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Veröffentlicht am 22.02.2023

Sie wollen die Wahrheit?

Jagdfieber
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Wir befinden uns in den 90ern und unser Hauptdarsteller ist Mark Malecki, ein harter Hund von Revisor und nicht unbedingt ein Symphatieträger, dennoch mit Schlag bei den Frauen, nur seine eigene ist ihm ...

Wir befinden uns in den 90ern und unser Hauptdarsteller ist Mark Malecki, ein harter Hund von Revisor und nicht unbedingt ein Symphatieträger, dennoch mit Schlag bei den Frauen, nur seine eigene ist ihm weggelaufen, weil er mit dem Kindermädchen.....Doch das ist ihm egal, mit seinem nicht minder genialen und intelligenten Kollegen Paul bekommt er einen ganz besonderen Auftrag, hauptsächlich aus dem Grund, da er sich nie an Regeln hält, zuviel trinkt, sich seine Arbeitszeiten auf seine Weise gestaltet und allgemein überfordert ist.

Sein Chef sendet ihn in die Provinz, in die Nähe von Freiburg. Dort soll er eine Bankfiliale überprüfen und die frische Luft im Schwarzwald würde ihm bestimmt guttun, alles nur Routine....

Doch der "Routinejob" entwickelt sich zum Alptraum, denn diese kleine Zweigstelle hat höhere Wertpapierumsätze und Spareinlagen als die Hauptfiliale in der Stadt, es gibt mehr und mehr unauffindbare Kontoinhaber und der Filialleiter Alwin Graf Brelau führt sich wie der König des Dorfes auf. Bald merken die Revisoren, dass nicht nur die Mitarbeiter der Bank Angst haben und nicht mit ihnen zusammenarbeiten wollen, sondern auch die Bürger des kleinen Ortes. Brelau scheint alle mit irgendetwas in der Hand zu haben und nachdem die beiden Revisoren Unterstützung bei ihrem Chef anfragten, taucht eine Kollegin auf, die Malecki nicht nur auf eine Weise beschäftigt.

Die Geschichte nimmt nach und nach an Fahrt auf und die Revisoren kommen auf ihrer Suche nach der Wahrheit einem Betrug ungeahnten Ausmaßes auf die Spur und fühlen sich mehr und mehr bedroht. Nachdem Maleckis Kinder bedroht werden, ist für den Revisor kein Halten mehr.....

Mit der Queen of History zu einem Krimi in den Schwarzwald in den 90ern, das war gewöhnungsbedürftig, besonders auch von der Sprache her. Spannend und ab und zu auch mal witzig, oft auch leider derb.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg

In den letzten Stunden der Dunkelheit
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Es ist April 1945, die letzten Tage des zweiten Weltkriegs. Captain Frederic Carvis, frisch aus dem Lazarett entlassen, bekommt sofort einen neuen Auftrag. Er soll mit einigen ausgesuchten Offizieren den ...

Es ist April 1945, die letzten Tage des zweiten Weltkriegs. Captain Frederic Carvis, frisch aus dem Lazarett entlassen, bekommt sofort einen neuen Auftrag. Er soll mit einigen ausgesuchten Offizieren den Physiker Paul Bergmann aus dem umkämpften Berlin entführen. Carvis war im Jahr 1936 unter ihm Physikstudent, seine Wurzeln sind deutsch/amerikanisch und so ist er auf der einen Seite mit seinen Deutschkenntnissen und auch dass er als einziger aus dieser Mission Bergmann persönlich kennt, der perfekte Mann. Er selbst sieht das nicht so, denn er weiß genau an was Bergmann im Auftrag der Nazis forscht und obwohl Alsos, ein geheimdienstliche militärische Operation, Jagd auf alle Physiker und sonstige Naturwissenschaftler macht um ihrer habhaft zu werden und den Bau einer Atombombe von Nazis zu verhindern, sind doch in Wahrheit ihre Absichten auch nicht ehrenvoll, denn der Besitz um das Wissen einer solchen Bombe verleiht Macht und der Leser der heutigen Zeit weiß auch, dass diese Macht eingesetzt wird und leider bis heute niemand aus der Geschichte gelernt hat.

Doch zurück zur Geschichte, Carvis lässt sich darauf ein, denn er hofft durch Bergmann und seine Familie endlich zu erfahren was aus seiner großen Liebe Anna geworden ist, von der er seit 1937 nichts mehr gehört hat. Und so begeben wir uns mit Carvis, der Berlin kennt und einem unerschrockenen amerikanischen Himmelfahrtskommando mitten hinein in diese letzten fürchterlich umkämpften Kriegstage von Berlin und sind atemlos was die Jagd oder die Flucht der Gruppe betrifft. In Berlin wird um jedes Haus gekämpft und es bricht einem das Herz, wie die kleinen Jungen der Hitlerjugend missbraucht werden, wie mit immer mehr Verbissenheit und engstirnigen Fanatismus Menschen getötet werden, weil die Mächtigen es so wollen.

Wir erleben in diesem spannendem Krimi zwei Zeitebenen, das Jahr 1936 in dem die Olympiade in Berlin stattfand und die Berliner mit der Welt stolz und ausgelassen war und sich dennoch schon die dunklen Wolken am Horizont drohend verdichteten. Frederic Carvis, der junge amerikanische Student und Anna, das schöne deutsche Mädchen. Sie erleben ihre junge Liebe und der Leser bekommt eine willkommene Atempause, bevor es wieder in das zerstörte Berlin von 1945 geht. Dort ist der Ablauf der geplanten Aktion minutiös geplant und wer genügend amerikanische Filme dieser Art schon im Kino gesehen hat, weiß, die Amis sind von sich und ihrer patriotischen und siegessicheren Art überzeugt und es wird nichts schiefgehen. Berlin 1945 ist jedoch nicht Hollywood und diese Gruppe von Elitekämpfern muss erleben, dass sich in der Realität viele Widrigkeiten in den Weg stellen können und dann wären ja auch noch die Russen, die ebenfalls Anspruch auf diesen heißbegehrten Wissenschaftler erheben und ihn dem alliierten Partner, der ja in nicht so ganz kurzer Zeit ihr nächster neuer Gegner sein wird, überlassen wollen. Es geht nur um die Macht und Frederic Carvis steckt mittendrin, sucht nebenher noch Anna, muss sich gegen alle möglichen Feinde wehren und findet unverhoffte Verbündete. Wird ihm seine Mission gelingen und wird er das Geheimnis um Annas Verschwinden lüften?

Peter Klisa ist ein ganz ausgezeichneter Krimi gelungen, der auf der einen Seite hervorragend recherchiert ist und in jeglicher Beziehung sehr gut geschrieben ist. Er versteht es komplizierte physikalische Vorgänge so klar und spannend zu schildern, dass sie den Lesefluss nicht behindern sondern den Leser über die eher bescheidenen Note in Physik hinwegtrösten, hätte man mir das damals auch so erklärt.... Er fängt die verschiedenen Atmosphären der Stadt Berlin gekonnt ein, 1936 euphorisch und freudig und 1945 verzweifelt, verbissen und fanatisch und er versteht es auch die Charaktere der verschiedenen Protagonisten aus den unterschiedlichsten Kontinenten so bildhaft, klar und sensibel darzustellen, dass wir Leser immer auch den Menschen hinter der Uniform entdecken können. Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen und würde ihn gerne jedem Mitglied unseres Bundestags als Pflichtlektüre mal aufs Auge drücken, vielleicht würde sich der eine oder andere mal wieder an unsere Geschichte erinnern.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Die Bienen und ihr Honig

Goldenes Gift
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Xavier Kieffer ist ein ehemaliger Sternekoch, der es liebt zu kochen und zu essen und ein feines und spezielles Restaurant in der Unterstadt von Luxemburg betreibt. Da er immer nur die besten Zutaten verwendet, ...

Xavier Kieffer ist ein ehemaliger Sternekoch, der es liebt zu kochen und zu essen und ein feines und spezielles Restaurant in der Unterstadt von Luxemburg betreibt. Da er immer nur die besten Zutaten verwendet, lässt er guten Gewissens von dem Stadtimker Pol einen ganz speziellen Honig herstellen, denn für seine Gäste nur das Beste.

Doch als Pol völlig zerstochen und definitiv tot aufgefunden wird und Kieffer feststellt, dass die Bienenstöcke in seinem Garten verschwunden sind, macht sich der Koch auf seine ganz spezielle Old School Art und Weise auf die Suche. Parallel macht seine Freundin Valerie Gabin, eine Foodbloggerin einer erfolgreichen FoodApp, ebenfalls die Erfahrung mit Menschen, die sehr viel Interesse an Bienenstöcken haben, die ihnen gar nicht gehören.

Kieffer und Valerie suchen jeder auf seine Weise, manchmal gemeinsam und manchmal alleine, wobei Kieffer zweimal sehr schmerzhafte Erfahrungen mit aufgescheuchten Bienen macht, die seinen Kopf wie einen Kürbis ausschauen lassen, was bei dem Leser ehrliches Mitleid, jedoch auch eine gewisse Heiterkeit auslöst und er gespannt sein darf, auf welche Ideen Kieffer denn mal wieder kommt und wie er sie umsetzt.

Denn es geht letztendlich um einen Riesenskandal, deren Leidtragenden die Bienen sind und auch die Genießer von vermeintlich reinen Honigs, der von skrupellosen Wissenschaftlern und geldgierigen Konzernen gepanscht wird und wo auch das kleinste Licht noch ein Stück vom Kuchen haben möchte. Sehr viel durfte ich über Stadtimkerei lernen, über die Verarbeitung von Honig und darüber wo und welchen Honig ich kaufe.

Das ungleiche und auf eine gewisse Art liebenswerte Pärchen bringt sich bei seinen Ermittlungen und Recherchen in höchste Gefahr und obwohl dieser Krimi eher ruhig vor sich hinfließt, wird es am Ende doch noch richtig spannend!

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Die Liebe zur Poesie schenkt neues Leben

Offene See
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"Niemand gewinnt einen Krieg wirklich, manche verlieren bloß ein bisschen weniger als andere."

Wir befinden uns in England im Jahr 1946. Der Krieg ist offiziell zu Ende, doch in den Köpfen und Herzen ...

"Niemand gewinnt einen Krieg wirklich, manche verlieren bloß ein bisschen weniger als andere."

Wir befinden uns in England im Jahr 1946. Der Krieg ist offiziell zu Ende, doch in den Köpfen und Herzen der Menschen hat er tiefe und unauslöschliche Spuren hinterlassen. Nun geht es daran wieder in einen Alltag zurückzufinden, doch das fällt nicht allen leicht, denn diese sechs schrecklichen Jahre haben vielen Menschen schwere Verluste eingebracht. Der junge Robert wächst in einem Arbeiterdorf im Norden Englands auf, in dem schon seit Generationen die Söhne den Vätern folgen um schwere Arbeit unter Tage zu leisten. Die Sehnsucht nach dem Meer treibt ihn an und er folgt dem Weg nach Süden um endlich mal das Meer, die offene See zu erleben, bevor er seinem Vater folgt um unter Tage zu arbeiten. Er ist jung und reist mit sehr leichtem Gepäck, arbeitet als Tagelöhner und schläft meistens im Freien. Das beschreibt der Autor in einer so wunderbaren poetischen Sprache, dass ich aus dem Zitate schreiben gar nicht mehr raus kam.

Endlich kommt er am Meer an und lernt eine mehr als unkonventionelle Dame älteren Semesters kennen, die die bis dahin poetische, sanfte und stille Sprache der Geschichte mit direktem und teilweise recht deftigen Kommentaren zu dem Leben, der Liebe, der Dichtung, der Gesellschaft, dem Krieg und den Despoten, die sie verursachen, reichlich würzt. Für Robert öffnen sich ganz neue Türen und im Laufe eines Sommers entwickelt sich der linkische und unsichere Junge zu einem jungen Mann, der nun um die Vorzüge eines Brennnesseltees Bescheid weiß, und warum gutes Essen bei vieler Arbeit oder überhaupt unerlässlich ist und warum dazu ein guter Wein oder eben ein Brandy gehört. Doch das wichtigste ist seine Entdeckung der Literatur, der Poesie und der Lyrik, die Dulcie ihm auf ihre ganz spezielle Weise näherbringt und ihm dadurch einen kleinen Stoß in eine Richtung gibt, die er sich nie hätte vorstellen können.

"...ein gutes Gedicht bricht die Austernschale des Verstande auf, um die Perle darin freizulegen. Es findet Wärter für Gefühle, deren Definitionen sich allen Versuchen des verbalen Ausdrucks entziehen."

Es ist eine ganz besondere Freundschaft, die diese beiden unterschiedlichen Menschen in diesem Sommer erleben und auch für Dulcie öffnet sich eine Tür, die sie bis Roberts Erscheinen ganz fest verschlossen hielt und Robert lernt, seinem Herzen zu folgen, nicht dem was seine Generationen vorgegeben haben, was Pflichterfüllung und Anstand erwartet, sondern ein Leben in dem Freundschaft und Liebe gelebt wird, auch wenn es mit Schmerz verbunden ist, denn auch er gehört zu gelebtem Leben dazu und nur dann ist auch wieder Freude und tiefer Friede spürbar.

Benjamin Meyers hat einen wirklich wunderbaren Roman geschrieben, in dem er so wundervolle Worte findet, die gerade heute, wo wieder die Kriegstreiber schreien und toben und ihnen die Menschen heute ganz genau so egal sind wie damals. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen und sich in seiner feinen Sprache durch England tragen zu lassen, bis zur offenen See.

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Jane Austen forever

Mit Herz und Verstand
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Dieses wunderschön gestaltete Andachtsbuch "Mit Herz und Verstand", geschrieben und gestaltet von Susanne Degenhardt ist für alle Fans und Nichtfans von Jane Austen geeignet, denn es eröffnet dem Leser ...

Dieses wunderschön gestaltete Andachtsbuch "Mit Herz und Verstand", geschrieben und gestaltet von Susanne Degenhardt ist für alle Fans und Nichtfans von Jane Austen geeignet, denn es eröffnet dem Leser in 31 Tagen eine neue Sichtweise in die Biografie von Jane Austen und ihrer Lebenswelt und dem, der sie geschaffen, bedingungslos angenommen und geliebt und ihr diese wunderbare Gabe des Schreibens geschenkt hat, der bis heute unzählige Leser erfreut und bereichert.

Die Autorin hat eine kleine Schatzkiste geschaffen voller Anekdoten und wunderbarer Zitate aus Jane Austens Romanen und nimmt uns mit in die damalige Zeit. Dabei versteht sie es sehr geschickt in jedem Kapitel einen Bezug zur Bibel herzustellen und auch zu unserer heutigen Zeit. Am Ende des Kapitels gibt es jeweils zwei Bibelstellen, die der Leser gerne selbst nachschlagen und lesen kann.

Wir erfahren, dass Jane Austen Tochter eines Pfarrers war und mit dem Glauben ganz natürlich aufgewachsen ist und wie er in dieser Zeit gelebt wurde. Sie hat ihren Glauben auf eine ganz unaufdringliche Weise gelebt und sehr wach die damalige Religiösität beobachtet. Als eifrige Romanleserin musste ich immer über ihren feinen Humor und ihre feine Ironie schmunzeln, mit denen sie gewisse Kirchenvertreter beschrieb. Ihr Glaube war auch von einer ungewöhnlichen Tiefe, das erfahren wir, wenn wir an die letzten Kapitel dieses ungewöhnlichen Andachtsbuches kommen und in ihren Romanen lesen wir immer wieder von ganz aktuellen Glaubensthemen, wie Vergebung, Dankbarkeit, wirklich wahre und echte Liebe, Treue, Genügsamkeit, Nächstenliebe, Freundschaft. Doch auch was ein stolzes Herz bewirken kann oder Vorurteile, Klatsch und Tratsch, die Liste geht immer weiter und in jedem Kapitel können wir uns mit unserem Glauben wiederfinden.

Susanne Degenhardt, Buchhändlerin und Autorin, hat mit diesem wunderbar gestalteten Andachtsbuch ein ganz wunderbares Debut gegeben, sie hat nicht nur meine Lieblingsautorin auf eine so wunderbar feine wertschätzende Art mit viel Liebe zum Detail und ganz wunderbar historisch recherchiert geehrt, sondern vor allem auf eine ebenso feine, unaufdringliche, werbende, humorvolle und ehrliche Weise Gott die Ehre gegeben und gezeigt, dass Jane Austen nicht nur eine Autorin, sondern auch eine tiefgläubige Frau war, die sich ihres Wertes sehr wohl bewusst war, weil er ihr von ihrem Schöpfer gegeben wurde. Nach dem Genuss dieses Andachtsbuch, leider ist es nach 31 Tagen zu Ende, vielleicht umfasst Band 2 mal 365 Tage;), lese ich die Romane von Jane Austen mit anderen Augen und vor allem auch meine Bibel, in dem Wissen, dass meine Lieblingsautorin auch eine Glaubensschwester war.

Ich war absolut begeistert von dieser schönen Lektüre und kann sie nur wärmstens empfehlen!

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