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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Mutig und offen, aber leider nicht meins

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Dieser Roman sticht durch seinen Realitätsbezug heraus. Die Autorin rechnet offen und schonungslos ehrlich mit ihrer Ehe ab, nachdem ihr Mann verstorben ist. Das ist sehr mutig und bietet dem Leser die ...

Dieser Roman sticht durch seinen Realitätsbezug heraus. Die Autorin rechnet offen und schonungslos ehrlich mit ihrer Ehe ab, nachdem ihr Mann verstorben ist. Das ist sehr mutig und bietet dem Leser die Chance, sich ebenso mutig ähnliche Fragen über sein eigenes Leben zu stellen.

Ich finde, das Cover ist zum Roman passend gewählt worden. Es wirkt ruhig und schön. Dies spiegelt sich im Schreibstil der Autorin. Über all den Ereignissen ihres Lebens, über welche sie berichtet, liegt ein Schleier aus Ruhe und Akzeptanz – sie hat es scheinbar angenommen und einen Weg für sich gefunden, damit umzugehen. Trotz teilweise relativ komplexer Sprache ist der Roman gut lesbar. Obwohl das Thema Tod relativ präsent ist, wirkt das Buch nicht traurig oder düster, auch nicht wirklich schwermütig. Die Emotionen der Erzählerin werden deutlich, ohne dass man mit einer davon überfrachtet wird. Die Gedanken der Erzählerin sind sehr eindrücklich. Beim Lesen der ersten Seiten merkt man schnell, dass es sich bei diesem Roman nicht um einen typischen Roman handelt. Es gibt nur wenige Dialoge, dafür werden fast ausschließlich die Gedanken der Erzählerin dargestellt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, mir gefällt jedoch die Tiefe, mit welcher sie reflektiert.

Sie wirft einige Fragen über Geschlechterrollen und Rollen innerhalb einer Familie auf. Sie denkt beispielsweise intensiv und an verschiedenen Stellen des Romans immer wieder über ihre Rolle als Frau, als Mutter und als Partnerin nach. Da kommt man als Leser natürlich um eine Beschäftigung mit diesen Fragen auch nicht herum. Ich könnte mir aber vorstellen, wer bereits seit vielen Jahren verheiratet ist, kann aus diesem Roman noch etwas mehr mitnehmen, als ich, die diese Erfahrungen noch nicht gemacht habe.

Mir hat die Reflexion der Erzählerin zwar gut gefallen, dennoch konnte ich mit vielen Erfahrungen, welche sie teilt, nicht so viel anfangen, weil sie mich (noch) nicht betreffen. Die Distanz, welche durch den Schreibstil aufgebaut wird, habe ich leider nicht überwinden können. Die Geschichte der Liebesbeziehung wird fast chronologisch dargestellt. Die Erzählerin steht dabei mit ihren Gedanken und Gefühlen im Vordergrund, die anderen Figuren werden nur ansatzweise beleuchtet. Tatsächlich hat mir an vielen Stellen einfach die Spannung gefehlt – dass der Roman auf etwas hinauslaufen würde, abgesehen von der Selbstreflexion.

Mein Fazit: Ihre inhaltliche Offenheit und Ehrlichkeit in Bezug auf ihre Ehe spiegelt sich in der klaren Sprache, die die Dinge schonungsos benennt. Für mich ist der Schreibstil der Autorin leider zu distanzierend.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Wichtig und mitreißend

Happy Head
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Das Cover dieses Jugendromans wirkt fast etwas gruselig. Hinter dem lächelnden Smiley verbirgt sich ein Totenkopf. Außerdem ist der Hintergrund vollständig in Schwarz gehalten. Ich finde den Farbverlauf ...

Das Cover dieses Jugendromans wirkt fast etwas gruselig. Hinter dem lächelnden Smiley verbirgt sich ein Totenkopf. Außerdem ist der Hintergrund vollständig in Schwarz gehalten. Ich finde den Farbverlauf innerhalb des Schriftzuges schön und das Cover ist insgesamt sehr passend. Denn auch im Inneren des Romans versteckt sich hinter dem schönen Schein des Mental-Health-Programms deutlich mehr Dunkles, als zunächst zu ahnen ist. Mit der Zeit findet man zusammen mit Sebastian immer mehr heraus und hinterfragt das ganze System. Die Figuren sind ziemlich unterschiedlich und aus meiner Sicht relativ tiefgehend ausgestaltet. Auch das Programm „Happy Head“ ist bis ins Detail durchdacht, das merkt man während des Lesens deutlich. Die gesamte Idee des Romans fand ich von Anfang an sehr interessant und beim Lesen hat sich dies bestätigt. Die verschiedenen Challenges fand ich spannend bis hin zu wirklich erschreckend. Da ging es ziemlich rasant voran. Ich hätte eher gedacht, dass die Geschichte sich etwas sanfter entwickeln würde. Das ist der einzige Punkt, der mir nicht hundertprozentig zugesagt hat.

Sebastian wirkt zwischendurch oft unbeholfen in der Kommunikation mit anderen Menschen, aber seine Gedanken waren fast immer sehr gut nachvollziehbar und authentisch. Insgesamt ist er ein sehr sympathischer Protagonist und hat einige Stärken, auch wenn ihm diese noch nicht sehr bewusst sind. – Aber dafür ist nimmt er ja auch an dem Happy-Head-Programm teil. Mich hätten noch die Gedanken der anderen zentralen Figuren interessiert, vielleicht hätte da ein Erzählerwechsel gut getan, aber so baut der Leser schnell eine Verbindung zu Sebastian auf. Der Jugendroman lässt sich flüssig lesen und ist nahezu durchgehend spannend – man fiebert die ganze Zeit mit Sebastian mit.

Mein Fazit: Ein sehr spannender Jugendroman über Glück und Kontrolle – sehr aktuell und mitreißend. Ich kann das Buch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Mal etwas anderes.

Reuter
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Mir ist nicht so ganz klar, was ich von dem Buch halten soll. Es lässt den Leser ein bisschen ratlos zurück – mich zumindest –, obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist und auch zu einem angemessenen ...

Mir ist nicht so ganz klar, was ich von dem Buch halten soll. Es lässt den Leser ein bisschen ratlos zurück – mich zumindest –, obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist und auch zu einem angemessenen Ende findet. Zu Beginn eine schöne Liebesgeschichte überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse und es wird – wie der Untertitel verspricht – dramatisch. Das war mir stellenweise zu viel, aber gerade das war womöglich auch die Intention des Autors. Es ist jedenfalls ein sehr besonderer Roman und er wirkt nach. Ich kann gar nicht gut in Worte fassen, was ihn so besonders macht, vielleicht ist es vor allem der Schreibstil des Autors, der mir sehr zusagt.

Die Dialoge zwischen Petra und Reuter haben mir sehr gefallen, sie sind erfrischend, und die Tiefe von Reuters Gedanken sagte mir auch sehr zu. Zwischendurch hätte ich mir etwas mehr Gespräche und weniger Monologe von Reuter gewünscht.

Gewundert hat mich, dass der Klappentext so viel vorwegnimmt, aber das führt beim Leser natürlich auch dazu, dass er mitfiebert, wann es endlich so weit ist, sodass die Spannung aufrechterhalten wird.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Wunderschön – äußerlich und inhaltlich

Shadow Work - Ride your Dragon! Dein Starterkit mit Buch und 33 Karten
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Die einzelnen Karten, welche zu dem Set gehören, sind wunderschön gestaltet. Die gesamte Aufmachung macht wirklich Lust, sich mit dem Thema „Schattenarbeit“ auseinanderzusetzen und sich darauf einzulassen. ...

Die einzelnen Karten, welche zu dem Set gehören, sind wunderschön gestaltet. Die gesamte Aufmachung macht wirklich Lust, sich mit dem Thema „Schattenarbeit“ auseinanderzusetzen und sich darauf einzulassen. Daher ist dieses Set für Anfänger ideal. Allerdings zeigt sich beim Lesen des Buches auch, dass ebenfalls Menschen, welche sich bereits viel mit Selbstreflexion und ihren eigenen Glaubenssätzen auseinandergesetzt haben, von diesen Karten und den zugehörigen Erklärungen profitieren können und zwar enorm. Das liegt daran, dass viele Lesende sich zwar mit den Themen auseinandergesetzt haben, aber noch nicht alle Emotionen bearbeiten und Glaubenssätze auflösen konnten. Das Set kann dabei helfen, weil es einen anderen Ansatz verfolgt und neue Möglichkeiten bietet.

Ich hatte befürchtet, dass mir das Thema zu spirituell sein könnte, allerdings empfinde ich es überhaupt nicht so. Das Buch regt dazu an, sich mit seinen eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen und herauszuarbeiten, welche man sehr stark fühlt und welche verdrängt werden. Daran wird angesetzt und versucht, die Blockaden aufzulösen. Ich finde die Metapher des Drachen bzw. des Schattens sehr passend gewählt, weil sie verdeutlicht, wo das eigentliche Problem liegt und wie man damit umgehen kann. Es waren wirklich einige Erkenntnisse dabei, welche mir die Augen geöffnet haben. Wenn man aufmerksam liest, erkennt man sich in vielen Situationen wieder und weiß, woran man arbeiten kann.

Die Anzahl der Karten ist überschaubar, sodass man auch nicht überwältigt wird. Außerdem wird man in Bezug auf das Vorgehen Schritt für Schritt angeleitet. Das fand ich sehr hilfreich. Ich hätte mir allerdings noch mehr konkrete Umsetzungsvorschläge und Tipps bei Herausforderungen gewünscht, weil das gerade der Schritt ist, der mir schwer fällt. Vor allem zum Aufdecken und zum Umgang mit Gefühlen, die man oft verdrängt bzw. kaum empfindet, wären weitere Handlungsanweisungen hilfreich gewesen. Denn, wenn ich es richtig verstanden habe, befassen sich die Karten vor allem mit den Emotionen, welche man bereits im Körper empfindet, und setzen dort an. In Bezug darauf sind sie aus meiner Sicht ziemlich wirksam.

Mein Fazit: Dieses Set ist sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Selbstreflektierende geeignet. Ich kann nur jedem raten, sich mit seinen eigenen Gefühlen und Glaubenssätzen auseinanderzusetzen und an sich zu arbeiten, dadurch kann man wirklich einiges an seinem Leben zum Positiven verändern – immer unter der Voraussetzung, dass man sich darauf einlässt, denn, wie die Autoren mehrfach betonen, es ist nicht einfach, aber es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Dazwischen

Kanak Kids
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Daisy ist aus meiner Sicht eine sympathische Protagonistin, man kann ihre Beweggründe für das Doppelleben, welches sie sich aufgebaut hat, nachvollziehen. Sie will dazugehören und passt sich deshalb an ...

Daisy ist aus meiner Sicht eine sympathische Protagonistin, man kann ihre Beweggründe für das Doppelleben, welches sie sich aufgebaut hat, nachvollziehen. Sie will dazugehören und passt sich deshalb an ihre jeweilige Umgebung an. Vielleicht etwas zu gut. Es ist nicht einfach, aber hat zu Beginn des Romans bereits einen konkreten Plan entwickelt, um ihre beiden Welten strikt voneinander zu trennen.

Die Idee des Romans finde ich sehr spannend und mich hat es sehr interessiert, wie ein Mädchen denkt, das zwischen mit Einflüssen von zwei Kulturen aufwächst. Manche ihrer Reaktionen und Aussagen fand ich allerdings etwas merkwürdig. Außerdem wirkten die Entwicklungen mit ihrem Freund und auch mit anderen Figuren im Verlauf des Romans auf mich etwas unrealistisch. Die Entwicklung der Liebesgeschichte mit Ferdi fand ich beispielsweise etwas zu schnell: Ewig ist sie schon in ihn verliebt und jetzt plötzlich interessiert er sich auch für sie und küsst sie sofort. Da fragt man sich als Leser: Warum gerade jetzt? Wo kommt das plötzlich her? Diese Fragen werden nicht aufgelöst.

Mein Fazit: Schöner Einblick in die Gedanken und Gefühle eines Mädchens, das zwischen zwei Kulturen hin- und herswitchen muss, auch wenn mich die Umsetzung der spannenden Idee nicht hundertprozentig überzeugen konnte.

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