Cover-Bild Yesteryear
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 29.04.2026
  • ISBN: 9783453275355
Caro Claire Burke

Yesteryear

Roman
Dietlind Falk (Übersetzer), Lisa Kögeböhn (Übersetzer)

Mit bedrucktem Transparentumschlag und hochwertig veredeltem Bezug

Ihr Leben ist perfekt - solange man nicht hinter die Kulissen schaut

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, sechs Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.

Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?

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Lesejury-Facts

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  • Hope08 hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

idyllisches Ranchleben auf Social Media?

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Das Streben nach Perfektion, Disziplin und Kontrolle bestimmen Natalies Leben. Bis von einem Augenblick auf den anderen alles anders ist. Stückchen für Stückchen wird die Wahrheit aufgedeckt. Dadurch bin ...

Das Streben nach Perfektion, Disziplin und Kontrolle bestimmen Natalies Leben. Bis von einem Augenblick auf den anderen alles anders ist. Stückchen für Stückchen wird die Wahrheit aufgedeckt. Dadurch bin ich nur so durch das Buch geflogen und konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Der Schreibstil ist angenehm. Vor allem die Wechsel zwischen der Darstellung von Natalies Vergangenheit und dem aktuellen Geschehen sowie die Einschübe von Interviewfragen, welche Natalie beantwortet bzw. durchdenkt, haben mir gut gefallen. Das Setting der Ranch fand ich sehr spannend und gut ausgestaltet. Leider war der Aspekt "Social Media" weniger im Fokus als ich zu Anfang des Buches gehofft hatte. Insgesamt war es ziemlich anders als die Leseprobe versprochen hat. Wirklich spannungsgeladen und rätselhaft. Inhaltlich habe ich also mit etwas anderem gerechnet, ich finde das Buch aber trotzdem sehr gelungen in seiner Gesamtheit. Die Geschichte ist komplex und eindeutig durchdacht. Die Autorin hat aus dem Thema wirklich viel herausgeholt.

Die Figurenkonstellation hat mir gut gefallen und auch Natalie als Protagonistin ist sehr interessant und vielseitig konstruiert. Gerade ihre Gedanken als junge Mutter fand ich sehr realitätsnah und ehrlich. Davon hätte ich mir noch mehr gewünscht. Aus meiner Sicht hätte man einzelne Teile der Geschichte und auch den Epilog noch etwas weiter ausführen können. Ich hätte gerne noch mehr Gedanken von Natalie gelesen, weil ich ihre Lebens- und Sichtweise interessant finde – vielleicht reizt mich daran gerade auch, dass ihr Leben so anders ist als das, was die meisten von uns gewohnt sind, das fasziniert. Alles in allem kann ich aber auch gut verstehen, warum die Autorin das Buch in dieser Form belassen hat – es ist rund.

Mein Fazit: Dieser Roman ist wirklich gelungen und ich kann ihn nur weiterempfehlen. Spannend ist er allemal. Von der Leseprobe sollte man sich allerdings nicht zu viel versprechen, ab Teil 2 werden viele weitere Bereiche von Natalies Leben beleuchtet.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Tolles Debut

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"Yesteryear" hatte ich zuerst beim amerikanischem Buch-Abo "Book of the Month" gesehen. Und wenige Stunden später bei Vorablesen. Da war meine Neugier geweckt, gerade auch weil das Cover so ausgefallen ...

"Yesteryear" hatte ich zuerst beim amerikanischem Buch-Abo "Book of the Month" gesehen. Und wenige Stunden später bei Vorablesen. Da war meine Neugier geweckt, gerade auch weil das Cover so ausgefallen ist, wie der Titel. Ich finde Tradwives auf social media total spannend, dementsprechend hat der Klappentext mich sehr neugierig gemacht.

Die Hauptfigur des Buches ist Natalie Heller Mills: Mutter von fünf Kindern, erneut schwanger, Ehefrau, Influencerin – und das scheinbare Sinnbild der perfekten „Tradwife“. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie auf einer Farm in Idaho, mit Kühen, Hühnern und einem Alltag, der nach außen hin makellos wirkt. Auf Social Media zeigt sie genau dieses Bild: perfekt inszeniert, liebevoll, strukturiert. Doch natürlich entscheidet sie selbst, was die Öffentlichkeit zu sehen bekommt – und was eben nicht.

Schon zu Beginn habe ich mich gefragt, wie viel von dieser Perfektion echt ist. Und genau hier setzt die Geschichte an: schnell zeigt sich, dass Natalie gar nicht wirklich so ist, wie sie sich online verkauft. Sie ist missmutig, urteilt ständig über andere und flucht, nur um Gott dann um Verzeihung zu bitten. Und um ihre Kinder kümmern sich hauptsächlich ihre beiden Nannies, während sie mir ihrer Produzentin neue Videos dreht. Doch auch das Verhältnis zu den Angestellten ist keineswegs so unbefangen, wie es anfangs scheint.

Doch auch Natalie selbst wird damit konfrontiert, dass im Leben nicht immer alles so ist, wie es scheint: und das war für mich der Punkt, an dem das Buch richtig an Fahrt aufgenommen hat. Sie wacht plötzlich in einem Haus auf, das irgendwie ihr eigenes ist, aber irgendwie auch nicht. Sie ist auf ihrer Farm, aber alles ist anders. Auch ihr Mann Caleb und ihre Kinder. Und dann stellt sie fest: Sie befindet sich im frühen 19. Jahrhundert. Und Überraschung: Das Leben als echte Tradwife ist so ganz anders als das, was sie ihren Zuschauern vermittelt hat.

Die Handlung entwickelt sich zunehmend rätselhaft und spannend, Stück für Stück werden neue Wahrheiten aufgedeckt. Dies passiert vor allem durch Rückblicke in die Vergangenheit (der Gegenwart), wie beispielsweise das Kennenlernen und die Anfänge ihrer Ehe. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was wirklich hinter allem steckt.

Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau: Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die eingeflochtenen Interviewpassagen, in denen Natalie ihre Gedanken reflektiert, geben der Geschichte zusätzliche Tiefe. Auch das Setting der Ranch ist atmosphärisch und greifbar beschrieben. Der Schreibstil ist teilweise etwas vulgär und sehr modern. Wer nicht in der social media Bubble ist, wird viele Anspielungen vermutlich nur teilweise verstehen. Deswegen denke ich, dass sich das Buch eher an diese Zielgruppe richtet.

Natalie selbst ist eine vielschichtige Protagonistin. Ihre Gedanken als Mutter, ihr Streben nach Kontrolle und Perfektion, aber auch ihre Unsicherheiten wirken oft erstaunlich ehrlich und nahbar. Gerade diese Einblicke hätte ich mir stellenweise sogar noch ausführlicher gewünscht, weil sie für mich zu den stärksten Momenten des Buches gehören. Der stellenweise überzogene Humor ging hier etwas auf Kosten der Tiefgründigkeit.

Inhaltlich war die Geschichte allerdings etwas anders, als ich es nach der Leseprobe erwartet hatte. Der Fokus auf Social Media tritt im Verlauf etwas in den Hintergrund, während andere Themen – wie Rollenbilder, religiöse Prägung und gesellschaftliche Erwartungen – stärker in den Vordergrund rücken. Das hat mich zunächst überrascht, letztlich aber auch fasziniert, weil das Buch dadurch doch noch mehr Tiefe bekommen hat.

Der Roman zeigt auf eindrückliche Weise die Schattenseiten eines scheinbar perfekten Lebens und wirft gleichzeitig einen kritischen Blick auf das Influencer-Dasein und traditionelle Rollenbilder. Dabei ist er mal schockierend, mal subtil humorvoll – und durchgehend fesselnd.

"Yesteryear" war für mich insgesamt ein ungewöhnlicher, spannender und vielschichtiger Roman, der mich wirklich gepackt hat. Wer eine Mischung aus psychologischer Spannung, Gesellschaftskritik und einem Blick hinter die Fassade von Social Media sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich habe es sehr gern gelesen und kann es definitiv weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Der blanke Horror

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Wir kennen es aus den Sozialen Medien: Das Bild eines weitläufigen, irgendwo im Nirgendwo gelegenen Bauernhofs, der aussieht, als wäre er das Top-Objekt aus dem Verkaufsprospekt des Immobilienmaklers. ...

Wir kennen es aus den Sozialen Medien: Das Bild eines weitläufigen, irgendwo im Nirgendwo gelegenen Bauernhofs, der aussieht, als wäre er das Top-Objekt aus dem Verkaufsprospekt des Immobilienmaklers. Die heimelige Küche auf dem Land, deren Einrichtung blitzt und blinkt, in der die junge, bildhübsche Hausfrau mit Rüschenschürze Brote backt und/oder Mahlzeiten aus dem selbstangebauten Gemüse für ihre Großfamilie zubereitet. Um sie herum eine vielköpfige Kinderschar und der gutaussehende „Pater familias“. Eine harmonische Familie, die die „alten“ Werte lebt und in der alle glücklich und zufrieden sind. Aber ist das wirklich so?

Zeigen die Reels der „Tradwives“ deren Realität oder lediglich ihr gefaktes Leben für die Millionen Follower, das sich in klingender Münze auszahlen soll? Und was macht das auf lange Sicht mit den Beteiligten, insbesondere mit den Kindern? Wie wirkt sich dieses permanente „Vorführen“ auf deren Entwicklung aus?

Und was sagt der Erfolg eines solchen nach rückwärts gerichteten Formats, das traditionelle und religiös geprägte Werte, vor allem im Hinblick auf Geschlechterrollen und Mutterschaft, ohne kritisches Hinterfragen in die Welt schickt, über den Zustand der jeweiligen Gesellschaft aus?

Das sind einige der Fragen, die mir bei der Lektüre von Caro Claire Burkes „Yesteryear“ in den Sinn kamen. Mich hat dieser Roman nicht unterhalten. Er hat mich gefordert, war anstrengend zu lesen, hat zum Nachdenken genötigt. Und nein, das war weder eine Satire noch ein Thriller, sondern in erster Linie der blanke Horror.