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Veröffentlicht am 21.04.2020

Eine große Enttäuschung, konstruierte Geschichte und platte Liebesgeschichte

Das Lied der Sonne
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Inhalt:
Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert zu lachen. ...

Inhalt:
Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert zu lachen. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Der zukünftige Großkönig des Reiches ruft zur Brautschau und Lanea soll als falsche Prinzessin an den Hof reisen. Ein Ort, an dem man ihr nicht nur mit Vorurteilen begegnet, sondern hinter jeder Ecke Intrigen und tödliche Verschwörungen lauern – und mittendrin Prinz Aaren, dessen sanftmütige braune Augen Laneas Herz bei jedem Blick zum Flattern bringen. Doch seine Liebe darf sie nicht für sich gewinnen…

Meinung:
Vorsicht diese Rezension enthält Spoiler!

Lanea führt ein unbeschwertes Leben und genießt die Zeit mit ihren Stammesmitgliedern. Doch eines Tages ändert sich Laneas Leben vollständig. Denn der Großkönig ist gestorben und nun ist der zukünftige Großkönig auf der Suche nach einer Ehefrau um seine Ansprüche auf den Thron mit einem Erben zu festigen. Alle Prinzessinnen des Großkönigreichs werden an den Hof des Königs zitiert. So müsste auch Laneas beste Freundin, die Häuptlingstochter, an den Hof reisen. Doch gemeinsam beschließen sie, dass Lanea an den Hof des Königs reisen wird. Dort angekommen muss Lanea schnell feststellen, dass eigentlich schon längst feststeht, welche Prinzessin Prinz Aaren heiraten wird. Zudem warten an jeder Ecke Intrigen und schreckliche Verschwörungen und warum nur fühlt sich Lanea wie magisch zu Aaren hingezogen?

Da ich bisher schon so viel Gutes über die Bücher von Jennifer Wolf gehört habe und ich auch gerne einen der Romantasy-Titel aus dem Carlsen Verlag lesen wollte, freute ich mich riesig auf das Lied der Sonne.
Zu Beginn lernen wir die junge Lanea und ihr Volk die Palilos kennen. Diese leben abgeschirmt vom Rest des Großkönigreichs in Ruhe und Frieden. Lanea und ihr Volk erinnerte mich an einen Mix aus Pocahontas und Vaiana und ich war sehr angetan von dieser tollen Kombination.

Doch sobald Lanea am Hof des Großkönigs eintrifft, verflog mein erster sehr positiver Eindruck. Der Verlauf der Geschichte der sich nun entwickelte, war nicht wirklich nach meinem Geschmack. Ein paar Punkte waren für mich zu unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Nehmen wir hier z. B. einmal die Liebesgeschichte. Sowohl bei Lanea als auch bei Aaren ist es Liebe auf den ersten Blick als sie einander sehen. Soweit so gut dachte ich mir noch. Doch dann nimmt diese Liebesgeschichte innerhalb weniger Tage eine solche Intensität ein, dass ich mich fragte, wie dies geschehen konnte. Denn die beiden kennen sich gar nicht wirklich. Eine langsame und nachvollziehbare Annäherung der Beiden sucht man hier vergebens. Schon nach kurzer Zeit stehen Lanea und Aaren vor einem möglichen ersten Kuss, dabei hat der Leser Aaren so gut wie gar nicht kennengelernt.

Darüber hätte ich vielleicht noch größtenteils hinwegsehen können. Doch leider ist Lanea zudem unehrlich zu ihrer einzigen Freundin am Hof. Nämlich Prinzessin Annabelle, die zukünftige Braut von Prinz Aaren. Immer wieder verstrickt sich Lanea gegenüber Annabelle in Unwahrheiten rund um ihre Gefühle für Aaren. Dabei wäre es so einfach gewesen Annabelle die Wahrheit zu erzählen, denn diese hat ihr Herz bereits an jemand anderen verschenkt und hat daher gar kein Interesse an Aaren.
Laneas kleine Eifersuchtsattacken nervten mich zudem, da diese total unbegründet waren.

Auch die restliche Geschichte konnte mich nicht so wirklich begeistern. Vieles wirkte zu konstruiert und zu gewollt. Was man Autorin Jennifer Wolf jedoch nicht vorwerfen kann ist, dass sie ein Auge für den realistischen Ausgang von Kämpfen und Intrigen hat. Ein Leben an diesem Hof ist nun einmal sehr gefährlich und so scheut die Autorin nicht davor zurück den ein oder anderen Charakter sterben zu lassen. Dies hat mir wirklich sehr gut gefallen. Auch das Ende hat mich überzeugt. Einigen mag es zu offen erscheinen, ich fand es jedoch toll, dass nicht alle Probleme in diesem Buch gelöst wurden, sondern viel mehr tolle Lösungsansätze geschaffen wurden und es nun an den Protagonisten liegt diese umzusetzen.
Dennoch muss ich auch hier bemängeln, dass viele Probleme im Laufe der Geschichte nur angeschnitten, oftmals aber nie weiter thematisiert wurden.

Die Gestaltung der Welt hat mir sehr gut gefallen. Gerade Laneas Heimatort und das Exotische, das von diesem ausgeht, war für mich eine wahre Bereicherung und konnte mich überzeugen.

Fazit:
Leider war mein erstes Buch von Jennifer Wolf ein Reinfall und ich bin mir unsicher, ob ich weitere Werke von ihr lesen werde. Denn die Liebesgeschichte war zu platt und emotionslos. Protagonistin Lanea ist stellenweise arg von (unbegründeter) Eifersucht zerfressen und der Verlauf der Geschichte erschien mir zu konstruiert und gewollt.
Ich vergebe knappe 3 von 5 Hörnchen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2020

Faszinierende Länder, machthungrige Herrscher, gefährliche Dämonen und eine verbotene Liebe

Kingdoms of Smoke – Teil 1: Die Verschwörung von Brigant
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Inhalt:
Fantastische Länder, faszinierende Kulturen und gefährliche Kreaturen. In »Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant« vereinen sich die Schicksale von fünf jungen Menschen. Während sich ...

Inhalt:
Fantastische Länder, faszinierende Kulturen und gefährliche Kreaturen. In »Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant« vereinen sich die Schicksale von fünf jungen Menschen. Während sich Prinzessin Catherine auf eine Vernunftehe vorbereitet, obwohl sie sich zu dem jungen Krieger Ambrose hingezogen fühlt, sinnt in Calidor der vermeintlich treue Diener March auf Rache für sein betrogenes Volk. Derweil lebt Kaufmannssohn Edyon in Pitoria in den Tag und vertreibt sich die Zeit mit Diebstählen. Und in den nördlichen Ebenen riskiert die dreizehnjährige Tash ihr Leben auf der Jagd nach dem seltenen und überaus kostbaren Dämonenrauch. Sie alle sind durch ein Netz aus politischen Intrigen, wechselnden Allianzen und verbotener Liebe verbunden und ahnen nicht, dass das Schicksal ihrer Welt in ihren Händen liegt.

Meinung:
Prinzessin Catherine von Brigant wurde Prinz Tszayn von Pitoria versprochen. Eine absolute Vernunftehe, schließlich hat Catherine ihren zukünftigen Ehemann noch nicht einmal gesehen. Doch eigentlich fühlt Catherine sich viel mehr zu ihrer Leibgarde Ambrose hingezogen. Eine Beziehung zwischen den Beiden darf jedoch niemals sein. In Calidor ist der Diener March auf Rache am König des Landes aus. Und so macht er sich auf die Suche nach dessen unehelichen Sohn. Dieser Sohn heißt Edyon und lebt fernab in Pitoria. Natürlich ahnt er nichts von seiner Vergangenheit und seinem königlichen Blut. Und dann haben wir auch noch das Mädchen Tash, welches sich zur Lebensaufgabe gemacht hat den wertvollen Dämonenrauch zu stehlen.

Als ich zum ersten Mal von dieser Geschichte gehört habe, war ich sofort sehr begeistert. Ich lese furchtbar gerne Fantasygeschichten und wenn es auch noch wie hier mehrere Perspektiven gibt, fasziniert mich dies nur noch mehr. Und so freute ich mich sehr auf diesen Titel.

Zu Beginn der Geschichte bringt uns Autorin Sally Green die verschiedenen Charaktere und ihr bisheriges Leben näher. Gleich fünf Protagonisten verfolgt der Leser in dieser Geschichte.
Zum eine wäre da die brigantische Prinzessin Catherine, ihre Leibgarde Sir Ambrose, das Dämonenjägermädchen Tash, der calidorische Diener March und Edyon, der zukünftige Prinz von Calidor, der jedoch sich seines königlichen Blutes bisher nicht bewusst ist. Trotz der vielen Charaktere ist man relativ schnell in der Geschichte drin und verfolgt gebannt die spannenden Erlebnisse.

Sally Green erschafft in ihrem ersten Band der Kingdoms of Smoke-Reihe eine grandiose und sehr interessante Fantasywelt. Denn jedes der verschiedenen Königreiche wird näher beleuchtet. Wir erfahren was das Land ausmacht, welcher König dort regiert und wie dieser mit seinen Untertanen umgeht. Dabei wird schnell ersichtlich, dass Catherines Vater ein ganz besonders hartes Regiment führt. Catherine wächst daher ohne Liebe und Zuneigung auf. Denn ihr Vater und ihre Brüder sind skrupellos und kalt. Nur ihre Mutter bringt ihr so etwas wie Liebe entgegen.
Für mich war es daher auch Catherines Perspektive die mich am meisten fesseln konnte. Zwar sind alle fünf Erzählweisen äußerst interessant und spannend, doch Catherine mit ihrem Mut und ihrer Überzeugung dafür das Richtige zu tun, zogen mich besonders in ihren Bann.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr merkt man, dass alle fünf Leben miteinander verknüpft sind. Ihre Geschichten verbinden sich und enden am Schluss zu einem großen Ganzen. Mir hat es wahnsinnig gut gefallen mit welcher Genialität hier alles zu einem Ganzen verbunden wurde. Umso mehr freue ich mich daher auf den nächsten Band.

Sehr überzeugt hat mich das Konzept der verschiedenen Hörbuchsprecher. So werden die fünf Charaktere jeweils von einem anderen Sprecher vertont. Ganz besonders die Stimmen von Catherine (Tanya Kahana) und Ambrose (Wanja Gerick) fand ich sehr gelungen. Ein weiterer schöner Aspekt ist, dass sobald ein Perspektivwechsel erfolgt, der Hörer über einen, dem jeweiligen Charakter zugeordneten, Sound darüber in Kenntnis gesetzt wird. Nach dem Geräusch erfolgt allerdings auch noch einmal die Nennung des Namens und des jeweiligen Aufenthaltsortes. So wird z. B. für Catherine die Harfe ausgewählt während bei Edyon die Sitar erklingt.

Zudem gibt es im Booklet noch die Landkarte der Welt zu betrachten. Ein weiterer zusätzlicher Pluspunkt, da man so die verschiedenen Reisen der Protagonisten sehr gut nachvollziehen kann.

Fazit:
Faszinierende Länder, machthungrige Herrscher, gefährliche Dämonen und eine verbotene Liebe. All dies und noch viel mehr bekommt man geboten, wenn man zum ersten Band der Kingdoms of Smoke-Reihe greift. Ich selbst wurde von Anfang bis Ende auf höchstem Niveau unterhalten. Und ich bin sehr froh, dass der zweite Teil bereits bereitliegt um wieder verschlungen zu werden.
Klare Empfehlung von meiner Seite und daher gibt es nichts anderes als 5 von 5 Hörnchen.

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Veröffentlicht am 21.04.2020

Ein magischer Pakt, verzauberte Süßigkeiten und der Beginn einer großen Freundschaft

Die Zuckermeister (1). Der magische Pakt
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Inhalt:
An Magie und echte Wunder glauben? Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände ...

Inhalt:
An Magie und echte Wunder glauben? Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände fällt, die eine seltsame Wirkung hat. Plötzlich ist Elina sich sicher: Charlie wurde verzaubert! Hilfe bekommen die Mädchen ausgerechnet vom verschlossenen Robin. Er gehört zu einer Familie aus Süßigkeitenwerkern - Menschen mit der Fähigkeit, magische Süßigkeiten herzustellen, um anderen damit zu helfen. Und deshalb weiß er: Nur die geheimnisvollen Zuckermeister können Charlies Fluch umkehren. Mit einem Koffer voller magischer Süßigkeiten begeben sich die drei auf eine gefährliche Suche. Denn nicht jeder hält sich an den Pakt, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen …


Meinung:
Elina hat bis vor kurzem ein ganz normales und gewöhnliches Leben geführt. Doch dann bekommt sie mit, wie ihre Mitschülerin Charlie nach dem Verzehr von Schokolade plötzlich anfängt komische Dinge zu erzählen. Haben die Bewohner ihrer Heimatstadt Belony womöglich doch recht und es gibt wirklich Magie? Kann die Legende um die magischen Süßigkeiten von Madame Picot wirklich der Wahrheit entsprechen? Elina muss lernen, dass jedoch nicht nur Gutes mit eben dieser Magie geschehen kann. Und so ist es an Elina ihre Freundin Charlie von einem bösen Zauber zu befreien.

Ein neues Kinderbuch von Tanja Voosen musste ich natürlich so schnell es geht lesen. Denn bereits ihre Nova und Avon-Reihe hat mich damals sehr überzeugt. Als dann das wunder-, wunder-, wunderschöne Cover zu ihrer neuen Reihe enthüllt wurde, war ich sofort verliebt.
Das Cover ist dabei so detailliert und so farbenfroh gestaltet. Zudem passt es einfach perfekt zur eigentlichen Geschichte. Aber nicht nur das Cover ist der Wahnsinn, auch die Zeichnungen im Buch, die von Illustratorin Viktoria Gavrilenko gezeichnet wurden, sind einfach ein Traum. So wartet z. B. bei jedem Kapitelanfang ein zauberhafter Süßigkeitenstrudel auf den Leser.

Aber auch die eigentliche Geschichte hat alles was man sich von einem fantasievollen Kinderbuch erhofft. Autorin Tanja Voosen hat hier viel Liebe zum Detail bewiesen. Dies merkt man schon alleine bei der Auswahl der verschiedenen magischen Süßigkeiten. So gibt es Zack-und-weg-Zuckerstangen, Klebefinger-Karamell, Laber-Lakritze, Lichtmacher-Lollipops und noch viele andere tolle Süßigkeiten. Das gesamte Konstrukt rund um die Süßigkeitenwerker und ihre Aufgaben konnte mich mehr als nur überzeugen.

Ein weiterer Geniestreich ist für mich zudem, dass es Elinas größter Wunsch ist eine richtige Freundin zu finden. Das Elina am Ende dabei an ihre nervige Nachbarin Charlie gerät, damit hätte sie nicht wirklich gerechnet. Aber auch der verschlossene Robin, der aus einer magischen Familie zu stammen scheint, freundet sich mit den beiden Mädchen an. Ich mochte das Dreier-Team unglaublich gerne. Natürlich wird auch hier einmal gezankt oder sich über den anderen geärgert, aber dies gehört zu einer Freundschaft einfach mit dazu.

Auch ein wenig Geheimniskrämerei und Rätsel wurden in die Geschichte eingebaut. So begibt man sich gemeinsam mit Elina und Charlie auf die Suche nach einem magischen Gegenmittel für den Zauber, der Charlie erwischt hat. Für mich hätte es stellenweise gerne noch ein wenig spannender zugehen können. Dies ist aber nur die Sichtweise einer Erwachsenen, denn für die Altersgruppe ab 9 Jahren wurde die Spannung genau richtig gewählt.
Gut gefallen hat mir auch der Aufbau des Bösewichtes, da hier der Leser lange Zeit nicht hinter dessen Beweggründe blicken kann.


Fazit:
Ein magischer Pakt, verzauberte Süßigkeiten und der Beginn einer großen Freundschaft erwarten den Leser im ersten Band der Zuckermeister. Bezaubernde Ideen und liebenswerte Charaktere überzeugen nicht nur die kleinen Leser.
Ich vergebe daher süße 5 von 5 Hörnchen.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Magisch, mysteriös mit anziehendem Setting

PaNia - Die Legende der Windpferde
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Inhalt:
Mitten im Wald, zwischen tiefgrünen Blättern und knorrigen Bäumen, liegt Windheim, das neue Zuhause von Nia. Gleich am ersten Tag verläuft sie sich auf den verschlungenen Pfaden, als plötzlich ...

Inhalt:
Mitten im Wald, zwischen tiefgrünen Blättern und knorrigen Bäumen, liegt Windheim, das neue Zuhause von Nia. Gleich am ersten Tag verläuft sie sich auf den verschlungenen Pfaden, als plötzlich ein wunderschönes, schimmerndes schwarzes Pferd vor ihr steht. Nia fühlt sofort eine starke Verbindung zu ihm und steigt auf seinen Rücken. Doch wie aus dem Nichts taucht ein junger Reiter auf, der Nia zwingt abzusteigen und das schwarze Pferd mit sich davontreibt. Die geisterhafte Begegnung lässt ihr keine Ruhe. Woher kam das einsame Pferd? Und was hat das alles mit der Legende der Windpferde zu tun, von der man sich in Windheim erzählt?

Meinung:
Nia zieht mit ihrer Familie nach Windheim, einem Ort der mitten im Wald liegt und um den sich einige Legenden ranken. Dort wollen sie Bens Tante Lisbeth pflegen, die aufgrund ihrer Demenz nicht mehr alleine leben kann. Als Nia beim ersten Erkunden des Waldes auf ein schwarzes Pferd und einen geheimnisvollen Jungen stößt, ist sie sofort von beiden fasziniert. Diese Begegnung lässt ihr keine Ruhe und so macht sie sich auf die Suche nach dem schwarzen Pferd. Dabei stößt Nia auf die Legende der Windpferde und ihre magischen Begabungen.

Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, war meine Neugierde aufgrund des mysteriös klingenden Klappentextes sofort geweckt. Und schon nach den ersten gelesenen Seiten überträgt sich das geheimnisvolle und mysteriöse, welches der Klappentext verspricht, auf die Geschichte. Denn Windheim, der Ort der nun Nias neues Zuhause ist, umgibt etwas Andersartiges und Geheimnisvolles. Ich war sofort fasziniert von den Beschreibungen Windheims und des angrenzenden Waldes.

Natürlich war nach der ersten Begegnung mit dem schwarzen Pferd und dem geheimnisvollen Jungen nicht nur meine, sondern auch Nias Neugierde geweckt. Im Verlaufe des Buches passieren immer wieder Dinge, die einen als Leser zweifeln lassen, was hinter der Legende der Windpferde wirklich steckt. Man stellt sich die Frage, ob nicht noch ein größeres Geheimnis hinter der Legende steckt. Immer tiefer tauchen Nia und der Leser dabei in die Geschichte der Windpferde ein.

Nia ist ein etwas verunsicherter Teenager. Denn Ben und Sammy, ihre mutmaßlichen Eltern, haben sie für die ersten Jahre ihrer Kindheit bei Tante Lisbeth abgegeben. So scheint es zumindest, denn auch hier hält Autorin Sabine Giebken viele offene Fragen für den Leser bereit. Was genau ist damals vor so vielen Jahren passiert? Und warum war Nia bei Tante Lisbeth anstatt bei Ben und Sammy? Sind die beiden wirklich ihre Eltern?
Nia hat aufgrund der Vergangenheit große Angst von Ben und Sammy noch einmal verlassen zu werden und versucht daher möglichst viel richtigzumachen und nicht weiter aufzufallen.
Ben ist ein richtig toller Vater, der gerne mehr mit Nia unternehmen möchte und ihr viele Dinge verzeiht. Die hochschwangere Sammy hingegen war mir leider nicht gerade sympathisch. Man kann es auf ihre Hormone aufgrund der Schwangerschaft schieben, aber Sammy ist furchtbar auf sich selbst fixiert. Nia und auch Tante Lisbeth nerven und belasten sie nur. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Familienverhältnisse und speziell Sammys Verhalten im nächsten Band weiterentwickeln werden.

Wirklich großartig ist die erschaffene Atmosphäre und das Setting des Buches. Windheim und der angrenzende Wald haben ein wahres Feuerwerk in meinen Gedanken ausgelöst. Es fühlte sich förmlich so an, als würde ich gemeinsam mit Nia durch den Wald streifen. Sabine Giebken hat hier wirklich eine tolle und sehr atmosphärische Beschreibung der Orte abgeliefert.
Auch die Beziehung zwischen Mensch und Pferd nimmt ab einem gewissen Punkt seinen Raum in der Geschichte ein. Ich mochte die beschriebenen Szenen sehr gerne. Pferdefans werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Am Ende bleiben so viele Fragen offen und man möchte am liebsten sofort zum zweiten Band greifen, um endlich mehr über Nias Familienverhältnisse, die Legende der Windpferde und Tante Lisbeths Vergangenheit zu erfahren.

Fazit:
Das wunderschöne Cover setzt die Magie und Mystik dieses tollen Buches perfekt in Szene. Ich stand selten bei einem Buch vor so vielen offenen Fragen wie bei „PaNia“. Das mystische Setting sorgt dafür, dass man dieses Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Ein toller Mix aus uralter Legende, mysteriösen Vorkommnissen und einer schönen Pferdegeschichte.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Geniale Fantasyreihe für junge Leser

Clans von Cavallon (3). Im Bann des Einhorns
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Inhalt:

Sam und sein Einhorn-Freund Tordred sind den gefährlichen Pranken des Minotaurus knapp entkommen. Aber sie zahlten einen hohen Preis: Durch einen grausamen Zauber wird Sam dem Minotaurus für immer ...

Inhalt:

Sam und sein Einhorn-Freund Tordred sind den gefährlichen Pranken des Minotaurus knapp entkommen. Aber sie zahlten einen hohen Preis: Durch einen grausamen Zauber wird Sam dem Minotaurus für immer ausgeliefert sein. Sam droht, von ihm vernichtet zu werden! Die beiden Freunde müssen neue Verbündete finden und wandern tief in die unerforschten Schwarzhornwälder, wo kriegerische Einhörner Menschen als Sklaven halten.
Doch auch ihr Erzfeind Dromego, der düstere Herrscher über unzählige Mutantenwesen, ist ihnen auf der Spur. Und er wird nicht von seinem Plan der Unterwerfung von ganz Cavallon abrücken. Dazu jedoch muss er sich die Verbindung zwischen Sam und Tordred zunutze machen – denn dann hält er das Schicksal von ganz Cavallon in den Händen …

Meinung:
Sam und sein Einhorn-Freund Tordred sind Dromegos Fängen nur knapp entkommen, müssen dafür jedoch einen bitteren Preis zahlen. Denn Dromegos Zauber sorgt dafür, dass Sam und der Minotaurus Oryx eine Seelenverbindung eingehen. Sam flieht, doch der Minotaurus macht sich auf den Weg, um Sam zu finden. Auch im restlichen Königreich von Cavallon geht alles drunter und drüber.

Diese Reihe ist für mich immer noch ein echter Überraschungshit im Kinderfantasybereich. Denn sie hat alles was ein toller Fantasyschmöker benötigt. Und so freute ich mich riesig auf diesen dritten Band der Reihe.

Oft habe ich Probleme nach längeren Lesepausen wieder in die Geschichte einer Reihe eintauchen zu können. Gerade bei den Clans von Cavallon ist die Gefahr groß, dass man Dinge vergisst, da immer so wahnsinnig viel passiert und viele Charaktere in der Geschichte eine Rolle spielen. Doch erstaunlicherweise habe ich bei dieser Reihe keine Probleme mich an die Geschehnisse aus den vorangegangenen Bänden zu erinnern.

Einen großen Reiz an dieser Geschichte machen für mich die verschiedenen Perspektivwechsel aus. Wie in den Vorgängerbänden dürfen wir in die Sichtweisen vom Menschen Sam, dem Meermädchen Nixi, dem Zentaur Lysander und Pegasusdame Aquilla eintauchen.
Und wie schon im Vorgängerband ist Lysander immer noch mein absoluter Lieblingscharakter. Ich finde es einfach erstaunlich, was für eine Verwandlung Lysander in den drei Büchern durchlaufen hat. Aus einem verängstigten Ja-Sager ist ein wahrer Kämpfer für Recht und Wahrheit geworden.

Auch in diesem Buch werden wieder neue Bande und Freundschaften geschlossen. Alte Fehden werden über Bord geworfen und neue Bündnisse geschlossen. Doch das Böse schläft auch in diesem Band nicht und säät Hass und Zorn unter den verschiedenen Völkern Cavallons.

Ich finde es jedes Mal aufs Neue erstaunlich, welche genialen Ideen Autorin Kim Forester in ihre Geschichte einwebt. Wie bereits erwähnt, gefällt mir vor allen Dingen das Zusammenspiel der verschiedenen Völker Cavallons.

Nachdem die verschiedenen Protagonisten im zweiten Band endlich aufeinander getroffen sind, trennen sich ihre Wege im dritten Band. Doch ihre Handlungen und Taten beeinflussen die jeweils anderen enorm. Es ist absolut grandios, wie Kim Forester die verschiedenen Fäden zu einem großen Ganzen verwebt.

Fazit:
Auch der dritte Band der Clans von Cavallon-Reihe bietet jede Menge Action, Spannung und Dramatik. Die Fäden der verschiedenen Protagonisten verweben sich immer mehr zu einem großen Ganzen. Dabei ist es immer wieder Zentaur Lysander der mich überraschen und begeistern kann. Eine tolle Fantasy und Abenteuergeschichte für Kinder ab 10 Jahren.
Am Ende gibt es 4,5 von 5 Hörnchen von mir.

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