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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

So riecht das Glück - mit Otto nach England

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier ...

Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind. Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.

Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.

Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.

Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.

Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.

Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.

Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Status gefestigt: Lieblingskinderbuch-Reihe

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf ...

Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf das Cover fällt, dann schimmern die metallischen Elemente auf dem Cover richtiggehend magisch. Das sieht so toll aus und ist mir bei Tageslicht so gar nicht aufgefallen.
Aber auch sonst: Cassandra ist super umgesetzt, so stelle ich sie mir vor und habe ich schon den Buchschnitt erwähnt? Auch dieser ist noch mal schöner als bei Band eins.

Aber nun zu den inneren Werten.
Cassandra stürzt sich weiterhin voll in ihre Hexenausbildung und ist natürlich weiterhin auf der Suche nach ihrer Mutter. Und als wenn das nicht schon genug wäre, geschehen wieder seltsame und gruselige Dinge im Dorf Hagley. Ein geheimnisvoller Fluch lässt die Bewohner nach einer Lanze suchen, aber Obacht, wer diese Lanze berührt, ist dem Tode geweiht. Klar, dass der Erlkönig das gute (naja...) Stück haben möchte und auch klar, dass Cassandra und ihre Freundinnen da nicht einfach zusehen können.

Band eins war ja schon mein Lieblingskinder-Fantasybuch 2025 und mit Band zwei spielt sich Cassandra Morgan jetzt in meine Lieblings-Kinderfantasy-Reihe hoch.
Die Charaktere haben sich noch einmal weiterentwickelt und sind gereift und die Mischung aus Spannung, Magie und Witz sowie einfach wunderbar gezeichneter (im wörtlichen und übertragenen Sinn) Darstellerinnen und Darsteller heben das Buch für mich total von der Masse an (auch guter!) Kinderbüchern mit magischen Elementen ab.
Es ist so unfassbar spannend und gleichzeitig hat es so viele Details, die die Geschichte so lebendig machen. Ich mag es total, wenn beim Hexen etwas schiefgeht und dann z. B. Geranien das Singen anfangen, noch dazu schräg.
Der gefährliche Wald Hag ist auch so phantastisch geschildert.

Es ist schon ein wenig unheimlich, aber für Lesende ab zehn Jahren gut geeignet. Nach oben hin offen, ich bin altersmäßig meilenweit davon entfernt und lese nur noch selten Kinderbücher.
Hier bleibe ich aber dabei und freue mich schon riesig auf November, wenn Band drei erscheint.
Einziger Wermutstropfen: von der großen Rahmenhandlung um Cassandras Mutter wurde lange nicht so viel aufgelöst, wie ich es mit gewünscht hätte. Aber das ist bei einer Serie ja auch irgendwie klar.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen

Spiegelland
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Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man ...

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.
Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ehrlicher Ehe-Rückblick

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Das mit 192 Seiten eher schmale Büchlein hat es in sich. Die geringe Seitenzahl sollte nicht täuschen - man kann es nicht mal so eben schnell zwischendurch lesen.

Es geht um Christien und ihren Mann A., ...

Das mit 192 Seiten eher schmale Büchlein hat es in sich. Die geringe Seitenzahl sollte nicht täuschen - man kann es nicht mal so eben schnell zwischendurch lesen.

Es geht um Christien und ihren Mann A., der gerade verstorben ist.
Christien entrümpelt das gemeinsame Haus, das in den letzten Jahren zunehmend vernachlässigt wurde und sich gar nicht mehr nach einem Zuhause angefühlt hat.
Und mit der Herstellen der äußeren Ordnung geht auch ein inneres Groß-Reinemachen einher.

Der großen Liebe, die sie und A. (es bleibt im Buch bei dem einen Buchstaben) verbunden hat, folgte mit der Geburt der Kinder eine zunehmende Entfremdung. Geendet hat es mit der Pflege des todkranken Ehemanns, voraus ging eine Kommunikation via E-Mail, jede und jeder aus seinem Zimmer.

Gekämpft haben die Beiden um ihre Ehe, zahlreiche Therapeuten-Stunden besucht, gebracht hat es aber nichts.
Wobei - es gab auch andere Momente, man kann es nicht reduzieren auf ein absolutes Scheitern.

Augen öffnend war auch die Rolle, die Christien einnehmen musste oder eingenommen hat. Obwohl sie als Professorin einen anspruchsvollen Job hat, war sie doch komplett zuständig für Familie und Kinder und hat sich in diese Rollenzuweisung eingefügt.

Sie reflektiert, hadert und kann aber auch die guten Zeiten und Momente erkennen.

Kein leicht zu lesendes Buch, aber mit einer interessanten Thematik.
Wirklich nah wurde mir Christien allerdings nicht, es war ein Lesen aus der Distanz.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Kann leider nicht mit der Elbmarsch-Serie mithalten

Fünf Fremde
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Ich bin großer Fan der Elbmarsch-Krimiserie der Autorin und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es einen neuen Thriller gibt. Nicht Bestandteil der Serie, sondern etwas Neues, noch dazu mit Nordsee-Insel-Vibes, ...

Ich bin großer Fan der Elbmarsch-Krimiserie der Autorin und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es einen neuen Thriller gibt. Nicht Bestandteil der Serie, sondern etwas Neues, noch dazu mit Nordsee-Insel-Vibes, wie schön.

Es geht um Annika Lundt, eine Kriminalkommissarin. Sie kommt auf die Insel Neuwerk zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern.
Auf der Fähre befinden sich noch weitere Menschen, einige davon wird sie sehr bald näher kennenlernen.

Parallel geht es dreißig Jahre zurück, Annika ist damals noch ein Teenager. Aus einem Schullandheim verschwinden zwei Jugendliche.

Personen aus der damaligen Clique der verschwundenen Jugendliche oder Bezugspersonen sind nun heute auch auf der Insel. Und dass, obwohl doch alle in alle Winde verstreut waren. Ein Zufall? Sicherlich nicht.

Ich mochte anfangs einfach alles am Buch. Die Verstrickungen zur Vergangenheit, die Schilderungen der Insel, die sich aufbauende Spannung und die Düsternis, die über allem liegt.
Gleichzeitig macht das Buch große Lust, die Insel auch real zu besuchen.

Allerdings hat mich die Auflösung am Ende dann enttäuscht. Ich fand die Entwicklung der Handlung nicht plausibel und in der Gesamtsicht auch die Charaktere nicht überzeugend. Sie hatten nicht die Tiefe, wie ich es aus der Elbmarsch-Serie kenne.
So habe ich das Buch, das so gut startete, dann mit einigen Fragezeichen eher enttäuscht zugeklappt.

3,5 Sterne, weil mich zwei Drittel des Buches trotzdem gut unterhalten und gefesselt haben.

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