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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2018

Richtig spannend und interessante Charaktere

Kälter als die Angst
2

Ich bin Quereinsteigerin in die Reihe um das Ermittlerteam Käfer - Schneidmann.
Das war überhaupt kein Problem, Querverweise auf alte Fälle waren nicht störend und man konnte auch ohne Vorkenntnis der ...

Ich bin Quereinsteigerin in die Reihe um das Ermittlerteam Käfer - Schneidmann.
Das war überhaupt kein Problem, Querverweise auf alte Fälle waren nicht störend und man konnte auch ohne Vorkenntnis der Handlung problemlos folgen. Und das Ganze hat sogar einen Vorteil: ich kann jetzt "rückwärts" lesen, weil mir das Buch richtig Appetit auf die komplette Reihe gemacht hat...

Kathrin Otrup ist mit ihren Kindern in eine neue Wohnung gezogen, die Hausgemeinschaft dort ist richtig nett und gibt gleich eine Einweihungsparty für sie. Da erfährt sie, dass viele der Bewohner Drohbriefe bekommen haben und bald darauf findet auch sie einen im Briefkasten.

Und viel schlimmer noch: eine ehemalige Hausbewohnerin, die ebenfalls Drohbriefe bekommen hat, wird ermordet aufgefunden...ob es da eine Verbindung gibt?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ein Kriminalroman genau nach meinem Geschmack.


Die Handlung spielt in Münster, es ist aber kein typischer Lokalkrimi und die Ortswahl dominiert die Handlung nicht, bringt aber für ortskundige Lesende bestimmt noch Zusatzlesespaß.


Die Kombination aus Spannung, für den Lesenden nicht vorhersehbarem Täter und Motiv (zumindest für mich nicht...auch wenn ich irgendwann eine Ahnung hatte, kam dann doch alles ganz anders) kombiniert mit realistischen Alltagsmomenten (Eltern kleiner Kinder und Helene-Fischer-Nichtfans werden sich wiederfinden...) und abwechslungsreichen Charakteren - großes Lesevergnügen!

Veröffentlicht am 07.10.2018

Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn sind wieder da...aber wie!

Bluthaus
2

Ich mag Krimi-Reihen und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es nun den zweiten Band um das Ermittlerteam Paulsen und Haverkorn gibt.

Gleich zum Start waren mir alle Personen so vertraut, als ob ich ...

Ich mag Krimi-Reihen und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es nun den zweiten Band um das Ermittlerteam Paulsen und Haverkorn gibt.

Gleich zum Start waren mir alle Personen so vertraut, als ob ich nicht Band zwei, sondern schon mindestens Band zehn lesen würde. Das mag ich sehr!

Frida pausiert im Polizistenjob und kümmert sich um den Apfelhof und um ihre Eltern. Sie scheint das Landleben sogar zu genießen, aber nicht lange...

Diesmal bekommt das Privatleben von Bjarne relativ viel Raum, auch hier gibt es eine große Überraschung. Für meinen Geschmack hätte es den Seitenstrang zwar nicht gebraucht, er hat mich etwas vom Hauptstrang abgelenkt, aber das ist Geschmackssache.

Romy Fölck hat es wieder geschafft, mich völlig zu fesseln, einmal angefangen, konnte ich das Buch nur schwer wieder weglegen.
Für mich macht den Kriminalroman - wie auch bereits bei Band eins - die Mischung so rund:
- Die Landschaftsbeschreibung, die genau richtig dosiert ist, ich kann es mir gut vorstellen, werde aber nicht von einer seitenlangen Beschreibung einer Düne gelangweilt...
- Die Charaktere, die alles andere als 08/15 sind und sich schön entwickeln und - natürlich -
- die spannende Story, bei der ich mit rätseln kann, lange falschen Spuren folge und die mich ständig zum Weiterlesen zwingt, aber auf allzu große Brutalität verzichtet.

Mein Fazit: Bjarne und Frida werde ich auch weiterhin verfolgen, ich hoffe, es folgen noch viele spannende Nachfolgebände.

Veröffentlicht am 05.03.2019

Spannend, humorvoll und interessant

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
1

Gleich vorneweg: für alle Fans von Sherlock Holmes und entsprechenden oldschool-Krimis ist das Buch ein großer Lesespass.

Worum geht es? Die Story hat zwei Zeitebenen, in Rückblenden begleiten wir den ...

Gleich vorneweg: für alle Fans von Sherlock Holmes und entsprechenden oldschool-Krimis ist das Buch ein großer Lesespass.

Worum geht es? Die Story hat zwei Zeitebenen, in Rückblenden begleiten wir den berühmten Arthur Conan Doyle. Er hat die Nase gestrichen voll von seiner berühmten Romanfigur. Allerdings nicht von Kriminalfällen, anstatt diese zu schreiben, macht er sich selbst an Ermittlungen und sucht einen Mörder.

Im hier und heute gibt es ebenfalls einen Mordfall und einen jungen Sherlock-Holmes-Fan, der sich diesbezüglich an die Ermittlungen macht.

Die beiden Ebenen sind miteinander verknüpft und die abwechselnden Perspektiven sind abwechslungsreich und beide auf ihre Art spannend, wobei mir der historische Teil besonders gut gefallen hat.

Sprache und der dezente Humor – insbesondere im Rückblick – fand ich ganz wunderbar. Wie etwa bei „Runny“, der so genannt wird, weil seine Nase ständig läuft oder die Frage Arthurs, ob Sally „möglicherweise zarte Bande zu einem Gentleman geknüpft hat“.

Richtig erhellend fand ich die vielen Querverweise, beispielsweise zu Agatha Christie und weiteren berühmten Zeitgenossen, ich wusste gar nicht, dass sich damals (gefühlt) alle Schriftsteller Englands kannten.
Auch die Verbindung mit Zeitgeschichte, insbesondere der Frauenwahlrechts-Bewegung war interessant und Neuland für mich.
Überhaupt ist die Verbindung von fiktiver Story mit historischen Tatsachen sehr gelungen, am Ende löst der Autor das auch noch in seinen Nachbemerkungen auf. Er verrät dem Lesenden, was in der Story der Wahrheit entspricht – sehr viel mehr als ich angenommen hatte, unbedingt auch noch das Nachwort lesen!

Mein Fazit: ein sehr unterhaltsames Buch mit vielen interessanten Informationen über Arthur Conan Doyle und die Zeitgeschichte. Nicht nur für große Sherlock-Holmes-Fans lesenswert, sondern für alle, die Krimis ohne große Gewaltszenen mit viel „Drumherum-Infos“ mögen.
Ich bin begeistert und empfehle es sehr gerne weiter.
Fünf von fünf Deerstalker Mützen-Sternen!

Veröffentlicht am 20.12.2018

Atmosphärischer Thriller mit geschichtlichem Hintergrund

Graue Nächte
1

Der Titel ist hier gut gewählt, das Buch spielt überwiegend während der Besetzung Islands durch die USA und die Armut der Bewohner, das harte und entbehrungsreiche Leben der Ärmsten sowie die Abneigung ...

Der Titel ist hier gut gewählt, das Buch spielt überwiegend während der Besetzung Islands durch die USA und die Armut der Bewohner, das harte und entbehrungsreiche Leben der Ärmsten sowie die Abneigung gegenüber den fremden Soldaten wird eindrucksvoll vermittelt, inklusive einem Einblick in den Teil der Geschichte, der mir bis dato völlig unbekannt war. Alleine schon deshalb hat sich für mich die Lektüre gelohnt.

Die Handlung beginnt eher gemächlich und im ersten Drittel musste ich mich erst sortieren, da mir nicht klar war, dass die Handlung in unterschiedlichen Zeitebenen spielt. Ab dann hat das Buch deutlich an Fahrt aufgenommen und wurde sehr spannend. Motiv und mögliche Verbindung der zwei Morde waren für mich in dem Teil des Buches nicht erkennbar.

Ich mag auch den eher spröden Schreibstil des Autors, der sich auf die eigentliche Handlung konzentriert und dem Privatleben seiner Ermittler nicht viel Raum lässt - das passt hier meines Erachtens sehr gut.

Lediglich der Abschluss des Buches hat mir nicht ganz so gut gefallen: für mich war schon relativ früh erkennbar, wer für den einen Mord verantwortlich war und auch das Motiv war klar.
Und es endet für meinen Geschmack zu plötzlich, fast meint man, der Autor hat die Lust verloren; hier hätte ich mir etwas mehr an Abrundung gewünscht.

Insgesamt aber ein spannendes Buch mit sehr interessanten Einblicken in ein Kapitel isländischer Geschichte, von dem ich bislang gar nichts wusste. Weiterempfehlung meinerseits!

Veröffentlicht am 25.06.2019

Ungewöhnlich

Kalte Wasser
0

Lauren ist gerade Mutter von Zwillingen geworden. Die Geburtsszene ist sehr detailliert beschrieben und es war alles andere als eine Sonnenscheingeburt.
Insofern: Leser*innen mit Kinderwunsch kann ich ...

Lauren ist gerade Mutter von Zwillingen geworden. Die Geburtsszene ist sehr detailliert beschrieben und es war alles andere als eine Sonnenscheingeburt.
Insofern: Leser*innen mit Kinderwunsch kann ich das Buch nicht wirklich uneingeschränkt empfehlen. Genauso wenig wie jungen Müttern im Wochenbett - m. E. in dieser Zeit keine geeignete Lektüre.

Allerdings begann mit der Geburtsschilderung schon eine eindringliche Beschreibung, die ich mich über das komplette Buch fasziniert hat. Ich habe mich keine Minute beim Lesen gelangweilt, sondern schon fast atemlos immer weiter gelesen.

Der Vater der Kinder ist keine große Hilfe, ganz im Gegenteil, er fährt einfach weiter seinen Egotrip und lässt Lauren völlig allein.
Dann beginnt nämlich ein Horrortrip: in der Klinik will eine verwahrloste Frau eines der Zwillingsbabys austauschen, doch niemand will Lauren glauben.
Nur eine Polizistin steht ihr zur Seite und hört ihr zu.

Das Buch ist genreübergreifend, ein Roman, der Thriller und Mystery-Elemente enthält. Spannend zu lesen und mit einer für mich überraschenden Auflösung, die mich allerdings nicht vollständig überzeugt hat.
Einen Nebenstrang fand ich nämlich überhaupt nicht aufgelöst bzw. einfach nicht nachvollziehbar.

Davon abgesehen hat mir das Buch aber gut gefallen, es war völlig anders, als ich es vom Klappentext vermutet hätte und hat mich auch mit seinen Charakteren, die starke Sympathie und Antipathieträger waren, gefesselt.