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Veröffentlicht am 21.04.2025

Feministische Ikone -Nein Danke!

Die Frau von Montparnasse
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Wir befinden uns im Jahr 1929 und die junge Simone de Beauvoir ist von Jugend an regelrecht besessen vom Schreiben und möchte unbedingt studieren, lesen, schreiben, lesen. Die hochbegabte und hochintelligente ...

Wir befinden uns im Jahr 1929 und die junge Simone de Beauvoir ist von Jugend an regelrecht besessen vom Schreiben und möchte unbedingt studieren, lesen, schreiben, lesen. Die hochbegabte und hochintelligente Frau gibt nichts auf die von der Gesellschaft geforderten Ansprüche an Frauen und wie sie zu leben haben. Ihre Welt sind die Bücher, die Worte der Philosophen, sie saugt alles in sich auf, ist wissbegierig, stellt die richtigen Fragen und denkt selbstständig. Soweit, so gut. Das fand ich sehr sympathisch.

Im sozialen Miteinander war Simone jedoch oft sehr forsch und schroff, ungeduldig mit ihren Mitmenschen, meistens weil sie nicht so schnell denken konnte wie sie, dann wieder sehr sanft und empathisch, alles in allem keine einfache Persönlichkeit. Es zog sie schon immer zu den intellektuellen Außenseitern hin und so lernte sie auf der Universität den etwas älteren und ebenfalls hochbegabten Studenten Jean-Paul Sartre kennen, ein intellektuelles Genie, der was Bücher, Lesen und Schreiben betraf, völlig auf Simones Wellenlänge lag und die beiden konnten sich quasi Tag und Nacht über Bücher austauschen. Sartre war seiner Zeit ein Genie und er war ein Narzisst. Klein von Wuchs, völlig unattraktiv, jedoch absolut ehrgeizig, nicht nur intellektuell, sondern auch in seiner Manie jede Frau ins Bett zu bekommen, die nicht bei drei auf dem Baum war.

Simone und Sartre begannen ein Verhältnis. Sie wurde seine Geliebte und schlossen einen Pakt, denn wie bürgerliche Leute einfach heiraten wäre spießig. Nein, ihre Seelenverwandtschaft und ihr intimes Zusammensein, sollte auf unbestimmte Zeit geschlossen sein, jedoch zu den Bedingungen, die sie gemäß ihrer intellektuellen Elite wie sie sie verstanden. Ihre Liebe, die ich während des Lesens als Hörigkeit empfand, sollte ihre sexuelle Freiheit sichern. Jeder sollte lieben können wen er gerade will und da sie sich ja alles erzählen, besonders Sartre schilderte in allen Einzelheiten seine Seitensprünge, die ja keine waren, denn sie waren ja beide so frei. Und somit schlossen und öffneten sich polyamouröse und bisexuelle Kreise, Partner und Partnerinnen wechselten sich munter ab, es gab etliche Nervenzusammenbrüche, es wurde gelogen und betrogen, teilweise über viele Jahre, Menschen wurden verletzt und es gab Verhältnisse mit Abhängigen und das alles wurde dann in den jeweiligen Büchern dieser so hochgelobten Autoren als Freiheit verkauft. Ich hatte schon das eine oder andere Mal Brechreiz verspürt beim Lesen. Simone litt sehr unter Sartres Fremdgehen und hielt dennoch an dieser hörigen Liebe fest, war auch kein Kind von Traurigkeit und ich konnte ihr das Schreiben und das Gerede von Freiheit am Ende nicht mehr abnehmen. Ich hatte den Eindruck, jeder rennt seiner Lust nach, doch verkauft es intellektuell als Freiheit und Liebe. Würde man es Egozentrik nennen, käme es der Wahrheit wohl näher.

Simone de Beauvoir kämpft um ihren schriftstellerischen Erfolg, viele Verlage lehnen ihre Texte als unpassend ab. Sie wird als Wegbereiterin des Feminismus gefeiert. Gemeinsam mit Sartre formulieren sie die Philosophie des Existenzialismus, sind der Mittelpunkt der Pariser Boheme. Jedoch hatte sie einige Verhältnisse mit ihren Schülerinnen, auch ehemaligen Schülerinnen, die sie fördert und unterstützt, #metoo lässt grüßen, doch damals und auch heute ist ja unter dem Wort "Freiheit" alles erlaubt, egal wie viele junge Menschen dabei auf der Strecke bleiben.

"Es war ein heilloses emotionales Durcheinander, und manchmal dachte Simone, dass sie eine unmögliche Ansammlung egozentrischer Menschen waren, die viel zu dicht aufeinanderhockten und immer neue Zwistigkeiten produzierten, die aber nicht ohne einander konnten."

Caroline Bernard hat das Leben und den Charakter von Simone de Beauvoir sehr gut eingefangen und ein sehr lebendiges Bild von ihr gemalt. Das hat mir sehr gut gefallen. An Simone de Beauvoir hat mir eigentlich nur ihre Liebe zur Literatur gefallen.

Simone de Beavoir sagte auch,"...dass die persönliche Freiheit da aufhört, wo sie andere betrifft. Und wie man damit umgeht." So beschreibt sie es in einem ihrer Bücher. Ihr Leben sprach jedoch eine andere Sprache, denn obwohl sie so verletzt von Sartre war, der ständig ihre Grenzen überschritt, nahm sie sich auch gerade den Menschen auf den sie Lust hatte. Ich bin dankbar diese Biografie von Simone de Beauvoir gelesen zu haben, sie kam zur richtigen Zeit und werde mit Sicherheit kein Buch dieser "Ikone des Feminismus" lesen. Jedoch freue ich mich auf weitere Bücher von Caroline Bernard, die es einfach versteht, schwierige Persönlichkeiten zu beschreiben.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Du bist meine Wahrheit

You Are My TRUTH
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Wir befinden uns im Bibertal und begegnen Lexie und Gideon, die sich einige Jahre aus den Augen verloren haben und nun dort wo alles begann, wieder treffen. Aus den Augen verloren geschah nicht einfach ...

Wir befinden uns im Bibertal und begegnen Lexie und Gideon, die sich einige Jahre aus den Augen verloren haben und nun dort wo alles begann, wieder treffen. Aus den Augen verloren geschah nicht einfach so, denn Lexie verschwand damals aus einem guten Grund spurlos. Nun spürt sie, dass es Zeit ist wieder zurückzukehren und sich der Vergangenheit zu stellen. Sie lebt nun in einem kleinen Haus am Wald mit vielen Tieren und wie alles an Lexie bunt und etwas chaotisch ist, spiegelt sich das auch in ihrem Zuhause wieder, doch genau so gefällt es ihr. Lexie arbeitet als Ranger mit im benachbarten Wildpark und die dort beheimateten Bären liebt sie ganz besonders.

Ihr damaliger Freund Gideon kommt ebenfalls wieder nach Bibertal. Er ist Feuerwehrmann und nach einem traumatisch verlaufenen Feuerwehreinsatz sucht er Ruhe und Orientierung in der alten Heimat. Alle beide sind nicht wirklich darauf vorbereitet aufeinander zu treffen und schon gar nicht, welche Gefühle zueinander die Begegnung wieder freisetzt. Doch es ist alles andere als einfach nach einer so langen Zeit und dem Schmerz der gegenseitigen Verletzungen wieder neu anzufangen....

Sowohl Lexie als auch Gideon haben ihre Baustellen im Leben, die sie mit der Hilfe Gottes angehen und Vergebung, Heilung und Annahme erfahren. Das alles wird nicht nur durch die Begegnung mit der Vergangenheit auf die Probe gestellt, auch die Herausforderungen der Gegenwart, wie ein Anschlag auf das Bärengehege oder gar ein Waldbrand, der ihr Leben und das ihrer Freunde bedroht, zeigt, wie sehr sie auf ihren Gott angewiesen sind.

Mir hat dieser zweite Band von drei, der auch unabhängig gelesen werden kann, sehr gut gefallen. Wir erleben die chaotische Lexi und den in sich ruhenden Gideon, wie sie ihr Leben auch im Glauben, der so fein und unaufdringlich mit in die Geschichte mit einfließt, meistern. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz und die witzigen kleinen Briefe, die am Anfang jedes Kapitels stehen. Auch die Freunde, die in den beiden anderen Büchern noch genauer beschrieben werden, sind einfach sympathisch und ich wünschte mich einige Male nach Bibertal, ganz besonders auch mit dem lecker beschriebenen Ice coffee von Gideon um einfach dabei zu sein. Eine Faith Young Adult Geschichte, die einfach mehr zu bieten hat als nur prickelnde Gefühle, sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Gefangen oder frei, Du hast die Wahl!

Das Licht scheint in die Finsternis
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Wir befinden uns in Berlin. Der junge Jonathan Brendel ist völlig überrascht von dem unerwarteten Erbe seiner verstorbenen Mutter. Das würde ihm und seiner kleinen Agentur endlich zum Durchstarten helfen. ...

Wir befinden uns in Berlin. Der junge Jonathan Brendel ist völlig überrascht von dem unerwarteten Erbe seiner verstorbenen Mutter. Das würde ihm und seiner kleinen Agentur endlich zum Durchstarten helfen. Jedoch ist die Testamentvollstreckung an eine Bedingung geknüpft, denn das Erbe geht nicht nur an ihn, sondern auch an seinen Bruder Maik, der jedoch vor 15 Jahren spurlos verschwand. Damals war Jonathan noch ein kleiner Junge und mit dem Verkünden des Testamentes kommen auch einige verdrängte Erinnerungen ans Licht. Er macht sich auf die Suche nach seinem Bruder und ahnt in keiner Weise, wie diese Suche sein Leben verändern wird....

Gleichzeitig ist Thorsten Boddien, Kriminalkommissar, endlich auf einer heißen Spur des von ihm schon lange verfolgten und sehr gefährlichen Boss der Unterwelt von Berlin und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Wen er dabei in Gefahr bringt, ist ihm egal, denn für heiligt der Zweck die Mittel....

Die junge Krankenschwester Mara arbeitet in einem großen Berliner Krankenhaus. Mara hat einen großen Verlust in ihrem Leben erlitten und ist durch einen schrecklichen Unfall gezeichnet. Sie hat Trost und Halt in ihrem Glauben an Gott gefunden, doch stellt er sich auf bittere Weise auf den Prüfstein, als ein schwer verletzter Mann eingeliefert wird, der sein Gedächtnis verloren hat. Mara sieht nun zwei Wege vor sich, für welchen wird sie sich entscheiden....

Nachdem die Suche auf den Straßen Berlins an Fahrt aufnimmt, unternimmt der Leser mit dem Mann ohne Gedächtnis eine Reise in eine verlassene Festung mitten in der Wüste und wird nach und nach feststellen, wie alles miteinander durch ein schreckliches Ereignis und mit Jonathan verbunden ist und dass jeder der Protagonisten eine tiefgreifende und lebensverändernde Entscheidung für sich treffen muss.

Thomas Franke hat eine Brüdergeschichte geschrieben, die es in sich hat und wie immer ist sie nicht nur super spannend geschrieben, sondern beinhaltet tiefe Weisheit und lebensechten Glauben. Ein Thriller der besonderen Art, weil er den Leser, gerade in den Passagen in der Festung in der Wüste zum Nachdenken und zur Umkehr führt.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Was ist, wenn du dich irrst?

Gefährliche Zuflucht
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Wir befinden uns auf Cape Refuge, eine kleine Insel vor der Küste Georgias. Der Name der Insel ist Programm, denn dort steht das "Hannover House" von Thelma und Wayne Owen, eine Zuflucht für gestrandete ...

Wir befinden uns auf Cape Refuge, eine kleine Insel vor der Küste Georgias. Der Name der Insel ist Programm, denn dort steht das "Hannover House" von Thelma und Wayne Owen, eine Zuflucht für gestrandete Menschen jeder Art und die Owens sind beliebt in ihrer kleinen Stadt, sie helfen wo sie können, haben eine kleine Kirche gegründet und stehen fest in ihrem Glauben. Umso erschütternder und unbegreiflicher ist der brutale Doppelmord an ihnen und nun kommen Geheimnisse ans Licht, mit denen ihre Töchter Morgan und Blair niemals gerechnet hätten.

Alles ist in Aufruhr, besonders nachdem Cade, der Polizeichef von Cape Refuge, einen Verdächtigen in kurzer Zeit festnimmt, bei dem alle Indizien gegen ihn sprechen. Es ist sein bester Freund Jonathan, verheiratet mit Morgan, und bekannt für sein hitzköpfiges Temperament, dass ihn schon einige Male mit seinen Schwiegereltern zusammenstoßen ließ. Doch Cade ist nicht so ganz überzeugt, denn im "Hannover House" wohnen ehemalige Strafgefangene mit sehr fragwürdigem Ruf. Cade befindet sich in einem ernsten Gewissenskonflikt...

Auch die Töchter von Thelma und Wayne, Morgan und Blair, geben nicht auf nach der Wahrheit zu suchen und das auf ganz unterschiedlichem Weg. Morgan kämpft darum, dass ihr Mann Jonathan wieder frei kommt, und will unbedingt das Glaubenserbe ihrer Eltern weiterführen und weiter im "Hannover House" leben, was aufgrund der akuten Gefahrenlage gerade nicht möglich ist und das auch von der Stadtverwaltung unter allen Umständen geschlossen werden will. Die mysteriösen Vorgänge häufen sich...

Am hartnäckigsten ist jedoch Blair. Sie ist die Leiterin der Stadtbibliothek, verweigert sich aufs Äußerste dem tiefen Glauben ihrer verstorbenen Eltern und ihrer Schwester Morgen und lässt sich nicht mit einfachen Antworten abspeisen. Blair ist es gewohnt den Dingen auf den Grund zu gehen, ihre Lasten selbst zu tragen und sich nicht auf einen Gott zu verlassen, der einem doch nicht beschützen kann, wenn es ernst und gefährlich wird. Dadurch gerät sie immer wieder in Lebensgefahr, denn der Mörder verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel und dabei ist ihm jedes Mittel recht.

"Gefährliche Zuflucht" von Terri Blackstock hat mich von der ersten Seite in den Bann genommen. In kurzen, spannenden und tiefgehenden Kapiteln, in denen immer wieder die Fragen nach dem Lebenssinn, nach dem Glauben auch in schweren Zeiten in denen Dinge geschehen, mit denen man nicht rechnet und lernen muss, mit ihnen umzugehen, sich trotz allem Schweren an Gott zu halten, hat mich fasziniert. Die Autorin versteht es den Leser nicht nur mit in die spannende Story zu nehmen, sondern hat auch die Charaktere so bildhaft und glaubwürdig geschildert, dass ich ihre inneren Kämpfe sehr gut nachvollziehen konnte und bei allem Schweren glimmt doch am Ende ein Funken Hoffnung auf.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Die Geschenke unbekannter Leser

Die Buchhandlung der Träume
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Wir befinden uns in einer ganz zauberhaften kleinen Buchhandlung in Mailand, die Hoffnung, Träume und Überraschungen für die Menschen bereit hält. Nina, die junge Buchhändlerin, hat sich etwas Besonderes ...

Wir befinden uns in einer ganz zauberhaften kleinen Buchhandlung in Mailand, die Hoffnung, Träume und Überraschungen für die Menschen bereit hält. Nina, die junge Buchhändlerin, hat sich etwas Besonderes für ihre Kunden und begeisterten Leser ausgedacht. Auf eine solche Idee kann nur jemand kommen, der Bücher liebt und für den Bücher zu den besten Freunden zählen. Es nennt sich "Das Geschenk eines unbekannten Lesers an einen unbekannten Leser" und es ergeben sich daraus ganz kuriose und amouröse Begegnungen, manche Liebe findet sich oder auch nicht. Nina hingegen ist mit ihrem etwas chaotischen Liebesleben oder nicht Liebesleben beschäftigt, dass der Leser von einer weiteren Institution der Buchhandlung, Mitarbeiter wäre das falsche Wort, geschildert bekommt und wir Leser fiebern mit, ob sie sich aus diesem Gefühlsschlamassel befreien und sich wieder für eine echte Liebe öffnen kann.

Diese Institution, oder wie Adele, so heißt sie, es schildert, würde sich auch als altes Möbelstück bezeichnen und wir Leser erleben die Geschichte aus ihrer Sicht. Adele ist in die Jahre gekommen, schon immer liebt sie das Lesen und die Bücher, sie sind und waren ihre besten Freunde und nach dem Tod ihres Mannes, ihre Töchter haben auch kein großes Interesse an ihrer Mutter, geht sie regelmäßig in Ninas Buchhandlung, sitzt im Lesesessel und liest und beobachtet. Der Leser kann versichert sein, dass ihr nichts entgeht was Ninas Leben oder das ihrer Kunden betrifft und Adele kommentiert in ihrer unnachahmlichen temperamentvollen italienischen Art alles, meistens in Gedanken, doch auch immer mal in Worten. Wir gehen mit Adele durch ihre Lieblingsbücher und machen Ausflüge in ihre Vergangenheit, erfahren mehr über Mailand und am Ende kommen Geheimnisse ans Licht, die.....ach lest es selbst, ein Ausflug in diese besondere Buchhandlung muss man erlebt haben.

"Die Buchhandlung der Träume" ist ein ganz wunderbares Buch, das mich mitnimmt nach Italien, ich sah mich auch in Adeles Sessel sitzen und lesen und beobachten und hat mich am Ende zu Tränen gerührt.

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