva Ries hat eine Biographie über ihre ganz persönliche Geschichte mit dem legendären Wu-Tang Clan herausgebracht, mit der sie einen spannenden Einblick in ihre jahrzehntelange Arbeit mit der Hip-Hop-Band gewährt. Das Buch enthält neben bisher unveröffentlichten Storys auch jede Menge Fotos und Infos zu den einzelnen Clan-Mitgliedern. Während man die Welt des Clans erkundet, erfährt man nebenher auch so Einiges aus der Musikbranche in den 90er Jahren, die alles andere als einfach war...

Meine Leseerfahrung:
Hip-Hop bedeutet für mich nicht nur eine Musikrichtung, vielmehr verkörpert sie gleichzeitig auch ein Lebensgefühl und eine ganz eigene Sprachkultur. Ich bin mit Hip-Hop der 90er Jahre groß geworden und war seitdem fasziniert, wieviel Aussagekraft einige Lyrics im Gegensatz zu anderen Songs haben können. Begeistert haben mich immer Rapper, die tatsächlich etwas zu sagen hatten und zB auf Ungerechtigkeit, soziale Missstände und Rassismus aufmerksam gemacht haben. Somit habe ich Hip-Hop immer damit gleichgesetzt, sich in der Gesellschaft stark zu machen, ein Zeichen zu setzen und durchaus auch politisch zu sein. Der Wu-Tang Clan war in der Welt des Hip-Hops eine Offenbarung mit seinen innovativen Beats und den hitzigen Raptexten. Zudem nutzten die Clan-Mitglieder eine mystisch anmutende Kung-Fu-Atmosphäre, die sich sowohl in ihrer Musik selbst als auch in ihren Musikvideos eine große Rolle spielte. Ich bin auch heute noch ein großer Fan und höre ihre Musik weiterhin, daher ist dieses Buch für mich ein Riesenhighlight.

Das Buch ist von Eva Ries biographisch verfasst worden, so dass es sich deutlich von anderen Sachbüchern und Musikbildbänden unterscheidet. Frau Ries lässt uns an ihren ganz privaten Erfahrungen mit dem Clan teilnehmen und teilt auch sehr persönliche Fotos mit uns Lesern. Ich habe viele neue Informationen erhalten, die ich weder damals in den 90ern erfahren, noch später in sämtlichen Medien gelesen habe.

Aber darüber hinaus werden wir Zeugen, wie Frau Ries aus Deutschland mit all ihren Zweifeln und Ängsten in die Staaten kommt und sich der gefürchteten Hip-Hop-Band annimmt, und sich schließlich mit harter Arbeit, brutaler Ehrlichkeit und einer großen Portion Geduld den Respekt der einzelnen Clan-Mitglieder gewinnt. Man könnte sagen, es ist die Story ihres Lebens, die sehr beeindruckend ist und mich sofort gefesselt hat. Damit ist es gleichzeitig auch die Geschichte einer charakterstarken Frau, die sich in der harten Musikbranche der 90er Jahre vehement durchsetzen und dem Clan zum Erfolg auch außerhalb amerikanischen Bodens verhelfen konnte. Es ist immer wieder schön über starke Frauen und ihre Erfolge lesen zu können. Damit ist auch eine eindeutige Vorbildfunktion gegeben, die andere Frauen ermutigen und bestärken dürfte.

Das Buch ist durchweg flüssig und spannend geschrieben. Zudem gefallen mir die Übersichlichkeit, die gut strukturierten Abschnitte und die reichlich vorhandenen Bilder, wodurch es auch gleichzeitig wie ein hochwertiges Musikbildband sicherlich nicht nur Wu-Tang-Fans eine Freude bereiten dürfte. Außerdem liefert das Buch zahlreiche Beispiele zum Thema Rassismus in den USA, was immer noch aktuell ist wie zB Racial Profiling der Polizei dort. Die negativen Erfahrungen der Clan-Mitglieder mit der weißen Bevölkerung zeigen deutlich, welch üble Vorgeschichte die Jungs haben, die zu einer anti-weißen Haltung geführt und die Band fast von ihrer weltweiten Bekanntheit abgehalten hätte. Daher kann man es als einen großen Glücksfall erachten, dass Frau Ries sich der „unzähmbaren“, chaotischen Truppe angenommen und ihren Horizont erweitert hat.

Die gesamte Story ist fühlbar authentisch und absolut spannend zu lesen und daher sehr empfehlenswert. Es bleibt dabei: Wu-Tang forever!

Fazit:
Eva Ries nimmt uns mit „Wu-Tang is forever“ auf eine nostalgische Reise in die Musikwelt der 90er Jahre mit und zeigt uns eine ganz andere Seite der größten Hip-Hop-Band der Welt. Mit zahlreichen Anekdoten, persönlichen Erfahrungen und Bildern präsentiert sie ein einzigartiges Biographie-Musik-Bildband, das sicherlich nicht nur Wu-Tang-Fans begeistern dürfte. Dieses hochwertig gestaltete Hardcover-Buch ist für mich DAS Highlight 2022!

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